Tommy und Tuppence Beresford ziehen in ihren – nennen wir es mal „Alterswohnsitz“. In ein neues Haus, an dem es noch viel zu renovieren gibt. Tuppence ist allerdings mehr damit beschäftigt, die Bücher aus den Kartons in die Regale zu räumen, weil sie immer wieder Lieblingsgeschichten entdeckt, die lesen möchte. Außerdem fällt es ihr schwer, Bücher auszusortieren … wer könnte das nicht verstehen?
In einem dieser Kinderbücher entdeckt sie eine mysteriöse Botschaft über einen Todesfall, keinen natürlich Todesfall, sondern wahrscheinlich einen Mord – und natürlich ist die Neugier von Tuppence geschürt!
Anfangs fand ich etwas ermüdend, weil so viel von den Büchern und Buchtiteln geschrieben wurde und wie man sie sortiert, von den vielen umständlichen Arbeiten nach einem Umzug – und ich hab mich echt gefragt, was damals mit den Handwerkern los war?! Hier wurden Böden aufgerissen, Löcher gemacht, alles stehen und liegen gelassen, mal kam jemand, mal nicht... das scheint ja ziemlich schwierig gewesen zu sein. Ähnlich wie heute immer noch xD
Das ganze plätschert erstmal etwas dahin. Auch der Kontakt mit den Nachbarn und die Nachforschungen von Tuppence waren etwas zäh; erst nach dem ersten Drittel geht es so richtig los, das man langsam ahnt, was vielleicht dahintersteckt und in welche Richtung es gehen könnte.
Vieles der Handlung besteht aus Dialogen und das ist dann schon manchmal etwas ermüdend. Auch wenn einiges zum Fall gehört ist schon sehr viel dabei, was einfach Geplapper ist. Zwischen Tommy und Tuppence gibt es ja öfter mal schöne Wortwechsel, aber auch zwischen diesen beiden wird oft viel um nichts geredet oder endlos in Erinnerungen geschwelgt. Das war schon etwas schade.
Es ist ja das letzte Buch gewesen, das Agatha Christie geschrieben hat. Da war sie 83 Jahre alt, als es rauskam, drei Jahre bevor sie gestorben ist. Ich denke, es hat insgesamt wohl einfach dem Alter geschuldet etwas nachgelassen, könnte ich mir vorstellen. Denn so wirklich überzeugen konnte sie mich mit dieser Geschichte nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich in dem Alter ein bisschen mit dem alten Ehepaar aus dem Buch identifiziert hat. Ein kleines letztes Aufbäumen durch den Umzug, die Hoffnung auf einen ruhigen Lebensabend in diesem Häuschen - und dann das kleine Aufkratzen von alten Gewohnheiten: dem Herumschnüffeln nach der Wahrheit.
Auch der Hund der Beresfords kommt öfter mal "zu Wort" und hilft sogar bei der Aufklärung, die allerdings nicht wirklich alles klärt und Fragen offenlässt.
Ich muss auch gestehen, dass ich gegen Ende die Konzentration und irgendwie auch den Faden verloren hab. So wirklich konnte ich mich nicht mehr aufs lesen konzentrieren...
Witzig fand ich die Erwähnung von Tuppence, dass sie und ihre Kinderfreunde damals „einfach lesen lernten“, ohne dass sie sich genau daran erinnert, wie das kam. Bücher wurden vorgelesen, Plakate wurde nachgefragt, und irgendwie ergab es sich von selbst. Da tauchte bei mir dann schon die Frage auf, wie das Lesen lernen wohl in den 30er und 40er Jahren vonstatten ging.