Angst auf dem Teller, Depression auf der Gabel? Was wie ein Albtraum klingt, ist bittere Realitä Falsche einseitige Ernährung erhöht das Risiko für Depressionen, Angststörungen und ADHS dramatisch. Doch es gibt Ernährungs-Doc Dr. Matthias Riedl zeigt, wie wir mit den richtigen Essensentscheidungen unsere Psyche wirksam schützen können – und zugleich der gesellschaftlichen Mental-Health-Misere entkommen. Basierend auf neuesten Studien und der Arbeit mit Tausenden Patienten enthüllt er, warum Nutella, Pizza und Co. uns immer nervöser, trauriger und erschöpfter werden lassen und auf welche Lebensmittel es wirklich ankommt wie z. B. Haferflocken, Brokkoli und Kurkuma. Denn ab sofort Darm gesund, Psyche gesund!
Vieles von den Ernährungsweisheiten, die der Autor beschreibt, ist offensichtlich. Trotzdem ist es spannend gewesen mehr zu der Darm-Hirn-Achse und den Verknüpfungen zwischen dem was wir essen und unserer mentalen Gesundheit zu erfahren.
Die Quintessenz ist hier, gesund essen und das heißt hauptsächlich selber kochen. Viel Obst und Gemüse und keine verarbeiteten Lebensmittel. Wie gesagt, alles no brainer und offensichtlich. Aber man vergisst es doch schnell, wenn da ein Stück Kuchen vor einem steht.
Die Abnehmtipps hätte ich mir hier sparen können. Wenn dann mehr Infos dazu haben möchte, kann man das natürlich lesen. Hier fand ich es persönlich am falschen Ort. Es soll doch hauptsächlich um mentale Gesundheit gehen.
Mir fehlen auch etwas die Nachweise und Belege aus Studien.
Kann man gut hören. Was fundamental Neues ist es jedoch nicht.
An sich ist das Buch wirklich gut, deshalb gibt es von mir auch 4 Sterne. Einen Stern muss ich allerdings abziehen, weil einige Aussagen zum Thema Nahrungsergänzung und Omega-3 für mich schlicht nicht nachvollziehbar sind.
Besonders die Behauptung, dass einmal pro Woche Fisch essen ausreichen würde, um den Omega-3-Bedarf ausreichend zu decken, halte ich für problematisch. Gerade heutzutage sind viele Fischsorten stark belastet – Mikroplastik, Schwermetalle und andere Schadstoffe sind nun einmal Realität. Besonders Meeresfrüchte und Garnelen stehen immer wieder in der Kritik. Das einfach auszublenden, finde ich als gesundheitlichen Ratschlag zu kurz gedacht.
Ebenso kritisch sehe ich die Aussage, Nahrungsergänzungsmittel solle man nur nach ärztlicher Empfehlung nehmen. Das klingt in der Theorie vernünftig, scheitert aber oft an der Praxis. Viele Ärzte orientieren sich bei Blutwerten an Durchschnittswerten der Bevölkerung – und wenn große Teile der Bevölkerung bereits unterversorgt sind, dann ist dieser „Normbereich“ aus meiner Sicht nicht unbedingt optimal.
Ich bin überzeugt, dass viele Menschen spätestens ab 35–40 Jahren deutlich stärker auf Mikronährstoffe achten sollten. Gerade mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper spürbar. Für manche Menschen kommen zusätzlich individuelle Probleme hinzu – bei Migräne zum Beispiel werden häufig Omega-3, Q10 oder Vitamin B2 diskutiert. Solche Themen kommen im Buch meiner Meinung nach viel zu kurz.
Das bedeutet nicht, dass alles schlecht ist. Die grundsätzlichen Ernährungstipps sind solide und sinnvoll. Aber beim Thema Supplemente und Mikronährstoffe wirkt das Buch auf mich teilweise oberflächlich oder unnötig pauschalisiert. Man hat stellenweise das Gefühl, dass hier eher aus Vorsicht formuliert wurde, damit niemand Nahrungsergänzung „falsch“ versteht.
Deshalb mein Rat: Das Buch gerne lesen, aber nicht jede Aussage ungefiltert übernehmen. Kritisch mitdenken und auch andere Perspektiven anschauen. Ergänzend kann ich die Bücher von Helena Orfanos-Boeckel zum Thema Nährstofftherapie empfehlen. Dort wird deutlich ausführlicher auf Mikronährstoffe und individuelle Versorgung eingegangen.
Fazit: Gutes Buch mit brauchbaren Grundlagen, aber beim Thema Nahrungsergänzung und Mikronährstoffe aus meiner Sicht teilweise zu einseitig und nicht differenziert genug.
Im Fokus steht die Verbindung zwischen Darm und Gehirn und die Frage, wie wir uns möglichst „artgerecht“ ernähren sollten. Das ist gut verständlich aufbereitet und insgesamt auch schlüssig. Im Vergleich zum Kochbuch geht es allerdings weniger tief ins Detail, was einzelne Lebensmittel und ihren konkreten Einfluss auf die Psyche angeht. Das blieb für mich vergleichen mit Iss deine Psyche gesund: Mein Ernährungswissen und 100 Rezepte gegen Überlastung, Ängste und Depressionen.
Zudem werden viele Zusammenhänge zwischen Ernährungsweisen und psychischen Erkrankungen aufgezeigt, meist auf Basis von Korrelationen. Kausale Zusammenhänge lassen sich nur selten belegen. Da liegen für mich auch die Grenzen des Buches.
Trotzdem ist es ein solides, gut lesbares Sachbuch, das einen guten Überblick gibt und zum Nachdenken über die eigene Ernährung anregt.