Sata Ineko war eine sehr starke und beeindruckende Frau. Bereits in der vierten Klasse musste sie die Schule verlassen, um in einer Karamellfabrik zu arbeiten - trotzdem hat sich einen Namen als Schriftstellerin der proletarischen Literaturbewegung gemacht.
Aufgrund ihres spektakulären und bewegten Lebens habe ich mir viel von ihrem Roman erhofft - Rollenbild der Frau, Gesellschaftskritik und Sozialporträt - vielleicht war das etwas zu viel der Wünsche für einen so kurzen Roman. Die Frage nach der Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft der 1930er Jahre wird gestellt und die Zerrissenheit arbeitender Ehefrau plastisch dargestellt. Allerdings findet sich diese Punkte vor allem im ersten Drittel des Buches. Danach nimmt passiert eine Wendung, die der Geschichte an Tempo verleiht, sie zugleich aber ihres Tiefgangs beraubt. Da die Geschichte sich auf das Leben einer Frau konzentriert ohne ein Gesamtbild der japanischen Gesellschaft zu entwerfen, hat mich das Buch schlussendlich etwas enttäuscht zurückgelassen.
Die Schriftstellerin Sata Ineko interessiert mich aber weiterhin und so werde ich es noch mit einem anderen Roman von ihr versuchen.