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Ohne Judentum kein Islam: Die verleugnete Quelle

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Spätestens mit dem 7. Oktober wurde deutlich, wie verbreitet der Antisemitismus unter Muslimen weltweit, aber auch in Deutschland ist. Der muslimische Theologe Mouhanad Khorchide geht in seinem neuen Buch u.a. den Fragen nach, warum der Antisemitismus unter Muslimen so viel Anklang findet, welche koranischen und theologischen Quellen als Grundlage des muslimischen Antisemitismus dienen, welche Allianzen ein radikalisierter islamischer Antisemitismus eingeht. Doch Khorchide bleibt nicht bei dieser Bestandsaufnahme stehen. Er versteht das Judentum als Grundlage des Islams und legt dar, wie das Judentum von Beginn an dem Propheten Mohammed als Grundlage und Legitimation für seine Verkündigung diente.

225 pages, Kindle Edition

Published August 12, 2025

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Mouhanad Khorchide

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Profile Image for Basti Moods.
62 reviews7 followers
January 3, 2026
Khorchide versucht in seinem Buch etwas Interessantes und in meinen Augen sehr Naives: Aufgrund einer genauen und kontextbezogenen Koranexegese stellt er dar, dass die Aussagen gegen Juden in Bezug auf politische, religiöse oder kämpferische Auseinandersetzungen bezogen und scheinbar nie pauschale Aussagen über Juden/das Judentum per se sind. Dieser transparente und auch nachvollziehbare Teil ist aber auch der naive: Denn es geht Khorchide darum, die Großerzählung der Muslime/Araber gegenüber den Juden zu kritisieren und diese durch eine andere Großerzählung zu ersetzen, die eben auf religiöser Grundlage beruht. Obwohl im ersten Kapitel eine halbwegs materialistische Analyse der globalen Situation des Antisemitismus/Antizionismus dargestellt wird, bei der betont wird, dass Muslime in den meisten Umfragen Spitzenreiter sind, sind die Veränderungsvorschläge – wie in vielen Sparten heutiger Geisteswissenschften - auf der Ebene der Narrative angesetzt. Auch wird immer wieder bei Koranpassagen und anderen religiösen Schriften betont, dass in der Wissenschaft bspw. die Sunna kaum historische Belastbarkeit hat und stark umstritten ist (129). Dass es relativ egal ist, was die Wissenschaft sagt in Bezug auf religiöse Texte sagt zeigen doch seit jeher die "unwissenschaftlichen" Rezipienten. Vertreter des politischen Islam/Islamismus wird man nicht durch eine positive Großerzählung, dass das Judentum als Grundlage für die Verkündigung Mohammeds im siebten Jahrhundert (134) fungierte, auf eine antisemitismuskritische Bahn leiten. Auch wird einer Großerzählung (das Juden durch den Koran von den Muslimen verabscheut werden müssen?) relativ unkritisch eine neue entgegengesetzt. Mir scheint im Konzept der Großerzählung/des Narrativs bereits das Problemhafte zu stecken.

Das letzte Kapitel plädiert für eine Neudefinition der palästinensischen Identität, die der geborene Palästinenser Khorchidee als "Opferrolle" (201) bezeichnet und die rein negativ in Abgrenzung gegen Israel konstruiert wurde. Auch wird erwähnt die "propalästinensischen" Demos im Westen keine für die Palästinenser sind, sondern welche gegen Israel (205).

"Diese Erfahrung hat eine Form von Negationsnationalismus hervorgebracht, dessen innerer Motor die Ablehnung Israels - und vielfach auch des jüdischen Anderen - ist. Das Feindbild dient als identitätsstiftendes Gegenüber, das paradoxerweise Halt gibt." (202) Dass dies keineswegs paradox ist, kann man exemplarisch an der Konstruktion des Anti-Volkes im NS sehen, welches wie nichts anderes den Kitt zwischen den Deutschen klebte.
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