Er sagt, er kann sich an nichts erinnern. Doch an seinen Händen klebt Blut ... Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Designerwohnung. Im Keller des Hauses kauert der vierzehnjährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem klirrend kalten Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr, und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft ...
Nicole Neubauer ist 1972 in Ingolstadt geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet sie freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Sie ist Mitglied der »Mörderischen Schwestern e.V.« und der »Autorinnenvereinigung e.V.«. Ihr Kurzkrimi Backstage errang im Jahre 2011 den zweiten Platz im »Broilerbar«-Kurz- geschichtenwettbewerb. Mit dem Romanmanuskript Kellerkind gewann sie einen Förderplatz im Mentoringprogramm der »Mörderischen Schwestern e.V.« Nicole Neubauer lebt mit ihrer Familie im Herzen Schwabings.
Die Ermittler fand ich klasse - kantige, aber auch allesamt sympathische Charaktere, von denen man gerne noch mehr lesen mag. Auch die Handlung war die ersten 2/3 des Buchs sehr spannend. Dann drehte es sich leider ein wenig im Kreis...was sicher authentisch für so eine Mordermittlung sein mag, aber der Story eben auch ein wenig den Drive nahm. Dafür ein halbes Sternchen Abzug...Dennoch, insgesamt eun tolles Buch und Nicole Neubauer ist für mich eine vielversprechende Neuentdeckung bei den deutschen Krimiautoren.
Great start of what promises to be a great new series situated in Munich. This is my "city" and especially as I can't go home this Christmas, it was wonderful to follow the detectives around the well-known streets! The team of detectives are great characters and whilst you learn a bit about each one and their problems, it does not overpower the main crime story. Love it that the detectives (male and female) are not all slim, agile, beautiful and superhuman, but like many of us Bavarians, big, chubby and with plenty of hearty irony. Even proper Brezen, from the bakery, out of a paper bag, fuel the team (like most of Bavaria) when things get tough.
Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt ermordet in ihrer Wohnung. Der, wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellt, recht undurchsichtigen und distanzierten Anwältin, wurde die Kehle durchschnitten. Im Keller des Hauses befindet sich der 14 jährige Oliver Baptiste, dem Blut an den Händen klebt. Der Junge schweigt beharrlich und auch sein Vater ist den Kommissaren gegenüber nicht gerade kooperativ. Nun liegt es an Wächter und seinem Team den Jungen, gegen den Widerstand seines Vaters, zum Sprechen zu überzeugen...
Ich war sehr gespannt auf "Kellerkind" und so startete ich in freudiger Erwartung an eine spannende Story mit dem Krimi. Der Prolog hat mich neugierig gemacht und versprach eine spannende Geschichte, so konnte ich es kaum erwarten weiterzulesen.
Die Story, die so verheißungsvoll begann, zog sich wie Kaugummi. Für meinen Geschmack lag der Fokus zu sehr auf dem Privatleben der Ermittler, was weder spannend war noch zur Geschichte beigetragen hat. Die Spannung lies von Seite zu Seite eher nach, was mich sehr enttäuscht hat. Ich gestehe, dass ich mich das ein oder andere Mal beim Querlesen ertappt habe. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab und ich wollte einfach nur endlich, endlich mit dem Buch fertig werden.
Irgendwie passierte immer und immer wieder das Gleiche. Junge redet nicht, Vater kooperiert nicht, Privatleben der Ermittler und wieder von vorne und ich habe wirklich überlegt ob ich nicht einfach nur das Ende lese und abbreche. Auch war es bei mir nicht unbedingt so, dass ich nun rätseln musste wer denn nun am Ende die Anwältin ermordet hat, im Gegenteil, es war mir ziemlich schnell klar, einzig das Warum blieb mir ein Rätsel.
Mir war klar, dass ich hier einen Krimi und keinen Thriller in den Händen halte und mir war auch klar, dass ich nicht durchweg auf atemlose Spannung stoßen werde aber mir war nicht klar, dass das Kellerkind so weit in den Hintergrund rückt und eher die Ermittler in den Fokus gerückt werden, denn dann hätte ich mit dem Buch gar nicht erst angefangen.
Natürlich ist es notwendig auch private Dinge über die Kommissare zu erfahren, damit man ungefähr weiß, wie diese ticken aber es wäre für mich viel spannender gewesen mehr über das Kellerkind, dessen Vater und die Beziehung zu der Ermordeten zu erfahren. Zum Ende wusste ich wirklich alles über die Ermittler aber bei dem Opfer und Verdächtigen blieben viel zu viele Fragen offen. Schade eigentlich! So bleibt es für mich eigentlich nur ein Krimi, den man durchaus mal zwischendurch lesen kann, wenn man mit Durchhaltevermögen ausgestattet ist.
Fazit: Ein München-Krimi mit Lokalkolorit, der allerdings für meinen Geschmack zu wenig spannende Elemente enthielt.
Die Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Wohnung. Im Keller des Hauses kauert der 14-jährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft.
Der Buchrückentext hat mich wirklich neugierig gemacht, es versprach eine spannende Geschichte zu werden, leider konnte mich das Buch aber überhaupt nicht mitreißen.
Das Buch beginnt spannend mit dem auffinden der Leiche und des blutverschmierten Jungen im Keller, aber ab dann passiert in diesem Buch so gut wie gar nichts mehr. Es werden tagaus, tagein Gespräche und Verhöre geführt, meist mit immer wieder mit den gleichen Personen, die zu nichts führen, und das bleibt bis kurz vor Schluss so. Etwas interessanter zu lesen sind die Passagen um Oliver, aber auch diese lockern das zähe Unterfangen für mich immer nur kurzfristig auf.
Das Ermittlerteam könnte mich auch so gar nicht überzeugen, sie sind zum Teil mehr mit sich und ihren Befindlichkeiten beschäftigt als mit dem Fall. Auch sind die Probleme und "Macken" teilweise so überzogen dargestellt, das ich das ganze immer weniger ernst nehmen konnte.
Der Täter bleibt kurz vorm Schluss unerkannt und liefert dann auch noch ein völlig belanglose Tatmotiv ab, bei dem ich mich wirklich ein wenig verschaukelt gefühlt habe.
Mein Fazit: Für mich ein langweiliger und belanglose Krimi, der mich nicht begeistern konnte. Schade, denn der Beginn war spannend und hatte Potential eine wirklich gute Geschichte daraus zu entwickeln.
Zunächst mal kann ich als norddeutsches Gewächs mit dieser bayerischen Mundart nicht so recht was anfangen. Dadurch hat das Buch zugegebenermaßen auch gleich schon einen schlechten Stand bei mir.
Unabhängig davon konnte "Kellerkind" mir im Grunde auch nichts spannend Neues bieten und plätscherte trotz aller Gewalt und Verdächtigungen irgendwie so dahin. Mehr von Waechter, Hansen und Elli muss ich also nicht lesen.
Interessanter Münchner Krimi mit einem sehr skurrilen Ermittler-Quartett. Nicht durchweg sympathisch, aber immerhin so, dass man gerne am Ball bleibt. Der Inhalt war gut konstruiert, hatte aber seine Längen. Vielleicht hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle einen kleinen Twist gewünscht, die Auflösung kam aber doch überraschend. Was mich im Lesefluss etwas gestört hat, war der Wechsel zwischen Lokaldialekt und Hochdeutsch. Gerade in wörtlicher Rede war der abrupte Wechsel verwirrender als mancher (mir) unbekannte Begriff und ließ es etwas abgehackt wirken. Nichtsdestotrotz unterhaltsam, die Reihe um Waechter werde ich im Auge behalten.
Nachdem ich in diesem Jahr bereits den Folgeband von “Kellerkind”, nämlich “Moorfeuer” , rezensiert habe, wollte ich natürlich auch noch den hochgelobten Debüt-Roman von Nicole Neubauer lesen. Habe mich für die Hörbuchfassung entschieden und muss mich beim Sprecher Richard Barenberg bedanken. Es schafft es tatsächlich, dass man beim Laufen nicht umgehend einschläft, indem er versucht, den Hauptcharakteren eine eigene Stimme zu verleihen und in dem er gelegentlich den bayrischen Dialekt bemüht und so für Abwechslung sorgt. An der Leseleistung gibt es nichts zu meckern, Daumen hoch.
Der Klappentext verspricht “eiskalte Spannung!”. Die gibt`s tatsächlich. Als in den ersten Sätzen des Buches eine junge Mutter ihr Baby füttern will und auf einmal von oben durch die Decke des Zimmers das Blut von Rose Benninghoff auf den Tisch tropft, da läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Das war`s dann aber auch schon. Der Rest ist – ich kann es wirklich nicht anders sagen – furchtbare Langeweile, Stagnation, keine Dynamik, nicht vorhandener Spannungsbogen, Null Entwicklung.
Es gibt die Klappentext erwähnte Tote, die so unspektakulär ist, dass sie keinen Ansatzpunkt für Ermittlungen bietet. Es gibt den im Keller gefundenen Oliver und seinen Vater, die als Randgeschichte in immer gleich ablaufenden polizeilichen Vernehmungen zwar ein völlig gestörtes Vater-Sohn-Verhältnis offenbaren, ansonsten aber rein gar nichts zur Lösung des Falles beitragen. Besonders das immer wieder gleiche Geschwätz von Olivers Vater nervt unendlich.
Primär geht es in diesem Buch um die einzelnen Personen im Team von Hauptkommissar Wächter und ihre privaten Probleme. Teilweise hat man das Gefühl, die Geschichte um Hannes und die Tochter aus erster Ehe wäre der Hauptplot. Einerseits ist es verständlich, dass die Autorin ihre für eine Buch-Reihe angedachten Protagonisten umfassend einführt, andererseits hat man bei diesem Umfang allerdings nicht das Gefühl, einen Krimi zu lesen. Seitenweise gibt es sowas wie überhaupt keine Handlung, fallmäßig treten die Ermittler auf der Stelle oder laufen im Kreis, bis wieder ein nichts bringendes Gespräch mit Oliver und/oder Vater folgt. Ein sinnloser Nebenplot, der für die Auflösung des Falles letztendlich auch noch völlig irrelevant ist, komplettiert das Ganze. Der Täter, den man schlichtweg aus dem Mangel anderer Personen ableiten kann, ist nicht überraschend, das Motiv …nun ja…und sollte der “Hüter des Schweigens” in einem dritten Buch von Nicole Neubauer auftauchen, werde ich es garantiert nicht lesen. Die Figur ist einfach nur albern und nicht nur unglaubwürdig, sondern schlichtweg nicht vorstellbar. Schlussendlich bleiben viele Fragen offen, u.a. auch die um das gestörte Verhältnis von Oliver und seinem Vater.
Immerhin: es war ein Debüt-Roman und Nicole Neubauer hat sich mit dem zweiten Band “Moorfeuer” eklatant gesteigert. Dort gefiel mir sehr, wie sie das Wächter-Team charakterisiert und ihm einen privaten Anteil widmet. Allerdings passend und ausgewogen und nicht so wie im ersten Band, bei dem ich eher das Gefühl hatte, in einem Psychogramm für polizeiliche Ermittler zu lesen. “Moorfeuer” hingegen ist ein handwerklich solider, unterhaltsamer, ganz klassischer Krimi, in dem sich Nicole Neubauer m.E. auch sprachlich gesteigert hat. Ich hake deshalb “Kellerkind” einfach ab und nehme es als Basis, von der aus sie gestartet ist und von der ausgehend sie sich auch positiv entwickelt hat. (Bei vielen Autoren läuft das genau andersherum
Kellerkind Kellerkind Nicole Neubauer Rezension vom 19.07.2015 (0)
An einem kalten Januartag wird in einer Altbauwohnung in der Münchner Prinzregentenstraße die Leiche der 47-jährigen Rose Benninghoff gefunden. Schnell steht fest, dass das Opfer den Täter gekannt haben muss und diesen in ihre Wohnung ließ, doch fand offensichtlich kein Kampf statt. So erschütternd die Tat auch anmuten mag - erschütternder für die Beamten vor Ort ist das, was sie im Keller vorfinden: Einen 14-jährigen Jungen, von Misshandlungen gezeichnet. Ist er ein Straßenkind, das in einem Kellerverschlag, ausgerechnet dem vom Opfer, Schutz vor der Witterung suchte? Bei dem Jungen werden jedoch Papiere gefunden, die ihn als Oliver Pascal Baptiste ausweisen und jener Junge ist keinesfalls ein Straßenkind, sondern wohnhaft in einer überaus noblen Gegend in München. Was hatte der Junge hier zu tun und warum hat er Blut (des Opfers) an sich?
Die Kommissare Michael Waechter und Johannes Brandl sind mit den Ermittlungen betraut. Da es sich bei dem Opfer um eine Rechtsanwältin handelte, könnte man davon ausgehen, dass sie mehr Feinde als Freude hat, doch offene Feindschaften sind niemandem in ihrem Umfeld bekannt - jedoch auch keine Freundschaften. Lediglich mit ihrer Nachbarin Judith Herold hatte Rose ab und an privaten Kontakt, es scheint gar so, als wenn sie ihre einzige Freundin gewesen wäre. Durch sie erfahren die Ermittler, dass Rose vor nicht allzu langer Zeit mit Laurent Baptiste liiert war, dem Vater Olivers. Oliver auf jeden Fall schweigt zu den Geschehnissen. Es besteht die Möglichkeit, dass er einer retrograden Amnesie leidet oder einfach nur ein verdammt guter Schauspieler ist. Die Kommissare tappen im Dunkeln, doch irgendwie schafft es Waechter, zu dem Jungen durchzudringen, denn nur ihm gegenüber öffnet er sich nach und nach.
Doch ausgerechnet Johannes Brandl, der sich in diesem Fall beweisen muss, hat nicht wirklich den Kopf frei, denn private Probleme in Form von Lily halten ihn auf Trapp. Hannes selbst lebt mit seiner Frau Jonna und zwei kleinen Kindern in einem Haus mit Grundstück, das der "Bank" gehört, doch da ist noch Lily - eine Tochter aus einer früheren Beziehung und mit ihren 15 Jahren im schönsten Teenager-Zickenalter. Eigentlich sollte Lily nur über die Ferien bei Hannes und seiner neuen Familie bleiben, doch Anja, ihre Mutter, hat sie nicht mehr abgeholt. Wird es Brandl, trotz seiner privaten Probleme, und Waechter gelingen, hinter das Geheimnis von Oliver und somit hinter das Motiv des Mordes zu kommen?
Kellerkind - Bist du ein Mörder? Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. Leider verlor sich dieser in unnötigen Wendungen und ich empfand es bereits beim ersten Auftreten der Figur sehr offensichtlich, die sich später als Täter herausgestellt hat. Die Figuren an sich wurden authentisch erarbeitet, jedoch konnte ich zu diesen keine wirkliche Beziehung aufbauen, was mir fehlte war die "Seele" der jeweiligen Figuren. Sicherlich hat der Leser vieles über sie erfahren, über ihre Vergangenheit, über Probleme, aber die wirkliche Motivation, warum sie so handelten, wie sie handelten, die fehlte mir doch etwas. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch konnte dieser die vorherigen Schwächten an Plot und Figuren nicht wettmachen.
Die Anwältin Rose Benninghoff wird in ihrer Wohnung ermordet. Im Keller findet die Polizei den Jugendlichen Oliver Baptiste, der wegen seiner blutbeschmierten Hände in Verdacht gerät. Doch kann ein so junger Mensch schon zum Täter werden? Der Junge verfällt zunächst in einen fast katatonischen Zustand und seine Erinnerungen an die Tatnacht sind äußerst lückenhaft. Der Vater, der so schnell wie möglich herbeieilt, ist keine große Hilfe. Als „hohes Tier“ scheint er zu meinen, er habe ein Anrecht auf eine Sonderbehandlung für sich und seinen Sohn. Damit kommt er Kommissar Waechter aber gerade recht. Gemeinsam mit seinen Kollegen versucht dieser genauestens zu ermitteln, was Oliver in der fraglichen Zeit getan haben könnte.
Bei dieser offensichtlichen Lage konzentriert sich die Polizei natürlich auf den Verdächtigen Oliver und seinen Vater. Etliche Auskünfte steuert die beste Freundin und Nachbarin der Toten bei. Doch immer, wenn sich etwas zu verdichten scheint, treten neue Hinweise zutage, die vieles wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Die Kommissare haben deshalb eine durchaus schwierige Aufgabe zu erfüllen. Kommissar Waechter versucht sich in die Tat und die möglichen Verdächtigen einzufühlen, stößt jedoch manchmal auch an seine Grenzen. Er und sein Kollege Brandl haben mitunter auch mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, was schon mal den klaren Blick auf den Fall etwas trüben kann.
Andere Beschreibungen zu Büchern der Autorin haben neugierig gemacht, deshalb wurde die Gelegenheit, sich mit ihrem Krimi-Debüt zu beschäftigen gerne wahrgenommen. Neugierig startet man die erste CD und beginnt langsam sich zu fragen, wo es mit diesem Fall hingehen soll. Vielleicht gingen die Erwartungen eher in Richtung eines leicht humorvollen Lokalkrimis und man hat sich somit selbst ein Bein gestellt. Denn dieser Roman ist schon ein beinharter Krimi, dessen geschickte Verschachtelung sich erst spät erschließt. Dennoch ist dieser Beginn einer Reihe interessant. Und die Leserin/Hörerin nimmt sich fest vor, künftig im Vorfeld genauer hinzuschauen.
Obwohl das Hörbuch von Richard Barenberg sehr einnehmend vorgetragen wird, entfaltet sich beim Hören kein rechter Bezug zu Handlung und zu den Personen. Erst nach und nach gewinnt die Handlung an Profil, so dass man schließlich doch neugierig wird, alle Zusammenhänge zu erkunden.
Ein wirklich guter Münchner Lokalkrimi mit interessanten und zumeist sympathischen Ermittlern. Das Münchner Lokalkolorit ist gut getroffen, nur manchmal wird in den sprachlichen Wendungen zu sehr Rücksicht auf die Leser genommen, die der süddeutschen Mundart nicht mächtig sind und der eine oder andere Satz in der wörtlichen Rede wirkt ein bisschen seltsam, wenn mitten im Satz von münchnerisch zu hochdeutsch gewechselt wird.
Ich habe das Buch soeben zum zweiten Mal gelesen und hatte vom erstem Mal lesen nur noch den Mörder im Kopf aber einen großen Teil der begleitenden Story verdrängt. Erst beim zweiten Lesen fiel mir auf, wie gut dieses Buch eigentlich ist und ich habe mich sofort auf die Suche nach den Folgebüchern dieser Reihe gemacht.
Rezension von Melanie zu Kellerkind (Kommissar Waechter Band 1) von @Nicole Neubauer
5 von 5 🌟 Es ist nicht alles Schwarz/ Weiß, das zeigt dieser Krimi eindrucksvoll mit einer Prise Humor nach Mundart.
Inhalt Er sagt, er kann sich an nichts erinnern. Doch an seinen Händen klebt Blut ... Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Designerwohnung. Im Keller des Hauses kauert der vierzehnjährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem klirrend kalten Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr, und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft ...
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es ist keine Erinnerung mehr zu haben, aber blutverschmiert aufzuwachen. Die Frage ist, will man wirklich die Wahrheit wissen? Ich glaube ja, denn ich glaube fest daran, das man sich nicht gegen seine Natur wenden kann. Und lieber weiss ich die Wahrheit als im Dunkeln zu tappen. Genau dieses Gefühl hat- denke ich- Baptiste.
Sehr eindrucksvoll fand ich auch den Witz und die bayerische Mundart.
Die Protagonisten von Recht und Gesetz, im Einzelnen. Michael Waechter ist erster Hauptkommissar in der Münchner Mordkommission der K 11. Der 49-jährige wirkt auf den ersten Blick wie eintypischer Grantler, aber hinter dessen ruppigen Schale befindet sich allerdings viel Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. Wenn sich Michael in einen Fall verbissen hat, lässt er nicht locker, schon seit vielen Jahren ist er mit seiner Arbeit verheiratet. Hinter seiner rauen Fassade versteckt Waechter seine ganz eigene Familientragödie, die ihn zu einem ziemlichen Eigenbrötler macht. Zuhause in seinem geliebtenMünchner Stadtteil Schwabing, lebt der Kriminalroman mit einem akuten Messie - Problem. Ich finde er ähnelt stark an den äußerst fähigen Korbinian Hofer der @Rosenheim-Cops. So ein echter Bayer!
Hannes Brandl, 37 Jahre als, Hauptkommissar ist erst nach seinem Jurastudiunzur Polizei gekommen. Seine Sprunghaftigkeit und sein Jähzorn machen es seinen Kollegen nicht immer einfach doch er brennt für seine Arbeit. Mit seiner Familie lebt der überzeugte Veganer 🍇🍉🍊🍏🍎🍌🍓🍅🍆🌽auf einem Ökobauernhof auf dem Land. Das Idyll bröckelt, denn seine Tochter aus erster Ehe stellt das Familienleben auf den Kopfende konfrontiert ihn sozusagen täglich mit seiner Vergangenheit. Hannes muss sich nicht nur mit den Verbrechen auseinandersetzen, sondern auch mit den dunklen Flecken auf seiner Seele. Ein komplexer Typ, mit vielfältigen Problemen, die er oft auch nicht während der Arbeit außen vor lassen kann. Normalerweise finde ich, wenn Familien mitmischen total ätzend, aber dieser Charakter hat seinen eigenen Charme. Elli Schuster, 34 Jahre und ebenfalls Oberkommissarin in Waechters Mordkommission. Mit ihrer Schlagfertigkeit setzt sich die Singlefrau in der Machowelt der Kripo durch, und behält den Fall selbst dann im Blick, wenn die Männer längst in Hahnenkämpfe verwickelt sind Eine super starke Powerfrau. Und wahrscheinlich zu stark für einen Mann.
Und dann ist da noch Der Hüter des Schweigens, Dieser kann besser mit Computern kommunizieren als mit Menschen. An seinen richtigen Namen können sich die Kollegen kaum erinnern. Da er die Menschen reden lassen kann, gilt er in der Mordkommission als Vernehmungsgenie. Eigenartige aber interessante Figur.
Diese Geschichte zeigt sehr präzise die Arbeit der Polizei, die aus viel zeitaufwendiger Ermittler Arbeit besteht. Und nicht aus reisserischer Blutspritzender Action Schlag auf Schlag. Sondern aus durchdachter Arbeit inkl. der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit dieser tollen Kommissare. Es läuft dabei nicht immer rund und es passieren auch Fehler, was auch total menschlich ist, denn so ist die Wahrheit, es ist total realistisch. Besonders intelligent fand ich das Verschwimmen von Täter und Opfer. Was ich sehr gelungen fand.
Rose vit dans un appart propret et bien rangé, voire stérile. Sa vie semble lisse et froide pour les pages glacées d’un magazine. Quand elle est retrouvée morte, la gorge béante, les enquêteurs n’ont d’autre choix que de suspecter ses rares proches. A fortiori quand le fils de son ancien amant, Oliver, est retrouvé dans sa cave, ensanglanté, blessé et mutique. Mais pas facile quand le Baptiste Senior a le bras long, est agressif et fait barrage à l’équipe du commissaire Waechter.
C’est un polar classique avec des policiers en recherche du coupable, menant une enquête avec peu, voire pas, d’indices, donc ardue. Peut-être un peu trop classique pour moi car je n’ai pas accroché à l’histoire. La victime était hermétique de son vivant et n’a pas su éveiller d’empathie chez moi, même quand son passé est dévoilé. Tout comme le jeune Olivier, un peu trop perturbé pour avoir envie de le protéger. Son père est antipathique au possible, et pour cause. La relation entre le père et le fils est tumultueuse, obscure et étrange, mais ne suscite pas plus d’intérêt que cela car trop de questions restent sans réponse. L’enquête est lente par manque de pistes mais tellement resserrée autour de quelques personnes que le suspense n’est pas intense. L’intrigue elle-même, à mon sens, n’est pas assez aboutie, notamment quand les fantômes du passé sont insuffisamment évoqués ou que la relation des Baptiste n’est pas assez aprofondie.
Par contre, j’ai beaucoup aimé l’équipe d’enquêteurs: le commissaire Waechter, le Taiseux, Hannes et Elli. L’auteur a su créer une équipe intéressante par leur parcours personnel, leur caractère, leur personnalité. Ce ne sont pas des super-soldats, ils sont pro dans leur travail, flirtent parfois avec les consignes et les limites, mais avant tout ce sont des hommes et des femmes qui ont une existence individuelle et leurs propres problèmes.
Notamment Hannes qui doit essayer de faire une place à sa fille aînée débarquée sans prévenir et qui lui cause bien des soucis. Il n’est pas habituel d’aborder les relations parents-enfants sous leurs aspects de rejet. Car oui, Hannes rejette cette enfant qui détone dans sa nouvelle vie et n’a, de prime abord, aucune envie de l’intégrer dans sa famille. Mais elle est sa famille également, qu’il le veuille ou non. Et l’auteur a eu le talent de nous livrer cette bataille intérieure sans pathos, brute de décoffrage. C’est même parfois violent quand Hannes laisse parler son cœur au lieu de sa raison.
Le Taiseux garde tout son mystère et allège certaines situations, par son comportement étrange et tire quelques sourires au lecteur. Tout comme Elli, qui se moque de sa ligne, moins de Waechter, et qui n’hésite pas à bousculer ses collègues. Et enfin, Waechter, qui ne laisse entrer personne chez lui et qui porte le poids d’un passé lourd et qui lui déchire encore les entrailles. Une belle équipe qui aura sûrement d’autres aventures.
Sous son toit est le premier roman de Nicole Neubauer et dont, même si je n’ai pas été emballée par ce présent polar, je lirai le prochain roman par curiosité, pour voir si les quelques maladresses au niveau de la profondeur de l’intrigue et du rythme auront été gommées.
Mlle Alice, pouvez-vous nous raconter votre rencontre avec Sous son Toit ? "Un nouveau livre de la Bête Noire, un nouvel auteur à découvrir, une intrigue qui se déroule en Allemagne et semble prometteuse..."
Dites-nous en un peu plus sur son histoire... "L'avocate Rose Benninghoff est retrouvée dans son appartement, la gorge tranchée. Arrivés sur les lieux, les inspecteurs découvrent très vite un adolescent caché dans sa cave, couvert de sang. La conclusion est facile mais le père du jeune Oliver n'est pas n'importe qui et tout se complique..."
Mais que s'est-il exactement passé entre vous? "Le livre n'est pas mauvais en soi, les pages ont même défilées plutôt facilement pour tout dire mais il a plusieurs points faibles. On aborde beaucoup de sujets, on s'égare un peu et par le même coup on ne fait qu'effleurer ce qui devrait être au centre du livre. La vie des policiers, les intrigues secondaires, tout ça prend trop de place et entre le titre, le meurtre et l'histoire que l'on suit réellement, on finit par se demander si l'auteur elle-même sait vraiment où elle veut nous emmener. Il y a donc beaucoup d'idées, chacune capable de donner un bon roman à condition d'être mieux exploitée mais à force tout finit par tomber complètement à plat. De plus, je ne sais pas si le système judiciaire allemand est rendu fidèlement en ce qui concerne la protection de l'enfance mais si c'est le cas, je suis choquée !!"
Et comment cela s'est-il fini? "J'ai décidément beaucoup de mal à exprimer ce que j'ai ressenti durant ma lecture, surtout sans vous spoiler, mais comme le reste du livre, la fin est décevante sans être mauvaise. Elle est plutôt mal amenée, mal argumentée, mal préparée. Bref, ça ne prend pas."
Une chronique bien difficile pour un livre qui me laisse perplexe. Une lecture partie sur les chapeaux de roue mais qui, comme un soufflé, n'a pas tenu le coup une fois sorti du four... Un polar assez classique mais qui avait quelques éléments suffisamment intéressants pour en faire quelque chose de bien. Une trame bien ficelée mais qui laisse beaucoup trop de zones d'ombre. Le personnage du commissaire Waechter est bien travaillé et l'on s'attache à lui très vite mais les autres sont assez fades et surtout manque de substance. On voudrait comprendre, on voudrait plus. Un livre dont la fin m'a laissé sur ma faim ! Le voyage au travers de Munich est fort sympathique. C'est une ville que j'aime beaucoup et j'ai eu plaisir à retrouver l'atmosphère. De plus, ça change des romans francophones. Ca fait du bien ! Mais il y avait ce truc. Plus je réfléchissais à ce qui me chiffonnait dans ce livre, plus il me devenait évident...qu'il aurait, sans doute, fallu le lire en allemand... La traduction ne m'a pas semblée à la hauteur. Un manque de fluidité marqué. Une impression de germanisme loin de glisser tout seul. C'est sans doute ce qui a croché le plus et pourtant je ne suis pas une littéraire de haut vol. C'est dommage car j'ai aimé le côté dramatique de cette histoire sordide où la vraie victime n'est peut-être pas celle que l'on croit.
A vous de vous faire votre avis qui reste et restera le meilleur 🙂
In Nicole Neubauers Kellerkind nehmen Hauptkommissar Wächter und sein Team die Ermittlungen im Mordfall Rose Benninghoff auf. Die Anwältin liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Wohnung, im Keller hockt der vierzehnjährige Oliver Baptiste. Seine Hände sind blutverschmiert und sein Körper weist zahlreiche Verletzungen auf. Er kann oder will sich an nichts erinnern. Sein Vater stellt sich schon bald als emotions- und verantwortungslos heraus - hat er Rose, seine ehemalige Lebensgefährtin, umgebracht? Oder doch sein Sohn? Jemand anderes? Die Ermittlungen gehen nur schleppend voran, erschreckend wenig weiß man über Roses Vergangenheit, selbst ihre Nachbarin und Freundin kann kaum etwas Hilfreiches aussagen. Doch die Hartnäckigkeit des gesamten Teams dringt schließlich unter die Oberfläche dieses schwierigen Falls, der weit in die Vergangenheit zurückführt.
Kellerkind ist der erste Band der Reihe um Wächter und sein Team und die Charaktere werden gut eingeführt, sie sind vielschichtig, kontrastreich und interessant. Den Fall selbst empfand ich als eher mäßig spannend, das innere Erleben Olivers empfand ich zum Teil überzogen und es wird auch nicht konsequent zuende geführt, sondern bleibt gewollt ambivalent. Auch die Auflösung hat mich nicht ganz überzeugt. Insgesamt ist aber mein Interesse an den Charakteren geweckt, vielleicht lese ich also noch einen zweiten Band.
Leider hat mir dieser Krimi/Thriller nicht so gut gefallen. Ich konnte mich einfach nicht einfühlen. Ich glaube, das lag hauptsächlich daran, dass es so viele verschiedene Perspektiven gab und diese auch sehr oft und sehr schnell gewechselt haben. Ich konnte so niemanden richtig kennenlernen, das Ermittlerteam blieb eher blass, obwohl es da durchaus interessante Ansätze gegeben hat (ein Messi, ein Mann mit Familienproblemen, die einzige Frau, die mit Gewichtsproblemen kämpft). Auch der Fall hat mich dann nicht gefesselt, da kam keine große Spannung auf. Schade eigentlich.
"En résumé, voilà une première enquête du commandant Waechter et son équipe qui m'a beaucoup plu ! J'ai été prise dans ce cercle vicieux, avec une fin, à la fois prévisible, mais qui a su me surprendre. Pour ma part, il me tarde de retrouver ces enquêteurs pour de nouvelles aventures."
sympathische charaktere und eine spannende story, aber das ende war etwas zu schnell abgewickelt.
die bayrischen ausdrücke wirkten etwas zu künstlich und gezwungen - entweder ganz dialekt oder gar nicht. aber in eine hochdeutsche konversation als einziges dialektwort das wort 'deandl' reinzuschmeißen wirkt einfach nur komisch.
Hmm. Das Buch war klar besser als durchschnittlich, aber es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Obwohl das Ende in Bezug auf das Privatleben der Ermittler offen ist, fühle ich keine Neugier. Keiner der Charaktere ist mir richtig ans Herz gewachsen. Schade.
Ich kann jedem Krimi-Fan das Buch empfehlen, die Spannung bleibt bis zum Ende, es wird nicht langweilig, sondern nur spannender und das Ende überrascht.
Erschienen ist Kellerkind beim Blanvalet Verlag für 9,99.
Kellerkind hat nicht nur ganz viel Krimi in sich wie ich finde,sondern auch total viel Psychologische Ebenen,die einen immer miträtseln lassen wie es wohl dazu kam.
Anwältin Rose Benninghoff wird so erfolgreich sie auch ist mit aufgeschnittener Kehle aufgefunden in ihrer Wohnung.
Gruselig genug und man muss sich natürlich fragen,wer das wohl war.
Als wäre das nicht schon schlimm genug findet man dann auch noch im Keller einen 14 jährigen Buben der überall blaue Hämatome hat,wie aber kommt das ganze Blut an seine Hände.
Natürlich kann er sich nicht erinnern,sonst wäre das ganze ja auch zu einfach gelöst.,hier versteht die Autorin das ganze aufleben zu lassen.
Gewalt werdet ihr in diesem Buch zuhauf vorfinden und ihr werdet dies nicht nur körperlich beschrieben,sondern auch seelisch beschrieben erfassen.
Für mich ein wichtiges Thema,was heutzutage ja immer mehr in den Medien vorkommt und wofür wie ich finde nie oft genug sensibilisiert werden kann.
Denn auch in Familien wo es nicht so scheint,kann dies vorkommen.
Ein bisschen gefehlt hat mir definitiv dieses Krimi ansich,das ganze war zu leicht zu durchschauen,die Ermittlungen dauerten ewig und über die Gedanken des Täters konnte man zu wenig munkeln,da man alles einfach so plump beschrieben bekam.
Also irgendwie ist es für mich jetzt nicht so ein besonders toller Krimi gewesen,leider schon wesentlich bessere gelesen,aber wenn man die Thematik darin interessant findet auf jedenfall interessant,aber halt nicht als Krimi,als den ich dieses Buch eigentlich mehr erwartet hätte.
Jedoch wie gesagt das Team lässt sich mit dem ermitteln soviel Zeit,das dies irgenwie in den Hintergrund gerät.
Die Ermordung der Rechtsanwältin Rose Benninghoff ist nicht zu übersehen; denn das Blut tropft buchstäblich durch die Decke in die darunterliegende Wohnung. Die Tote hat bei aller Zurückhaltung ein unstetes Leben geführt und ist stets mit leichtem Gepäck weitergezogen, ehe sie an einem Ort Wurzeln schlagen konnte. Merkwürdig nur, dass sie eine kurze Beziehung zu einem Berufskollegen einging, der einen halbwüchsigen Sohn hat. Dieser Sohn wird in verwahrlostem Zustand und offenbar schwer misshandelt in Roses Wohnhaus angetroffen. Roses beruflicher Kontakt zu Laurent Baptist und ihre private Beziehung zu Vater und Sohn rücken Laurent und Olivier Baptist als wichtigste Zeugen und zugleich als Tatverdächtige ins Visier der ermittelnden Mordkommission. Doch nach mehreren Tagen kühlt die Hauptspur bereits wieder ab, ohne dass Hannes Brandl und sein Team mit ihren Recherchen vorangekommen sind. Ausgebremst werden die Ermittlungen u. a., weil noch immer ungeklärt ist, ob Olivier sich „nur“ vom Reptil seiner Ängste verfolgt fühlt oder evtl. die Diagnose einer psychischen Erkrankung vorliegt. An der familiären Wagenburg, die Vater und Sohn gegen den Rest der Welt aufgebaut haben, scheinen sich die Ermittler zunächst die Zähne auszubeißen. Die Situation als verfahren zu beschreiben, wäre die Untertreibung des Jahres.
Nicole Neubauer hat mit einem im positiven Sinne eigenen Stil für ihren Erstling eigenwillige Charaktere geschaffen. Auch wenn ich sehr gerne lese, wie Neubauer schreibt, hat mich der Plot nicht überzeugt. Trotz persönlicher Details aus dem Leben einzelner Ermittler konnte ich nur schwer eine Beziehung zu ihnen entwickeln. Zu lange war mir unklar, ob diese Details noch Einfluss auf die Handlung haben würden. Während mir die eher sparsame Art des Humors in „Kellerkind“ sehr zusagt, fand ich die Verwendung von Dopplungen (zwei Väter von Pubertierenden, zwei Übergewichtige, usw. usf.) zu intensiv, um auf mich zu wirken. Vermutlich habe ich von einem mit üppigem Werbeaufwand und mit dem Rückenwind eines bekannten Autorinnennetzwerkes vermarkteten Roman einfach erwartet, er würde perfekt sein.
°°°°° "Waechter nutzte die Gelegenheit, um vor sich hin zu brüten. Elli steuerte den Wagen, und Hannes saß auf der Rückbank und schoss auf seinem Angebertelefon grüne Schweine ab. Es war dunkel geworden draußen. Der Wind sandstrahlte die Windschutzschreibe mit Eisnadeln, die Wintersonne war verschwunden, als wäre sie eine Halluzination gewesen. Das Ende hatte Waechter sich anders vorgestellt. Aber eine Mordermittlung war kein Wunschkonzert und hinterließ immer noch mehr Elend. Was waren sie nur für Totengräber." (S. 396)
In einem Münchner Nobelviertel wird in einer enormen Blutlache liegend die Leiche der Anwältin Rose Benninghoff entdeckt. Die Frau lebte sehr zurückgezogen; niemand schien sie wirklich zu kennen. Kurz darauf finden die Ermittler im Keller des Hauses einen verstörten 14-jährigen Jungen vor, an dessen Händen Blut klebt. Sein Körper weist außerdem massive Verletzungen auf. Hat er Rose Benninghoff getötet? Der Junge kann sich an nichts erinnern. Kommissar Waechter und sein Team tun alles, um das Verbrechen aufzuklären. Dabei werden sie mit abscheulichen Geschehnissen konfrontiert…
Der Kriminalroman “Kellerkind” ist das Debüt der in München lebenden Schriftstellerin Nicole Neubauer – und zwar ein absolut großartiges! Die Autorin wartet mit einem tollen Ermittler-Team auf, bestehend aus Hauptkommissar Michael Waechter und seinen Kollegen Hannes und Elli. Nicole Neubauers Figuren haben Charakter, ihre ganz eigene Geschichte und verfügen über eine ungewöhnliche Tiefe. “Kellerkind” ist ein ruhiger Krimi – wobei ruhig um Himmels willen nicht mit langweilig verwechselt werden darf! Es hechtet nur nicht alle paar Minuten ein Polizist mit gezückter Waffe durch die Kapitel, noch stapeln sich die Todesopfer. Dieser Kriminalroman ist anders als die unzähligen Storys über Serienkiller und Ritualmörder – und das ist gut so. Der Mordfall glänzt durch Spannung bis zum Ende und dessen Auflösung ist ebenso schlüssig wie erschütternd. Mitunter hat das Buch sogar echte Psychothriller-Anleihen. Jeder, der einen bodenständigen und gut gemachten “Tatort” zu schätzen weiß, wird “Kellerkind” lieben. Apropos Tatort: Der gutmütige Michael Waechter hat mich ein wenig an den TV-Kommissar Bienzle aus Stuttgart erinnert. Das Ermittler-Team grantelt gern freundschaftlich unter- und miteinander. Damit streut Nicole Neubauer in manche Dialoge eine feine Nuance Humor ein. Das kommt der ansonsten sehr ernsten Geschichte zu Gute.
Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Dieser Krimi hat mich wirklich begeistert! Deshalb freue ich mich auch schon sehr auf “Moorfeuer”, den Nachfolgeband von “Kellerkind”, und das Wiedersehen mit Waechter und Co. – ein Ensemble, das sich mühelos und völlig zu Recht einen festen Platz in meinem Leserherzen gesichert hat.
Michael Waechter und seine Kollegen Hannes Brandl und Elli Schuster sollen den Mord an eine erfolgreiche Anwältin, die in ihrer Wohnung ermordet wurde, ermitteln. Im Keller finden sie den vierzähnjährigen Oliver Baptiste, der übersät mit Blutergüssen und Blut ist und keine Erinnerung an den Abend hat. Ist er der Mörder oder hat er ihn gesehen? Kann er sich wirklich sich an nichts erinnern oder deckt er seinen Vater, der eine Zeitlang mit der Ermordeten zusammen war.
Ein überaus spannender Krimi wobei die Dämonen der Vergangenheit auch noch in der Gegenwart ihre Klauen ausstrecken. Stück für Stück kommt man dem Täter näher oder denkt es zumindest. Der Mord, in der Gegenwart hat sein Auslöser in der Vergangenheit und für den Leser setzt sich alles Stück für Stück zusammen. Mit den kleinsten Hinweisen kommt man der Wahrheit immer näher. Ein durchaus sehr gutes Debüt der Autorin, deren Krimi gut durchdacht ist, da sich viele lose Fäden zum Schluss zu einem gelungenem Ganzen fügen.
Ein solider, recht spannender Krimi, der mir gut gefallen hat. Das Verbrechen ansich war in sich stimmend und weder zu vorhersehbar, noch zu abstrus. Ich bin kein grosser Freund von verschrobenen Ermittlern, was auch der Grund ist, warum mir viele Krimis nicht gefallen. Ich verstehe nicht so recht wo das herkommt .. Polizisten/Kriminalbeamte sind doch eigentlich ganz normale Menschen und keine der Menschen in meinem Bekanntenkreis, die in diesen Berufen arbeiten, haben derart ausgepraegte Merkwuerdigkeiten. Ist aber jetzt nichts was an diesem Krimi speziell sonderlich schlimm waere, sondern fuer mich mein Problem mit dem Genre ansich. (Insbesondere was dt. Krimis betrifft). Die Atmosphaere hat mir ansonsten sehr gut gefallen ...