Was an dem Abend, an dem der Junge erschossen wurde, genau passiert ist, kann keiner mehr sagen. War es Notwehr? Wo ist die Waffe des Jungen? Und warum kann sich keiner mehr an etwas erinnern? Fallner muss einfach mal raus aus München. Weg von dem toten Jungen, der ihn permanent in seinen Gedanken verfolgt. Es beginnt eine ziellose Reise durch Deutschland. Franz Dobler schafft es mit einem ihm eigenen Sound, das Porträt eines Polizisten im Zug nach nirgendwo zu zeichnen. Spannend, humorvoll und angenehm unangestrengt.
Wer Schimanski mag, wird Kommissar Fallner lieben! Und wer schon einmal mit der Deutschen Bahn unterwegs war, sowieso! Kriminalhauptkommissar Fallner ist nicht der zimperliche Typ, er mag keine halben Sachen, sein Wesen ist eher ungehobelt, seine Sprache ist roh, lakonisch, hartgesotten – er ist der Schimanski von München. Aber nun hat ihn etwas völlig aus der Bahn geworfen – beziehungsweise in die Bahn. Fallner hat bei einem Einsatz einen jungen Kriminellen erschossen. Jetzt ist er dienstunfähig. Was an dem Abend, an dem der Junge erschossen wurde, genau passiert ist, kann keiner mehr sagen. War es Notwehr? Wo ist die Waffe des Jungen? Fallner nimmt den Rat seiner Therapeutin an und verwirklicht seinen Jugendtraum, mit einer Bahncard100 so lange Zug fahren, wie er Lust hat. Es beginnt eine ziellose Reise durch Deutschland. Auf seiner Reise lernt Fallner nette, charmante, nervige, nervtötende und bemitleidenswerte Typen kennen, die sich an Bahnhöfen, in Zugabteilen und dem Bordrestaurant herumtreiben. Ein Kolorit an „Bahntypen“ wie aus dem Lehrbuch. Oder eben der letzten Bahnfahrt. Aber auch hier bleibt der „Bulle“ nicht lange verschont. Eine Mordserie zieht sich durch Deutschland und Fallner soll den Mörder dingfest machen. Es scheint fast, als würde der Mörder Fallner verfolgen, ist ihm aber stets einen Schritt – oder eine Bahnstation – voraus. Franz Dobler hat seinen ganz eigenen Sound, er schreibt wie sein Kommissar spricht – schnell, derb und messerscharf.
es gibt bücher, die gefallen mir überhaupt nicht, und es gibt rezensenten, die stehen gerade darauf. das scheint hier der fall zu sein. die geschichte vim kommissar, dem vorgeworfen wird, einen jungen umgebracht zu haben und der von seinem besten freund und seiner frau gelegt wird, hat mich nicht begeistert, die buchkritik schon.