Für ihren Debütroman Der Schwimmer hat Zsuzsa Bank viel Beifall bekommen, gelobt wurde vor allem die Atmosphäre, der Rhythmus und dieser melancholische Ton, der einen in Bann zieht. All das findet sich auch in den 12 Erzählungen ihres zweiten Buches. Und natürlich auch diese langen, geschwungenen Zsuzsa Bank-Sätze, wie dieser erste aus der Kurzgeschichte "Unter Hunden", für die sie den angesehenen Bettina-von-Arnim-Preis erhielt: "In einem Haus lebten wir, einem Haus mit roter Fassade, mit fünf oder sechs Stockwerken, Familien über uns, unter uns, übers Haus verteilt, mit ihren Kindern, hinter jeder Tür drei oder vier, mit ihren Großeltern, die an den Fenstern standen, um hinauszusehen auf die Autobahn, auf Strommasten und die wenigen Wege, die hinaus aus dieser Siedlung führten."
"Unter Hunden" ist eine der wenigen Geschichten, in der die Figuren nicht unterwegs sind. Bei Zsuzsa Bank wird viel gereist, London, Italien, Australien, Nordamerika, manchmal auch in die alte Heimat wie in "Weihnachtswald", wo sich zwei Freundinnen treffen, wie jedes Jahr, mehr aus Gewohnheit, eigentlich ist die Freundschaft nur noch ein Ritual. Ob und wie es weitergeht, bleibt in der Schwebe. Auch das ist typisch für die in Frankfurt am Main geborene, ungarischstämmige Autorin und erinnert wie noch so einiges an dieser Prosa an Judith Hermann, die mit ihren Erzählungen in den letzten Jahren ein so großes Publikum fand.
Ob Zsuzsa Bank den Erfolg des Romans mit ihren Erzählungen wiederholen wird können, bleibt allerdings fraglich. Einerseits könnte diese gepflegte Melancholie à la Judith Hermann schon wieder etwas aus der Mode sein. Anderseits ist dieses In-der-Schwebe-lassen in einigen Geschichten so intensiv, dass unklar bleibt, wovon hier eigentlich erzählt wird. Was für eine großartige Erzählerin Zsuzsa Bank sein kann, beweist sie aber auch in einigen Texten. Insofern bleibt sie eine der interessanten neuen Stimmen der deutschsprachigen Literatur, von der man noch hören wird. --Christian Stahl
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12 short stories as the follow-up to the highly acclaimed debut by the Hungarian-German author.
Dieses Buch gehört ab jetzt zu meinen absoluten Favoriten dieses Jahr. Eine wunderbare Kurzgeschichtensammlung, die vom tiefsten Winter erzählt, von Weihnachten in der Psychiatrie, von Sommer in der australischen Wüste, von regnerischen Zugfahrten und durchfeierten Nächten.
Ich hatte vorher nie etwas von Zsuzsa Bánk gelesen, werde jetzt aber die Bibliothek stürmen. Die Art und Weise, wie sie von Frauen erzählt, von Beziehungen und Konflikten und Sprache zwischen Frauen, von Freundschaft und Liebe und Abhängigkeit ist wirklich einzigartig. Sicherlich gab es stärkere und schwächere Geschichten in diesem Buch, insgesamt hinterlässt es doch ein wunderbares Gefühl. Es hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich werde mir beizeiten eine physische Kopie zulegen (habe das ebook gelesen) und dieser mit Bleistift und Lineal zu Leibe rücken.
Zsuzsa schafft das, worum sich wohl in allen Kurzgeschichten bemüht wird, mit Bravour - sie lässt Leerstellen. So viele offene Fragen nach nur ein paar Seiten Erzählung, gleichzeitig so viele Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Wirklich fantastisch.
Idealna na lato :) To jak Bank pisze, zachwyca mnie dopiero od niedawna, ale mam nadzieję, zachwycać będzie długo. To jak tworzy sceny, to jaką atmosferę kreuje, wszystko mi się podoba. I znów tak jak w genialnych "Jasnych dniach" jest motyw powrotów do przeszłości, jakaś nostalgia za tym, co było, za ludźmi, których się znało. Chciałabym zamieszkać w tych zdaniach.
Episoden, die teilweise zu atmosphärisch für mich waren, es darf auch mal etwas handfester sein für mich. Am liebsten mochte ich "Larry", "Glück" und "Blaulicht" dennoch werden diese Geschichten wohl bald wieder verblassen.
Dans la lignée de mes déconvenues successives ce mois-ci, j'ai également été déçue par ce recueil de nouvelles pourtant vantées par Minh Tran Huy elle-même : je me suis en effet laissé avoir par cet appât publicitaire et par l'annonce de "portraits de femmes aimantes, déçues, rayonnantes, et toujours intenses." Si j'ai retrouvé les premiers adjectifs, c'est très loin d'être le cas du dernier. Les femmes sont très présentes dans ces textes, bien que certains laissent planer un mystère sur l'identité du narrateur/de la narratrice. Elles sont présentées dans des situations de transition, d'arrivée ou de départ, le plus souvent, donc dans des moments de fragilité et d'entre-deux. Cela aurait pu donner lieu à des textes très intéressants, mais je n'ai malheureusement pas été sensible au style de ceux-ci, trop descriptifs et répétitifs parfois (j'ignore si c'était dû à l'auteure ou à la traductrice, mais c'était assez désagréable). A aucun moment, je n'ai réussi à me retrouver dans ces univers pourtant divers, dans ces fragments de vie trop vides.
The thing with short story collections, for me, is that they are never completely satisfying. There will always be stories that I'll care less for, or stories that I don't understand.
This collection was quite good, though. Bánk has truly mastered the craft of letting the weather rule the complete atmosphere of the story, because it's always extreme: hot, or snow, or rain. Rare are the stories where the weather does not play a part at all.
And some were really, really brilliant. Larry was my favourite, followed by Gebete and Eiszeit. Quiet stories with a lot of emotions between the lines. When the emotions were more clear, for example in Blaulicht, I found that I enjoyed the stories less.
Lo compré totalmente al azar, porque me habían gustado las traducciones de Marina en El cielo es azul, la tierra blanca y Naufragios; y ha resultado ser el libro que más me ha gustado en meses (o años). Quizás, diría, el que más me ha gustado desde que leí a Kawabata, y por razones similares.