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Abschied

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Raimund ist verliebt. Ungeheuer verliebt. Nur für ein paar Tage ist er aus dem dumpfen Deutschland von 1932 nach Paris gereist. Jetzt naht bereits sein Abschied von der herrlichen Teddy, die mit all ihrem Esprit dorthin ausgewandert ist. Umschwärmt wird sie von etlichen in Paris gestrandeten Gentlemen, gegen die Raimund sich behaupten muss. Als wolle er alles für immer festhalten, versucht er, die französische Freiheit mit Teddy zu genießen. Wenn er die Zukunft doch aufhalten könnte!

Jede Zeit hat ihre großen Romane. Dieser hier wurde nie veröffentlicht. 1932 auf der Schwelle zur NS-Herrschaft verfasst, besteht Sebastian Haffners Abschied einmalig gewitzt und rasant auf Weltläufigkeit, Liebe und Überschwang. Für unsere Gegenwart ist er ein Ereignis.

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Published June 3, 2025

35 people are currently reading
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About the author

Sebastian Haffner

37 books173 followers
Sebastian Haffner (the pseudonym for Raimund Pretzel) was a German journalist and author whose focus was the history of the German Reich (1871-1945). His books dealt with the origins and course of the First World War, the failure of the Weimar Republic and the subsequent rise and fall of Nazi Germany under Hitler.

In 1938 he emigrated from Nazi Germany with his Jewish fiancée to London, hardly able to speak English but becoming rapidly proficient in the language. He adopted the pseudonym Sebastian Haffner so that his family back in Germany would not be endangered by his writing.

Haffner wrote for the London Sunday newspaper, The Observer, and then became its editor-in-chief. In 1954, he became its German correspondent in Berlin, a position which he kept until the building of the Berlin Wall.

He wrote for the German newspaper, Die Welt, until 1962, and then until 1975 was a columnist for the Stern magazine. Haffner was a frequent guest on the television show Internationaler Frühschoppen and had his own television program on the German channel, Sender Freies Berlin.

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59 (17%)
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140 (41%)
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104 (31%)
2 stars
26 (7%)
1 star
6 (1%)
Displaying 1 - 30 of 42 reviews
Profile Image for Alexander Carmele.
479 reviews449 followers
June 14, 2025
Referendar und Langeweiler in Pariser Bohème verliert die Frau, die er liebt.

Inhalt: 2/5 Sterne (Mann besessen von Frau, die es nicht ist)
Form: 1/5 Sterne (ungeformt, roh)
Erzählstimme: 2/5 Sterne (unreflektiert)
Komposition: 4/5 Sterne (Tunnelblick, sehr rasant)
Leseerlebnis: 3/5 Sterne (Zeitreise, etwas gruselig)

Sebastian Haffner wurde vor allem durch seine journalistischen und historischen Arbeiten bekannt. Seine Anmerkungen zu Hitler prägten die späten 1970er und frühen 1980er Jahre rundum das Thema Vergangenheitsaufarbeitung. Nach eigenen Aussagen hat Haffner aber, insbesondere in der Früherwachsenenzeit, von einer literarischen Karriere geträumt, von einem Leben als Künstler und nicht als Jura-Referendar. In Der Abschied, das postum veröffentlicht wurde, und in keiner Fassung letzter Hand vorliegt, verarbeitet er das Aufgeben eines Bohème-Lebens anhand einer Paris Liebesgeschichte zwischen dem Ich-Erzähler Raimund Pretzel (Haffners bürgerlicher Name) und einer gewissen (rehäugigen?) Teddy:

Ich war furchtbar verliebt in sie und furchtbar böse auf sie und sehr verbockt und innerlich kaputt, und eigentlich war es zum Heulen, aber noch mehr war alles gleichgültig, und morgen Abend war ja sowieso alles vorbei. Und wir fuhren und fuhren, und jetzt hatten wir schon wieder den Glanz und Trubel der Boulevards um uns, und als wir um eine Ecke bogen, sah ich plötzlich, ganz unwahrscheinlich nahe und herrlich stolz, die Vendômesäule ragen. Dann fuhren wir wieder durch unbekannte Straßen, schweigend, sehr schnell und sehr unwirklich flog rechts und links alles vorbei, alles war so unendlich überflüssig und umsonst, und inzwischen schwoll übrigens vorn die Taxe fantastisch an, und ich hatte gar nicht mehr viel Geld. Dies aber war noch der schöne Teil des heutigen Tages, denn nachher musste Teddy fort, sie hatte eine Einladung, und dann würde ich allein sein.

Von Teddy wird kaum etwas berichtet, außer dass sie viel zu wenig isst, viel zu kalt angezogen ist, viel zu müde ist, sich viel zu sehr auslaugt, und ja, im Grunde ihren Schutzherrn Raimund benötigte, aber sich leider anderweitig umblickt und umsorgen lässt. Selbst die Mitgliedskarte des amerikanischen Studentinneninstitut, die ihr Raimund finanzieren will, schlägt sie aus, obwohl diese sie krankenversichern würde. Mit all diesem Krimskrams und Birnen und Bananen und Geldsorgen vollgestopft werden knapp 28 Stunden in Echtzeit berichtet. Interessanterweise mischen sich viele Sprachen, viele Figuren, viele überlappende Handlungsstränge und Persönlichkeiten, die jedoch inhaltlich divergent und sprachlich ungeformt bleiben:

»Von hier aus hast du sie glaub ich am schönsten«, sagte Teddy und führte mich um sie herum wie eine Kuppelmutter. Ich sah die Venus von Milo an; man hatte ihr übel mitgespielt, hatte ihr die Arme abgehauen und sie als Zigarettenspitze benutzt.
»Findest du sie nicht schön?«, sagte Teddy.
»Ich weiß nicht«, sagte ich. »Schon. Ich find dich schöner.«


Der Roman, der etwas weniger als 200 Seiten umfasst, wurde von Haffner nie zur Publikation freigegeben. Er stellt tatsächlich mehr ein biographisches Zeugnis dar, eine sentimental-unzulängliche Reise in die Vergangenheit, eine Traumabewältigung wie das Tagebuch eines Abschieds, der niemals überwunden werden konnte. Der Ich-Erzähler will nicht zurück nach Berlin. Er will sich nicht von Teddy trennen. Es bricht ihm das Herz. All das kommt in dem Text schmalzig ungeschönt rüber und nimmt einen sogar mit. Seine kindlich-infantile Art, sie schützen zu wollen, stellt das Buch mit all den Tiervergleichen gekonnt neben Steffen Kopetzkys Monschau und Heinrich Bölls Ansichten eines Clowns . Hier meldet sich in der Tat eine untergegangene Welt, wie eine Stimme aus dem Off, und hat etwas Gruseliges, nicht Uninteressantes, an sich.

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Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich):
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Inhalt:
●Hauptfigur(en): Raimund Pretzel (R), Mitte 20, Rechtsreferendar; Teddy (T), die Geliebte, studiert in Paris. In Paris. Anfang der 1930er.
●Charaktere: ziemlich flach, kaum Konturen
●Zusammenfassung/Inhaltsangabe:
… Sonnabendnachmittag um fünf Uhr, Verabredung mit T, Versuch ihr eine Mitgliedskarte für das amerikanische Studentinneninstitut zu erwerben. Scheitert, erst am Montag wieder. Kauf von Geschenken in der Galerie Lafayette. Zurück im Zimmer. Später kommt T mit Fräulein Gault (G) und Horrwitz (H) und Franz Fischauer (F), auf den R eifersüchtig ist. Andrews (A) geht sie abholen, R bleibt im Zimmer und liest Huxley „Counter Point“. Erinnerung an Rheinsberg, Berlin mit Teddy. Sie kamen zusammen am 1. September 1930. Gegen zwölf besucht ihn T wieder. Sie diskutieren über indischen und chinesischen Tee. Sie verabschiedet sich. R geht schlafen
Sonntag … R wird von F geweckt, der seine Hose bei einem Trinkgelage verloren hat und eine Hose benötigt. Erinnerung an Freitag, Wiener Gesandtschaft, als R aus Eifersucht den Ballsaal verlassen, Fräulein Gault brüskiert und T zurückgelassen hat. F soll die Hose vor zwölf Uhr wiederbringen. R muss das Zimmer verlassen, die Abreise steht am Abend bevor. Er klopft bei T an, die noch schläft. R geht hinunter, zieht chinesische Essstäbchen, die H für T gestohlen hat. Er geht frühstücken, allein, denkt an die letzten acht, bis zehn Tage. Holt T ab. Sie planen den Tag. R fängt an zu packen in seinem Zimmer. F bringt Hose zurück. Auch H stößt zu ihnen. R verteilt Obst, dann bringen sie das Gepäck in das Zimmer von T. Sie gehen ins Chinarestaurant am Boulevard St. Michel. Reden über Li-Tai-Po. Streit mit H, wer Ts Rechnung zahlt. H und F verabschieden sich. Spaziergang an der Seine, Bouquinisten. Sie besuchen den Louvre, die Venus von Milo. Gespräch über Grecos und Cimabue (Cenni di Pepo). Es ist fünf vor drei, als sie sich ausruhen. Betrachten den Pfeifer von Manet. Danach Spaziergang durchs Quartier Latin. Viertel fünf. Sie essen Kastanien. Gehen zum Trocadéro. Fahren hoch auf den Eiffelturm, erstes Geschoss. T will nicht zurück nach Berlin. Sie hat Angst vor dieser Stadt. Sie essen im Buffet auf dem Eiffelturm. T hat eine Verabredung mit einem Mann, der sie für eine Übersetzung bezahlt, um sechs Uhr. Sie kommen zu spät ins Hotel. Der Besuch war aber noch nicht da. Seltsame Unterhaltung mit dem Alten über Emile Jannings, Werner Krauss. R verzweifelt, T verlassen zu müssen. Der Alte geht, Franz kommt. F will sie einspannen, für ihn ins Kolleg zu gehen. Verlässt sie wieder um halb acht. Sie zählen das Geld, das er übrig hat, für das Abendessen und für das Taxi zum Gare du Nord, und für das Trinkgeld des Portiers Henry, mindestens 20 Francs. Sie tauschen Zärtlichkeiten aus. Die Nachbarin spielt laut ihr Grammophon, einen englischen Walzer. Sie gehen ins Viennos. Essen dort Borschtsch. Andrews überrascht sie, in Begleitung mit seinem Chef. Um viertel zehn verabschieden sie sich. A will seinen Chef wegbringen, und ihnen dann einen Lift zum Gare du Nord geben, um halb zehn. Sie gehen zurück ins Hotel. Springen ins Bett, über den Rand der Welt. Danach wird R melancholisch. A holt sie ab. Der Chef noch dabei. Am Gare du Nord fährt dieser weiter im Taxi zum Moulin Rouge. A gibt ihnen Zeit zum Abschied. Sie gehen den Bahnsteig hoch und runter. Er steigt in das Eisenbahnabteil, reicht durchs Fenster, Fingerspitzen an Fingerspitzen, fährt der Zug ab.
●Kurzfassung: Raimund Pretzel erlebt 1931 den letzten Tag in Paris mit seiner Geliebten Teddy und zählt die Stunden und Minuten, bevor er zurück nach Berlin muss, um nach 14 Tagen Paris-Urlaub wieder seine Arbeit als Referendar aufzunehmen. Der Abschied fällt schwer.
●Ereignisse/Szenen: Abschied am Bahnhof, am Gare du Nord, am Ende.
●Diskurs: Geld, Auslandsreise, Melancholie, Sentimentalität, Leben der Studenten in Paris.
… altbackene Eifersuchtsgeschichte um Teddy, die allen den Kopf verdreht, die der Ich-Erzähler für 14 Tage in Paris besucht. Er fühlt sich abgehängt, fühlt sich bedroht, liebt sie, aber vermag sie nicht gehen zu lassen, will sie zurück nach Berlin ziehen, wohin sie aber nicht will. Basiert auf der wahren Geschichte von Sebastian Haffner, alias Raimund Pretzel und Gertrude Björklund, wie das Nachwort sagt. Sie blieben im Kontakt. Die Dialoge sind einfallslos, wirken fast eingesprochen, aufgenommen, wie ein Transkript. Die Dramaturgie jedoch zieht. Protagonist die vergehende Zeit, die ihn bedroht. Er will sie nicht verlassen, jede Minute auskosten, zittert und bibbert mit den vergehenden Momenten und seinem dahin schwindenden Geld. Nüchtern, völlig ungeformt, roh, aber intensiv.
… Topos: Teddy, the damsel in distress, die umsorgte Prinzessin, die Männer, die sich um sie kümmern, ihr Essen einflößen et cetera.
… das Thema selbst erzeugt kaum Interesse, vor allem durch die Blassheit der Figur Teddys, die reine Projektionsfläche für das männliche Begehren ist, die nichts von sich preisgibt, als dass sie müde ist, eigentlich in Ruhe gelassen werden will
--> 2 Sterne

Form:
●Wortschatz: simpel, alltagssprachlich, keine Innovation, keine Poesie, kein Wortwitz.
●Stimmige Wortfelder: im Sinne des Alltags, ja, teilweise sehr infantil
●Satzstrukturen: einfach, simplizistisch.
●Wiederkehrende Motive/Tropen: die verlorene Hose von Franz, die geborgte Uhr von der Gault, die falsch geht, immer wieder stehen bleibt; Manets Der Pfeifer, Cimabue, Greco, der Chanson „Sous les toits de Paris“ von Albert Prejean. Die Uhrzeit und die Geldmenge.
●Innovation: keine, möglicherweise der Eindruck des Echtzeittickers
… ich vergebe die Mindestpunktzahl wegen ärgerlicher Wiederholungen, völlig klischierten Situationen, absurden Dialogen und langweilen Sprachgestus, journalistisch, ungeformt, roh.
--> 1 Stern

Erzählstimme:
●Reflektiert: nein, überhaupt, reine sinnliche Gewissheit
●Situiert: im Nachhinein rückblickend, ja.
●Perspektiviert: ja, selektiv aufs eigene Bewusstsein beschränkt
●Erzählform: Ich
●Erzählstandort: mehr oder weniger aus Berlin aus im Rückblick Teddy vermissend
●Erzählsicht: Innenperspektive
●Erzählverhalten: neutral protokollarisch, gehetzt
●Erzählhaltung: involviert, sentimental, nostalgisch
●Erzählverfahren: Bericht, Tagebuchaufzeichnung
●Erzählstil: multikulturell, Englisch, Französisch, Deutsch, alles gemischt, bunt.
… völliges Fehlen von Selbstreflexion, Selbstperspektivierung, in Bezug Setzung, insbesondere bei der Eifersuchtsthematik viel zu roh, ungalant, dümmlich, zwar authentisch, aber nicht erzählenswert
--> 2 Sterne

Komposition:
●Verhältnis Dialog/Beschreibung: gute Mischung, deskriptive Paris-Sequenzen und Dialoge
●Tempiwechsel: ja, angemessene Zeitsprüngen, Raffungen
●Extradiegetische Abschnitte: nein
●Lose Versatzstücke: nein
●Reliefbildung: Tunnelblick zum Abschied
…stärkste Komponente des Romans, denn der Zeitdruck, die Rastlosigkeit transportieren sich beim Lesen, eine Sentimentalität, eine Angst vor dem Zeitvergehen wird aufgebaut, die Tristesse, Abschied nehmen zu lassen, das Wissen um die Endgültigkeit desselben, die Verzweiflung, die sehr roh gestaltet wird, durch das ständige Wiederholen der Uhrzeit, und der Geldmenge. Besitzt Countdown-Charakter.
--> 4 Sterne

Leseerlebnis:
●Gelangweilt: nicht sehr, eher mit Interesse gelesen
●Geärgert: nein, nur den Kopf geschüttelt, ob der Männlichkeitsvorstellungen
●Amüsiert: nein, kein Witz drin
●Gefesselt: nein, Spannung wird nicht aufgebaut
… ein trauriges Buch, eine sehr unselbstbewusste Art zu lieben, eine Besessenheit, ein Besitzanspruch, Fürsorgeabsicht … sehr roh, unvermittelt, Trauma- und Trauerverarbeitung, als Zeugnis sehr intensiv, aber nicht durchgeformt
--> 2 Sterne
Profile Image for Marion.
247 reviews18 followers
July 2, 2025
Eine Liebesgeschichte. Sehr jung geschrieben und handelt auch von sehr jungen Menschen.

Profile Image for Aljoscha.
18 reviews3 followers
June 20, 2025

Habe es gern gelesen, aber war (zumindest bis zu den letzten Seiten) etwas enttäuscht, da das Buch überall so gut besprochen wird. Dass ich enttäuscht war lag aber daran, dass ich den Kern erst ganz zum Schluss verstanden habe.
Die Sprache ist etwas altertümlich (logisch) und ich habe etwas gebraucht um mich daran zu gewöhnen.
Das Buch beschreibt komprimiert eine euphorische Liebesgeschichte. Das macht auch Spaß zu lesen, aber ich habe mich wegen der Artikel die ich davor über das Buch gelesen hatte die ganze Zeit gefragt, wann denn endlich der Bezug zum sich anbahnenden Faschismus hergestellt wird.
Die jungen Protagonisten im Buch wirken extrem unpolitisch, unbekümmert, naiv und einer hofft sogar: „Na, hoffentlich gibts bald einen Krieg.“
Mit den letzten Seiten und dem sehr guten Nachwort habe ich gecheckt, das genau diese Naivität wohl beabsichtigt ist.
Eben dass das kommende Unheil, der sich in ganz Europa anbahnende Faschismus kaum eine Rolle spielt, es könnte ja noch alles gut gehen, macht das Buch so stark.
Es wird dabei die Blindheit und Naivität einer Generation beschreiben, die wie so viele, die Nazis lange Zeit nicht ernst genommen haben, die Anzeichen des Kriegs lange Zeit nicht bemerkt haben, die lange Zeit freiwillig ihre Bürgerrechte abgegeben haben, um ihre Ruhe zu haben, und weil sie darauf vertrauten, dass alles so schlimm schon nicht werden würde.
„Abschied“, weiß schon viel mehr von dem kommenden Unheil, als darin ausgesprochen wird.
Profile Image for Torsten.
41 reviews
July 6, 2025
1932 geschrieben, aber aktuell erst - posthum - veröffentlicht. Es spielt in Paris in der Zeit zwischen den Kriegen, in der Zeit des aufkeimenden Nationalsozialismus. Haffner schreibt durch den Ich-Erzähler Raimund über Teddy. Ist es seine Liebe? Oder vielmehr Obsession? Die Szenerie ein wenig wie beim Erasmus-Studentenaustausch - Bekanntschaften, Internationalität, Kulturaustausch, Party - nur eben in den 1930er Jahren.
Hatte ich mir viel von der Lektüre versprochen: einen Liebesroman, ein Psychogramm der Vorkriegsjahre, etwas zum gedanklichen Reisen. Vielleicht zu viel. Atemlos geschrieben, gespickt von Zickereien zwischen den Akteuren und durchweicht von den Eifersüchteleien des Erzählers; es hat mir dann einfach keine Freude beim Lesen bereitet.
Ich habe „Geschichte eines Deutschen“ (noch) nicht gelesen. Das ist schade, hätte es mir vielleicht beim Lesen von „Abschied“ geholfen und einen anderen Zugang erlaubt. Daher dann doch besser 3 anstatt 2 von 5 Sternen.
Profile Image for Linus.
11 reviews
June 23, 2025
Nett. Bei einigen Stellen musste ich lachen. Das machohafte Gebuhle um die Frau ging mir auf die Nerven vielleicht bin ich aber auch einfach zu jung für den scheiß. Trotzdem perfektes Geschenk um vor den Großeltern gebildet und belesen zu wirken. 3,5 Sterne
768 reviews98 followers
August 21, 2025
Erasmus programme anno 1931... A German boyfriend visits his girlfriend who is studying in Paris. Another reviewer put it perfectly: 'relation status: it's complicated'.

The boyfriend (called Raimund, which was Haffner's real name) has been jealous at his girlfriend's many male friends in Paris for most of his two weeks' stay. They spent the good part of it fighting...and now his last day has come and it seems as though the goodbye might be a final one... Still, the tone is sympathetic, there is humour (especially when he tries to speak French) and you can't help but feel for the young man.

Sebastian Haffner is one of the clearest and most thoughtful thinkers on German history. Both 'Defying Hitler' and 'Anmerkungen zu Hitler' were 5 star reads for me.

And so this novella was something of a surprise in terms of its subject matter. Apparently the manuscript was discovered by his children after Haffner's death in 1999.

May not what people are expecting from Sebastian Haffner, but well worth a try. Interesting also to experience Paris in the early 30s through a contemporary's eyes.

3,5

Thanks Netgalley for an audio ARC
Profile Image for jonah.
12 reviews
July 27, 2025
dieses buch war für mich eine riesige überraschung:

raimund, ein junger mann (mitte 20, rechtsreferendar in berlin)ist auf besuch in paris bei teddy, die frau die er liebt (relationship status: its complicated?). teddy lebt seit 2 jahren in der stadt für ihr studium an der sorbonne, wird aber mehrfach von raimund und franz (ein eternal bachelor aus heidelberg) als extrem ungebildet erklärt, eine zuschreibung die sie nicht beeinflussen kann da es zu keinem zeitpunkt wirklich um ihre gedanken geht. in ihrer zeit in paris scheint sie eine eklektische mischung an menschen (read: männern) gefunden zu haben, die fast alle im selben hotel wohnen und auch fast alle teddy vergöttern. teddy und raimund haben eine gemeinsame berlin vergangenheit, mehr als ein sommerabend am heidelberger platz wird uns leser*innen aber nicht angeboten, das nervt an manchen stellen. obwohl teddy nie mehr als eine berührung mit den anderen männern teilt ist raimund furchtbar eifersüchtig und hat stets die sorge nicht geliebt zu werden.

die handlung beginnt an tag 13 (meine ich) eines 2 wöchigen aufenthaltes. raimund bereitet sich ab der ersten seite auf einen gehassten abschied vor, der so hässlich und bedrückend ist, dass es ihn kränkt. mit einer nüchternen aber literarischen art wird das paris der frühen 1930er als eine art real-idylle des cosmopolitischen lebens beschrieben, und ich schäme mich nicht zu sagen dass es mich angefixt hat. jeder charakter dieses kosmos wird mit einer echten charakterisierung gewürdigt, was bei nur 190 seiten stark beeindruckt.

die ganze handlung wird von einer immer mitreisenden melancholie begleitet. man* weiß was in den folgenden jahren kommen wird, haffners paris aber noch nicht. hier dauert das la vie bohème der 1920er noch an.

raimunds gefühl der immer schneller verschwindenden zeit mit teddy liest sich (für mich) auch wie ein verschwinden der zeit des idealistischen liberalismuses der 1920er, das der angehende berliner bürokrat vielleicht schon spürt. der aspekt wird in den besprechungen zu diesem buch aber deutlich zu stark hervorgehoben - der roman ist keine ausgefeilte “aufstieg des faschismuses” analogie, sondern eher der stream of consciousness eines jungen deutschen mannes der eventuell erahnt das sich dinge ändern werden, aber eigentlich viel zu sehr beschäftigt damit ist kränklich in eine junge androgyne frau verliebt zu sein.

es benötigt wirklich vieles um mich dazu zu kriegen, eine liebesgeschichte aus der sicht eines mannes zu genießen, in der er (nicht nur gelegentlich) die frau die er wohl fanatisch liebt, als ein fragiles, kleines, schüchternes und stilles wesen beschreibt. dank der geschickt genutzten sprache wirkt diese darstellung aber häufig fast schon self-aware - vielleicht war das nicht die intention des autors, aber ich habe mich dazu entschieden es so zu lesen.

fazit: abschied ist ein seltsam faszinierendes buch das trotz einer im kontrast extrem flachen darstellung von weiblichen charakteren mit seiner autofiktionalen und ehrlichen art überzeugt - ich bin froh, dass es aus haffners nachlass posthum veröffentlicht werden konnte, hätte mir im nachwort aber eine kontextualisierung für die darstellung von teddy gewünscht.

special mention an die szenen mit dem alten herr am letzten abend und die konstante nutzung von “hübsch” um besonders starke ausprägungen von gefühlen zu beschreiben, ich finde das sollten wir wieder etablieren (3 1/2 sterne, mit etwas vorsicht und viel offenheit genießen)
Profile Image for Bea.
6 reviews1 follower
July 22, 2025
Ich habe das Buch verschlungen und mich selbst an meine frühe Jugend und das herrliche Gefühl des verliebt seins zurück erinnert. Sebastian Haffner schildert einige Tage in Paris der 30er Jahre, beim Besuch seiner Freundin, die zahlreiche weitere Verehrer hat. Er hat nur noch wenige Stunden, bevor er in seinen Büroalltag des beginnenden Nationalsozialismus nach Deutschland zurück kehren muss. Die jungen Leute sind übermütig, lebenshungrig, witzig, klug und auf der Suche … nach … ihrem Weg, nach Anerkennung, Liebe.
Das Buch hat eine unheimliche Dynamik und Spannung. Interessant ist auch das Nachwort, in welchem wir mehr über das weitere Schicksal der beiden Hauptprotagonisten erfahren.
Sebastian Haffner, nicht nur ein hervorragender Historiker, sondern ein wunderbarer Mensch.
Profile Image for Anna Nielsen.
12 reviews1 follower
October 4, 2025
Es ist ein Roman, in dem die Zeit wie im Flug vergeht, in dem es aber auch so scheint, als würde sie für die Protagonisten stehen bleiben. Der Moment scheint zu schön, um wahr zu sein. Dazu gibt es eine schöne Liebesgeschichte und die Naivität angesichts dessen, was Europa noch erwarten wird. Diese Naivität wirkt beim Lesen zunächst störend, verkörpert aber vielleicht gerade die große Hoffnung einer Generation in der Zwischenkriegszeit.
Profile Image for elias heindl.
3 reviews
September 11, 2025
Eine Liebschaft, so flüchtig wie der Rauch der Gitanes (die unentwegt geraucht werden)…🚬
Trotz der verhängnisvoll sich andeutenden politischen Lage in Europa (verfasst 1932) überraschend unbeschwert, fast naiv (über einen kommenden Krieg wird nur gewitzelt).
Auf den ersten Blick „alt“ (Männer konkurrieren um bzw. hofieren ein in der Wahrnehmung des Protagonisten schwaches, zartes, zerbrechliches Mädchen) - ‚Teddy‘ beherrscht jedoch stets das Geschehen (und die Männer!), weicht auch trotz beharrlich-männlichem Einwirken auch bei scheinbaren Kleinigkeiten niemals von ihren Vorhaben ab. Liebenswürdige und nahbare Figuren.
Sprache hat mir besonders zugesagt, erfrischend roh und jugendlich, weniger innovativ und wortreich, dadurch aber umso direkter, sprudelnd. Schnell geschrieben, mit viel Mitteilungsdrang, wie ein Tagebucheintrag nach ereignisreichen Tagen (sehr passend!)
Nette Beschreibung eines Paris, das noch nicht zum reinen Postkartenmotiv verkommen schien.

(Nachwort nicht gelesen)
Profile Image for Matthias.
405 reviews8 followers
July 24, 2025
»Chinesischer Tee schmeckt wie der Zukunftskrieg«, sagte Teddy und sah mich gespannt an.

»Ganz richtig«, sagte ich undurchdringlich. »Besonders im Vergleich zu indischem Tee, der wie der dreißigjährige Krieg schmeckt.«


Das Buch ist voll von Dummheiten wie diesen. Man kann sich darüber ärgern, oder sie als Symptom einer Einstellung sehen, die Tatenlosigkeit rechtfertigt aufgrund einer übermäßigen Beschäftigung mit Belanglosem. Dann wären Passagen wie diese pure Ironie, und ein resignierendes Bekenntnis der Machtlosigkeit ob des zu kommenden, damals, vor fast 100 Jahren.

11 reviews
December 26, 2025
Abschied ist die Beschreibung eines - wie der Titel nun auch heißt - Abschieds aus Paris. Wer Haffners Frühwerk liest, braucht Geduld, sehr viel Geduld. Die Entscheidung, Abendessen zu gehen, zieht sich über fünf Seiten, und ist auch dann noch nicht wirklich beendet. Die Dialoge sind heiter, nachdenklich, jugendlich sarkastisch, aber selten tiefsinnig. Es ist auch als Zeitdokument nur eingeschränkt brauchbar, weil die Kulisse der 1930er Jahre wenig ausgearbeitet wird. Es hilft jedoch, Volker Weidermanns Nachwort zu lesen. Damit fand auch ich meinen Frieden mit diesem Buch.
Profile Image for Sabine H.
101 reviews2 followers
September 10, 2025
Schon wieder ein sehr gutes Buch gelesen - diese flüchtige, sich in Gesprächen verlierende Geschichte junger Menschen in Paris 1931, denen die kapriziöse Zeit drängt, ist ziemlich wunderbar und ungewöhnlich. Liebende, rauchende, essende und Kunst betrachtende Bohémiens, denen das Miteinander nicht so leicht fällt, wie es scheint. Empfehlung!
Profile Image for Alison FJ.
Author 2 books10 followers
Read
November 17, 2025
This little book is making a big splash in Germany, where Haffner is well known as a journalist and critic of national socialism. Haffner, whose birth name was Raimund Pretzel, was training to be a jurist in Germany when Hitler came to power. He worked as a journalist during his period as a political emigré in the UK and after he returned to Germany in the 1950s. Apparently one of his children only recently discovered this unpublished manuscript in a drawer and was able to overcome some hesitation about publishing a work that was so clearly autobiographical: the protagonist is called Raimund Pretzel, Haffner's birth name.

Abschied means farewell, or parting, or taking leave, or goodbye, in German. And this entire little book is about Pretzel's departure from Paris on a chilly day in 1931 or 1932 (it was written in 1932 but I can't remember if he's clear about when it was set). He has to return to his job (in a courtroom) in Berlin; his departure cannot be delayed or deferred. He has spent two weeks in Paris visiting a girl he loves, Teddy. Although they had had some kind of affair in the past, she has moved on. He has not. It is painful and beautiful for him to see her, to be with her in Paris, to watch as she is surrounded by men who adore her. Their adoration is somewhat puzzling; Teddy seems to me to be an underdeveloped character. She dances and studies and works and never ever eats, because she is too poor to pay for food, because it is fashionable to be a starving waif, all the men love to watch her dance and party almost as much as they love to worry about her health. But she's so thin! She's wasting away! She might just die! They try to force her to eat, to allow them to buy her food. She has no appetite, she wants to eat nothing. Mostly Teddy is tired. She must have said "I'm just so tired" over a dozen times in this book, which focuses really only on the last 2 days of Pretzel's visit. It's enough to make one wonder if what the men around Teddy really love about her is her frailty, her exhaustion, her clear inability to take care of herself, to keep herself alive. It‘s a disappointing but not uncommon kind of flattening of a female character who serves mainly as a foil for men to test themselves against one another.

The whole thing reminded me very strongly of The Sun Also Rises and the way the whole circle of Jake's friends fawns around Brett. Two groups of young emigres drinking their way through Paris, circling around a woman with an oddly masculine name and a tendency to make bad choices.

On the plus side, Haffner does a wonderful job of expressing the way time slows down and speeds up as one approaches a departure. And the last ten pages or so have a different tone. Teddy finally speaks for herself (beyond the endless complaints of exhaustion), which makes a big difference.

I'm not sorry I read it, even if I don't quite get what all the fuss is about. If I could only read one book by Haffner it definitely wouldn't be this one. (But I do strongly recommend Defying Hitler: A Memoir / Geschichte eines Deutschen.)
7 reviews
August 10, 2025
Raimund hat nur noch einen Tag bis zum Abschied von seiner Liebe, weil er 1931 nach 14-tägigen Aufenthalt in Paris zurück muss ins Landgericht Berlin zum Referendariat in das Bald-Nazideutschland....

Soweit, so schlecht: Was Volker Weidermann im nicht weg zu denkenden Nachwort als "Tempo" und "großes, schnelles Augenblicksglück" beschreibt, entpuppt sich doch eher als "anstrengender Groschenroman". Oder um es positiv auszudrücken: als eine etwas belanglose Schilderung einer anstrengenden Gruppe junger Leute, die im schönen Paris das Leben abseits der Politik genießen.

Es mag dem (aus heutiger Sicht) altmodischen Erzählstil geschuldet sein, aber dieses "und, und, und ..." und vor allem dieses anstrengende "Nein! Doch!" zwischen Raumund und seiner Liebsten Teddy (die offensichtlich nebenbei den weiteren Verehrern nicht abgeneigt ist) geht einem nach kurzer Zeit auf den Zeiger! Und warum muss ein Mann seine Liebste andauernd anschreien, nur weil er unfähig ist, seine eigenen Gefühle (genau wie sie selbst) auszudrücken?

Auch dies mag ein Zeugnis dieser damaligen Zeit sein, aber dann bin ich ehrlicherweise froh, nicht zu dieser Zeit gelebt zu haben (ungeachtet der drohenden Nazis).

Ungeheuer wichtig ist das Nachwort! Auch wenn ich nicht gänzlich die Meinung des Volker Weidermann teile, so stellt dieser Roman des jungen Haffner (damals noch Pretzel) doch eine zauberhafte Darstellung des Paris der 30er Jahre dar sowie offensichtlich eine Zeichnung der damaligen Jugend, die einen 2. Krieg nicht für wirklich möglich hält. Wichtig auch der Hinweis, dass Teddy doch noch einmal nach Berlin zurückgekehrt ist, um ihrem Raimund zu sagen, dass sie (nicht ihn) heiraten wird, sie dennoch zeitlebens Freunde blieben.

Fazit: Als Romanautor wäre Haffner gescheitert. Gut, dass er die Bücher veröffentlicht hat, die wir von ihm kennen und verehren.
Profile Image for Johanna Berger.
124 reviews5 followers
July 22, 2025
Kurze Momente des Glücks vor dem endgültigen Abschied. Mit Tucholsky-Vibes, aber nicht in Schweden oder Rheinsberg, sondern 1931 im Paris der Boheme, im verrauchten Hotelzimmer, im verrauchten Café, auf dem Weg zum Eiffelturm oder im Louvre, mit wenig Geld, aber viel Gefühl. Ein melancholisch-leichter Countdown auf den Abschied von einer Liebe.
Der Rechtsreferendar Raimund (Alter Ego von Sebastian Haffner) fährt nach Paris zu Teddy, der Studentin, in die er sich in Berlin verliebt hatte. Dass diese Liebe keine Chance hat zu überleben, zeigt Teddy ihm unmissverständlich. Das schmälert die gegenseitige Anziehung aber nicht. Man schlendert durch die Straßen der französischen Hauptstadt im sicheren Bewusstsein der Endlichkeit. Nein, kein Ende! Kein Ende!, beklagt der Ich-Erzähler wie Fausts Gretchen. Und dann stehen sie am Gare du Nord, es ist schon fast zehn Uhr:
„‘Du hättest im Sommer hier sein müssen‘, sagte Teddy, und jetzt waren wir ganz am Ende des Bahnsteigs, wo es nicht mehr weiterging, und dort blieben wir stehen und küssten uns, und wenn wir aufblickten, sahen wir draußen die Gleise und die Signale und die kleinen Lichter über den Gleisen, alles ganz endlos, endlos, und wir machten die Augen zu und küssten uns wieder, und die Zeit verging gar nicht so furchtbar schnell, sie war ganz gnädig …“
Ein kleiner feiner Roman, dem man die so arg verspätete Bestsellerposition von Herzen gönnt, auch wenn ein Lektor (falls das Buch 1931 erschienen wäre) damals wohl ein bisschen rumgestrichen hätte, besonders, was die gar so häufige Erwähnung der Uhrzeiten anbelangt.
21 reviews
July 21, 2025
This is easily the most boring book I read in the past 20 years or so. Thankfully the „novel“ covering just a few days in the life of a young Berlin law graduate visiting his student girlfriend in Paris has only 175 pages of text, so the pain is over soon. Basicly reading the book means joining youngsters being youngsters, agonising about their love life, drinking (and, sadly, also smoking) t0o much, adolating literary celebrities who also drank too much, getting high from their own wittiness, then falling into despair again about the impression they might have made, etc. In the end the hero has to go back to Berlin whilst his live interest stays behind in Paris. Tragic.
The high regard for this book expressed by some newspaper critics and the author of the epilogue seems to be based on hindsight interpretation seeing a foreboding of Nazi takeover and war in the most general remarks, and of course by Haffner’s other works. I felt the book just read like the work of a typical 24-year-old. And to me it seems a good decision by Haffner to leave this book in the drawer and later to turn away from writing fiction and concentrating on journalism and history instead. Not all authors who withhold publications misjudge themselves.
Profile Image for yellowdog.
852 reviews
June 3, 2025
Teddy in Paris
Abschied von Sebastian Haffner ist ein unerwarteter Fund aus dem Nachlaß. Es entstand 1932. Die Handlung ist 1930 angelegt. Der Erzähler ist ein junger deutscher Jurist, der sich in Paris im Kreis einer Clique rund um die viel bewunderte Teddy. Nach Deutschland kommen will sie nicht, da sie dort keine Zukunft für sich sieht. So wird das Buch auch eine Geschichte um einen Abschied, wie der Titel ja schon nahelegt.
Vorher gibt es aber viel amüsantes Geplauder und Vergnügen in Paris. Manche Szenen erinnerten mich wegen der Konstellation an Patrick Modiano. Auch ein Hauch von F.Scott Fitzgerald ausklingenden Roaring Twenties ist zu spüren.
Es ist ein wunderbarer leichter, kleiner Roman mit viel Atmosphäre!
Profile Image for Frederik.
109 reviews3 followers
July 13, 2025

* Narrator: Raimund, a 24-year-old legal trainee from Berlin, on a brief visit to Paris in the spring of 1932
* Teddy: His "beloved" – a free-spirited young Jewish woman who has already left Berlin and now lives in the Quartier Latin

4 stars, because this sweet little story about Raimund and Teddy’s last day together in Paris is set exactly in our neighborhood – the Quartier Latin, near Boulevard St. Michel, rue de Cluny, and la rue Mouffetard. Their farewell stroll through cafés, bookstalls, and quiet gardens captures that tender, fleeting feeling of summer love – light and melancholic at once. Beneath the surface, you already sense the political chill approaching, making their time together all the more poignant.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Sasha  Wolf.
514 reviews25 followers
September 27, 2025
In 1932, a young German man is coming to the end of his Paris vacation and must leave behind the young woman he loves and their mutual friends. As the time ticks down towards the departure of his train, his hapless attempts to fit as much as possible into his last day become a metaphor for the transience of life and the seeming inevitability of discord and conflict.

The narrator is not particularly likable, but this is deliberate and feels realistic. The most sympathetic character by far is his love interest, who reminds me a little of Sally Bowles in Isherwood's Berlin trilogy. I enjoyed the banter between them and was reminded of visiting Paris with my own friends and lovers at a similar age. I also liked the language and the nostalgic, vaguely sad atmosphere it evokes.
Profile Image for Matthias Kühle.
31 reviews2 followers
August 8, 2025
Also was soll ich zu diesem Buch sagen? Es war weitestgehend eine Qual dem Protagonisten durch sein junges belangloses Leben nach Paris zu folgen. Das las sich alles so mühsam wie ein Aufsatz aus der Mittelschule und würde unter heutigen Maßstäben unter trivialster Groschenromanlektüre beim Zeitungskiosk um die Ecke ausliegen. Auch die gelegentlichen frankophilen Einwürfe konnten nicht darüber hinwegtäuschen, wie unfassbar langweilig und belanglos diese Referandars-Lektüre ist. Verschollene Romane auszugraben und wieder neu zu verlegen mag ja ein lukratives Geschäft sein -zumal vom Verlag als Sensation vermarktet- aber einige Manuskripte gehören zu Recht verschollen. ABSCHIED gehört dazu.
29 reviews
August 5, 2025
Kurt Tucholsky: Was war das? vielleicht dein Lebensglück...vorbei, verweht, nie wieder.

So fühlt sich das Buch an. Ein Abschied vom Lebensglück aber auch von einer Ära, einer Jugend, einer Leichtigkeit, einer Weltoffenheit….und was der Autor noch nicht wusste aber das Werk erahnen möchte auch Abschied vom Frieden. Das Unheil steht vor der Tür, ganz nah, wie wir hundert Jahre später wissen.
Profile Image for Lisa Mücke.
5 reviews
September 4, 2025
Manchmal gibt es einen Grund, warum Romane zu Lebzeiten des Autors nicht veröffentlicht wurden. Just sayin. Der Roman ist nicht schlecht, aber herausragend ist er auch nicht. Er könnte so viel mehr sein…Man hätte so viel mehr daraus machen können. Von dieser Idee muss man sich leider verabschieden.
41 reviews1 follower
January 4, 2026
Ich habe länger überlegt wie ich dieses Buch bewerten soll, denn von der Geschichte und den Figuren wäre es für mich eher eine 2-3/5 Sternen, aber im Kontext von Haffners gesamten Werken und der Zeit ist dieses Buch in gewisser Weise ein historisch spannendes Werk für sowohl Haffners Entwicklung und Blick auf Deutschland, als auch über die damalige Zeit. Deswegen 3,8/5 Sternen.
Profile Image for anton.
50 reviews1 follower
July 25, 2025
2.5/5, Gibt spannendere Lektüren als diejenigen über einen unsicheren Mann, der glaubt mehr oder weniger ein Anrecht auf eine Frau zu haben und sich über sie lustig macht, weil sie nicht den gleichen Zugang zur Bildung wie er hatte.
Profile Image for Michaela Kaule.
25 reviews
August 15, 2025
Schade...ich hatte Lust auf Paris und auf die Stimmung in dieser Zeit....leider hat es mich nur gelangweilt. Ich habe ein anderes Buch angefangen , dass mich sofort gefangen hat... daher der Entschluss nicht weiter zu lesen.
Profile Image for Stefanie.
4 reviews
October 4, 2025
Sprachlich aus einer so fernen Zeit, dass es mich nicht mehr berührt hat. Die Beschreibung der Möchte-Gern-Boheme im Paris der 30er Jahre, die nur um sich selbst kreist in sich stetig wiederholenden Dialogen.
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