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Gruselige Stunden: Schaurige Geschichten für kalte Abende

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Während in den verwinkelten Gassen des Viktorianischen Londons der erste Schnee fällt, hofft ein Waisenmädchen auf eine neue Familie. In einem gespenstischen Kloster am Gardasee wird ein junger Mann von seiner Vergangenheit heimgesucht. Ein labyrinthhaftes Herrenhaus führt einen Vater in einer eisigen Winternacht auf der Suche nach seinem Sohn durch Raum und Zeit. Und auf einer sturmumtosten Insel vor der schottischen Küste bewahrt das Meer auch die dunkelsten Geheimnisse. Hier passiert Unerklärliches, hier verschwimmt das Wirkliche mit dem Unwirklichen. In sechs meisterhaft erzählten Geschichten führen uns preisgekrönte Autor*innen in die Welt des Schaurigen. Doch zwischen dem Duft von Clementinen, dem Geschmack von Portwein und Austernsuppe sowie dem Knistern des Kaminfeuers wird das Gruseln zu einem wohligen Erlebnis. Die perfekte Lektüre für die stillen Stunden, wenn der Tag der Nacht weicht. Schaurige Band 1: Schaurige Nächte Band 2: Wintergeister Band 3: Gruselige Stunden Alle Bände sind eigenständige Sammlungen von Erzählungen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

215 pages, Kindle Edition

Published September 16, 2025

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About the author

Kiran Millwood Hargrave

34 books2,622 followers
Kiran Millwood Hargrave is an award-winning writer whose work has been translated into over 30 languages and optioned for stage and screen. Almost Life, her third novel for adults, will be published by Picador (UK) and Summit (US) in March 2026.

Her debut adult novel The Mercies debuted at number one of the The Times bestseller list, was a top-ten Sunday Times bestseller, and was selected for the BBC Radio 2 Book Club and the Richard and Judy Summer Reads. It was a finalist for the prestigious Prix Femina in France, won a Betty Trask Award, and was called 'unquestionably the book of the 2018 London Book Fair' by The Bookseller. The Dance Tree was shortlisted for the HWA Gold Crown Award and picked for the BBC Two Between Two Covers Book Club, as well as Florence + the Machine's Between Two Books Book Club.

Between them, her children's books have won numerous awards including the Wainwright Prize, Children's Book of the Year at the British Book Awards, the Waterstones Children's Book Prize, the Historical Association Young Quills Award, and the Blackwell's Children's Book of the Year. They have been shortlisted for the Kirkus Prize, the Barnes and Noble Award, Jhalak Prize, the Little Rebels Prize, the Branford Boase Award, the Blue Peter Best Story Award, Costa Children's Book Prize, Foyles' Children's Book of the Year, and thrice-longlisted for the Carnegie Award.

Kiran lives in Oxford with her husband, the artist Tom de Freston, their daughter, cats, and usually a litter of foster kittens.

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Profile Image for NiWa.
528 reviews9 followers
January 5, 2026
In winterlichen Szenerien entfalten sich sechs unheimliche Erzählungen. Sie handeln von verschneiten Straßen im viktorianischen London über ein düsteres Kloster am Gardasee bis hin zu einem rätselhaften Herrenhaus und einer abgelegenen schottischen Insel. Vergangenes drängt ans Licht, Realität und Fantastik gehen fließend ineinander über. Geheimnisse, Schuld und unerklärliche Ereignisse prägen diese atmosphärischen Geschichten.

Wenn die Nächte länger werden und der Frost an den Fenstern klirrt, suchen viele nach klassischer weihnachtlicher Geborgenheit. Ich hingegen greife lieber zu Geschichten, die eine leise Gänsehaut hinterlassen. Statt Kuschelatmosphäre bevorzuge ich eine gepflegte Schauerstimmung, die sich langsam entfaltet und unter die Haut geht. Genau deshalb habe ich zur Kurzgeschichtensammlung „Gruselige Stunden“ gegriffen. Das Buch verspricht unheimliche Erzählungen rund um das Weihnachtsfest, und ich war gespannt, wie die verschiedenen Autor:innen dieses Spannungsfeld umsetzen.

Geboten wird eine große Bandbreite an Schauplätzen. Düstere Armenviertel, vereinsamte Inseln und prächtige Herrenhäuser bilden die Kulisse. Jede Geschichte bringt ihre eigene Tonlage mit. Mal lastet eine drückende Atmosphäre über den Seiten, mal sorgen unerwartete Wendungen für Spannung, mal schwingt ein Hauch von Tragik mit.

Den Auftakt macht Kiran Millwood Hargrave mit „Wirt“, einer Erzählung, die ins viktorianische Zeitalter führt. Im Mittelpunkt stehen ein kleines Mädchen und ihr Bruder, die in bitterer Armut in den ärmsten Vierteln der Stadt leben. Inmitten von Elend und ständiger Krankheitsgefahr ist eine kleine Puppe der einzige Lichtblick im Alltag des Mädchens. Parallel dazu lernen wir ein wohlhabendes Ehepaar kennen, das den Verlust seiner Tochter mithilfe von Seancen zu verarbeiten versucht.
Hargrave gelingt es eindrucksvoll, das Leid beider Welten greifbar zu machen. Als sich die Wege der Figuren schließlich kreuzen, entsteht eine Gänsehautstimmung, die lange nachhallt. Auch wenn das Ende für meinen Geschmack etwas zu abrupt ausfällt, hat mich die dichte, bedrückende Atmosphäre beeindruckt.

Mit „Inferno“ von Laura Shepherd-Robinson schlägt die Sammlung leisere, mysteriöse Töne an. Die Geschichte führt an den winterlichen Gardasee, wo der Protagonist Gondolphino auf einer abgelegenen Insel Zuflucht sucht. Der Einstieg ist vielversprechend und von einer geheimnisvollen Spannung geprägt. Leider verliert sich die Erzählung im weiteren Verlauf etwas. Die Handlung wird zunehmend wirr, und da Gondolphino kein besonders zugänglicher Charakter ist, fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung aufzubauen. Trotz des eleganten, bildhaften Schreibstils konnte mich die Auflösung letztlich nicht überzeugen.

Ein echtes Highlight der Anthologie ist „Der Herr des Hauses“ von Stuart Turton. Im Zentrum steht ein emotional distanzierter Vater, der sich einer übernatürlichen Prüfung stellen muss. Dabei erkennt er, was sein Sohn ihm wirklich bedeutet. Die Grundidee erinnert zwar an Ebenezer Scrooge, doch Turton verleiht dem Motiv eine ganz eigene, eindringliche Note. Die Geschichte ist zugleich wunderschön und schmerzhaft, voller leiser Traurigkeit und einer Hoffnung, die sich mutig ihren Weg bahnt. Sie hat mich sehr berührt.

Unangenehm, aber wirkungsvoll ist „Doppelter Faden“ von Imogen Hermes Gowar. Die Protagonistin ist arrogant und behandelt ihre neue Zofe Landry mit offener Herablassung. Diese Giftigkeit durchzieht die gesamte Erzählung und schafft eine beklemmende Atmosphäre. Die Eskalation der Ereignisse ist zwar absehbar, wirkt jedoch konsequent und passend. Ein furchtbarer Charakter, aber eine packende Geschichte über Schuld und Sühne.

Besonders einprägsam blieb mir „Die Salzwunder“ von Natasha Pulley im Gedächtnis. Ein Pfarrer reist auf eine abgelegene Insel, um angebliche Wunder zu untersuchen. Das Eiland scheint fast vollständig aus Salz zu bestehen. Die Beschreibungen eines verlassenen Dorfes und die starke religiöse Symbolik erzeugen eine enorm angespannte Grundstimmung. Auch wenn ich am Ende über einen kleinen Logikfehler gestolpert bin, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Den Abschluss bildet „Verbannt“ von Elizabeth Macneal. Im Mittelpunkt steht ein rachsüchtiger Geist, der ausgetrieben werden soll, doch hinter der übernatürlichen Fassade verbirgt sich das düstere Geheimnis einer Ehe. Dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, wie man im Nachwort erfährt, verleiht ihr eine zusätzliche, erschreckende Intensität.

„Gruselige Stunden“ ist eine abwechslungsreiche Anthologie, die genau das hält, was sie verspricht. Nicht jede Geschichte konnte mich gleichermaßen fesseln, doch die Sammlung überzeugt durch ihre atmosphärische Vielfalt. Alle, die in der Winter- und Weihnachtszeit lieber eine Gänsehaut als eine warme Decke suchen, hüllt dieses Buch in sanft klirrendes Gruseln ein.
Profile Image for Karina.
235 reviews2 followers
December 20, 2025
'Gruselige Stunden' ist der dritte Band der Schaurige-Geschichten-Reihe aus dem Dumont Verlag - und was soll ich sagen: davon bitte gern jedes Jahr einen neuen Band. 😍
Schon der erste Teil hatte mir gut gefallen, der zweite wartet noch auf mich, und auch dieser Band konnte mich wieder bestens unterhalten.

Sechs Autor*innen,  sechs unheimliche Kurzgeschichten, die wie gemacht sind für die dunkle Jahreszeit. Die Vielfalt der Geschichten sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt: ein kleines Waisenmädchen wird für düstere Zwecke benötigt, ein gefühlskalter Vater wird von schrecklichen Ereignissen von Raum zu Raum gehetzt, auf einer Insel verschwinden Pilger auf geheimnisvolle Weise -  und meine persönliche Lieblingsgeschichte 'Doppelter Faden' erzählt von der stillen, aber wirkungsvollen Rache eines Dienstmädchens.

Wer Freude an atmosphärischen Gruselgeschichten hat, sollte zu diesem wunderbar kurzweiligen Buch greifen - Enttäuschung ist hier kaum zu erwarten.
Profile Image for WildesKopfkino .
732 reviews7 followers
November 22, 2025
Schon beim ersten Frost legt sich ein dichter Schleier über diese Sammlung — und sofort wird das Lesen zur kleinen Flucht in eine Welt aus Dunst, Kerzenlicht und alten Geheimnissen. Jede der sechs Erzählungen ist wie ein Fenster in eine andere Kälte: das schummrige London des 19. Jahrhunderts, das feuchte Heulen der See, das echohafte Kloster am Gardasee. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie sich der Atem verlangsamte, während die Bilder und Gerüche — Clementinen, Portwein, Austernsuppe — die Szenerien ausmalten und das Gruseln behutsam an die Haut klopfte.

Die Sprache der Übersetzung sitzt: Sibylle Schmidt findet einen elegischen Ton, der die feine Textur der Originale bewahrt und zugleich stimmig ins Deutsche fließt. Das Unheimliche entsteht hier nicht aus Schockeffekten, sondern aus einer langsamen Verdichtung von Atmosphäre; ein Knistern, das erst nach und nach hörbar wird. Genau diese Zurückhaltung ist für viele die Stärke des Bandes, für andere vielleicht ein Manko — wer klare Auflösungen liebt, könnte hier etwas ratlos zurückbleiben.

Für mich aber war es ein wohliges, erzählerisches Frösteln: perfekte Lektüre für lange Abende, wenn draußen der Wind an die Fenster schlägt und drinnen nur das Feuer flackert. Ein Band, der nachklingt und zu später Stunde noch Gedanken traut.
137 reviews1 follower
December 14, 2025




Sechs gruselige Weihnachtsgeschichten

"Gruselige Stunden”, erschienen im DuMont Verlag, versammelt sechs winterliche Schauergeschichten namhafter Autoren. Den Auftakt macht Kiran Millwood Hargrave mit “Wirt”: Die Waise Mary lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Abel im Elendsviertel Jacob’s Island - doch als ein wohlhabender Mann in der Unterkunft der beiden auftaucht und Mary ein besseres Leben verspricht, scheint das ärmliche Leben ein Ende zu finden. Mary ahnt allerdings nicht, worum es dem Mann wirklich geht… “Wirt” ist eine atmosphärisch düstere Erzählung, die spannungstechnisch geschickt aufgebaut ist, da sich Hintergründe erst nach und nach entfalten; zudem findet sich eine schöne Portion Tragik. Die Grundidee, die sich bereits im Titel offenbart, ist zwar eher konventionell, trotzdem ist “Wirt” eine durchaus lesenswerte, unterhaltsame Erzählung. Es folgt “Inferno” von Laura Shepherd-Robinson, das im Italien des 18. Jahrhunderts spielt. Jasper Godolphin, ein undurchsichtiger Protagonist, sucht Zuflucht in einem auf einer Insel gelegenen ehemaligen Kloster. Dort erwartet ihn allerdings nicht - wie abgesprochen - sein bester Freund, sondern die Eigentümerin des Gebäudes und deren Diener. “Inferno” war für mich ein Highlight des Bandes: Die Bewohner des ehemaligen Klosters sind verschroben, irgendwie merkwürdig, ohne dass man dies (zu Beginn) direkt greifen könnte, sodass dichte Mystery-Vibes entstehen. Durchdacht werden Brotkrumen gelegt, die auf das Geheimnis des ehemaligen Klosters hinweisen, sodass eine schöne Spannungskurve entsteht - was es mit dem Kloster auf sich hat, wird stimmig aufgelöst. Sehr hat mir auch die folgende Erzählung “Der Herr des Hauses” (Stuart Turton) gefallen. Henry Carrow, alleinerziehender Vater, lebt gemeinsam mit seinem Sohn Thomas, dem er streng und gefühlskalt begegnet, in einem Herrenhaus. Dort erscheint eines Weihnachtstages ein Monsterwesen und nimmt Thomas mit sich; um Thomas zu retten, muss Henry in eine Anderswelt reisen. Erinnernd an Charles Dickens “A Christmas Carol” sieht Henry dort die zukünftigen Weihnachten von Thomas, die dieser nach einer Adoption erlebt. Turton gelingt hier eine einzigartige Mischung aus Horror und - mit den Beschreibungen der zukünftigen Weihnachtsfeste - Heimeligkeit; zudem findet sich am Ende der Handlung eine schöne Botschaft. Wirklich eine rundum gelungene Weihnachtserzählung! Leiser kommt Imogen Hermes Gowars “Doppelter Faden” daher: Im Fokus steht hier die Beziehung einer lebhaft arrogant dargestellten Gesellschaftsdame und ihrer Zofe; der Horror ist hier eher menschlicher Natur. Stark ist auch “Die Salzwunder” von Natasha Pulley: Flint, ein Priester, reist auf eine Insel, auf der sich derzeit Pilger aufhalten. Wunder tragen sich dort zu, doch gleichzeitig verschwinden einzelne Pilger - so wie die ursprünglichen Bewohner der Insel - spurlos, was Flint untersuchen soll. Die Geschichte besitzt eine hohe Spannungskurve, eine überraschende Auflösung sowie einen Twist am Ende. Zudem finden sich durch das spurlose Verschwinden der Pilger/Bewohner schöne Mystery-Vibes. Den Abschluss der Sammlung bildet “Verbannt” von Elizabeth Macneal. Ein Medium soll den rachedürstigen Geist von Rachel Erskine vertreiben - so will es der heimgesuchte Ehemann. Doch als das Medium Rachel Erskine beschwört, offenbart diese die Wahrheit über ihren Tod… “Verbannt” wird ebenfalls sehr atmosphärisch erzählt; besonders interessant ist, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Insgesamt ist “Gruselige Stunden” eine abwechslungsreiche Gothic-Wintergeschichten-Sammlung; die einzelnen Geschichten sind inhaltlich mal stärker, mal schwächer, aber alle sind unheimlich atmosphärisch erzählt.
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