Einmal noch und wohl zum letzten Mal greift Dr. Watson, der treue Helfer und Begleiter des charismatischen Detektivs Sherlock Holmes, zur Feder, um kurz vor seinem Tod einen Fall zu schildern, der nun mehr als dreißig Jahre zurückliegt. Die Beteiligten hatten damals Stillschweigen vereinbart, da die Ermittlungen in unmittelbarer Nähe des königlichen Hofes stattfanden und Mitglieder der königlichen Familie betroffen waren. Wegen aufkommender Gerüchte und erster journalistischer Schnüffeleien sieht Dr. Watson sich genötigt, den wahren Ablauf der Ereignisse zu beschreiben.
Auf Burlington Hall, dem Sitz des Herzogs von Coventry und fiktiven jüngsten Sohns von Queen Victoria, ereignen sich mysteriöse Dinge. Was zunächst als harmloser, wenn auch makabrer Scherz während des Frühstücks der herzoglichen Familie beginnt, entwickelt sich bald zu einer mörderischen Tragödie und perfiden Verschwörung, der drei Menschen zum Opfer fallen.
Holmes und Watson müssen ihr geliebtes London verlassen und quartieren sich in der Nähe des herzoglichen Landsitzes ein. Lange Zeit treten die Ermittler auf der Stelle, zu undurchsichtig scheint der Mikrokosmos des Hofes in dem riesigen Schloss, der von einer großen Zahl an Bediensteten am Leben gehalten wird. Schließlich nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung und es bedarf Holmes ganzer geistiger und auch körperlicher Kraft, um die Hintermänner der Verschwörung zur Strecke zu bringen.
Natürlich wird der Leser seine vertrauten Figuren aus den vorausgegangenen Romanen nicht vermissen, Mrs. Hudson, die Wohnungsvermieterin in der Bakerstreet, den ewig erfolglosen Inspektor Lestrade von Scotland Yard und Mycroft Holmes, Sherlocks wenig sympathischen Bruder. Einen kurzen Gastauftritt, der sich zum Schluss als besonders bedeutungsvoll entpuppen soll, hat Queen Victoria, die trotz ihrer Gebrechlichkeit ihre majestätische Haltung bewahrt.
Der Stil des Romans ist bewusst auf moderate Weise antiquiert gewählt, um sich dem Charme des Originals anzunähern. Es fehlen nicht ironische Bemerkungen und Seitenhiebe auf englischen Eigenarten, die jedoch über das Niveau eines liebevollen Spotts nicht hinausgehen und die durchaus als Ausdruck der Bewunderung verstanden werden sollen.
Wenn man die Serie Sherlock vor diesem Roman gesehen hat, dann ist es unabbringlich sich die Schauspieler dazu vorzustellen. Super geschrieben und sehr gut gelöst. Sherlock eben !