Können wir anders und offen über den Tod und das Sterben sprechen? Wie können wir mit Schmerz umgehen und in Trauer füreinander da sein? Was passiert mit einem Körper, wenn er gerade stirbt, und warum ist die Redewendung „im Tod sind alle gleich“ ein so großes Missverständnis? In diesem außergewöhnlich illustrierten Buch schaffen Luisa Stömer und Eva Wünsch einen neuen Zugang in ein für viele schweres, tabuisiertes Thema: Obwohl das Sterben und der Tod zu den fundamentalsten menschlichen Erfahrungen gehören, haben wir beides heute weitgehend aus unserem alltäglichen Leben verdrängt – gestorben wird zu oft allein und in der Trauer werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. „Schwellenangst“ leistet einen wichtigen Beitrag dazu, wie ein Gespräch über die Endlichkeit gelingen kann. Die Autorinnen sensibilisieren für die verschiedenen Bereiche, die mit dem Tod in Verbindung stehen: von biologischen Prozessen des Sterbens, der Auflösung eines Körpers, bürokratischen Hürden und Schlupflöchern über Trauer, die sich allen Phasenmodellen entzieht, und Wachstumsschmerzen bis hin zu unkonventionellen Bestattungen und gesellschaftlichen Ungleichheiten, die über den Tod hinausreichen. Der Tod ist und bleibt beunruhigend, aber die Beschäftigung damit sorgt für Orientierung, schärft die Wahrnehmung füreinander und lässt uns neu bewerten, was wirklich wichtig ist.
Ein wunderschönes Buch, viele schöne Anekdoten aber auch sehr informativ und gut aufbereitet. Geht sehr sensibel, einfach und empathisch mit allem rund um Sterben, Tod und Trauer um. Einfach schön gemacht, sehr schöne Gestaltung und Aufbereitung. Nicht nur für Betroffene sondern auch alle anderen ein schönes und achtsames Buch um sich mit diesen Themen zu beschäftigen!
Ein wunderschön gestaltetes und hochinformatives Gesamtkunstwerk über Sterben, Tod und Trauer und einen transparenten, aufgeklärten Umgang mit dem unvermeidlichen Ende unserer Leben.
Die Bestatterin Caitlin Doughty und The Order of the Good Death setzen sich in den USA seit Jahren für eine tabulose, offene Auseinandersetzung mit dem wohl natürlichsten Bestandteil des Lebens ein. Ihr Death-Positivity-Manifest ist auch Teil dieses großformatigen Buches des Autorinnen- und Illustratorinnenteams Luisa Stömer und Eva Wünsch.
Neben sehr unmittelbaren und berührenden Wortmeldungen von Menschen unterschiedlichen Alters zu ihren persönlichen Erfahrungen versammelt „Schwellenangst“ interessante und aufklärende Texte zur deutschen Sepulkralkultur mit ihren zunehmenden Leerstellen durch den Rückgang christlicher Gepflogenheiten, zum Tod als Resultat und Weiterführung von Ungleichheitsstrukturen sowie praktisches Wissen zum Ablauf des Sterbens. Es ist gut und wichtig, endlich ein zugängliches Buch zu haben, das sich auf deutsche Gepflogenheiten und deutsches Recht konzentriert, zum Beispiel, was assistierten Suizid und Bestattung angeht.
„Das Tabu zeigt sich da, wo Gespräche über das Sterben unmöglich erscheinen, als würden sie das Selbstverständnis der anderen ins Wanken bringen. Das Selbstverständnis einer Mehrheit, die sich über etwas erhaben fühlt, über das man sich nicht erheben kann.“
Ein Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand geben möchte. Allein die Gestaltung mit den farbigen und kontrastreichen Gemälden bzw. Illustrationen, in denen man immer wieder den Tod, Trauerrituale und Verbundenheit zwischen Menschen 'hineinsieht', macht diesen Band so eindrücklich. Es werden immer wieder kleine Geschichten und assoziative Erinnerungen von persönlichen Erfahrungen eingeschoben. Diese liegen zwischen den vielen informativen und soziologisch-analysierenden Kapiteln zu Themen wie Bestattungen, Suizid, Seelenvorstellungen und Sepulkralkultur. Für mich war es die perfekte Nachbereitung meines Palliativseminars, sowie ein Anlass über eigene Erfahrungen mit Tod, Sterben und Trauer intensiv nachzudenken und durch die hinzugewonnenen Perspektiven darüber ins Gespräch zu kommen.
Diese wunderschöne Buch vereint einfach alles. Interesannte und informative Texte, die alle Themen rund um Sterben, Tod und Trauer beleuchten, Einschübe mit persönlichen Erfahrungen von ganz unterschiedlichen Menschen und wunderschöne Illustrationen, die man sich am liebsten direkt in die Wohnung hängen möchte.
Die Autorinnen schaffen es dabei perfekt die aktuelle in Deutschland übelichen Traditionen und Riten zu erklären und gleichzeitig Alternativen aus anderen Kulturen und neuere Entwicklungen aufzuzeigen, diese einzuordnen ohne zu wertend zu werden.
Die persönlichen Erfahrungsberichte zwischendurch, lösen dieses Buch wunderbar auf und verwandeln das ganze von einem Sachbuch ein viel umfassenderes Werk, das die emotionale Tiefe dieses Themas damit perfekt einfängt. Die Erfahrungsberichte reichen davei von traurig bis komisch und bilden dabei gut alle Emotionen ab, die auch das Leben und Sterben ausmachen.
Ich habe mich lange nicht mehr so abgeholt gefühlt von einem Buch und wünschte, das hätte es schon früher gegeben. Uneingeschränkt Leseempfehlung vor allem für Betroffene, aber auch für alle anderen, denn das Thema Tod begegnet uns immer wieder im Leben und findete trotzdem zu wenig in unserer Gesellschaft statt.