In Triest wird die Leiche einer unbeliebten, alten Dame im Wasser gefunden. Kein leichter Fall für Commissario Benussi und sein Team, da fast jeder im Umfeld der Toten ein Mordmotiv gehabt hat…
Gerade das erste Drittel des Buches habe ich als ziemlich anstrengend empfunden. Der Fall kommt nicht so richtig ins Rollen, stattdessen kommen in schnellem Wechsel Unmengen an Nebencharakteren zu Wort, deren dramatische Lebensgeschichten aufgerollt werden, obwohl man sie als Leser noch kaum einordnen kann. Nicht leichter wird die Orientierung dadurch, dass gleich zwei Charaktere von Adoptiveltern aufgezogen wurden und sich daran zurückerinnern. ^^
Ab dem Zeitpunkt, wo man dann allmählich den Überblick behalten kann, hat mir das Buch besser gefallen. Der Fall wirkt wirklich sehr wirr und der Täter bleibt lange Zeit im Dunkeln, da es so viele Verdächtige gibt, das hat mir gefallen. Ich muss allerdings auch sagen, dass das ganze Geflecht am Ende doch sehr viele Zufälle in sich vereint und dadurch zu konstruiert auf mich gewirkt hat.
Recht nervig fand ich den Kommissar. Zum Fall hat er eigentlich nur wenig beigesteuert, trotzdem stand er häufig im Mittelpunkt – mit seinen Diätproblemen, schlechter Laune und einer eher unsympathischen Art. Einzig seine aufmüpfige Tochter konnte da noch ein bisschen „Spannung“ in sein Privatleben bringen.
Stilistisch hat mir „Die trüben Wasser von Triest“ eigentlich ganz gut gefallen, allerdings waren die Handlungssprünge nicht immer ganz leicht nachzuvollziehen (gegen Ende wirkt es zum Beispiel so, als sei das Mordopfer jetzt zum zweiten Mal beerdigt worden?).
Knappe drei Sterne für einen Krimi, der nicht schlecht war, mich aber trotz seiner recht komplexen Struktur nicht so richtig packen und mitreißen konnte. Vielleicht lag es daran, dass er einfach so viele verschiedene Geschichten und Themen miteinander verbinden wollte, das für nichts genug Raum geblieben ist, sich so richtig zu entfalten?
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar!