Ich wohne schon soo lange im Exil, dass ich von mir ebenfalls behaupten würde "Ich bin kein Berliner".
Das dachte ich zumindest, bis ich dieses Buch gelesen habe. Bei den ganzen kleinen Spitzen, die Kaminer in diesem Buch gegen die West-Berliner abgelassen hat, habe ich gemerkt, dass ich wohl doch noch nicht über Berlin hinweg bin. Ich habe nämlich innerlich fast jedes Mal gezuckt und mich geärgert. ;)
Unter anderem deshalb gibt es auch nur zwei Sterne von mir, auch wenn Kaminer es sicherlich versteht seine Pointen gut zu platzieren und seine 33 Kurzgeschichten leicht und flüssig zu lesen sind.
Als Reiseführer würde ich das Buch definitiv keinem Touristen empfehlen, trotz der umfangreichen Tippsammlung am Ende des Buches. Für Fans von Kaminer ist es wohl eher das Richtige, denn der Leser erfährt wieder eine Menge über sein Leben, seine Arbeit und seine Familie. Was diese Informationen in einem Reiseführer zu suchen haben? Das hab ich auch nicht so wirklich verstanden.
Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Titel aus einer Schnapslaune heraus entstanden ist. "33 Kurzgeschichten" hätte sich vermutlich einfach nicht so gut verkaufen lassen.