San Petersburgo, 1917. El joven bibliotecario Artur Schneider huye de la revolución llevando consigo un manuscrito que puede poner en peligro las vidas de muchas personas. Su destino es Leipzig, la ciudad de los libros. En su legendario Barrio Gráfico quiere volver a ver a su gran amor, Mara, prometida con el hijo de un rico editor.
Costa Azul, Niza, 1928. La pequeña Liette encuentra, en el ático del hotel Château Trois Grâces, unas polvorientas maletas olvidadas por las familias rusas que visitaban cada verano el hotel y que fueron asesinadas durante la revolución. En su interior descubre un antiguo libro con un misterioso candado.
Treinta años después, todas las piezas del pasado volverán a encajar una vez descubren el rastro de un bibliotecario que llegó a Leipzig años atrás, a una villa abandonada junto al mar y a una misteriosa biblioteca envuelta en la niebla.
With millions of books sold worldwide, Kai Meyer is one of Germany's most successful authors. His novels have been translated into 27 languages including English, Spanish, French, Italian, Japanese, Russian and Chinese.
Kai Meyer was born in 1969 in northern Germany. He began college at the University of Bochum, Germany, where he studied film, theatre, and philosophy. After a year, he dropped out to work for a newspaper as a trainee journalist, followed by two years as a staff journalist.
Kai wrote his first novel in his early 20s, and it was published when he was just 24 years old. He has been a full-time novelist since 1995. To date, Kai has written nearly 50 books – some for adults, some for teenagers. Kai’s books are mostly historical with strong fantastical overtones. There are over 1.5 million Kai Meyer books in print in Germany, and he is quickly gaining popularity in other countries as well: THE WATER MIRROR went into its third US printing before it was even delivered to bookstores, and his young adult dark fantasy series SIEBEN SIEGEL is a substantial hit in Japan. The British edition of THE FLOWING QUEEN / THE WATER MIRROR won the 2007 Marsh Award for Best Children´s Book in Translation.
In 2007 his historical novel DAS GELÜBDE (The Vow) was turned into a movie by celebrated German director Dominik Graf. SIEBEN SIEGEL is set to be filmed in 2008, other books are optioned.
Kai has also written screenplays, two of which have been made into TV movies. He is the author of a hardcover comic book, PANDORAMICUM, and is one of the creators of the fantasy role-playing game ENGEL (US edition by White Wolf).
Kai Meyer lives in Westphalia near the Rhine in Germany.
Es geht bei Kai Meyer um Bücher, Gift, die Oktoberrevolution und den ersten Weltkrieg, also ein unerschöpflicher Themenbereich. Noch einen Tick besser als " Die Bücher, der Junge und die Nacht". Drei Zeitebenen, sehr spannend.
San Petersburgo, 1917, Artur es un joven bibliotecario que huye de la revolución llevando encima un manuscrito, un manuscrito que le puede salvar la vida pero que también amenaza la vida de otros. Su destino es Leipzig, la ciudad de los libros. Donde querrá además reencontrarse con el amor de su vida, Mara, la cual esta prometida. Costa azul, 1928: en el desván de un lujoso hotel, la joven Liette encuentra maletas y pertenencias de familias rusas asesinadas duranta la revolución, es allí donde encontrara un manuscrito cerrada con un candado. Treinta años después, Liette, directora del hotel necesita averiguar más sobre ese libro, y su propietaria, la cual es una mujer rusa llamada Mara y para ellos contratara a un personaje muy curioso, Thomas. Un viaje a través de tres lineas temporales y diferentes lugares que van entrelazándose para contar una historia donde todo tiene sentido al final, los personajes crean una gran trama de misterio. La conexión con Leipzig y el Barrio Grafico al final del libro hace que para mi haya sido un libro magnifico, una historia donde los protagonistas son bibliófilos, editores, con muchas personalidades muy bien estructuradas. Un libro al que no le falta de nada, incluso es comparado con Zafón, y aunque tiene cosilla que te van a recordar a el, no es lo principal ni mucho menos. Me ha gustado mucho como el autor mezcla los tiempos, al principio da la sensación de que te vas a perder pero para nada, te situas perfectamente en el momento. 600 paginas que te enganchan desde el principio asique el grosor no es problema.
Historische Romane die in der Zeit vom 1. und 2. Weltkrieg spielen lese ich ja eher ungerne - aber da mir Der Junge, die Bücher und die Nacht schon sehr gut gefallen hatte, musste natürlich auch der zweite Band um die Graphischen Viertel von Leipzig gelesen werden: und er hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen!
Schon auf der Überfahrt von Artur im Jahr 1917 - er flieht aus Russland nach Deutschland - hab ich mich sehr über ein Wiedersehen mit einer geschätzten Figur aus dem ersten Band gefreut! Die Bände hängen ja nicht zusammen, aber wenn dann plötzlich am Rande ein Charakter auftaucht, den man schon kennt, ist das immer ein kleines freudiges Wiedersehen :) Artur aber ist mit so gut wie nichts auf dem Weg in die Fremde: um seine Liebe Mara wiederzusehen. Wie er auf das Schiff kam und warum er seiner Liebe hinterher reisen muss, erfahren wir in einem sehr spannend erzählten Rückblick.
Mit Liette erleben wir die anderen beiden Zeitstränge, die uns an die französische Mittelmeerküste entführen. Mit 11 Jahren entdeckt sie auf dem Dachboden im Hotel ihres Onkels in den alten, verstauten Überresten von Koffern ein mit Ketten verschlossenes Buch, das ihre Neugierde weckt. 30 Jahre später macht sie sich mit dem "Gentleman Ganoven" Thomas Jansen auf, um mehr über eine Person herauszufinden, deren Villa direkt neben dem Hotel schon seit Jahrzehnten leer steht und die Liette unbedingt kaufen möchte. Denn hier hat sie als Kind eine Bibliothek entdeckt: eine Bibliothek im Nebel.
Ich denke, in dieser losen Buchreihe steht vor allem immer die Liebe zu Büchern im Mittelpunkt und welche Geheimnisse sie über lange Zeit mit sich tragen können. In der gesamten Handlung ist spürbar, wie sehr Geschichten uns beeinflussen können, erzählt oder gelesen und natürlich lernen wir auch häusliche Bibliotheken kennen und entdecken die Bücherstadt Leipzig mit ihren zahlreichen Druckereien, Antiquariaten, Buchbindereien uvm. Auch ein geheimnisvolles Manuskript spielt eine Rolle, sowie ein Reporter der seine Memoiren schreiben möchte ...
Das Zusammentreffen von Liette und Thomas hat mir sofort viel Spaß gemacht. Seine Art, für Gerechtigkeit zu sorgen, ist zwar nicht sehr schön, aber er findet für sich einen Weg, wie er trotzdem gut schlafen kann. Da er damit Opfer unterstützt und sich selbst ein angenehmes Dasein bereitet kann er bisher gut damit leben. Dass sich Liette nun an seine Fersen hängt und einen Auftrag für ihn hat, passt ihm nicht so gut ins Konzept, aber die delikate Verbindung der beiden sorgt für spannende und witzige Momente. Beide sind keine typischen Figuren, sondern haben viele Schattierungen, und auf der Suche nach der Vergangenheit raufen sie sich zusammen.
Es spielt um die Zeit der beiden Weltkriege und natürlich fließt das in die Handlung mit ein. Familien werden auseinander gerissen, verfolgt und getötet. Geheimpolizei, Überläufer, Flüchtende, sie alle sind im Strudel der machtpolitischen Kämpfe verwickelt: sie lassen sich treiben oder werden mitgerissen, manchen von ihnen gelingt es dabei aufzusteigen - andere gehen unter und verschwinden für immer. Ein Roman, der mich vom Thema her gar nicht so sehr interessiert, aber Kai Meyer schreibt hier wieder so bildlich und spürbar, dass man alles hautnah miterlebt beim Lesen als wäre man selbst dabei.
Außerdem entwickelt sich eine Spannung, eine Neugier auf die vielen Geheimnisse, die es aufzuklären gilt, und wie die einzelnen Schicksale der Figuren miteinander verbunden sind. Dabei entdeckt man die kleinen Zusammenhänge und Überraschungen und gerät dabei immer tiefer in die Gefühle, Hoffnungen und Ängste der Menschen, die alle auf einer Suche sind. Gerade Artur wird vom Schicksal sehr gebeutelt, aber auch andere haben es nicht leicht und es gibt viele Dramen mitzuerleben!
Schön fand ich auch dass der Nebel immer wieder durch die Seiten wabert und eine die Atmosphäre verdichtet :)
Da ich mir sicher bin, dass der Autor gut recherchiert hat, war es spannend, diese Zeit zu erleben und hautnah mit den Figuren durch Russland, Leipzig und Frankreich zu reisen. Einzig bei den Dialogen war ich manchmal etwas "aus der Zeit herausgerissen", weil es sich wie in der Gegenwart anhört. Man erwartet irgendwie dass früher eben anders gesprochen wurde, wobei ich auch nicht wüsste, wie :) Mir ist einfach nur kein großer Unterschied aufgefallen, der die Sprache aus dieser Zeit hervorheben würde. Aber das nur so am Rande.
Insgesamt war ich von Anfang bis Ende gefesselt - und das Ende hat es nochmal in sich, das fand ich wirklich sehr gelungen und hat die Geschichte perfekt abgeschlossen! Jetzt freu ich mich auf den nächsten Band um die Geheimnisse der graphischen Viertel!
Was bin ich froh, dass ich dieses Buch nicht nach den ersten 50 Seiten abgebrochen habe.
Ein wirklich beeindruckend angelegtes Werk. Mich fasziniert besonders die tiefe Vielschichtigkeit, die sich im Laufe des Lesens immer mehr vor den Augen des Lesers entwickelt. Diese umfasst den Plot, die Personen, die geschichtlichen Hintergründe und die Sprache selbst, derer sich der Autor zur Wiedergabe aller Ereignisse bedient.
Mich erinnert das Buch an die Bücher von Carlos Ruiz Zafón. Allerdings empfinde ich Meyers Geschichte als noch detaillierter und sprachlich ausgereifter, berührender und einfühlsamer, vor allem was Beschreibungen und Stimmungen angeht.
Zudem mag ich an diesem Buch, dass es sich nicht nur eine kriminalistische Geschichte handelt, deren Augenmerk auf den Verbrechen liegt, sondern, dass darin auch viele geschichtliche Hintergründe und Ereignisse eingeflochten sind, die die gesamten Zusammenhänge noch deutlicher werden lassen.
Um es nochmals mit meinen Eingangsworten zusammenzufassen: Ich bin froh, dieses Buch bis zum Ende gelesen zu haben, sonst hätte ich ein Lese - Highlight verpasst.
"Bücher können Menschen auf alle möglichen Weisen umbringen."
Drei Zeitebenen, drei Schicksale, miteinander verbunden über eine Bibliothek. Wieder erzählt Autor Kai Meyer eine Geschichte über Lug und Trug, über Liebe und Hass, eine Tragödie und ein Krimi. Wie schon in "Die Bücher, der Junge und die Nacht" stehen Bücher im Mittelpunkt der Geschichte, auch die Bücherstadt Leipzig . Ich mag diesen Genre Mix, die spannenden Elemente verknüpft mit magischen Realismus. Ich mag es, wenn Bücher einen wichtigen Teil einer Story ausmachen. Die Charaktere sind spannend und wunderbar vielseitig und undurchschaubar. Der Schreibstil ist auch wieder rutschig zu lesen und die Geschichte lädt zum miträtseln ein. Die drei Zeitebenen sind gut miteinander verwoben aber gleichzeitig so gut voneinander getrennt, dass es mich beim Lesen nicht verwirrt hat, die Zeiten zu wechseln. Eine Story, die viel Drama bietet, manchmal vielleicht sogar fast ein bisschen zu viel. Und manches Mal ist es mir schwer gefallen, die Beweggründe der Personen nachzuvollziehen. Aber der Lesespaß und das Enträtseln der Geheimnisse stand im Vordergrund. Leseempfehlung für alle, die spannenden und komplexe Geschichten mögen.
Kai Meyers Bestseller "Die Bibliothek im Nebel" entführt die Leser*innen in eine fesselnde und geheimnisvolle Welt.
Die Handlung entfaltet sich anhand dreier Hauptfiguren, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist: Artur, ein junger Bibliothekar, der während des Ersten Weltkrieges in St. Petersburg lebt; Liette, ein französisches Mädchen, das in den Zwanzigerjahren ihre Kindheit an der Côte d'Azur bei ihrem Onkel verbringt und dreißig Jahre später stolze Hotelbesitzerin ist; und der gaunerhafte Thomas, der seine Erpressungsgelder genau in diesem Hotel verschwendet.
Von Anfang bis Ende ist das Buch äußerst packend und flüssig geschrieben, und es weckt die Neugierde der Lesenden auf die weiteren Entwicklungen und Schicksale der Charaktere. Besonders hat mir auch die Prise Humor gefallen, die sich trotz des Dramas und der Spannung immer wieder in den Dialogen zeigt.
Gegen Ende war mir das Tempo etwas zu schnell, die Ereignisse überschlagen sich, wobei mir persönlich zu viel Fokus auf Mord und Gift lag. Trotzdem schafft es das Buch, eine einnehmende Atmosphäre zu erzeugen, besonders durch die bibliophile Umgebung und der verschiedenen stimmungsvollen Schauplätze wie St. Petersburg, Leipzig und der Côte d'Azur.
Die "Die Bibliothek im Nebel" ist kein literarisches Meisterwerk, bietet aber definitiv spannende Unterhaltung und zelebriert eine Hommage an Bücher und das Lesen. Gerade für die kalte Jahreszeit zu Hause ist es eine ideale Lektüre, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe.
Ein schöner Schmöker, zum einkuscheln und gedanklich verreisen bestens geeignet.
3 Zeitebenen, die miteinander verknüpft sind: 1917 in Russland die Geschichte einer russischen Familie aus der gehobenen Schicht, die ein junges Mädchen adoptieren. 1928 in Frankreich an der Küste ein junges Mädchen, welches die Reisekisten russischer Familien auf dem Dachboden eines Hotels findet. Und 1958 beschließt sie, ein großes Geheimnis zu lüften.
Atmosphärisch dicht hat mir das Buch ziemliche Lust auf einen Urlaub an der Côte d'Azur gemacht. Und Geschichten, die zur Zeit der russischen Revoluton spielen, ziehen mich eh oft magisch an. Ich hatte Spaß bei der Lektüre und konnte abtauchen, es gab leichte Spannungselemente und Mysteriöses zu entdecken. Warum alle Welt Mara verehrt, war mir nicht ganz klar und das Ende fand ich auch komisch - eine belastbare Rationale fehlte mir hier. Wohl kein Meisterwerk, aber allemal ein sehr unterhaltsames Buch.
Schade fand ich wohl auch, dass eine Notiz vom Autor fehlte bzgl. des historischen Kontext. Was ist wahr, was erdichtet? Das Internet hat zwar Abhilfe geschaffen, schöner wäre es aber gewesen, dies am Ende des Buches zu integrieren.
Kai Meyer hat sich mit seinem neuen historischen Roman wieder einmal selbst übertroffen. Dieses mal entführt uns der Autor nach Sankt Petersburg, nach Leipzig und an die Côte d'Azur. Menschen dieser Nationen pflegten freundschaftliche Verhältnisse, aber die Regierungen der Heimatländer konnten keinen Frieden finden. Das letzte Jahrhundert wurde geprägt vom ersten und zweiten Weltkrieg. Wie hat sich das auf die Buchszene ausgewirkt? Wie kamen international arbeitende Verlage damit klar? Bei den Protagonisten handelt es sich um Bibliophile, wohlhabende Verleger und deren Familien, Menschen mit fragwürdigen Vergangenheiten und und und... ein riesen Aufgebot von spannenden Persönlichkeiten und deren Verknüpfung. Und natürlich fehlt es beim Autor auch nicht an Mysterium. Dachbodenfunde, geheime Manuskripte, Wahrsagerei, Lügen und Intrigen sorgen für Spannung und Abenteuer. 560 Seiten und keine einzige davon war langatmig. Sprachlich vortrefflich schön ♥ Hörbuchfassung: Luise Helm, Johann von Bülow und Fabian Busch waren erstklassig. Ich hätte mir keine besseren Stimmen für diesen Titel vorstellen können. Ich danke dem Verlag auch dafür, dass es sich um eine ungekürzte Fassung handelt.
1917 flieht der Bibliothekar Artur aus Russland nach Leipzig. 1928 findet das Mädchen Liette an der Côte d‘Azur im Hotel ihrer Familie die Besitztümer russischer Gäste der Vergangenheit. 1957 wird der Journalist Thomas mit der Suche nach der Russin Mara beauftragt. Künstlerisch werden in diesem Roman die Geschichten der Orte und Figuren zu verschiedenen Zeiten miteinander verwoben. Gefahren lauern mal in politischen Umständen, wie der russischen Februarrevolution, oder in vertrauten Personen, die zu Morden fähig sind. Auch wenn Bücher und Bibliotheken eine große Rolle spielen, haben Cover und Titel meine Erwartungen in die Irre geführt. „Da drinnen ist eine Bibliothek. In meiner Erinnerung ist sie voller Nebel, auch wenn die Luft draußen klar war.“ Statt um besagte Bibliothek ging es vielmehr um die Verstrickungen der Figuren, die Macht ausüben, gegeneinander kämpfen, sich verlieben und aus dem ein oder anderen Grund durch halb Europa reisen. Das ist spannend, herzerwärmend und manchmal auch ein bisschen mystisch - ein guter Schmöker für die kalte Jahreszeit.
Una novela cargada de la realidad de la historia junto con la aventura, el suspense, la intriga, la familia, la amistad y el amor, donde los libros son el nexo de unión. Me ha parecido una historia para llevar al cine. El autor nos ha contado a través de los personajes detalles de gran parte de lo vivido en la etapa de la primera y segunda guerra mundial entre Rusia, Alemania y Francia. Familias unidas y desunidas, el poder de los libros, el poder del amor, los intereses personales, como los libros puede originar destrucción o unir tanto… Es tanto lo que este libro me ha transmitido que es imposible ponerle menos puntuación.
Una historia a través de tres líneas temporales que se van uniendo de forma magistral, formando un relato muy entretenido. Los personajes te atrapan y la omnipresencia de los libros a lo largo de toda la novela la hace aún más especial. Los últimos capítulos se desarrollan a un ritmo vertiginoso que te obligan a seguir leyendo.
REZENSION – Auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Bestseller „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ (2022) erschien im November wieder im Knaur Verlag mit „Die Bibliothek im Nebel“ ein zweiter bibliophiler Roman des Schriftstellers Kai Meyer (54), dessen Handlung zum Teil wieder im Graphischen Viertel in Leipzig spielt, der historischen Heimat Hunderter Verlage, Druckereien und Buchhandlungen, wenn auch 20 Jahre früher als der erste. Man kann also, wenn man einen Zusammenhang zwischen beiden Romanen herstellen will, diesen zweiten in gewisser Weise als Vorgeschichte zum ersten sehen, zumal wir jetzt erst erfahren, wie und warum der Russe Grigori zum Gehilfen des Buchhändlers im Leipziger Antiquariat Montechristo wurde. Doch ist dies auch schon die einzige Gemeinsamkieit beider Romane, so dass „Die Bibliothek im Nebel“ völlig unabhängig vom früheren Band als eigenständiger Roman gelesen werden kann. In einer „Mischung aus historischem Roman, Liebesgeschichte, Familiensaga und Krimi“, wie der Verlag diesen neuen Roman Meyers bewirbt, tauchen wir ein in das vorrevolutionäre Russland und lernen in Sankt Petersburg die wohlhabende Familie Kalinin kennen sowie deren Tochter Ofeliya und ihren ebenfalls im Haus lebenden Cousin, den jungen Bibliothekar Artur. Noch genießt die Familie ihren Wohlstand und verbringt viele Urlaubswochen im Luxushotel Château Trois Grâces an der Cote d’Azur – dort gemeinsam mit der deutschen Druckerei- und Verlegerfamilie Eisenhuth aus Leipzig. Doch nach Ermordung der Eltern und Tochter Kalinin durch Schergen des allmächtigen Geheimdienstes des Zaren, flieht Artur als einziger Überlebender nach Deutschland. In Leipzig hofft er seine heimliche Liebe Mara wiederzutreffen, die vor Jahren von den Kalinins aufgenommen worden war, seit einiger Zeit aber als Verlobte eines Eisenhuth-Sohnes in Leipzig lebt. Zehn Jahre später (1928) findet die kleine Liette auf dem Dachboden des Hotels Château Trois Grâces in zurückgelassenen Reisekisten der während der Revolution ermordeten Russen ein altes, mit Schloss gesichertes Buch. Weitere 30 Jahre später (1957) bauftragt Liette – inzwischen Alleinerbin und Direktorin des Hotels, den deutschen „Gentleman-Ganoven“ Thomas Jansen mit der Suche nach Mara, der früheren Eigentümerin dieses Buches und Erbin der neben dem Hotel stehenden und seit dem Ersten Weltkrieg verfallenden Villa der Eisenhuths mit ihrer gelegentlich im Nebel versinkenden Bibliothek. Auch wenn der Roman sehr eindringlich den Alltag von Arm und Reich im vorrevolutionären Sankt Petersburg schildert, ebenso das scheinbar unbelastete Jetset-Leben der Reichen und Schönen an der Cote d’Azur, während an den Fronten der Erste Weltkrieg tobt, ist „Die Bibliothek im Nebel“ kein typischer historischer Roman. Die Historie liefert allenfalls die Kulisse für einen spannenden Unterhaltungsroman, der vielmehr durch seine geheimnisvolle, stellenweise sogar unheimliche Atmosphäre und Szenerie besticht. Meyer schreibt sehr authentisch wirkend, schreibt auch recht lebhaft, lässt uns gelegentlich erschauern, löst dann aber wieder die düstere Stimmung durch amouröse Szenen auf, in denen er die Verliebtheit Arturs mit der von einem unergründlichen Geheimnis umgebenden Mara einfließen lässt oder auf anderer Zeitebene das sich zu einem Liebesverhältnis langsam wachsende Vertrauen zwischen Liette und Thomas. Einem direkten Vergleich mit dem früheren Band „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ hält dieses neue Buch nur bedingt stand: Der leider viel zu häufige Szenen- und Zeitenwechsel zwischen den Jahren 1917, 1928 und 1957 ist manchmal so verwirrend, dass es nach Lesepausen schwerfällt, sich spontan wieder in der Handlung zurechtzufinden. Es empfiehlt sich also zügiges und pausenloses Lesen. Vor allem aber enttäuscht: Während der Roman doch gerade von seiner unterschwellig und stellenweise unheimlich düsteren Atmosphäre lebt, gleitet das Buch gegen Ende durch die unnötige „Parade“ vieler grausam zugerichteter Toter leider auf das Niveau eines schlechten Krimis ab. Wer sich davon nicht stören lässt, für den bleibt „Die Bibliothek im Nebel“ ein absolut spannender und abwechslungsreicher Unterhaltungsroman vor historisch interessanter Kulisse.
Die Geschichte hat was... aber leider hat mir die Erzählweise nicht gefallen. Ich fand das Buch ziemlich langweilig und konnte mich nur wenig mit den Protagonisten anfreunden. Schade, denn eigentlich hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut.
Russland im Jahr 1917. Artur muss aus St. Petersburg fliehen. Sein Ziel ist Leipzig, die Bücherstadt, in der auch die Adoptivtochter seiner Zieh-Eltern Mara lebt. Die Bücher und Mara ist alles was er will.
An der Côte d’Azur findet im Jahr 1928 Liette auf dem Dachboden eine Kette und ein Buch, dass mit einer dicken Kette verschlossen wurde.
1958 beauftragt Liette dann den ehemaligen Journalisten Thomas damit, ebenjene Mara ausfindig zu machen.
Ich war ja von Die Bücher, der Junge und die Nacht total begeistert und habe mich darauf gefreut, noch einmal in ein ähnliches Setting eintauchen zu dürfen. Auch dieses Buch wird auf drei Zeitebenen erzählt und wir treffen Grigori wieder. Allerdings muss ich sagen, konnte mich Die Bibliothek im Nebel nicht so begeistern wie das erste Buch. Die drei Teile sind nur rudimentär miteinander verbunden. Gerade der Teil, der 1928 spielt, fällt da eigentlich sehr heraus. Maras Geschichte wird komplett im Teil von 1917 erzählt, die Suche nach Mara 1958 war mir auch zu dünn und Liette und Thomas waren mir da zu blass.
Das Buch war nicht schlecht, das will ich damit nicht sagen. Es war lebendig geschrieben und hat einen gewissen Lesesog entfaltet. Gerade Arturs und Maras Geschichte fand ich doch auch sehr interessant. Aber im Nachhinein haben mir ein wenig die Verbindungen zwischen den drei Teilen (außer den Protagonisten) gefehlt.
Ich kann es durchaus empfehlen, aber im Vergleich ist es nicht so stark wie der Vorgänger.
1913: Artur verliebt sich in die eindrucksvolle Mara. Vier Jahre später flieht er vor der Russischen Revolution nach Deutschland und hofft, dort seine Liebe wiederzufinden. 1928: Liette verbringt ihre Kindheit in dem verlassenen Hotel ihrer Eltern. 30 Jahre und einige Geschehnisse und Begegnungen später, macht sie sich auf die Suche nach der mysteriösen Mara. Vier Zeitstränge, viele Charaktere – so erzählt Kai Meyer eine mitreißende Geschichte. Anfangs ist es noch etwas verwirrend, aber mit der Zeit verknüpfen sich alle Fäden. Alles dreht sich um Artur und Mara – auch wenn es zeitweise nicht so scheint.
Ich zögere, die Geschichte der beiden romantisch zu nennen. Irgendwo ist sie das schon, aber in meinen Augen streift sie den Grad der Obsession und Manipulation ein wenig zu sehr, um eine klassische Liebesgeschichte darzustellen. Aber es ist auf jeden Fall eine Geschichte der Leidenschaft für Bücher und Mythen. Mara und Artur sind interessante Charaktere. Insbesondere Mara bleibt ein Rätsel. Sie ist geheimnisvoll mit einer bedrohlichen Vergangenheit und gnadenlosen Plänen für die Zukunft. Ich kann nicht behaupten, dass sie mir sympathisch wäre, aber sie zieht einen in ihren Bann, so wie sie es auch bei Artur getan hat. Aber auch wenn der Fokus auf den beiden liegt, gibt es genügend weitere spannende Charaktere, gute wie böse, aber alle mit ihrem eigenen Charakter.
Das Buch hat mich stark an Die Bücher, der Junge und die Nacht erinnert. Ebenfalls ein Buch, das zwischen den Zeiten springt und Geschichte mit Einzelschicksalen verbindet. Beide Bücher teilen dazu ihren Fokus auf der Bücherstadt Leipzig. Auch in diesem Buch hatte ich mehrfach das Bedürfnis, diese Stadt, sowie sämtliche andere beschriebenen Orte aufzusuchen. Auch hier geht es um ein mysteriöses Buch, eine mysteriöse Bibliothek und auch dieses Buch ist gespickt mit seltsamen Vorkommnissen, Mythen und Sagen. Die beiden Geschichten stehen aber nur im weitesten Sinn miteinander in Verbindung und sind unproblematisch getrennt zu lesen. Es hat mich aber sehr gefreut, einen bestimmten Charakter wieder auftauchen zu sehen. Für Leser des vorherigen Buches bestimmt ein nettes Extra.
Gut gefallen hat mir, dass sich in diesem Buch die unerklärbaren Geschehnisse in Grenzen gehalten haben und es somit trotz all der erstaunlichen Zusammenhänge relativ realistisch war, auch wenn dies zugegebenermaßen einen Teil der mysteriösen Atmosphäre genommen hat.
Kai Meyer wird für mich immer der Autor der Wellenläufer-Trilogie bleiben. Ein Buch von ihm zu lesen, das nicht Jugendfantasy ist, fühlt sich immer noch etwas seltsam an. Aber ich kann nicht bestreiten, dass er sich auch in diesem Genre gut zurecht findet.
Vielen Dank an NetGalley und den Droemer Knaur Verlag für ein Rezensionsexemplar im Gegenzug für eine ehrliche Rezension.
Sankt Petersburg, 1917. Der junge Bibliothekar Artur flieht vor den Schergen der Revolution, im Gepäck ein Manuskript, das ihn retten soll – und die Leben vieler anderer bedroht. Sein Ziel ist Leipzig, die Stadt der Bücher. Im legendären Graphischen Viertel will er seine große Liebe Mara wiedersehen, die dem Sohn eines reichen Verlegers versprochen ist. Cote d'Azur, 1928. Das Mädchen Liette findet auf dem Dachboden des Luxushotels Château Trois Grâces die vergessenen Reisekisten russischer Familien, die während der Revolution ermordet wurden. Darin entdeckt sie ein altes, mit einem Schloss gesichertes Buch. Dreißig Jahre später beauftragt Liette, mittlerweile Direktorin des Hotels, den Gentleman-Ganoven Thomas Jansen, mehr über die ehemalige Besitzerin des Buchs herauszufinden – eine Russin namens Mara. Die Spur führt zu einem Bibliothekar, der vor Jahren nach Leipzig kam, zu einer verlassenen Villa am Meer und der geheimnisvollen Bibliothek im Nebel (Quelle: Amazon/Verlag/Autor).
"Die Bibliothek im Nebel" von Kai Meyer entführt den Leser auf eine faszinierende Reise durch drei Zeitschienen und verschiedene Schauplätze. Die Figuren, allen voran Artur und Mara, stellen eine hervorragende Storyline vor aus Strängen von Liebe und Spannung. Die Verbindung zu Leipzig und dem Graphischen Viertel verleiht dem Werk eine besondere Note, obwohl dies erst spät im Buch deutlich wird. Die Hörbuchversion mit verschiedenen Erzählstimmen ist empfehlenswert. Die Erzählstimmen nehmen ein mit in die Geschichte, man hat, dass Gefühl immer dabei zu sein. Eher unaufgeregt wird erzählt, was dem Buch eine gewisse Spannung gibt und dem Hörgenuss vertieft. Das Hörbuch hat knapp 17 Stunden und 40 Minuten, die aber wirklich gut angesetzt sind.
Mira que lo he disfrutado, pero creo que lo hubiese disfrutado muchísimo más si no estuviese estudiando unas opos🙄
Mezcla de histórica con misterio y saltos de tiempo. Creía que iba a ir sobre una cosa por la sinopsis y al final no, cosa que me ha hecho que me gustase mucho más.
Me hubiera gustado que hubiese explicado algunas cositas que pasan, pero lo mismo el escritor lo quiso dejar así y es problema mío por sobrepensar todo😅
Das kommt dem großen Carlos Ruiz Zafon, meinem persönlichen Helden, an manchen Stellen echt nahe. Danke dafür. Zumal Zafon leider viel zu früh verstorben ist. Also insgesamt super. Tolle Atmosphäre, gekonnte Vermischung der Jahrzehnte, schön gruselig, immer wieder ironisch und fesselnd.
Stellenweise wird die Erzählung ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen bzw. fast schon künstliche Spannung aufgebaut, insgesamt handelt es sich jedoch um ein absolut fesselndes und unvorhersehbares Buch. Besonders die gründliche Recherche und Einarbeitung vieler historischer Fakten in die Geschichte fand ich bemerkenswert.
4.5 ⭐️ La biblioteca de la niebla es un viaje por el amor a los libros. 1917, 1928 y 1957 serán los años que se entrelazan en esta historia para llevarnos a la vida de Artur, Mara, Liette y una biblioteca llena de misterios. El amor, la pérdida, la soledad y la muerte envuelven a los personajes, así como un libro maldito y muchos sucesos históricos que van entre Rusia, Alemania y Francia.
¿A qué me recuerdó? A un viaje que hice hace años por un libro que se llama La sombra del viento. La trama no es igual, pero tiene altas vibes en personajes y ambientación.
La biblioteca de la niebla es una historia trepidante, intrigosa, fluida, emocionante, sorpresiva... y podría seguir, porque los adjetivos no faltan. Es una novela que te suma y no te resta y decir que la disfruté, es poco.
El autor con todas las intrigas supo como mantenerme atrapada. La forma en la que plantea la historia, los diferentes tiempos, los personajes, su ambientación gris, los detalles y para que negarlo, una biblioteca que es de pura envidia. Todo conectado con mucha maestría.
Te recomiendo leer esta aventura. La palabra biblioteca en el título no es lo único interesante en este libro, te lo aseguro.
Als Liette mit elf Jahren einen Mondstein und Buch, das von einer Kette umwickelt und mit Vorhängeschloss gesichert ist, findet, ahnt sie nicht, dass dieser Fund ihr Leben verändern wird. Mehr als dreißig Jahre später möchte sie mehr über die ehemalige Besitzerin des Buches herausfinden und gemeinsam mit dem ehemaligen Journalisten Thomas begibt sich Liette auf Spurensuche, die Geheimnisse ans Tageslicht bringt, die die beiden in große Gefahr bringen.
"Die Bibliothek im Nebel" von Kai Meyer ist ein Einzelband, der aber im gleichen Universum spielt wie "Die Bücher, der Junge und die Nacht", da wir hier mit Grigori Gomorov einen alten Bekannten wiedertreffen. Auch in diesem Buch wird die Geschichte über drei Zeitebenen erzählt.
Im Jahr 1917 lernen wir Artur Sergejewitsch Danilov kennen, der aus Sankt Petersburg flieht, nachdem sein Onkel Alexej und Tante Xenia sowie seine Cousine Ofeliya von der Ochrana verschleppt und wahrscheinlich getötet wurden. Er landet auf einem Schiff, das ihn nach Leipzig bringen soll, ins Graphische Viertel, wo Mara, die Adoptivtochter der Kalinins wartet. Durch Rückblicke ins Jahr 1913 erfahren wir, wie der achtzehn Jahre alte Artur das erste Mal auf die zwei Jahre jüngere Mara trifft, wie er sie in die Familie Kalinin bringt, die ihr immer mehr verfällt. Aber auch, wie Mara von der Familie getrennt wurde und nach Leipzig gekommen ist. Artur erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive.
Im Jahr 1928 dürfen wir aus der personalen Erzählperspektive der elf Jahre alten Liette Chevalier lesen, die im Hotel Château Trois Graces den Sommer verbringt und beim Herumstöbern auf dem Dachboden das eingelagert Gepäck von ehemaligen russischen Gästen findet. Sie bringt eine Kette mit Mondsteinanhänger sowie ein Buch in ihren Besitz, wobei das Buch mit Kette und Vorhängeschloss gesichert ist, was ihre Neugier entfacht. Ebenfalls neugierig ist sie auf die seit dem Krieg leer stehendende Villa der deutschen Familie Eisenhuth, die sie wie magisch anzieht, in der es aber nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Liette gerät in ein gefährliches Abenteuer.
Aus der personalen Erzählperspektive von Thomas Jansen lesen wir im Jahr 1957, wo der ehemalige Journalist Kriegsverbrecherinnen auf seine ganz eigene Art und Weise enttarnt. Er wird von Liette, die mittlerweile die Besitzerin des Château Trois Graces ist und dieses zu einem Luxushotel gemacht hat, angeheuert, eine gewisse Mara Eisenhuth aufzufinden. Gemeinsam tauchen sie in die Geschichten der Vergangenheit ein und stoßen auf viele Geheimnisse. Ihre Nachforschungen bringen finstere Gestalten auf den Plan und die beiden nicht nur einmal in Gefahr.
Es brauchte ein bisschen, bis ich mich in der Geschichte zurechtgefunden hatte, aber danach konnte mich das Buch richtig fesseln! Ich mochte es sehr, dass die Geschichte über drei Zeitebenen erzählt wurde, oder eigentlich über vier, denn dank Arturs Erinnerungen an seine erste Begegnung mit Mara tauchen wir ja auch ins Jahr 1913 ein. Russland, Deutschland, Frankreich. Vor dem Ersten Weltkrieg, dann mittendrin. Dann zwischen den beiden Weltkriegen und anschließend die Nachkriegszeit, sehr spannende Zeiten und richtig gut gemacht! Man erfährt, wie die russische Familie Kalinin und die deutsche Verlegerfamilie Eisenhuth vor den Kriegen gemeinsam an der Côte d'Azur überwintert haben, wie die Sprösslinge aufeinandergetroffen sind und die Familien sich vereint haben. Nach und nach findet man heraus, was über die Jahre geschah, lüftet ein Geheimnis nach dem anderen und reist in unterschiedlichen Zeiten durch Europa. Ich mochte es dabei sehr, wie die einzelnen Handlungsstränge dann nach und nach ein stimmiges Bild ergeben haben!
Wir durften oft mehrere Kapitel einer Zeitebene am Stück lesen, sodass es etwas gedauert hat, bis man auf eine Zeitebene zurückgekehrt ist. Besonders am Anfang hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte dadurch etwas schleppend Fahrt aufgenommen hat, aber ich mochte es, dass man nicht nach jedem Kapitel aus dem Lesefluss rausgerissen wurde. Jede Perspektive war spannend, wobei ich Arturs am liebsten mochte, weil er ein sehr angenehmer Charakter war. Er hat sich schnell in Mara verliebt und diese doch unglückliche Liebesgeschichte begleiten wir über die Jahre. Man fragt sich immer, was mit Mara passiert ist, ob die beiden jemals glücklich waren oder noch ein Happy End bekommen werden. Je mehr man herausfindet, desto größer werden die Abgründe, die sich auftun, denn Mara musste wirklich viel durchleiden, was sie nachhaltig geprägt hat. Die Suche nach ihr im Jahr 1957 war richtig spannend, da nicht nur Liette und Thomas auf Maras Spuren sind, sondern noch jemand, der über Leichen zu gehen scheint, um Mara zu finden. Aber die Handlung konnte mich sowieso stark fesseln, nachdem ich erst mal in der Geschichte angekommen war.
Die Geschichte von Mara und Artur stand im Fokus, aber mit Liette und Thomas gab es auch noch eine weitere kleine Liebesgeschichte, die ich aber nicht gebraucht hätte, da es mir mit den beiden zu schnell ging und ich diese nicht ganz nachvollziehen konnte, da einfach andere Sachen wichtiger waren als die Annäherung zwischen ihnen. Und auch mit dem Ende bin ich nicht komplett zufrieden. Es werden zwar viele wichtigen Fragen geklärt, aber ich hätte mir am Ende noch ein klärendes Gespräch gewünscht, vielleicht auch noch ein kleines Happy End und auch ein paar Jahre liegen noch im Dunkeln, was Maras Werdegang angeht. Da bin ich nicht komplett glücklich, aber das Ende hat dann auch wieder gepasst und es ist typisch für Kai Meyer, dass er nicht alle Fragen beantwortet, sondern es dem Leser überlässt, die Lücken selbst zu füllen. Da wir auch in diesem Band auf Grigori Gomorov trafen, der auch in "Die Bücher, der Junge und die Nacht" eine Rolle spielt, hoffe ich darauf, dass man ihn auch im dritten Band wiedersehen wird und wer weiß, vielleicht erfahren wir ja auch noch ein oder zwei Dinge mehr über Mara. Ich mochte diesen Band auf jeden Fall richtig gerne, auch weil die Bücher wieder eine große Rolle gespielt haben, und freue mich schon sehr auf "Das Haus der Bücher und Schatten"!
Fazit: Auch mit "Die Bibliothek im Nebel" konnte Kai Meyer mich begeistern! Ich liebe es, dass das Buch über drei Zeitebenen erzählt wird und wir ganz unterschiedliche Orte zu unterschiedlichen Zeiten erleben. Russland vor und während des Ersten Weltkrieges, Deutschland während des Ersten Weltkrieges und Frankreich zwischen den beiden Weltkriegen sowie in der Nachkriegszeit. Es hat zwar etwas gedauert, bis die Geschichte mich mitreißen konnte, aber die Geschichte von Artur und Mara konnte mich dann immer stärker fesseln! Es gab so viele Geheimnisse, die aufgedeckt wurden und auch wenn ich mit dem Ende nicht komplett zufrieden bin, so hat mir dieser zweite Teil noch besser gefallen als der erste! Ich vergebe starke vier Kleeblätter und freue mich schon sehr auf den dritten Band!
War spannend zu lesen. Verschiedene Handlungsstränge die zu verschiedenen Zeiten spielen und die sich mit der Zeit verweben. Bisschen zu kitschig und too much an manchen Stellen für meinen Geschmack aber ich war gut unterhalten.
Der bekannte Autor Kai Meyer hat mit „Die Bibliothek im Nebel“ seinen neusten Roman geschrieben, welches den Leser sowohl durch Sankt Petersburg, die Cote d’Azur und nach Leipzig führt. Dieses Werk kann ohne weitere Vorkenntnisse gelesen werden. Auch wenn es mehr Spaß macht, wenn man bereits „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ gelesen hat, weil es Charaktere gibt, welche in beiden Büchern eine Rolle spielen.
Klappentext: Sankt Petersburg, 1917. Der junge Bibliothekar Artur flieht vor den Schergen der Revolution, im Gepäck ein Manuskript, das ihn retten soll – und die Leben vieler anderer bedroht. Sein Ziel ist Leipzig, die Stadt der Bücher. Im legendären Graphischen Viertel will er seine große Liebe Mara wiedersehen, die dem Sohn eines reichen Verlegers versprochen ist. Cote d’Azur, 1928. Das Mädchen Liette findet auf dem Dachboden des Luxushotels Château Trois Grâces die vergessenen Reisekisten russischer Familien, die während der Revolution ermordet wurden. Darin entdeckt sie ein altes, mit einem Schloss gesichertes Buch. Dreißig Jahre später beauftragt Liette, mittlerweile Direktorin des Hotels, den Gentleman-Ganoven Thomas Jansen, mehr über die ehemalige Besitzerin des Buchs herauszufinden – eine Russin namens Mara. Die Spur führt zu einem Bibliothekar, der vor Jahren nach Leipzig kam, zu einer verlassenen Villa am Meer und der geheimnisvollen Bibliothek im Nebel.
Aus der Feder von Kai Meyer habe ich schon einige Bücher gelesen, er hat mich schon wirklich viele Jahre in meinem Leben mit seinen Werken begleitet. Bisher konnte er mich immer wieder begeistern und in den Bann ziehen. Daher waren meine Anforderungen und Erwartungen an dieses Werk recht hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Wie ich es bereits aus anderen Werken des Autors gewohnt bin, war auch dieses Mal der Schreibstil wieder sehr angenehm, sodass sich das Buch zügig und flüssig lesen lässt. Meyer schreibt sehr fesseln und bildhaft. Gekonnt baut der Autor eine dichte Atmosphäre auf und katapultiert den Leser dabei in bereits vergangene Zeiten. Detailreich werden dabei die Schauplätze beschrieben, ohne sich jedoch zu sehr im Detail zu verlieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass beim Lesen vor meinem geistigen Auge ein genaues Bild der Lokalitäten und auch Charakteren hervorgerufen wurde. Innerhalb von „Die Bibliothek im Nebel“ gibt es mehrere Zeitsprünge und auch Perspektivenwechsel. Es ist wirklich spannend mit zu verfolgen, wie die Geschichte mehreren Ansichten erzählt wird. Erst langsam, aber stetig, erkennt man die Zusammenhänge – sowohl von den Perspektiven als auch von den unterschiedlichen Zeitepochen, wie diese Stränge zusammenhängen und welchen Bezug sie zu den jeweils anderen haben. Hierbei fand ich alle Perspektiven sehr ansprechend, jeder auf seine spezielle Art und Weise, sodass ich mich nicht entscheiden kann, welcher mir persönlich am besten gefallen hat. Angenehm und interessant fand ich auch den Wechsel der Örtlichkeiten, denkt man doch zunächst, wie könnte dies alles zusammenpassen. Aber im Verlaufe des Buches erkennt man dies und es macht noch mehr Spaß, die Entwicklung der Story mitzuverfolgen. Das Buch ist nicht unbedingt temporeich oder die Handlung geht auch nicht Schlag auf Schlag. Dennoch liest sich dieser Roman durchaus spannend, auf unterschiedliche Weise wird Spannung erzeugt, welcher vor allem durch die Schicksalsschläge der jeweiligen Charaktere bestimmt wird. Dies hatte zur Folge, dass ich gebannt an den Seiten gehangen habe und das Buch nur ungern wieder aus der Hand gelegt habe. Sympathisch fand ich auch die Charaktere. Dessen Darstellung fand ich sehr gelungen. Jeder Charakter hatte hier seine eigenen Beweggründe, etwas was ihn vorangetrieben hat. Die Protagonisten wurden gut beleuchtet und hatten jeweils ihre Ecken und Kanten, ihre Stärken und Schwächen. Nur zu gerne habe ich ihre Geschichte verfolgt und ihr Leben mit begleitet. Auch hier kann ich mich nicht entscheiden, welcher Charakter hier derjenige war, über den ich am liebsten gelesen habe. Ich habe einfach von jedem nur allzu gerne gelesen, wobei jede Perspektive auf ihre eigene Art seinen Charme hatte. Sehr interessant fand ich auch den historischen Rahmen, welche in diesem Roman angesprochen werden. Hier wird gekonnt Fakten und Fiktion miteinander vermengt. Nur zu gerne hätte ich ein Nachwort hierzu gehabt, indem der Autor nochmal auf historische Gegebenheiten oder Eckdaten eingeht und nochmal von der Fiktion trennt. Dennoch konnte mich das historische Setting beziehungsweise die einzelnen Zeitstränge überzeugen und jede Zeit hatte hier so ihren eigenen Reiz. Gelungen fand ich hier auch das Zusammenspiel der einzelnen Zeitsprünge und auch das Wechselspiel der jeweiligen Charaktere.
Insgesamt konnte mich der Autor Kai Meyer mit seinem neusten Roman „Die Bibliothek im Nebel“ wieder überzeugen. Dieses Buch hat sympathische Charaktere, einen bildhaften und fesselnden Stil und bietet einen gekonnten Mix aus Fakten und Fiktion mit wechselnden Zeitsprüngen, sodass ich gebannt den Verlauf der Handlung mitverfolgt habe. Ich möchte für diesen Roman 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung vergeben.
St. Petersburg, 1917, der junge Bibliothekar Artur kehrt heim in das herrschaftliche Haus seines Onkels. Doch niemand ist da, die Adelsfamilie Kalinin wurde von Bolschewisten überfallen und getötet. Artur gelingt die Flucht nach Leipzig, hier hofft er seine große Liebe Mara wiederzufinden. Diese ist mittlerweile mit dem reichen Sohn der deutschen Familie Eisenhuth verlobt. Die beiden Familien Kalinin und Eisenhuth kannten sich von ihren Urlauben an der Cote d'Azur, wo die Eisenhuths eine Villa bauen ließ, die sie im Krieg verlassen mussten und die gleich in der Nähe des Hotels lag. 1928 wird die elfjährige Liette magisch von der Eisenhuth Villa und deren Bibliothek angezogen. Auch weitere dreißig Jahre später lässt diese Villa Liette nicht los. Sie engagiert Thomas Jansen, einen ehemaligen Reporter und jetzigen Ganoven. Dieser soll herausfinden, ob Mara noch lebt, denn diese soll die Erbin der Villa sein.
Puh, gar nicht so leicht dieses sehr umfangreiche Buch mit seinen unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven zusammenzufassen, ohne zu weit auszuholen und trotzdem habe ich das Gefühl, nicht mal ansatzweise die Handlung zu umreißen.
Der geheimnisvolle Titel machte mich neugierig und da ich den Autor von seinen Fantasybüchern her kannte, wollte ich diese Geschichte unbedingt lesen. Der Einstieg fiel mir leicht, denn der Autor beschreibt sehr lebendig und bildhaft die Handlung und lässt dabei umgehend ein Kopfkino lebendig werden. Auch sonst erzählt er einfach intensiv und fesselnd und man will wissen, was geschah und geschehen wird.
Erzählt wird das Ganze aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten, 1917, 1928 und 1958. Dabei geht es gar nicht so sehr um die historischen Ereignisse, die trotzdem sehr geschickt mit in die Handlung eingebunden werden, sondern eher um die Atmosphäre, die diese längst vergangenen Tage beim Lesen hervorrufen. Trotzdem spürt man, dass der Autor über ein umfangreiches Wissen verfügt.
Die Geschichte ist sehr komplex und erfordert allein schon durch die Zeitsprünge Aufmerksamkeit, wobei man durchaus an den Charakteren erkennt, in welcher Zeit man sich befindet. Dabei bemerkt man schnell die Verbindungen in den Zeiten, die vor allem aus der mysteriösen Mara besteht. Die Handlung ist in jedem Zeitraum durchaus spannend, allerdings wurde es mir bei der ein oder anderen Begebenheit viel zu ausführlich, was zu kleinen Längen führte. Die Krimi-/Thrillerelemente haben mir dafür richtig gut gefallen und brachten die Spannung. Letzten Endes spielen dann auch Bücher wieder eine wichtige Rolle. Von einem geheimnisvollen Buch, das Artur nach Leipzig bringen soll über die Bibliothek im Hause Eisenhuth.
Die Charaktere sind unheimlich gut gezeichnet, Liette mochte ich in beiden Zeitebenen, gerade auch weil sie unheimlich schlagfertig und zielstrebig ist. Aber auch sonst sind alle Charaktere mit Tiefe beschrieben, sie haben Ecken und Kanten, die sie authentisch machen.
Mein Fazit: Die Bibliothek im Nebel besticht durch eine unheimlich schöne, bildhafte Sprache und authentischen Charakteren. Der Mix der Genre hat mir hier unheimlich gut gefallen und auch wenn es hier und da zu ausschweifend wurde, blieb doch immer das Verlangen wissen zu wollen, was geschieht. Sehr lesenswert.