Sidonie Wartberger führt ein von materiellen Sorgen unberührtes Dasein in einer Villa an der Hamburger Außenalster. Doch die junge Ehefrau aus jüdischem Haus fühlt sich eingezwängt wie in ein Korsett. Sie träumt von einem anderen, viel freieren Leben. Dora Lenau wohnt am unteren Ende der Stadt, im Hafenviertel, in kümmerlichen Verhältnissen. Sie träumt von finanzieller Unabhängigkeit, von einem kleinen Atelier für Avantgarde-Mode. Als ihre Not am größten ist, kreuzen sich die Wege der beiden Frauen. Gemeinsam wagen sie es, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben ...
Petra Oelker, geboren 1947, arbeitete als Journalistin und Autorin von Sachbüchern und Biographien. Mit «Tod am Zollhaus» schrieb sie den ersten ihrer erfolgreichen historischen Kriminalromane. Zu ihren in der Gegenwart angesiedelten Romanen gehören «Der Klosterwald» «Die kleine Madonna» und «Tod auf dem Jakobsweg».
I was slightly disappointed with the end of the book: it seemed to peter out with a summary of fortunes presented as an epilogue. The blurb was leading me to expect a joining of forces between the two main characters to mutually support each other in their future aspirations. However, I always enjoy reading Oelker's books as I can manage to follow the story well enough without recourse to a dictionary; that's always a feel good factor! I also enjoyed reading about the technological advances of the time, as well as the social standards appplicable to the characters at this time of great change. It gave me an opportunity to consider it from a perspective other than the British one.
In „Das klare Sommerlicht des Nordens“ erzählt die Autorin Petra Oelker die Geschichte zweier junger Frauen aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Schichten, deren Wege sich kreuzen als sich beide in schwierigen Lebenskrisen befinden. Durch Annäherung in langen Gesprächen schöpfen sie gegenseitig Kraft, um einen Ausweg aus ihrer jeweiligen Situation zu finden und ihren Träumen näherzukommen.
Sehr ansprechend ist zunächst einmal das Buchcover, es zeigt zwei Damen, die am Strand eingehakt entlang spazieren, in eines tiefes Gespräch vertieft. Man kann den Buchdeckel nur als bezaubernd bezeichnen. Er ist die Eintrittskarte in die Reise, die uns Leser erwartet.
Mit großem, wundervollem Sprachgefühl trifft die Autorin den hanseatischen Ton der damaligen Zeit und nimmt uns mit ins Hamburg des Jahres 1906. Die Intensität der Sprache entführt uns regelrecht in die damalige Zeit, lässt sie aufleben für uns Leser, zeigt uns das Leben in mittleren und ärmeren Hamburger Arbeiterfamilien sowie das der Familien in den Villen an der Außenalster.
Da ist zum einen Dora, sie wurde in das Arbeitermilieu hinein geboren, lebt in bescheidenen Verhältnissen. Sie träumt davon, Mode zu entwerfen, doch die Erfüllung dieses Traumes scheint in immer weitere Entfernung zu rücken. Selbst ihr bisheriges Leben im Hafenviertel scheint in Gefahr zu sein.
Zunächst parallel wird die Geschichte Sedonies erzählt, eine junge Frau, die aufgrund ihres Standes keinerlei finanziellen Problemen ausgesetzt ist. Doch hat sie mit den Anforderungen an die Rolle der Frau zu dieser Zeit zu kämpfen. Nach zwei Fehlgeburten verfällt sie in eine tiefe Depression. Weiß darum, dass sie den Erwartungen ihres Mannes und seiner Familie nach Nachwuchs und Erben nicht entsprechen kann und auch nicht bereit ist, diesen Schmerz ein drittes Mal zu durchleben.
Endlich mal wieder ein grandioses Buch in dem ich richtiggehend versunken bin, ja, in das ich mich verliebt habe und das ich nur zu gerne weiter empfehle. Alle Charaktere faszinieren mich, einige von ihnen erschrecken mich, andere habe ich sehr lieb gewonnen.