Ausgehend von den allbekannten Ärgerlichkeiten der Konsumgesellschaft wie etwa der geplanten Obsoleszenz oder den servicefeindlichen Service-Hotlines holt Yoran aus zu einer sehr grundlegenden Kritik an der Konsumgesellschaft. Die persönliche Involviertheit des Autors schafft dabei manchen Wiedererkennungseffekt: Wer hing noch nie stundenlang in irgendeiner Telefon-Warteschleife, hat noch nie tagelang Internet-Recherche für die Bauanleitung eines nicht mehr hergestellten Produkts betrieben, ist noch nie an der Komplexität eines neuen Elektrogeräts verzweifelt, dessen Vorgänger mit zwei bis drei Knöpfen noch bestens funktioniert hat? „Verkrempekung“ bezeichnet dabei einerseits den Überfluss an Produkten bei gleichzeitiger Minderleistung der Produkte selbst: Es gibt immer mehr Zeug, das immer schlechter funktioniert, immer weniger den Bedürfnissen des Konsumenten entspricht. Damit dekonstruiert Yoran das Dogma von der stetigen Fortschrittlichkeit der Konsumgesellschaft. Indem er die dahinterstehenden Marketingüberlegungen und globalen Wirtschaftszusammenhänge offenlegt, übt er fundamentale Kapitalismuskritik, die schließlich in die altbekannten Dilemmata mündet: Die Wirtschaft braucht Wachstum, deshalb ist nachhaltiger Konsum gar nicht gewollt, Überkonsum ist unethisch, aber zum Erhalt des Kapitalismus unverzichtbar. Das als Fazit eines teilweise sehr originellen Buches, das vielleicht im gedanklichen Aufbau etwas mehr Struktur vertragen hätte, war dann im Endeffekt etwas enttäuschend.