Deutschland in den Siebzigerjahren. Katharina Berner stammt aus einer gutsituierten Unternehmerfamilie, geht aber seit jeher ihren eigenen Weg. Dass sie Jura studieren wollte, statt eine Familie zu gründen, haben weder ihr Vater, der alte Patriarch, noch ihre Mutter und Schwestern je verstanden. Doch sie hat sich durchgesetzt und arbeitet in einer großen Kanzlei in Köln - glücklich ist sie allerdings nicht. Die männlichen Kollegen machen ihr den Alltag zur Hölle, am liebsten würde sie sich selbstständig machen. Nur wie, wenn nicht einmal jemand Büroräume an sie vermieten will? Da bittet eine junge Frau Katharina um Rita Maiburg besitzt eine Pilotenlizenz, versucht jedoch vergeblich, eine Anstellung zu bekommen. Die Lufthansa hat ihre Bewerbung mit der Begründung abgelehnt, dass sie grundsätzlich keine Frauen als Piloten einstellt. Diese Ungerechtigkeit will Rita sich nicht gefallen lassen. Katharina nimmt den Fall an, und die beiden beschließen zu klagen - gegen die Lufthansa und die BRD. Einen Verbündeten findet Katharina in ihrem Vermieter Theo, der sie unterstützt, wo er nur kann. Doch können die beiden Frauen alle Hindernisse überwinden und Ritas Traum vom Fliegen endlich Wirklichkeit werden lassen?
Eher 3,5 Zugebenermaßen habe ich den Roman aus einem Missverständnis heraus als Rezensionsexemplar angefragt. Die Covergestaltung hat mich an einen Roman erinnert den ich toll fand und ich bin irrtümlich davon ausgegangen, das es sich daher um ein Buch der Autorin handelt, die Deutsches Haus geschrieben hat. Im nachhinein hat sich das als Trugschluss herausgestellt. Dann fiel mir aber zumindest wieder ein, weshalb mir Christine Drews Name ein Begriff war. Ich habe einen ihrer Kriminalromane gelesen. Da er mir aber nicht so gut gefiel, gebe ich frei zu, das ich hier dann doch etwas zurückhaltend war mit meiner Erwartungshaltung.
Auch wenn ich "Freiflug" keine 1 mit Sternchen geben würde, hat die Lektüre mich dennoch bereichert. Ich kannte Rita Maiburg vorher nicht und das ist ehrlich gesagt ziemlich traurig, Immerhin hat diese junge Frau Geschichte geschrieben und es ist sehr bezeichnend, wie in Deutschland nach wie vor Geschichte geschrieben wird, das ihr Name so unbekannt ist. Obwohl sie die erste Frau der Welt!! war, die als Kapitänin für eine Fluggesellschaft geflogen ist. Was mich tatsächlich am meisten beeindruckt ist ihr Alter, Maiwald war gerade mal in den frühen Zwanzigern und hat sich getraut die Lufthansa zu verklagen. Zurecht und es hat mich sehr wütend gemacht, wie argumentiert wurde, weshalb eine Frau nicht als Pilotin arbeiten sollte - oder generell...
Katharina als ihre Anwältin, fand ich eine spannende Figur, weil sie vieles anders macht, als ihre Schwestern und ihre Mutter. Aber auch, weil sie sich auch gegenüber einem Patriarchalen Vater durchsetzen muss. Leider fand ich hier, das der Konflikt nicht richtig heraus gearbeitet wurde. Vieles blieb mir zu wage. Des weiteren hat mich auch gestört, das es dann ohne Romanze für Katharina auch nicht ging. Auch wenn das mal ein klein wenig am Klischee vorbei ging, ich gebe zu, konsequenter hätte ich gefunden, wenn es eben mal keine Liebesgeschichte gegeben hätte. Für mich hat sie die Handlung unnötig aufgebläht. Ich hätte tatsächlich den Fokus gerne stärker auf Rita gesehen, auch wenn ich verstehe, das es zum Teil schwierig war. Die Autorin erklärt im Nachwort, das es leider zum Prozess keine juristischen Unterlagen mehr gibt und sie keine Verwandten von Rita Maiburg finden konnte.
Mein Problem war tatsächlich zum einen der Schreibstil der Autorin, aber auch die Erzählweise an sich. Ich fand es wurde einfach zu vieles, das zeitgenössischen Hintergrund vermitteln sollte, erklärt, statt es in die Handlung richtig zu integrieren. Das waren dann oft die Teile, die eher wie aus einem Lehrbuch klangen, als wie Gedanken einzelner Figuren. Zu mal manches davon auch offensichtlich nach Gedanken aus dem heute auf die Zeit damals wirkten. Das ist bei mir grundsätzlich etwas, das mich sehr stört. Hinzu kam, das Katharinas eigene Geschichte zum Teil etwas sehr viel Raum bekam. Es ging fast eher um sie, als um den Prozess. Das fand ich schade, denn ich wollte ja genau darüber mehr erfahren. Katharinas Familiengeschichte fand ich zum Teil dann auch etwas zu vollgestopft mit vielen Ideen, die zwar historisch schon gut passen, aber irgendwie zu viel des Guten waren. Es war als ob hier ein Checkliste abgearbeitet wurde.
Was mich sehr wütend gemacht hat, waren die verschiedenen rechtlichen Aspekte. Wenn ich mir überlege, was Frauen noch mitte der 70er Jahre alles nicht erlaubt wurde, obwohl wir rechtlich betrachtet im Grundgesetzt gleichgestellt waren, das aber einfach mal von Männern so ausgelegt wurde, wie es ihnen in den kram passte. Und viele Frauen haben das ja auch akzeptiert, weil sie es nicht anders kannten und sie selbst glaubten, das es seine Richtigkeit hätte. Gleichzeitig habe ich auch wieder gemerkt, das auch heute noch so viele Vorurteile gar nicht ganz verschwunden sind und es nach wie vor genug Menschen gibt, die denken das es das eine Essenz des typisch weiblichen und typisch Männlichen gäbe und das dies grundsätzlich biologisch erklärbar sei. Das Frauen nach wie vor auf den gleichen Positionen weniger verdienen, sie nach wie vor große Nachteile davon haben, wenn sie Kinder bekommen und und und ... die Liste ist nach wie vor viel zu lang.
Frauengeschichte ist keine eigene Geschichte, sondern sollte eigentlich ganz selbstverständlich und ohne Besonderheit oder als "andere Geschichte" erzählt werden. Das es nach wie vor etwas so besonderes ist, wenn eben der Fokus mal nicht auf einen Mann gelegt wird, sagt einiges über unsere heutige Gesellschaft aus. Und selbst dann haben wir viele weitere Themen des Feminismus nur gestreift.
Wirklich würde es 10 Sterne geben würd ich 10 geben. Durch den ganzen Sexismus musste ich viele Pausen machen (hat mich sehr sauer gemacht alles)…. Aber ich empfehle das Buch jedem!!! …Vor allem FeministInnen ;)
Rita Maiburg war eine wichtige und dennoch so unbekannte Persönlichkeit. Drews beleuchtet ihr Leben und das einer jungen Anwältin und führt dem Leser die schattigen Seiten der ‚bunten’ 70er vor Augen: Frauen, die mit 30 noch nicht verheiratet sind, keine 3 Kinder gezeugt und dann auch noch berufstätig sind - ein Verbrechen. Vergewaltigung in der Ehe - kein Verbrechen. Leider werden jedoch so viele Klischees erfüllt, dass das Buch an manchen Stellen trivial wirkte… Dennoch war es wirklich schön zu lesen.
„Sehr geehrte Frau Maiburg, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 2. Mai 1974 und ihr Interesse an unserem Unternehmen. Da weibliche Flugzeugführerinnen in unserer Gesellschaft aus grundsätzlichen Erwägungen nicht zum Einsatz kommen, müssen wir Ihre Bewerbung leider ablehnen.“ (Zitat Pos. 840)
Inhalt Katharina Berner ist Anwältin aus Überzeugung, sie will Menschen helfen. In der bekannten Kanzlei in Köln, für die sie tätig ist, liegt der Schwerpunkt auf den finanziellen Erfolgen und als Frau wird sie von den männlichen Kollegen nur bedingt ernst genommen. Sie will ihre eigene Kanzlei eröffnen, andererseits will sie keinesfalls ihre vermögenden Eltern um finanzielle Hilfe bitten, denn ihre Familie hat kein Verständnis dafür, dass sie Anwältin werden wollte, statt zu heiraten und für Mann und Kinder zu sorgen. Rita Maiburg, ist mit erst zweiundzwanzig Jahren eine ausgebildete Pilotin mit hervorragenden Abschlüssen. Als das kleine Unternehmen, für das sie tätig ist, in Konkurs geht, bewirbt sie sich bei der Lufthansa als Linienpilotin. Als die Lufthansa ihre Bewerbung ablehnt, weil sie grundsätzlich keine Frauen als Piloten anstellt, wird ihr von Freunden Katharina Berner empfohlen. Als die Anwältin kurz darauf ihr eigenes Büro eröffnen kann, nimmt sie den Fall an und die beiden Frauen beschließen, gegen die Lufthansa und damit auch gegen ihre Haupteignerin, die Bundesrepublik Deutschland, auf Umsetzung des Artikel 3, Grundgesetz zu klagen. Wenn sie gewinnen, wäre dies ein neuer, sehr wichtiger Präzedenzfall.
Thema und Inhalt Dieser Roman mit biografischem Hintergrund spielt in den Siebzigerjahren und Themen sind die Ungleichbehandlung der Frauen, der Wunsch nach Eigenständigkeit als Gegensatz zu den konservativen Werten, Familie und Beziehungen.
Charaktere Rita Maiburg wurde 1976 als erste Frau zur Linienflugkapitänin befördert und dieser Roman orientiert sich an ihrer Biografie. Obwohl Rita Maiburg damals von einer Anwältin vertreten wurde, ist die Figur der Katharina Berner fiktiv. Die vermögende Unternehmerfamilie, aus der sie stammt, steht für ein damals noch geltendes traditionelles Rollenbild der Frau, während Ritas Freunde für die Freiheit der Hippiezeit stehen.
Handlung und Schreibstil Die Handlung spielt in den Jahren 1974 bis 1976. Dieser Zeitraum umfasst die Dauer des Verfahrens gegen die Lufthansa und wird durch einen Epilog und Prolog 1977 umschlossen. Die einzelnen Kapitel zeigen als Überschrift das genaue Datum und die personale Erzählform stellt jeweils Katharina oder Rita in den Mittelpunkt. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt weniger auf diesem interessanten Klageverfahren, sondern in den persönlichen Beziehungen und Konflikten im Freundes- und Familienkreis.
Fazit Ein Roman, der die Schwierigkeiten jener Frauen aufzeigt, die ihren Weg und Ziele in einer damals noch Männern vorbehaltenen Berufswelt sehen. Ich hatte damit gerechnet, dass der Schwerpunkt auf dieser gesellschaftspolitisch so wichtigen Klage liegt, mir mehr Informationen und Details erhofft. In dieser Geschichte stehen jedoch Familie, Freundschaft, Liebe im Mittelpunkt, es ist ein unterhaltsam zu lesender Frauenroman.
Deutschland in den Siebzigerjahren. Katharina Berner stammt aus einer gut situierten Unternehmerfamilie, geht aber seit jeher ihren eigenen Weg. Dass sie Jura studieren wollte, statt eine Familie zu gründen, haben weder ihr Vater, der alte Patriarch, noch ihre Mutter oder Schwestern je verstanden. Doch sie hat sich durchgesetzt und arbeitet in einer großen Kanzlei in Köln – glücklich ist sie allerdings nicht. Die männlichen Kollegen machen ihr den Alltag zur Hölle, am liebsten würde sie sich selbstständig machen. Nur wie, wenn nicht einmal jemand Büroräume an sie vermieten will? Da bittet eine junge Frau Katharina um Hilfe: Rita Maiburg besitzt eine Pilotenlizenz, versucht jedoch vergeblich, eine Anstellung zu bekommen. Die Lufthansa hat ihre Bewerbung mit der Begründung abgelehnt, dass sie grundsätzlich keine Frauen als Piloten einstellt. Diese Ungerechtigkeit will Rita sich nicht gefallen lassen. Katharina nimmt den Fall an, und die beiden beschließen zu klagen – gegen die Lufthansa und die BRD. Einen Verbündeten findet Katharina in ihrem Vermieter Theo, der sie nach Kräften unterstützt. Doch wird es den beiden Frauen gelingen, Ritas Traum vom Fliegen endlich Wirklichkeit werden lassen?
Meine Meinung:
Allgemein mag ich es, wenn echte Begenbeheiten mit FIktion verbunden werden, denn so habe ich Spaß beim Lesen, lerne aber trotzdem einiges dazu. Erzählt wird das Leben von Rita Maiburg, die in Deutschland die ersten Pilotion war und versucht hat, gegen die Lufthansa vorzugehen.
Grundsätzlich ist dieser Roman ein guter Beispiel dafür, wie sich Frauenrecht in en vergangenen 50 Jahre geändert haben. Die 70er Jahre ist immer noch durch den Krieg geprägt, auch wenn sich Bewegungen zeigen, in den Frau nicht mehr das klassische Rollenbild entsprechen. Deshalb gibt es auch die Gegenspielerin zu Rita Maiburg, Katharina Berner, die zwar erfunden ist, aber als eine der wenigen weiblichen Rechtsanwältin sich in einer Männerdominierten Welt beweisen muss. Das Buch wirkt insgesamt gut recherchiert.
Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Katharine und Rita. Bei Katharina steht ihre Konservative Familie, ihr berufliches sowie privates Glück im Vordergrund, bei Rita der Prozess gegen die Lufthansa sowie ein alter Schulfreund, der den Drogen verfallen ist. Das letzte Thema hätte für mich in diesen Buch nicht sein müssen, auch wenn es einige heftige Missstände von der Zeit aufdeckt. Der Schreibstil lässt sich gut lesen. Grundsätzlich konnte ich mich gut in beiden Charaktere reinversetzen.
Grundsätzlich haben mir beide Sichten gefallen und auch die Handlung fand ich interessant. Ein bisschen ausgebremste wurde meine Freunde durch die vielen Zeitsprünge. Dadurch wird vieles im Nachhinei erzählt, ohne dass ich es als Leserin selbst erleben kann. Das Ende war für mich auch nicht ganz rund und kam auch recht plötzlich. Wegen Rita Maiburgs reale Geschichte musste das Ende so kommen, aber wie es verpackt wurde, hätte durchaus anders sein können.
Ein bisschen blöd fand ich dann, wie Katharinas Liebesbeziehung abgelaufen ist. Ich will nicht spoilern, aber ich bin gegen Ende wirklich kein Fan von dieser Beziehung.
Was ich wirklich toll fand, war, dass ich wirklich den EIndruck hatte, dass ich die 70er-Jahre aus Sicht der Frauen kennenlernen konnte. Dadurch nehme ich einiges an Wissen mit, wofür ich super dankbar bin. Es zeigt gut, wie wichtig Feminismus damals und auch heute weiterhin ist. Für Leser*innen, die gerne historische Romane mit der Vermischung von Realität mit einem gesellschaftskritischen Fokus lesen, sind hier auf jeden Fall richtig.
Köln in den siebziger Jahren. Katharina hat gegen den Wunsch ihres Vaters Jura studiert und arbeitet in einer renommierten Kanzlei. Doch macht ihr die Arbeit in diesem Umfeld oft keinen Spaß, da sie als Frau diskriminiert und belästigt wird. Und auch die Gewinnmaximierung, auch auf Kosten der Mandanten, geht ihr mehr und mehr gegen den Strich. Daher macht sie sich selbstständig.
Rita hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und ist Pilotin geworden. Jetzt hat sie sich bei der Lufthansa beworben und hofft auf eine Zusage. Als ihr die Stelle jedoch mit dem Hinweis, dass die Lufthansa aus Prinzip keine Frauen einstellt, verweigert wird, beschließt sie zu kämpfen und reicht mit Hilfe von Katharina Klage ein.
Die Geschichte basiert auf der wahren Geschichte von Rita Maiburg, die als erste Linienflugkapitänin der Welt in die Geschichte einging, dann aber ob ihres frühen Tods schnell vergessen wurde.
Christine Drews gelingt es in ihrem Buch den Geist der siebziger Jahre perfekt einzufangen. Die Alltagsdiskriminierung der Frauen, der steigende Drogenkonsum und das Erwachen der Frauenbewegung spielen eine große Rolle. Was mich selbst zwischendrin immer wieder hat wütend werden lassen war, wie sehr Frauen in dieser Zeit noch systematisch und teilweise auch per Gesetz klein gehalten wurden. Und wie normal es war, sich abfällig über Frauen zu äußern. Die Sprüche, die da kamen, klangen teilweise so, wie sie auch siebzig Jahre früher üblich waren. Ich war teilweise wirklich fassungslos, wie normal das in meiner eigenen Kindheit noch war und wieviel sich seitdem doch glücklicherweise geändert hat.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es liest sich flüssig, interessant und spannend. Und man ist am Ende froh, wie sehr sich doch vieles zum Besseren entwickelt hat.
Das Buch hat mich wegen der Geschichte von Rita und Katharina total gepackt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es war wirklich erschreckend zu lesen, wie wenig Rechte Frauen noch vor wenigen Jahrzehnten hatten und dass auch eine Klage gegen offensichtliche Diskriminierung keinen Erfolg hatte. Ich bewundere den Mut von Rita und fand auch die fiktive Geschichte von Katharina, die ihren Platz in der Welt als selbstständige Rechtsanwältin findet, inspirierend.
Den Schreibstil fand ich jedoch gewöhnungsbedürftig. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte sehr aus der heutigen Perspektive erzählt wird. Manche Ausschweifungen und Charaktere waren nicht gut eingebunden und aus meiner Sicht überflüssig.
Auch fand ich Katharinas privates “Happy End” etwas unpassend. Dass Theo und sie wieder zusammenfinden und sie ein Kind von ihm bekommt hätte nicht unbedingt sein müssen. Noch komischer fand ich, dass in ihrer Familie plötzlich alles harmonisch läuft und ihre Eltern nichts gegen einen geschiedenen Schwiegersohn und sie als arbeitende Mutter haben sollen.
Trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert! Es hat mich daran erinnert, dass die Freiheiten und Rechte die wir heute haben hart erkämpft sind und sich ein Kampf manchmal lohnt, auch wenn man nicht bekommt was man sich erhofft hatte. Ich musste gerade gegen Ende auch an meine eigene Mutter und meine Großmütter denken, die diese Zeit miterlebten. Vieles was mir heute möglich ist, war für sie nicht denkbar. Das Buch ist eine gute Erinnerung, sich für weiteren Fortschritt einzusetzen und einen “Role Back” zu verhindern.
This entire review has been hidden because of spoilers.
In den Siebzigern ist es noch bei weitem nicht normal, dass Frauen arbeiten und schon gar nicht in den angestammten Männerberufen. So hat es Katharina als Juristin in einer Kanzlei nicht leicht, denn die Männer nehmen sie Grunde nicht für voll. Ähnlich geht es Rita, die als ausgebildete Pilotin gerne bei Lufthansa arbeiten würde aber abgelehnt wird, weil sie eine Frau ist. Katharina und Rita nehmen den Kampf auf.
Meine Meinung:
Und wieder mal ein Buch, dass einen überrascht mit einer Geschichte über eine Person, die man nicht kannte. Die erste Kapitänin im Verkehrsflug. Klar, als Roman verpackt aber richtig gut. Mir gefiel auch ganz besonders, wie es der Autorin gelungen ist, das damalige Sittenbild zu schildern. Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es innerhalb eines Tages verschlungen habe. Der Schreibstil hat mir ebenfalls richtig gut gefallen. Ganz klare Leseempfehlung.
Die Schriftstellerin Christine Drews kenne ich schon von ihrem letzten Roman . Darum interessierte mich „Freiflug“ auch sofort. In den siebziger Jahren war es für Frauen schwer in der Männerwelt Fuß zu fassen.
Als Anwältin wird Katharina Berner in der Kanzlei nicht ernst genommen. Um richtig arbeiten zu können, machte sie sich selbstständig. Ihr Vater hatte Angst, das sie seinem Ansehen schaden könnt.
Rita hat es geschafft Pilotin zu werden, aber sie wurde bei der Lufthansa nicht eingesetzt. Sie beauftragt Katharina zu klagen. So wird Rita auch noch ein Opfer der Presse.
Die Autorin hat diese Zeit für Frauen genau eingefangen. Ich habe diese Zeit persönlich miterlebt und kann sagen, genau so ungerecht war es. Wenn man dann noch einen Minirock trug war das skandalös.
Die Autorin versteht es gut, problematische Themen, zu beschreiben.
Das Nachwort ist auch noch sehr informativ. Der Roman hat mich gut unterhalten.
Ein fesselnder Roman über Rita Maiburg, der ersten Linienflugkapitänin der Welt, die die Lufthansa und die Bundesrepublik Deutschland verklagt hatte, weil diese Frauen (als Pilotin) weder einstellte noch ausbildete. In dem Roman werden aber auch weitere Frauenrechtsthemen in der damaligen Zeit behandelt. Wenn man bedenkt, dass das alles noch gar nicht so lange her ist, ist das echt erschreckend. Ein sehr interessantes Zeitzeugnis, das während dem Lesen viele Emotionen hervorholt. Sehr flüssig geschrieben und schnell zu lesen.
Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Das Buch las sich flüssig und war kurzweilig. Es war sehr interessant und hat mich natürlich im Hinblick auf das zentrale Thema auch reichlich aufgeregt. Mir ist Feminismus wichtig aber manchmal einfach zu intensiv, ein Problem, das ich im vorliegenden Buch nicht hatte. Gerne wäre ich intensiver in den Prozess und seine Abläufe eingestiegen und hätte dafür etwas weniger Familie und Freunde vertragen. Das Nachwort macht deutlich, warum das Buch ist, wie es ist trotzdem muss ich dafür einen Stern abziehen.
Toll erzählte Geschichte nach einer wahren Begebenheit, fand es sehr spannend und gleichzeitig erschreckend, wie lange es gedauert hat bis mal eine Frau ein Passagierflugzeug fliegen durfte.
Als ich von dem Buch „Freiflug“ hörte, musste ich es einfach lesen. Das Cover selbst hätte mich persönlich eher weniger angesprochen, da es sehr schlicht ist und ich es lieber farbiger mag. Trotzdem passt die Gestaltung aber sehr gut zur Geschichte.
Toller Stil und Spannung
Zu Beginn hatte ich kleine Probleme, richtig im Buch anzukommen. Das hat sich aber zum Glück schnell gelegt, als die beiden Charaktere dann aufeinander getroffen sind und die Story so wirklich begann. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ich hatte regelmäßig passende Bilder vor Augen. Es blieb die ganze Zeit spannend, sodass ich unbedingt weiterlesen musste.
Die beiden Hauptcharaktere waren gut gewählt. Zwei Frauen, die ihrer Zeit voraus waren und für sich eingetreten sind. Beide waren stark und haben dafür gekämpft, dass sie ihr Leben so führen können, wie sie sich das für sich vorgestellt haben. Anwältin Katharina, die als Frau Jura studiert und als Anwältin gearbeitet hat. Rita, die sich für eine Pilotenausbildung entschied und Linienflugpilotin werden wollte. Beides gute Vorbilder und somit perfekt für die Geschichte, die eben doch zum Teil fiktiv ist.
Wahre Geschichten
Das Besondere am Buch war aber natürlich, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Ich mag sowas immer besonders gerne, da ich mich im Nachgang noch weiter mit der Thematik befassen kann, wenn ich das möchte und ich kann eine bessere Verbindung zu den Charakteren und Handlungen aufbauen. Allerdings hat mich das Buch dadurch dieses Mal auch wütend gemacht beim Lesen. Denn es wurden Themen behandelt, von denen ich zwar wusste, dass es damals war. Aber wenn man sie tatsächlich in Geschichten beschrieben bekommt, denkt man deutlich mehr darüber nach und muss sich damit auseinandersetzen.
Das Recht der Frauen
Die zentrale Thematik war natürlich die Gleichberechtigung der Frauen. Es wurden im Verlauf der Handlung diverse Punkte aufgezeigt, wo Frauen noch nicht gleichberechtigt waren bzw. keine Chance hatten. Auch einige Nebenhandlungen haben mich dabei so mitgerissen. Kaum vorstellbar, dass die Zeit noch gar nicht so lange vorbei ist. Nur wenige Jahrzehnte, keine -hunderte oder -tausende. Nein, eher als wäre es gestern so gewesen. Was mich zum einen froh macht, dass es mir heutzutage deutlich besser geht als den Frauen damals. Zum anderen aber auch zeigt, wie wenig die Gleichberechtigung bisher umgesetzt ist.
Drews hat mit „Freiflug“ hier eindeutig den Zahn der Zeit getroffen und uns ein wichtiges Werk zur Verfügung gestellt, das von so vielen weiteren Menschen gelesen werden sollte. Ich glaube, jeder kann etwas daraus lernen und sich bewusst machen, dass noch einiges zu tun ist. Daher muss es einfach so oft wie möglich weiterempfohlen werden.
Fazit
Trotz meiner anfänglichen Probleme, in die Geschichte eintauchen zu können, gibt es also von mir eine klare Empfehlung. Eine spannende Thematik, die aufwühlt und öfter erzählt werden muss.