Wir alle spielen Theater. Ob auf Instagram, im Beruf oder in der Verwandlungskunst und Selbstinszenierung gehören zum Alltag. Erst recht wenn man wie Felix Krull aus dem Elternhaus einer bankrotten Schaumweinfirma kommt, sich vor dem Militärdienst drücken will und eine Schwäche für Delikatessen und Grandhotels, für Luxus und Eleganz hat. Als er mit dem Marquis de Venosta die Rollen tauscht, steht seinem Glück zwischen Paris und Lissabon scheinbar nichts mehr im Weg ... Wie seine Hauptfigur betreibt auch Thomas Manns Roman ein heiteres, elegantes Rollenspiel. Kein Satz steht in diesem Roman ohne Anführungszeichen und doppelten Boden. Es ist ein Roman über Glück und Phantasie, eine humorvolle Hommage an den schönen Schein – und damit auch ein Loblied auf die Freiheit der Literatur.
Thomas Mann was a German novelist, short story writer, social critic, philanthropist, essayist, and Nobel Prize laureate in 1929, known for his series of highly symbolic and ironic epic novels and novellas, noted for their insight into the psychology of the artist and the intellectual. His analysis and critique of the European and German soul used modernized German and Biblical stories, as well as the ideas of Goethe, Nietzsche, and Schopenhauer. His older brother was the radical writer Heinrich Mann, and three of his six children, Erika Mann, Klaus Mann and Golo Mann, also became important German writers. When Hitler came to power in 1933, Mann fled to Switzerland. When World War II broke out in 1939, he emigrated to the United States, from where he returned to Switzerland in 1952. Thomas Mann is one of the best-known exponents of the so-called Exilliteratur.
Thomas Mann ist natürlich ein Autor, den man direkt mit Deutschunterricht in der Schule in Verbindung bringt. Auch ich habe ihn seit meiner Schulzeit nicht mehr gelesen. Meine mittlere Tochter macht jetzt gerade Abitur und als ich ihr den Felix Krull besorgt habe, habe ich sie gebeten, ihn nach ihr lesen zu dürfen. Okay, es braucht ein bisschen, um in die Sprache einzutauchen - die berüchtigten Kettensätze, die sich über halbe Seiten ziehen, sind wie ich es noch erinnere definitiv kein Vergnügen beim Lesen. Mir persönlich gefällt es gut, wenn die Sprache nicht allzu modern ist und ich genieße es, wenn die Wortwahl ein bisschen altmodisch ist und Wörter einschließt, die definitiv nicht in meinem aktiven Wortschatz vorkommen. Wenn man diese stilistischen Dinge bedenkt und "reingekommen" ist, wird man mit einer Geschichte belohnt, die wirklich teilweise abstrus und haarsträubend ist und auch durchaus voller Komik. Einiges ist mir sogar ein bisschen zu abgedreht gewesen - wie die ältere Dame, die sich auf einen ONS mit Felix, dem Liftboy, einlässt und sich davon erregen lässt, dass er sie bestiehlt, oder natürlich auch die ganze "Sache" zwischen Felix und Mutter und Tochter Kuckuck in Lissabon.
Auch ist zu bedenken, dass die Geschichte recht abrupt endet, da das Buch nicht fertig gestellt wurde.
Alles in allem aber auf jeden Fall ein Roman von Thomas Mann, den man durchaus zum Vergnügen lesen kann und den ich daher auch weiter empfehlen kann!