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Fräulein Hedwig

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Hedwig ist eine unverheiratete Frau, die auf dem Land als Grundschullehrerin arbeitet. Doch schon in jungen Jahren meldet sie sich immer häufiger krank. Der Pfarrer sieht in ihr eine verirrte Seele, der Arzt eine Nervenkranke – und die Familie versteht sie nicht. Hedwig führt ein stilles, einsames Leben an der Zeitenwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Umso mehr verstören ihre Ausbrüche die Menschen um sie herum. Unter der NS-Diktatur schließlich ist sie als psychisch kranke Frau ihres Lebens nicht mehr sicher.

320 pages, Kindle Edition

Published October 22, 2025

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About the author

Christoph Poschenrieder

12 books7 followers
Christoph Poschenrieder, geboren 1964 bei Boston, studierte Philosophie in München und Journalismus in New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen. Heute konzentriert er sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt ›Die Welt ist im Kopf‹ wurde vom Feuilleton gefeiert und war auch international erfolgreich. Mit ›Das Sandkorn‹ war er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Christoph Poschenrieder lebt in München.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for WildesKopfkino .
836 reviews7 followers
December 5, 2025
Schon auf den ersten Seiten fühlt sich dieses Buch an wie ein leises Grummeln im Ohr — ungefähr so, als würde jemand im Nebenzimmer einen alten Schrank aufmachen und vergessene Geschichten herausstauben. Hedwig ist keine Heldin im klassischen Sinn; sie ist eine Frau, die in den Ritzen der Zeit steckt, und genau das macht sie so elektrisierend. Christoph Poschenrieder beschreibt ihr Leben als Grundschullehrerin auf dem Land mit einer Beobachtungsgabe, die gleichzeitig zärtlich und messerscharf ist. Da ist dieses ständige Missverstehen: der Pfarrer, der Arzt, die Familie — alle haben ihre Diagnose parat, aber niemand hört wirklich zu. Das schmerzt. Und ja, manchmal muss man schlucken, weil die stille Wucht der Szenen einen erwischt, wenn man gerade denkt, man hätte den Ton erfasst.

Die Sprache ist unaufgeregt, aber nie kalt; sie hat diese trockenen, fast ironischen Spitzen, die mich lächeln lassen mussten, obwohl mir das Herz schwer wurde. Kleine Alltagsdetails — ein Schulranzen, ein verstaubtes Muster im Tapetenstoff, eine Telefonstimme — werden zu Fenstern in Hedwigs Innenwelt. Besonders stark: wie die Geschichte die Zeitenwende ins Bild setzt, ohne kitschig zu werden. Dann kommt die finstere Wendung unter der NS-Diktatur, und plötzlich wird aus dem Familiendrama ein Riesenproblem der Ohnmacht. Gradlinig erzählt, doch mit überraschenden Seitenblicken auf menschliche Verletzbarkeit.

Kurz gesagt: kein Wohlfühlbuch, aber eines, das nachklingt. Wer Sprache mag, die nicht laut sein muss, und Figuren, die innerlich kämpfen, findet hier einen Roman, der beides zusammenbringt — Humor, der aus Bitterkeit wächst, und Momente von echter Traurigkeit. Für mich: unbedingt lesen.
2,327 reviews13 followers
October 23, 2025
Zum Inhalt:
Hedwig ist unverheiratet und arbeitet als Grundschullehrerin. Schon früh meldet sie sich immer wieder krank. Ihr Pfarrer hält sie für eine verirrte Seele, ihr Arzt für eine Nervenkranke und die Familie versteht sie nicht. Als der Nationalsozialismus aufkommt, gerät sie als psychisch kranke Frau in Gefahr.
Meine Meinung:
Ich glaube, ich bin mit völlig falschen Erwartungen an das Buch gegangen, denn ich hatte einen Roman aus der Sicht von Hedwig erwartet. Das ist dieses Buch aber überhaupt nicht. Es ist eher der Versuch des Autors, der Nachfahre des Bruders von Hedwig ist, eine Art Biografie über Hedwig zu schreiben. Dabei hat er recht wenig Informationen und stützt die Recherchen auf Unterlagen von Hedwigs Schwester Maria. Man spürt, dass der Autor schon emotional involviert ist, was auch sehr verständlich ist. So richtig eingefangen hat mich das Buch aber nicht, denn ich fand es schwierig Zugang zu finden.
Fazit:
Hat mich nicht gepackt
Profile Image for Christine.
1,494 reviews44 followers
October 1, 2025
Ich fand es ziemlich schwierig, in das Buch hineinzukommen. Nur das letzte Drittel des Buches war für mich interessant. Ich hatte erwartet, einen besseren Einblick in Hedwigs Charakter zu bekommen, auch auf wissenschaftlicher Ebene. Das Buch zeigt die (mehr als verständliche!) Wut des Autors über das, was Hedwig widerfahren ist, aber nicht viel mehr. Der Schreibstil ist lebendig. Ich hatte das Gefühl, dem Autor zuzuhören, wie er seine Geschichte erzählt. Obwohl das Buch mich nicht so gefallen hat, der Autor hat definitiv eine wichtige Geschichte geschrieben.
Ich habe eine digitale Kopie dieses Buches von NetGalley bekommen und freiwillig habe ich eine ehrliche Rezension geschrieben.
Profile Image for Michael Madel.
564 reviews12 followers
January 17, 2026
Die biografisch-fiktive Nachzeichnung der Schicksale insbesondere der Tanten und anderer Verwandten des Autors deprimiert und erschüttert trotz - oder gerade wegen - der betont sachlichen und dokumentarischen Darstellung.
Hedwig Poschenrieder hat zu ihrer Zeit als depressive Frau, die mehr sein will als nur Ehegattin und Mutter, keine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, erst recht nicht, als sie in die Fänge der Nationalsozialisten gerät, denen die Volksgesundheit und Reinheit des deutschen Volkskörpers am nicht vorhandenen Herzen liegt.
Christoph Poschenrieder gelingt ein einfühlsames und berührendes Portrait der Tante und ein einzigartig erhellendes Zeitdokument.
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