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Kyiv Mysteries / Samson und Nadjeschda #3

Samson und das Galizische Bad (Die seltsamen Fälle von Samson und Nadjeschda, #3)

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Kiew, 1919: Ein Trupp Rotarmisten ist spurlos verschwunden, mitten in der Stadt, während eines Banjabesuchs. Als Samson im Heizofen des Badehauses Knochenreste findet, kommt er einem finsteren Komplott auf die Spur. Auch im dritten Band um den herzensguten Samson und die kluge Nadjeschda lässt der ukrainische Meister absurder Erzählkunst das Kiew der frühen Zwanzigerjahre lebendig werden. Voller politischer Turbulenzen und schräger Charaktere und spielerischer Parallelen zum Heute.

474 pages, Kindle Edition

Published October 22, 2025

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German spelling of Andrey Kurkov (Андрей Курков). Main is on Andrey Kurkov

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1,133 reviews10 followers
December 9, 2025
Man stolpert quasi mitten hinein in Kiew 1919, und alles ist gleichzeitig wüst, verrückt und irgendwie tragisch. Samson tapst durch die Stadt wie ein liebenswerter Tollpatsch mit detektivischem Talent, und während er Knochen im Heizofen entdeckt, denkt man nur: „Was zum…?“ – und lacht trotzdem, weil die Welt um ihn herum noch verrückter ist.

Die Figuren sind schräg, aber auf eine Art, die man sofort ins Herz schließt. Nadjeschda mit ihrem klaren Verstand bringt genau die richtige Portion Gegenpol zu Samson, sodass jeder Dialog wie ein Tanz auf einem Drahtseil zwischen Wahnsinn und Humor wirkt. Manchmal denkt man, die Leute in Kiew sind völlig durchgedreht, aber der Autor schafft es, dass man genau diese Absurdität liebt.

Die Mischung aus politischen Turbulenzen, mysteriösen Verschwundenen und absurden Alltagsszenen fühlt sich an wie ein Kaffee, der zu stark ist, aber gerade richtig. Kurkow hat diesen Blick für Details, die man erst übersieht, dann aber grinsen lässt: ein kaputter Ofen, ein verschrobener Rotarmist, eine skurrile Situation nach der anderen. Man fühlt sich fast wie ein stiller Beobachter in diesem Chaos, schmunzelt, seufzt und denkt manchmal: „Wie schafft er das alles, ohne dass es absurd wird?“

Und dann sind da diese subtilen Parallelen zum Heute, die einem einen kleinen Stich verpassen – man merkt plötzlich, wie nah Vergangenheit und Gegenwart manchmal beieinander liegen. Das Buch macht Spaß, ist clever, witzig und hat trotzdem Herz. Am Ende schließt man das Buch und denkt: „Ja, Samson und Nadjeschda – die muss man einfach mögen.“
713 reviews13 followers
November 14, 2025
Mit seinem historischen Kriminalroman "Samson und das Galizische Bad" lässt der ukrainische Autor Andrej Kurkow nunmehr zum dritten Mal den jungen Kriminalinspektor Samson in der frühen Sowjetunion ermitteln. Noch befindet sich vieles im Umbruch - doch schon ist der aufkommende Stalinismus und die eiserne Faust der Tscheka zu spüren, die Politisierung der Ermittlungen wie des ganzen noch teils revolutionären Alltags.

Daher ist auch dieser Roman einmal mehr viel mehr als ein Krimi, auch wenn Samson das Rätsel um eine Gruppe von Rotarmisten lösen muss, die nach dem Besuch eines öffentlichen Bads spurlos verschwunden sind. Nur ihre Uniformen sind geblieben. Handelt es sich um Deserteure, oder waren in dem Bad finstere Machenschaften zugange? Samson stößt auf Spekulantentum und Räubereien, muss sich um einen Kollegen und seine junge Ehe sorgen, und dann ist da noch die befürchtete Interessen- und Ermittlungskollision durch Überschneidungen mit einem Fall der Tschekisten.

Kurkow schafft es auch in seinem dritten Buch über Samson und seine Ehefrau Nadjeschda - die diesmal allerdings eher Nebenfigur bleibt - Zeitkolorit mit phantastischen Elementen und einer Prise Humor in schwierigen Zeiten zu verbinden. Sein revolutionäres Kiew ist farbenfroh und chaotisch mit dem Duft von Pferdeäpfeln und Holzöfen. Das Ende lässt allerdings ahnen, dass das Leben der Kiewer einer düsteren Phase entgegengleitet.
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