Weihnachtsbesuch aus aller Welt kündigt sich in dieser kundig zusammengestellten Sammlung an: Gute alte Freunde wie Santa Claus, Väterchen Frost oder Ochs und Esel bei der Krippe, aber auch entlegene Verwandtschaft wie der Schmutzli oder die Alfkönigin. Sie entführen ihre Leser zum skandinavischen Julspuk und sie erzählen, wie der Fuchs den Bären ums Weihnachtsessen prellte, oder die Mär vom Geiger, der drei Herzen hatte. Diese rund 60 Märchen aus vielen Sprachen und Kulturen sorgen garantiert für Abwechslung unterm Baum.
Weihnachtsmärchen aus aller Welt ist ein Weihnachtsbuch mit hohem Anspruch, das diesem Anspruch jedoch nur teilweise gerecht wird. Die Sammlung verspricht Vielfalt – geografisch, kulturell und thematisch –, liefert aber vor allem eine sehr europäisch geprägte Auswahl, die sich in Ton, Aufbau und Motiven häufig wiederholt. Dadurch wird das Lesen stellenweise anstrengend und überraschend eintönig.
Besonders deutlich zeigt sich das bei den zahlreichen Nikolausgeschichten: Sie sind inhaltlich und strukturell so ähnlich, dass sie schnell ihre Wirkung verlieren. Auch die Gedichte und einige Märchen, die lediglich im Winter spielen, ohne einen inhaltlichen Bezug zu Weihnachten herzustellen, tragen wenig zur Qualität der Sammlung bei und hätten zugunsten einer klareren Auswahl gestrichen werden können.
Dabei liegt das eigentliche Problem nicht in der christlichen Ausrichtung des Buches – Weihnachten ist nun einmal ein christliches Fest mit heidnischen Wurzeln –, sondern in der fehlenden Gewichtung und Dramaturgie. Armut, Kälte, Leid und moralische Erlösung dominieren, ohne ausreichend Kontraste zu schaffen. Viele Geschichten enden resigniert oder belehrend und bleiben dadurch kaum unterscheidbar. Das Fest erscheint häufig weniger als Hoffnung denn als Kulisse für Elend.
Dennoch hat die Sammlung ihre Stärken. Vor allem die bekannten Texte von Andersen, Hoffmann oder Dickens stechen hervor, weil sie über eine klare erzählerische Stimme verfügen und emotional nachhallen. Diese Geschichten tragen das Buch und machen es selektiv lesenswert. Unterstützt werden sie von liebevollen Illustrationen, die stellenweise eine Wärme vermitteln, die der Text selbst nicht immer einlöst – was zugleich zeigt, welches Potenzial in der Idee der Sammlung gesteckt hätte.
Am Ende bleibt Weihnachtsmärchen aus aller Welt ein Buch, das man nicht am Stück genießen sollte. Als geschlossenes Werk überzeugt es nicht, dafür sind Auswahl und Schwerpunktsetzung zu unausgewogen. Wer jedoch bereit ist, gezielt zu lesen und schwächere Texte zu überspringen, kann einzelne sehr schöne und erinnerungswürdige Geschichten entdecken.
Ein Weihnachtsbuch, das seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird, aber in ausgewählten Momenten dennoch lesenswert ist.
Eine schöne Geschichten Sammlung, die allerdings einen sehr christlichen Unterton hat. Einige der Geschichten sind wundervoll, andere dann wieder etwas sehr deprimierend. Ich denke, für eine Sammlung aus aller Welt wurden zu wenig Geschichten aus anderen Ländern hinzugefügt und wenn dann auch nur die bekanntesten.
Einige Geschichten waren schon süß. Aber die meisten waren mir für Weihnachten zu düster, geradezu brutal. Insgesamt war es doch eher enttäuschend und es kam wenig Weihnachtsstimmung auf. Aber es waren doch ein paar Sachen dabei, die ich schon immer mal lesen wollte. Doch gerade auch die russischen und nordischen Sachen waren gar nicht meins. Die aus Amerika waren aber auch eher enttäuschend.