Drei Südtiroler durchquerten 1983 als erste Menschen Grönland ohne Schlittenhunde und externe Hilfsmittel. Die spektakuläre Durchquerung wird in Köhlmeiers Roman zu einem aberwitzigen Psychodrama, da vom ersten Tag an Streit zwischen den drei Bergsteigern herrscht. Obwohl so zerstritten, dass zwei von ihnen während der 88 Tage kein Wort miteinander wechseln, bewältigen sie die zuvor nicht für möglich gehaltene Route.
Michael Johannes Maria Köhlmeier ist ein österreichischer Schriftsteller, Musiker und Moderator. Er lebt als freier Schriftsteller in Hohenems und Wien.
"Der Roman einer spektakulären Grönlandexpedition."
Das war nicht mein Buch. Leider. Ich wollte bei diesem Buch mehr über die Grönlandexpedition von Thomaseth, Peroni und Schrott erfahren. Die Bücher von Robert Peroni habe ich alle schon gelesen und ich hatte das Glück ihn 2019 in Ostgrönland besuchen zu können. Dort haben wir auch persönlich über die Expedition gesprochen. Dieser Roman von Michael Köhlmeier ist jedoch zweigeteilt: Ein Teil beschäftigt sich mit der Grönlandexpedition. Allerdings auf einer fiktionalen Ebene mit wahrem Hintergrund. Packend hirbei war die Schilderung der Grönlandexpedition aus drei verschiedenen Blickwinkeln. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Der andere Teil enttäuscht mit Längen, kuriosen Anekdoten und Abschweifungen. Der Ich-Erzähler beschreibt hier Schlüsselerlebnisse im Entstehen der Beziehung zu seiner späteren Ehegattin.
Der Teil der sich tatsächlich um die Expedition drehte, hätte 4 Sterne verdient. Die privaten Geschichten des Icherzählers stören den Lesefluss und sind gänzlich uninteressant.
Neben kurzen Streiflichtern auf die 80er-Jahre in Österreich und unmittelbarer Umgebung ein psychologisches Konstrukt, wie ein Miteinander-Auskommen von drei ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten in einer Extremsituation (Grönlanddurchquerung zu Fuß) aussehen könnte. Interessant, ganz eigener Erzählstil.