Als junger Mann bricht Robert Louis Stevenson auf zu einer eigenwilligen Gemeinsam mit der Eselin Modestine durchwandert er die französischen Cevennen. Ausgerüstet mit einem eigens entworfenen Schlafsack, einem Revolver gegen Wölfe und Räuber, Weißbrot für sich und Schwarzbrot für den Esel, sucht Stevenson die Einsamkeit. Und entdeckt als Erstes, dass Modestine ihren eigenen Willen hat. Während sich die ungleichen Wandergesellen langsam anfreunden, erkundet Stevenson die Geheimnisse der Landschaft und ihrer Bewohner. Denn eines weiß er Reisen muss man um des Reisens willen. Stevensons geistreicher wie humorvoller Reisebericht gilt als Meisterwerk der frühen Reiseliteratur und wurde vom Guardian unter die hundert besten Sachbücher aller Zeiten gewählt.
Robert Louis Balfour Stevenson was a Scottish novelist, poet, and travel writer, and a leading representative of English literature. He was greatly admired by many authors, including Jorge Luis Borges, Ernest Hemingway, Rudyard Kipling and Vladimir Nabokov.
Most modernist writers dismissed him, however, because he was popular and did not write within their narrow definition of literature. It is only recently that critics have begun to look beyond Stevenson's popularity and allow him a place in the Western canon.
Schöne Ausgabe, schöne Übersetzung, hier lohnt es sich Fußnoten zu lesen - verlasse das Buch mit Einblicken in Südfrankreich und Schottland Ende des 19. Jahrhunderts; Glaubenskonflikte dort und wichtiger: Berglandschaften.
„Entscheidend ist, sich zu verlieren und sich wiederzufinden, sich den Überraschungen und Geheimnissen der Fremde auszusetzen.“ (S. 10)
Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und selbst gerne in der Natur auf Wanderungen unterwegs. Daher hat mich der Reisebericht von R. L. Stevenson durch die französischen Cevennen sofort angelacht. Stevenson ist als 27-jähriger junger Mann vom 22. September 1878 bis zum 3. Oktober von Le Monastier nach Saint-Jean-du-Gard gewandert. Die Last seines Gepäcks, u.a. eines eigens für die Reise angefertigten Schlafsacks, trug eine Eselin namens Modestine, die er kurz vor Anbruch seiner Reise erwarb. Stevenson bezeichnet sie sehr ‚liebevoll’ als „Anhängsel meiner Matratze, so etwas wie ein selbsttätiges Bettgestell auf vier lenkbaren Rollen“ (S.25). Dieses ungleiche Duo eckt mit seinen unterschiedlichen Charakterzügen durchaus aneinander und die Reise wird nicht so leicht wie gedacht. Neben den wunderschönen Beschreibungen der herbstlichen Landschaft der französischen Bergwelt, geht es auch viel um die geschichtlichen Ereignisse an den durchwanderten Orten, die Glaubenskriege und die religiösen Ausrichtungen sind dabei oft Thema. Das Ganze ist mit einem humoristischen Unterton erzählt, der durchaus Spaß macht. Deutliche Abstriche gab es für mich allerdings im Bezug auf den Umgang mit der Eselin; obwohl Stevenson sich am Ende eingestehen muss, dass er sie auf den gemeinsamen 220 Kilometern doch liebgewonnen hat, geht er nicht grade zimperlich mit ihr um, um sie durch die Berge zu scheuchen und wurde sie körperlich an ihre Grenzen getrieben; das hat die Reise für mich leider etwas negativ überschattet. Die Hardcover-Ausgabe ist sehr schön gestaltet, indem vorne und hinten die Reisekarte abgedruckt ist und auch ein paar Bilder enthalten sind. Mit knapp 200 Seiten für alle Interessierten eine kompakte spannende Reise!
Auf steinigen Pfaden und unter weitem Himmel entfaltet sich eine Reise, die zärtlich und knorrig zugleich ist. Robert Louis Stevenson und seine Eselin Modestine werden zu einem ungleichen Paar, das mir mehr über Menschsein beibringt als mancher philosophische Traktat. Ich folge ihm über Pässe, durch stille Dörfer und an rauen Flussufern, und immer wieder verblüfft mich die Wärme, mit der er Landschaft und Leute beschreibt — ohne Verklärung, aber voller Verständnis. Seine kleinen Unwägbarkeiten, die improvisierten Biwaks und das mühsame Vorwärtskommen machen die Reise nahbar; man riecht das Weißbrot, hört das Klappern der Hufe und spürt die Müdigkeit in den Knochen.
Manchmal bleibt die Stimme des Beobachters so liebevoll verschmitzt, dass ich lachen muss; dann wieder schlägt das Buch in Melancholie um, wenn Einsamkeit und Sehnsucht durchscheinen. Die Übersetzung fängt diese Nuancen treffend ein: klar, poetisch, ohne Schnörkel. Reisefieber mischt sich hier mit literarischer Sensibilität — ein Buch, das Lust aufs Gehen macht und dabei immer wieder innehalten lässt. Für alle, die langsames Reisen, schroffe Natur und feine Beobachtungen lieben, ist dieses Werk ein kleiner, kostbarer Schatz.
Eine schöne Reisegeschichte um sich in das schöne Alleinreisen zu versetzen. Jedoch hätte ich mehr Interaktion mit der Eselin erwartet. Aber es ist ja auch ein Reisetagebuch und es spiegelt auch die Realität wieder. Außerdem lernt man die Cevennen und deren Geschichte dann doch gut kennen.