Gerade vor Familiengerichten wird gelogen, dass sich die Balken biegen - und niemanden kümmert es. Norbert Blüms erste Vermutung, es handele sich bei den bekannten Fällen um Einzelfälle, bestätigte sich mit seiner genaueren Recherche nicht. Vielmehr ist von einem System auszugehen, denn die Vielzahl der Fälle Die Wahrheit interessiert weder Richter, die allzu oft auf hohem Ross sitzen, noch Anwälte, die mit viel Geld das Recht nach Belieben verdrehen. Und die Mittel der Politik reichen offenbar nicht aus, dass vor allem die sogenannten "kleinen Leute" den Funken einer Chance besitzen, ihr Recht zu bekommen. Aus der Bestürzung und Empörung über diese Zustände ist dieses Buch entstanden, das aufrütteln und dem Recht wieder zu Recht verhelfen will.
norbert blüms „einspruch! wider die willkür an deutschen gerichten“ ist in 4 teile aufgeteilt: in den ersten drei teilen geht er tiefergehend auf einzelne kritikpunkte ein. so werden ua berufsethos und das familienrecht kritisiert.
zunächst möchte ich sagen, dass es mir wichtig war, das buch gelesen zu haben. wie die im buch kritisierten rechtsanwält*innen und richter*innen möchte ich mich nicht verhalten. was das buch sehr gut rübergebracht hat, war, wie wichtig empathie für die menschen vor gericht ist.
zum buch! es nennt sich „eine polemik“, was ich für absolut zutreffend halte, da wirklich sehr polemisch geschrieben wird. inhaltlich wurden viele wichtige punkte angesprochen. allerdings ist einer meiner größten kritikpunkte, wie blüm scheidungen zu bewerten scheint (bitte nicht falsch verstehen - auch ich bin nicht damit einverstanden, dass primär frauen wirtschaftlich nicht gut aufgestellt sind nach einem verfahren gegen ihren exgatten) und auch ein paar formulierungen sind mir sauer aufgestoßen. trotzdem war da was zum nachdenken dabei! daher bewerte ich das buch mit 3,25 ⭐️