Seit Bruno Cavalli als verdeckter Ermittler in die völkisch-esoterische Anastasia-Bewegung eingeschleust wurde, hört Regina Flint kaum noch von ihm. Jeder Kontakt könnte nicht nur die Ermittlungen gefährden, sondern auch Cavallis Leben – denn ein Journalist, der zu viel wusste, wurde brutal ermordet.
Um an die Wahrheit zu kommen, muss Cavalli das Vertrauen einer Frau aus der Bewegung gewinnen. Während er sich ihren Regeln unterwirft, taucht er immer tiefer in eine Gemeinschaft ein, die von Reinheit, Rückbesinnung und gefährlichem Fanatismus geprägt ist. Wie weit kann er gehen? Und was, wenn Flint ihn nicht mehr rechtzeitig zurückholen kann?
Flint und Cavalli ermitteln in ihrem zehnten gemeinsamen Fall – doch stehen sie noch auf derselben Seite?
1967 in Zürich geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA. Matura in Zürich, anschliessend Studium an der Dolmetscherschule Zürich. Freie Übersetzerin und Sprachlehrerin, ab 1995 Redaktionsassistentin, ab 2000 Lokalredaktorin. 2001–2006 Redaktorin bei HEKS, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz. Weiterbildungen in Erwachsenenbildung und Journalismus. Heute freie Journalistin und Schriftstellerin.
2005 erschien der Kriminalroman «Fremde Hände» mit dem Ermittler-Duo Regina Flint und Bruno Cavalli, ein Jahr später «Tote Träume», 2007 «Kalte Schüsse», 2008 «Stille Lügen», 2010 «Tiefe Narben» und 2012 «Leere Gräber».
2011 startete sie mit «Tatverdacht» eine neue Reihe mit der privaten Ermittlerin Jasmin Meyer und dem Anwalt Pal Palushi. 2014 folgte «Hafturlaub».
Weiter wurden diverse Kurzgeschichten in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Mit «Angst, Haas und Glockenschlag» erschienen 2007 drei Regio-Krimis erstmals zusammen in Buchform. 2009 folgte «Angst, Haas und Seitensprung», 2010 «Angst, Haas und Wellness».
«Reset» (2009) ist ihr erstes Jugendbuch, ein Spannungs-Roman für Jugendliche ab 12 Jahren. Die Fortsetzung bildeten die Reality-Geschichte «Escape» (2010) und die Thriller «Delete» (2011) und «Control» (2012).
2013 erschien die Anthologie «Mord in Switzerland», herausgegeben von Mitra Devi und Petra Ivanov.
«Geballte Wut» (2014) ist ein Roman für junge Erwachsene.
Werkbeiträge und Auszeichnungen:
2007 Stadt Dübendorf 2007 Ausserrhodische Kulturstiftung 2008 Kanton Zürich 2009 Stadt Dübendorf 2010 Zürcher Krimipreis 2010 nominiert für den Bookstar-Preis 2011 Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2011 Pro Helvetia 2011 Bookstar-Preis 3. Platz 2012 Fondation Jan Michalski
Mitgliedschaften:
DeutschSchweizer PEN Zentrum, Autorinnen und Autoren der Schweiz, Autillus, Mörderische Schwestern
Dunkle Mächte fühlt sich an wie ein Krimi, der einem langsam die Luft abdrückt. Kein reißerisches Geballer, sondern dieses stetige, unangenehme Ziehen im Bauch, wenn klar wird: Hier geht es nicht um Spinner am Rand, sondern um Ideologien, die leise wachsen und tödlich enden können. Genau diese Nähe zur Realität macht das Buch so verdammt wirkungsvoll.
Bruno Cavalli verschwindet in einer völkisch-esoterischen Parallelwelt, und mit jeder Seite wird spürbarer, wie dünn die Grenze zwischen Beobachten und Verlorengehen ist. Die Regeln, die Rituale, das Gerede von Reinheit – das alles wirkt erschreckend plausibel. Petra Ivanov gelingt es, diese Szene ohne sensationslüsterne Überzeichnung darzustellen. Kein plattes Bösewicht-Theater, sondern Menschen, die glauben, im Recht zu sein. Und genau das macht Angst.
Regina Flint steht daneben, außen vor, abgeschnitten. Dieses Nichtstun-Müssen, dieses Warten, ob der andere noch lebt, frisst sich tief ins Herz der Geschichte. Die Dynamik zwischen Flint und Cavalli trägt den Roman emotional und hebt ihn deutlich über den klassischen Ermittlerkrimi hinaus. Da ist Vertrauen, da ist Zweifel, da ist diese leise Frage, ob beide noch dasselbe Ziel haben.
Sprachlich sitzt das alles trocken, präzise und ohne unnötige Umwege. Der Plot entwickelt sich kontrolliert, fast kühl, und schlägt dann punktgenau zu. Kein Wohlfühlkrimi, sondern einer, der hängen bleibt, weil er unangenehme Fragen stellt. Genau deshalb wirkt dieser zehnte Fall so stark und so aktuell.
Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern nachhallt. Und das ist im Krimi-Genre alles andere als selbstverständlich.