Psychotherapeuten begegnen zunehmend Patienten mit Identitä - jüngeren, deren Identität noch nicht entwickelt ist oder - älteren, deren bislang stabile Identität durch den Verlust ihrer Arbeitsstelle oder durch die Trennung von ihrem Partner verloren gegangen ist, und die sich neue Identitätsentwürfe erarbeiten müssen. War früher die Wiederherstellung der Autonomie eines Patienten das vordringliche Therapieziel, so rückt heute verstärkt die Identitätsarbeit in den Vordergrund; dies bedeutet konkret, dass nicht (mehr) zusammenhängende Identitätsfragmente wieder zusammengefügt werden müssen. Die Zahl der Fälle dieser »Identitätsdiffusion« nimmt gegenwärtig zu, da sich Familie und Arbeitswelt – die eigentlichen Ankerpunkte für eine solide Identitätsausbildung – im Umbruch befinden und ihre althergebrachten Funktionen immer seltener erfüllen. Die Autorin analysiert diese Entwicklungen und ihre Ursachen und beschreibt, wie die therapeutischen Konsequenzen aussehen können. Aus dem - Lebensphasen und Identitätsentwicklung (Überblick über den gesamten Lebenslauf) - Entwicklung und Identität (besonders Kindes- und Jugendalter) - Identität und Beziehung ( Frauen, die sich über die Beziehung zu ihrem Partner identifizieren) - Identität, Geschlecht, Migration (Warum beispielsweise viele Migranten Probleme haben, ihre ausländische Identität um deutsche Anteile zu erweitern; Geschlechtsidentitäten, z. B. Männer in Frauenkörpern und umgekehrt) - Identität und neue Medien (angenommene Identitäten in sozialen Netzwerken) - Konsequenzen für die Therapie - Erfahrene und renommierte Autorin - Neue therapeutische Antworten Dieses Buch richtet sich - Alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, vor allem tiefenpsychologisch/ psychodynamisch orientierte - Kinder- und Jugendlichentherapeuten - EntwicklungspsychologInnen
Ersteinmal bin ich begeistert, dass ich eins meiner vielen angelesenen Fachbücher zu Ende gelesen habe. Das Buch behandelt einen spezifischen Punkt der psychischen Schwierigkeiten, Identitätsprobleme. Genau deswegen habe ich es ausgesucht und habe Einordnung und Wissen gefunden. Diese Schwierigkeiten nehmen zu, das dekt sich mit meiner Erfahrung und auch die letzten Kapitel zu der Identität als psychoanalytisch arbeitende Therapeutin fand ich hilfreich und spannend. Die Haltung zu Geschlecht und Geschlechtern fand ich an einigen Punkten altbacken, manchmal um Moderne bemüht aber doch auch immer wieder zum Kopfschütteln. Da kenne ich vielschichtigere Erläuterungen. Insgesamt bin ich froh es gelesen zu haben.