Polarisierte Gesellschaft und gespaltene Meinungslandschaften. Rechts ist links und umgekehrt, konservativ gibt es nicht mehr, liberal ist neuerdings libertär. Sicherheit kommt vor Freiheit, Friede ist nicht mehr wichtig und das Klima ist an allem schuld. Der Fake regiert die Welt, die Wahrheit ist spurlos verschwunden und wer sie benennt, hat schon verloren. Inhalte sind wertlos, wenn nur die Form perfekt Aus Studien wird Politik, aus Wissenschaft wird Glaube. Ulrike Guérot skizziert in zehn kurzen Essays, in welcher buchstäblich geistlosen Welt wir gelandet sind und wie das politische Denken gedreht und gewendet wurde. Willkommen im 21. Jahrhundert!
Guérot ist eine Intellektuelle und hat paar interessante Gedanken die sie hier aufführt, aber dieses ständige Untergangs-gerede ist einfach nervig und mMn zu undifferenziert.
Bei der Diskursbeschreibung leistet sie einen großen apokalyptischen Beitrag, zu schnell den Untergang zu beschwören. Und mein Gott, darf und soll sie doch, aber von einer Professorin???? Da frage ich mich was mit Differenzierung passiert ist. Und Präzision? Und wissenschaftlicher Genauigkeit?
Das ist kein Sachbuch. Guérot zieht alles in den Schmutz, die Demokratie, Europa, das Establishment, und die Universitäten (!). Sie hat ihren Groll rausgeschrieben und verpackt das als geistreiche Kritik. Finde sie trotzdem sympathisch, aber wtf
Dass man Intellektuelle erst canceln muss, damit sie offen schreiben wie in diesem Buch, ist schade. Unsere Debatten könnten so viel gesitreicher sein, wenn wir sie nur zulassen würden.