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Denial of Service

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Vollautomatisiert, supersmart … und tödlich. Aiki Miras visionärer SF-Thriller über die Zukunft unserer Städte.




In Frankfurt am Main sind dank der ersten Krypto-Milliardärin Deutschlands Polizei, Transport und Stadtverwaltung privatisiert. Ein künstliches neuronales Netzwerk unterstützt alle Institutionen und ist auch Teil der implantierten Chips, die eine intuitive Interaktion mit Gebäuden, Straßen und Transportsystemen der Stadt ermöglichen. Das KNN sorgt für ein reibungsloses Funktionieren der Infrastruktur und das größtmögliche Glück aller Bürger. Als es zu Problemen kommt und ein obdachloser Teenager stirbt, machen sich eine Coderin und ein Bot auf die Suche nach der Ursache für seinen Tod. Sie stoßen auf Ungeheuerliches, doch bevor sie irgend jemandem davon erzählen können, schaltet sich das Militär ein …

257 pages, Kindle Edition

First published January 1, 2025

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About the author

Aiki Mira

24 books19 followers

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Community Reviews

5 stars
6 (19%)
4 stars
5 (16%)
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7 (22%)
2 stars
9 (29%)
1 star
4 (12%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Callibso.
1,025 reviews20 followers
June 19, 2026
Am Ende dachte ich zuerst: “Uff… geschafft”, denn das ist vielleicht das längste 250-Seiten-Buch, das ich je gelesen habe.
Dann brach einiges aus mir heraus, das ich hier erst einmal praktisch ungefiltert preisgebe:
Ich empfand das Buch als literarisch und trotz des einfachen Stils in einem betörendem Rhythmus geschrieben. Manchmal tauchen komplexe Aussagen bis zur Unverständlichkeit auf, es ist kurz und gleichzeitig ewig lang, es ist voller Ideen und sicher nichts für den “durchschnittlichen” SF-Thriller-Leser. Aiki geht noch einmal weiter, schildert eine neue Welt, in der die Menschen nur noch unter Vielen sind, unter Tieren und Maschinen und künstlichen Lebewesen: “Es ist nicht allein unser Körper, der uns zum Menschen macht, sondern auch unsere Taten und unser Denken”. Der Roman ist großartig, verstörend, langweilig und spannend - irgendwie alles zugleich, ich fand ihn manchmal unlesbar und meist originell.
Nur bei einem bin ich mir sicher: Dieses im Präsens geschrieben Buch ist kein SF-Thriller, wie der Klappentext eigentlich verspricht. Wenn ich mir Dietmar Daths Statement auf dem Klappentext durchlese, komme ich auf den Gedanken, dass dies ein Buch für Dietmar Dath Fans ist.

Jetzt noch einmal schön der Reihe nach: Aiki Mira vollendet mit diesem Roman eine Art "Städte Trilogie": Nach “Neongrau” über Hamburg und “Neurobiest” über Berlin folgt nun “Denial of Service” über Frankfurt am Main. Dazwischen lag “Proxi”, ein Roman, den ich mal als “Road Movie” bezeichnen möchte.
Das Frankfurt des Romans ist eine Privatstadt, eine “privatisierte Megastadt, die über Datensuperhighways mit anderen Städten verbunden ist und von einer militärischen Sperrzone beschützt wird. Geschützt von privatem Militär, bedient von KI-Robotern und finanziert von Kryptowährungen”. Es ist eine Stadt mit einer “unbekannten Zahl an Chaos-Bots in allen Größen und Formen, die wie verlorenen Seelen die Stadt durchstreifen”. Und irgendwie ist dieses kurze Zitat auch ein Beispiel für den sehr konzentrierten Stil des Buches.
Das Buch beginnt mit dem Tod eines Kindes: Es stürzt kopfüber in die Pilzsoße, die Per in ihrem innovativen Imbiss für handgemachtes Essen aus fermentiertem Pilzmyzel hergestellt hat: “Vegan!Gesund! Natürlich!”.
Als nächste Figur wird Tad eingeführt. Er stammt aus einem Auffanglager und ist als Kind in eine Müllpresse gefallen. Jetzt steuert er eine Drohne, die Graffiti malt und ist mit Chala und Zuzie unterwegs, wobei er Zuzie “utopisch” findet. Chala und Zuzie probieren einen Drogenchip aus, was für Chala nicht gut ausgeht.
Die dritte wichtige Figur ist Jov, die sich bei der Stadtverwaltung vorstellt. Dort wird ihr erklärt, dass die smarte Stadt ein KNN besitzt, ein künstliches neuronales Netzwerk mit eigener Ethik. Über einen Chip wird sie mit der Stadt verbunden, organisch und technologisch wird verwischt, es entsteht eine “symbiotische Beziehung zwischen einer Person und dem neuronalen Kollektiv”.
Man merkt schon: Die Namen der Figuren sind meistens kurz und manchmal hatte ich Probleme, sie auseinanderzuhalten.
Ein Kind ist tot, ein anderes verschwindet und nun brechen einige auf, dieses Rätsel zu lösen. Dabei finden sie mehr über die Stadt heraus und irgendwie löst sich alles auf.

Fazit: Ein Buch voller toller Formulierungen, in dem aber trotz all der kurzen Kapitel keine Spannung aufkommt. Die Figuren blieben mir fremd. Ich verstehe, dass es am Ende in eine große Utopie mündet, ein Zusammenleben von Menschen, Tieren und Bots, ein großer Traum, aber es lässt mich unbefriedigt zurück.
Profile Image for reherrma.
2,219 reviews38 followers
February 4, 2026
Ein Cyberpunk Roman mit Frankfurt als Handlungsort, m.M. nach eine Auffrischung des Genres, eine Generation nach William Gibson (Neuromancer). Frankfurt ist in dieser Zeit des Hyperkapitalismus eine private Stadt. Gesichert vom privaten Militär und Herberge ultrareicher Menschen. Und das alles gesteuert von der Stadtverwaltung, einer mächtigen KI.
Die Masse der Menschen lebt in den eher gesichtslosen Vororten und geht niederen Beschäftigungen nach, um das alles am Laufen zu halten. Beschäftigungen, die die „Bots“, Wesen unterschiedlicher Colceur von Maschinen bis teilhumane Wesen, nicht dauerhaft hinbekommen haben. Da sie gerne in ihrem eigenen Netzwerk abdriften oder mit Fehlfunktionen versehen sind und auf den Straßen irrlichtern. Die KI hat das jedoch alles im Griff und lässt auch jene herumvagabundierenden, weitgehend obdachlosen Jugendlichen einfach ihr Ding machen.
In diesem Roman zeigen uns ein überschaubares Ensemble von Protagonisten das Cyberpunk-Frankfurt der nahen Zukunft...
Ich fand den Roman gut zugänglich in kurzen Kapiteln erzählt, dieses Zukunftsszenario ist bildgewaltig mit teils witzigen Ideen, derben Szenen und innovativen Drogen. Dieses smarte Frankfurt kann man sich nach der Lektüre inzwischen gut vorstellen ...
Profile Image for Mari.
36 reviews1 follower
January 4, 2026
Denial of Service ist eines dieser Bücher, das ich nicht einfach nur gelesen, sondern, dass mich begleitet hat. Still, intensiv und fordernd.

Es ist kein Sci Fi Thriller, der alle Antworten liefert oder klare moralische Urteile fällt. Stattdessen öffnet er Räume. Möglichkeitsräume, in denen Gedanken fließen dürfen, sich verheddern, neu zusammensetzen.

Was mich sehr abgeholt hat, ist Aikis Umgang mit Intimität. Nähe, geistig wie körperlich. Aiki schreibt Gefühle schnürkellos und trotzdem zart, schön. Schönheit entsteht in Aikis Büchern in Details: eine Beinprothese, spitze Schultern wie abgeschnittene Flügel, Blicke, die sich wie GIFs zwischen Menschen bewegen. Formulierungen, in denen für mich etwas stattfindet, das ich so noch nicht gedacht oder gefühlt habe und genau darin liegt für mich ihre Kraft. Diese Sprache ist an manchen Stellen ein bisschen Total-Alien-Syndrom. Entkoppelte Sprachwirklichkeit.

Ein Satz des Botmädchens hat sich besonders bei mir eingebrannt:
„Dingen Bedeutung zu verleihen, darin seid ihr gut. Euch darum zu kümmern – weniger.“

Dieser Gedanke zieht sich für mich durch das ganze Buch. Und er erinnert mich stark an Mary Shelley: nicht an das Staunen über die Schöpfung, sondern an die Verantwortung, die mit ihr einhergeht. Es geht nicht um die Großartigkeit der Erfinder:innen, sondern um die Folgen des Erfindens. Genau deshalb liebe ich Aikis Blick auf Technik, KI, Bots, Hybride und Synths. Sie sind hier keine reinen Werkzeuge, keine Monster, kein „slop“, sondern lebendiger Teil einer Welt, die Verantwortung einfordern.

Und ich mag Jov sehr, weil ich mich in ihrem Empfinden, ihrem Suchen und Zweifeln wiederfinde. In ihrer schroffen, manchmal ungeschickten Art sich auszudrücken und dem Wunsch nach Verbindung, die eine andere Ebene als reine körperliche Anziehung meint.

Überhaupt fühlen sich Aikis Bücher für mich ein bisschen wie Ghibli-Filme an: Es gibt kein klares Gut und Böse. Niemand ist einfach nur böse. Weder Feldmann noch Omono noch Lele noch das Botmädchen. Selbst Entscheidungen, die falsch oder verletzend sind, entstehen aus Kontexten, Bedürfnissen, Begrenzungen. Alles ist in Bewegung. Alles ist immer im Fluss.

Die Vielzahl an Figuren: Chala, Zuzie, Tad, Per und Fatma, Omono, Sasha, Hugo, Lele, Beexone II, weben ein dichtes, lebendiges Netz. Wir bekommen so viele verschiedene Realitäten von Leben und Erleben und Überleben präsentiert, die so unterschiedlich und alle auf ihre Weise faszinierend sind.
Frankfurt selbst wird dabei zur Kreatur: aus Stahl, Glas und modularer Architektur, vollautomatisiert, KI-autonom, atmend.

Und dann ist da Chala. Ein Kid, das stirbt. Und dessen Tod nichts auslöst. Denial of Service.
Protokolle greifen nicht. Mechanismen versagen. Und genau darin beginnt etwas. Keine Explosion, kein lauter Umbruch, sondern eine leise, tiefgreifende Verschiebung. Frankfurt verändert sich. Nicht nur äußerlich, sondern in seinem Wesen.

Denial of Service ist für mich aufregend unaufgeregt. Trotz Mord, Angst, Prekarität. Trotz der geistigen Anstrengung, den einzelnen Realitäten und Gedankenströmen zu folgen. Oder vielleicht gerade deswegen. Aikis Bücher fordern mich, aber sie überfordern mich nicht. Sie laden mich ein, mitzudenken, mitzuspüren, mich treiben zu lassen. Dieses Denkanegbot ist besonders und für mich liegt die Stärke des Buches nicht in den Antworten, die gegeben werden, sondern in den Fragen die gestellt werden und auf die ich mich einlassen kann. Denn wie das Botmädchen sagt: “Es gibt kein Zurück mehr. Nur die Zukunft.”

Wie schon Proxi hat mich auch dieses Buch überrascht. Anders. Leiser. Aber nicht weniger kraftvoll.
Eine Zukunft, die unausweichlich ist (in welche Form auch immer wir die unsrige erleben werden) und die mehr sein kann als nur Verlust. Denn zurück gehen wir nicht mehr. Aber vielleicht lernen wir, besser hinzusehen. Und uns dann zu fragen: Was würde es für uns bedeuten, all diese Wesen, die mit uns leben, wahrzunehmen?
Profile Image for Alex Matzkeit.
388 reviews34 followers
April 10, 2026
Ich kriege es diesmal einfach nicht übers Herz, drei Sterne zu vergeben, egal wie cool ich Aiki Mira als Person und wie interessant ich Aikis Ideen auf den ersten Blick finde.

"Per spürt Leles Eifersucht wie klebriges Benzin im eigenen Magen". Dass man Eifersucht im Magen spürt, klar. Aber warum Benzin? Und warum klebrig? Benzin ist nicht klebrig. Über solche Metaphern stolpere ich beim Lesen immer wieder, aber ich bin sie aus Aikis Büchern inzwischen gewohnt.

Aber "Denial of Service" ist für mich zusätzlich noch unfokussierter in Themen und Plot als Neongrau und Proxi. Eine Endzeit-Utopie. Die verschiedenen Hinweise verdichten sich nicht richtig, sie werden dann einfach irgendwann aufgeklärt, aber dann weiß auch niemand so richtig etwas damit anzufangen. Der KI-Diskurs, der im Buch geführt wird, erscheint mir streckenweise schon jetzt veraltet und gleichzeitig so weit vorausgreifend, dass er beliebig wird. Dazu kommen dann solche Sentenzen wie "Fürsorge ist die Kunst unserer Gegenwart", deren Erforschung der Text aber auch nur andeutet.

Das nächste Äquivalent meiner Leseerfahrung sind (post-)strukturalistische Texte, etwa von Derrida. Die scheinen ja manchen Leuten auch einzuleuchten und endlose Anschlussideen auszulösen, während ich darin immer nur poetisch klingende aber letzendlich für mich wenig Sinn ergebende Wortabfolgen erkennen konnte. "Denial of Service" begeistert andere sehr. Ich freue mich für sie, aber ich kann ihnen nicht folgen.

Eins aber doch: Die größte Stärke sind die Charaktere. Über Per, Jov und Tad und ihre Geschichten hätte ich gerne noch viel mehr erfahren. Doch sie müssen sich (anders als in "Proxi") die Bildfläche mit zu vielen anderen Figuren teilen, und so bleibt vieles nur angerissen, was ich in den ersten Kapiteln sehr vielversprechend fand.
Profile Image for Nada.
276 reviews1 follower
October 17, 2025
Wie Aikis andere Bücher, ist die Geschichte für mich etwas ungreifbar. Es ist eher eine Reise, auf die man mitgenommen wird, und wenn es gerade losgehen könnte, hört das Buch auf. Trotzdem passiert sehr viel gleichzeitig, was aber nicht immer ausgeschrieben wird. Vieles muss man selbst weiterdenken.
Man begleitet ganz verschiedene Charaktere und erlebt, wie diese mit der Stadt interagieren. Eine Stadt, beherrscht von KI. Gerade mit allem, was heutzutage in Richtung künstliche Intelligenz passiert, werden tausend Fragen aufgeworfen und Gedanken angefangen. Fragen und Gedanken, die man sonst nicht hätte und die man auch selber weiter denken muss.

Dinge, die ich aus dem Buch gelernt habe:
- Es muss nicht immer die ultimativ perfekte Utopie sein. Wichtig ist, nicht zu vergessen, dass man selbst die Zukunft macht und es viele Möglichkeiten und Wege gibt.
- Städte verändern Menschen und Menschen verändern Städte. Städte können eine eigene Instanz sein.
- Es ist in Ordnung, andere Menschen nicht ganz zu verstehen. Man kann es dennoch versuchen und sich mit Respekt behandeln und unterhalten. Wichtig ist, miteinander in Beziehung zu treten.

Außerdem: Das Buch hat einen Rhythmus/einen Beat. Den hört man erst richtig, wenn man die Sätze laut vorliest ;)

Kann das Buch nur empfehlen!
Profile Image for Matthis.
13 reviews
February 3, 2026
Wieder ein faszinierendes Buch von Aiki Mira. Ich konnte nicht aufhören über die Sprache zu staunen, die Ideen einzusaugen. Auch die Charaktere sind unglaublich spannend.
Doch die Bezeichnung Thriller ist komplett irreführend. Das anfängliche Verbrechen rückt schnell in den Hintergrund, löst sich fast schon von selbst auf. Generell scheint einfach alles zu passieren und die Charaktere sind eben dabei. Es passt total zu dem was die Geschichte sein soll, ist eben nur kein Thriller und ich hoffe niemand bricht dieses wunderbare Buch ab, weil sich etwas anderes erhofft wurde.
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