Fünfundzwanzig Science-Fiction-Geschichten aus vier Jahrzehnten in der Neuübersetzung durch Karen Nölle.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Ursula K. Le Guin das Genre der Science Fiction so tiefgreifend beeinflusst wie sonst kaum jemand. Sie hat ökologische und feministische Themen eingebracht und durch ihren unverwechselbaren Stil und mit ihrer unbegrenzten Imaginationskraft zahlreiche Autor*innen beeinflusst. Viele der hier neu übersetzten Geschichten waren noch nie oder sind schon seit langem nicht mehr auf Deutsch erhältlich. Der vorliegende Band ist ein einzigartiger Zugang zum Werk einer der größten amerikanischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.
»Wir können Ursula K. Le Guin nicht aus dem Land der unveränderlichen Sterne zurückrufen, aber glücklicherweise hat sie uns ihr facettenreiches Werk, ihre hart erarbeitete Weisheit und ihren grundlegenden Optimismus hinterlassen. Ihre vernünftige, kluge, gewitzte und lyrische Stimme ist heute notwendiger denn je.« Margaret Atwood
Ursula K. Le Guin published twenty-two novels, eleven volumes of short stories, four collections of essays, twelve books for children, six volumes of poetry and four of translation, and has received many awards: Hugo, Nebula, National Book Award, PEN-Malamud, etc. Her recent publications include the novel Lavinia, an essay collection, Cheek by Jowl, and The Wild Girls. She lived in Portland, Oregon.
She was known for her treatment of gender (The Left Hand of Darkness, The Matter of Seggri), political systems (The Telling, The Dispossessed) and difference/otherness in any other form. Her interest in non-Western philosophies was reflected in works such as "Solitude" and The Telling but even more interesting are her imagined societies, often mixing traits extracted from her profound knowledge of anthropology acquired from growing up with her father, the famous anthropologist, Alfred Kroeber. The Hainish Cycle reflects the anthropologist's experience of immersing themselves in new strange cultures since most of their main characters and narrators (Le Guin favoured the first-person narration) are envoys from a humanitarian organization, the Ekumen, sent to investigate or ally themselves with the people of a different world and learn their ways.
Dieser Band enthält 25 Kurzgeschichten und Novellen mit einem Nachwort der Übersetzerin Karen Nölle. Während sich im ersten Teil noch eher klassische, teils auch kryptische und witzige Science Fiction Stories finden, zeigt der zweite Teil ganz besonders, was Le Guins Schreiben ausmacht. So lässt sie Bewohner verschiedener Welten des Hainish-Universums auf gefühlvolle Weise ihre jeweilige Lebensgeschichte in sozialen und politischen Gefügen erzählen, die sich von unseren unterscheiden und so gezielt gewohnte Denkmuster in Frage stellen. Den beiden Teilen vorangestellt sind Essays über die Sicht der Autorin auf die Themen Genre (Sci Fi als „Was wäre, wenn“-Literatur) und Gender (Le Guin ist ihrer Zeit auch in den vorliegenden Texten einfach weit voraus). „Der Tag vor der Revolution“ würde ich zwar nicht zum Einstieg in das Werk der Autorin empfehlen, als Ergänzung zu den großen Romanen ist die Sammlung jedoch sehr wertvoll.