"So hielt ein Auto nach dem anderen, und Kisch bereitete mit großer Lust sein exklusives Wissen über die Verfehlungen der feinen Prager Gesellschaft aus."
Auf einem Schiff feiert alles was Rang und Namen hat an einem Maiabend in Prag. Dabei ist natürlich auch Journalist Kisch, gerade vom journalistischen Fronteinsatz zurück und schon auf der Jagd nach der nächsten Geschichte. Die hat er schnell gefunden: Denn in den Morgenstunden wird der Schaufelraddampfer brennend auf der Moldau gesichtet und nach den Löscharbeiten findet sich eine Leiche an Board. Ein belgischer Diplomat ist in den Flammen ums Leben gekommen. Oder hat da jemand nachgeholfen? Kisch und sein Team bei der Zeitung nehmen erneut die Ermittlungen auf.
Für Fans von historischen Kriminalromanen ist auch "Die Feuer von Prag" ein guter Tipp. Der zweite Band der Krimireihe von Martin Becker und Tabea Soergel ist gut recherchiert. Nicht nur Großereignisse vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges (Thronfolger Franz Ferdinand wird gleich mehrmals thematisiert), sondern auch Straßenkarten und die Zusammensetzung der Bevölkerung Prags sind genau nachgezeichnet. Die geschichtliche Detailliebe hat aber auch dazu geführt, dass sich dieser Krimi für mich manchmal mühsam angefühlt hat. Ränge, Abzeichen, Dienstgrade und Frontlinien spielen eine große Rolle für die Handlung. All das sind Themen, mit denen ich mich nicht gut auskenne, und alles im Kopf zu behalten, fiel manchmal schwer. So dachte ich stellenweise, es ginge um zwei Personen, obwohl nur eine gemeint war. Davon abgesehen ist "Die Feuer von Prag" aber ein unterhaltsamer Kriminalroman.