Ein atemberaubender Roman über Krieg und Liebe, Macht und Verrat
1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht – bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen. Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht ausgerechnet der rechtelose schwarze Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft …
Mit acht Jahren begann Tanja Kinkel, Geschichten und Gedichte zu schreiben. 1978 gewann sie einen Jugendliteraturpreis und 1979 schrieb sie ihren ersten Roman.
Ab 1988 studierte sie Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1991 bekam Tanja Kinkel ein Stipendium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München; Ausbildung zum Drehbuchautor. 1992 folgte ein Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Schriftsteller. 1995 hatte sie einen Förderaufenthalt des deutschen Innenministeriums in der "Casa Baldi" in Olevano Romano bei Rom und erhielt 1996 ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles.
1996 erfolgte die Berufung der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in das Kuratorium des Internationalen Künstlerhauses "Villa Concordia", Bamberg. 1997 promovierte sie mit einer Arbeit über das Werk Lion Feuchtwangers. 2000 erhielt Kinkel den Kulturpreis der Oberfränkischen Wirtschaft. 2001 war sie im Beirat des Bertelsmann Buchclubs; bis zu dessen Auflösung Ende 2002. Sie war 2001 Gründungsmitglied der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft in Los Angeles. 2006 kam sie in die Auswahl zur Initiative "Deutschland - Land der Ideen - 100 Köpfe von morgen". Kinkel ist Mitglied im PEN Deutschland und im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA). Sie lebt in München.
Ein toller Roman! Unglaublich tief recherchiert ist dieser Roman extrem interessant. Nicht nur die Geschichte von Friedrich der Große und sein Krieg ist richtig detailliert beschrieben (Strategien der Kämpfen) , sondern auch seine persönliche Entwicklung zusammen mit seiner Verhältnissen mit seinen Geschwistern. Psychologisch gesehen zeigt dieser Roman ein genaues und faszinierendes Bild der Familie und ganz besonders den Einfluss vom Vater, der Soldatenkönig. Sehr empfehlenswert! Ich habe eine digitale Kopie dieses Buches von NetGalley bekommen und freiwillig habe ich eine ehrliche Rezension geschrieben.
Klappentext: 1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht, bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen. Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht ausgerechnet der rechtelose schwarze Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft.
„Sieben Jahre“ von Tanja Kinkel, ist ein Roman über den Siebenjährigen Krieg, gleichzeitig ist es auch eine Familiengeschichte.
Das Buch ist, mit dem Farbschnitt, wunderschön gestaltet. Es macht Freude, es in der Hand zu halten.
Nachdem, Friedrich der II Schlesien eingenommen hat, nimmt Maria Theresia Rache und isoliert Preußen. Der siebenjährige Krieg beginnt. Beide Länder haben mit herben Verlusten zu kämpfen. Unter diesem Krieg leidet auch die Familie von Friedrich der II, besonders der Bruder und Thronfolger Wilhelm hält dem Druck des Krieges nicht stand. Auch die Schwestern Wilhelmine und Amalie haben ihre eigenen Rollen in der Geschichte.
Tanja Kinkel erzählt dieses umfangreiche Werk auf eine interessante und unterhaltsame Weise. Der Geschichte steht ein Personenregister voran, das besonders bei der königlichen Familie hilfreich ist und zeigt, wie die einzelnen Personen zueinander stehen.
Man spürt, dass Tanja Kinkel für diese Geschichte akribisch recherchiert hat. Die Autorin erzählt sehr detailliert und vermittelt ihren Leser*innen die politischen Begebenheiten, die verzwickt waren, recht deutlich. Auch das Leben der königlichen Familie wird sehr realistisch wiedergegeben. Tanja Kinkel konnte aus Briefen, die aus der Zeit überliefert sind, einiges an originalen Dialogen in die Geschichte einfließen lassen. Die Charaktere sind realistisch und lebendig. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die wechselnden Perspektiven sorgen für genug Abwechslung, so dass man das Werk, das über 800 Seiten lang ist, doch flüssig und schnell lesen kann.
„Sieben Jahre“ ist ein interessanter historischer Roman, der ein Stück Zeitgeschichte auf unterhaltsame Weise erzählt.
Die Kindheit von Friedrich des Zweiten war eine sehr grausame. Sein Vater liebte seine Kinder nicht und Gewalt war an der Tagesordnung. Die Mutter war schwach und konnte ihre Kinder nicht schützen. Durch diese Erziehung war auch Friedrich gegenüber seiner Familie autoritär und auch grausam wenn auch nicht so gewaltiätig wie sein Vater. Als König wollte er alles besser machen wie sein Vater. Er sei der erste Diener des Staates, genau deshalb ging er mit Härte gegen sich und andere vor um Preußen an die Spitze Europas zu führen. Seine größte Gegnerin war die östereichische Kaisern Maria Theresia die einen ähnlichen Herrscheranspruch besaß.Gegen sie führte er mehrfach Krieg, auch gegen eine Übermacht von Verbündeten. Am Ende gewann er nach mehreren kleinen und dem bekannten siebenjährigen Krieg.
Das alles habe ich irgendwann mal in der Schule gelernt. Von diesem Buch hatte ich mir mehr Persönliches erhofft. Das Leben der Menschen um den Großen herum, nicht nur die verhältnismäßig kurzen Handlungen mit seiner Familie und seinen Begleitern. Ich wollte einen Roman mit historischen Hintergrund aber mit Leben erfüllt. Das gab es nur in kurzen Sequenzen am Beispiel des Pagen Hannibal. Hauptthema war einfach der Krieg, Schlachten, strategische Planungen, das emotional karge Leben der Königsfamilie. Der König und sein Thronfolger liebten Männer, auch die Schwester mochte gleichgechlechtliche Liebe, anscheinend in der Zeit nichts besonderes das änderte sich erst 100 Jahre später. Trotzdem hatten diese Begleiter Einfluss einfach wiel sie der Köngi auch als Faustpfand gegenüber seinem Bruder benutzte.
Das Buch ist großartig recherchiert, aber im Gegensatz zu den vorherigen Romanen der Autorin, fehlt es an Leben in diesem Buch. Klar sind alle Personen tot, aber hier haben sie noch nicht einmal gelebt. Es ist wie ein herausragendes Geschichtsbuch und wenn ich damit etwas über die Zeit lernen wollte wäre es auch gelungen aber mit vorhandenem Vorwissen und dem Wunsch einen spannenden Roman zu lesen, war diese Geschichte zu detailliert in Bezug auf Tatsachen, es fehlte die Fiktion die dem Ganzen Wärme, Leben und Emotionen verliehen hätte.
Ein historisches Schwergewicht Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist. Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen Krieg als Grundlage für den Roman herausgenommen. Natürlich folgt in dem Roman Schlacht auf Schlacht, Bündnisse wechseln, Intrigen bestimmen das Geschehen. Nicht umsonst wird der Siebenjährige Krieg auch in einigen Quellen als inoffizieller Erster Weltkrieg bezeichnet. Hier wird aber der Fokus auf die Großmächte, Maria Theresia von Österreich (die ewige Gegenspielerin von Friedrich), Preußen, Großbritannien und Frankreich gelegt. Die andere Seite des Romans ist aber die menschliche Seite der Figuren. Besonders geht die Autorin hier auf das Verhältnis der Brüder Friedrich und Heinrich ein. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und deren kompliziertes Verhältnis die Handlung des Romans mit beeinflusst. Auch die familiären Hintergründe, das schwierige Leben unter einem despotischen Vater, die Rolle der Frauen in dieser Zeit, unterdrückte bzw. offen ausgelebte sexuelle Neigungen spielen eine große Rolle. Die Vielzahl der Personen stellt dabei eine Herausforderung dar, bei der das Personenverzeichnis zu Beginn des Romans sehr hilfreich ist. Die Nebenfiguren bilden eine gute Ergänzung, besonders zu nennen ist hier der Page Hannibal, der mir persönlich am besten gefallen hat. Akribische Recherche über den Siebenjährigen Krieg, die Intrigen und Machtspiele, die privaten Einblicke in das Leben der Hauptfiguren zeichnen den Roman aus. Es ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch lesen kann, sondern es erfordert Konzentration und Durchhaltevermögen. Mir fiel es schwer, zu den Personen eine Bindung aufzubauen, die Distanz beim Lesen ist nie ganz verschwunden. Auch hätten dem Buch einige Seiten weniger sicher gut getan. Viele Passagen, vor allem aus dem Kriegsgeschehen, wären gekürzt, sicherlich noch genauso informativ gewesen. Insgesamt aber ein durchaus lesenswertes Buch für Leser, die sich sehr für Geschichte interessieren, denn das ist hier die Hauptvoraussetzung, um Spaß an der Lektüre zu haben
Eine interessante Reise ins 18. Jahrhundert. Friedrich II. hatte eine grausame Kindheit als Thronfolger. So wurde auch Friedrich zu einem kühlen König, der seine Macht gegenüber seinen Geschwistern gerne demonstrierte. Als König wollte er Preußen zu Ruhm führen. Seine größte Feindin dabei ist Maria Theresia, der es gelungen ist, Friedrich zum Angriff zu verleiten und einen jahrelangen Krieg auszulösen ... Der Schreibstil hat die damalige Zeit sehr gut eingefangen und auch das Cover spiegelt die Geschichte sehr gut wider. Die Geschichte ist aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. So bekommt man einen interessanten Einblick in die Leben von Friedrich II., seinen Geschwistern Heinrich, Wilhelm und Amalie und dem Pagen Hannibal. Das emotional eher kühle Leben wird gut spürbar und wird vor allem durch Machtspielchen und Intrigen innerhalb der Familie gut deutlich. Die Geschichte ist voller politischer Intrigen und familiären Konflikten. Es geht in der Geschichte viel um den Krieg und die verschiedenen Schlachten, aber auch um die Konflikte innerhalb der Familie, die interessant sind. Einerseits spielen die Geschwister sich gegenseitig immer wieder aus, doch sie bilden auch immer wieder eine Einheit. Besonders Heinrich und Friedrich, kritisieren sich oft gegenseitig, sind sich aber doch ähnlicher als gedacht. Bei den vielen Schlachten und Schauplätzen habe ich manchmal ein wenig den Überblick verloren. Das Namensregister am Anfang ist sehr hilfreich. Dennoch habe ich ab und zu durch die ähnlichen Namen ein wenig die Personen durcheinandergebracht. Man merkt wie aufwendig und detailliert recherchiert wurde. Das ist wirklich eine tolle Arbeit. Man kann durch die Geschichte einiges über die damalige Zeit lernen. Mich konnte die Geschichte manchmal nicht ganz abholen, auch wenn die familiären Konflikte immer wieder interessant waren. An manchen Stellen haben mir ein wenig die Emotionen und die Spannung gefehlt.
Eine detailliert und aufwendig recherchierte Geschichte, die für Historikfans sehr spannend ist.
Schlachtengetümmel, Intrigen, Machtspiele – wer bei Tanja Kinkel auf leichte Kost hofft, ist hier auf dem völlig falschen Schlachtfeld. Sieben Jahre ist ein echter Brocken, aber einer, der sich lohnt. Schon die ersten Seiten katapultieren dich mitten hinein ins 18. Jahrhundert, wo Friedrich II. von Preußen denkt, er hätte alles im Griff – bis Maria Theresia ihm zeigt, wie dünn der Grat zwischen Triumph und Untergang sein kann.
Was Kinkel hier auffährt, ist großes historisches Kopfkino. Keine seelenlose Geschichtsstunde, sondern ein richtiges Epos voller Emotionen, Widersprüche und überraschend moderner Fragen. Besonders cool: Nicht der König allein steht im Rampenlicht, sondern seine Geschwister, die alle ihr eigenes Drama durchleben. Und dann ist da noch der schwarze Page Hannibal, der zeigt, dass Mut und Menschlichkeit keine Standesgrenzen kennen.
Manchmal geht’s allerdings ein bisschen zäh zu. Die politischen Passagen sind brillant recherchiert, aber gelegentlich auch schwer verdaulich – so, als würde man ein Glas Rotwein zu schnell nachschenken. Man genießt, aber irgendwann schwankt der Kopf leicht. Trotzdem: Sprachlich elegant, atmosphärisch dicht, und inhaltlich so wuchtig, dass man nach den letzten Seiten erstmal tief durchatmet.
Am Ende bleibt ein Roman, der fordert, aber auch belohnt. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das dich mitnimmt – mitten hinein in den Siebenjährigen Krieg, mitten in die Köpfe der Mächtigen und mitten in die Frage: Was ist Loyalität wert, wenn Blut und Krone auf dem Spiel stehen? Mein Fazit: Beeindruckend, schlau, emotional – aber auch ein bisschen anstrengend. Trotzdem: vier Sterne und ein respektvolles Salut an Frau Kinkel!
Als großer Fan von Tanja Kinkel habe ich mich sehr auf Sieben Jahre gefreut, und das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Die Darstellung des Siebenjährigen Kriegs ist beeindruckend: Die historischen Hintergründe sind gründlich recherchiert, die politischen und militärischen Entwicklungen nachvollziehbar, und trotzdem wirkt die Geschichte nie trocken. Preußen im 18. Jahrhundert wird atmosphärisch und lebendig geschildert, man spürt den Druck auf Friedrich II., seine Familie und das junge Königreich, das er regiert.
Besonders spannend finde ich, dass Heinrich, der bisher oft im Schatten seines Bruders stand, hier in den Mittelpunkt rückt. Sein strategisches Denken, seine kritische Haltung gegenüber Friedrich und seine persönliche Entwicklung verleihen der Geschichte Tiefe. Auch die Darstellung seiner Familie und die Konflikte innerhalb des Hofes machen die Handlung menschlich und nachvollziehbar.
Das Buch ist anspruchsvoll und nicht ganz leicht zu lesen, aber gerade diese Dichte macht es so lohnend. Ich habe länger gebraucht, um alles aufzunehmen, aber die investierte Zeit hat sich absolut gelohnt. Das umfangreiche Personenverzeichnis ist sehr hilfreich, denn die Vielzahl an historischen Figuren kann sonst schnell verwirrend werden.
Der Schreibstil ist flüssig, die Handlung durchgehend spannend und die Charaktere gut ausgearbeitet. Kinkel schafft es erneut, historische Fakten und menschliche Schicksale miteinander zu verbinden, sodass der Krieg nicht nur als großes politisches Ereignis, sondern auch in seiner persönlichen und familiären Dimension greifbar wird.
Vielen Dank an Netgalley und den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.
„Sieben Jahre“ von Tanja Kinkel hat mich mit gemischten Eindrücken zurückgelassen. Einerseits beeindruckt der Roman durch seine enorme historische Dichte: politische Intrigen, wechselnde Bündnisse und die bedrückende Atmosphäre eines Krieges, der Europa prägt und dennoch sinnlos erscheint. Andererseits fiel es mir schwer, in die Handlung hineinzufinden. Der Einstieg ist komplex, voller Figuren und Perspektivwechsel, und insgesamt wirkte die Geschichte für meinen Geschmack stellenweise recht langatmig.
Trotzdem liest sich das Buch gut, sobald man sich orientiert hat. Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung der zerrütteten Familie Friedrichs II. – die brutale Erziehung durch den Soldatenkönig, die lebenslangen Verletzungen der Geschwister und die daraus erwachsenden Rivalitäten. Friedrich und Heinrich sind faszinierende, aber emotional schwer zugängliche Figuren; Kinkel zeigt viel Kopf, wenig Herz.
Wirklich lebendig wurde der Roman für mich durch Figuren wie Prinzessin Amalie und vor allem durch Hannibal, den jungen afrikanischen Pagen. Seine Perspektive bringt Wärme und Menschlichkeit in eine Erzählung, die oft von Strategie, Machtkalkül und familiärer Kälte geprägt ist. Hier wünschte ich mir mehr Raum.
Trotz einiger Längen und eines für mich holprigen Einstiegs hat sich die Lektüre gelohnt. „Sieben Jahre“ ist ein akribisch recherchierter, atmosphärisch dichter Roman, der die Epoche Friedrichs des Großen eindrucksvoll greifbar macht – auch wenn er emotional nicht immer ganz nahekommt. Aufgrund dieser Aspekte vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Ich lese ausgesprochen gerne historische Romane, je dicker, desto besser. Von daher war dieser historische Roman mit seinen über 800 Seiten genau das Richtige für mich.
Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Siebenjährigen Krieg und Friedrich II. von Preußen. Tanja Kinkel hat diesen schwerverdaulichen Stoff gut aufbereitet, so dass die historischen Ereignisse auch ohne Vorkenntnisse nachvollziehbar und verständlich sind.
Im Vorfeld gibt es eine Übersicht über die königliche Familie von Preußen und einige weitere ausgewählte Personen. Das habe ich als sehr hilfreich empfunden. Die Schauplätze wechseln immer wieder und es entsteht ein umfangreiches Bild der politischen Situation. Das Werk ist komplex, aber die familiären Beziehungen rund um Friedrich den Großen und seine Familie waren es auch. Politische und familiäre Intrigen und Konflikte gehörten einfach zum Alltag.
Preußens Geschichte braucht den Raum, den die Autorin ihr hier zugestanden hat und ich fand den Roman interessant und spannend. Es ist ein Blick hinter die Kulissen der königlichen Familie, da hier die Charaktere mehr beleuchtet werden als in jedem Geschichtsbuch, in dem es nur um die sachliche Wissensvermittlung geht. Ich konnte viel für mich mitnehmen und habe einiges in Bezug auf die historische Vergangenheit Preußens dazugelernt.
Mit Sieben Jahre entwirft Tanja Kinkel ein großes Panorama rund um Friedrich II. von Preußen und den Siebenjährigen Krieg. Politische Intrigen, familiäre Konflikte und ein brutales Ringen um Macht bilden den Rahmen – ergänzt um die Perspektive des Pagen Hannibal, der inmitten von Kriegen und Herrschaftsfragen seinen eigenen Weg sucht.
So interessant das Setting und die Figurenkonstellation auch sind, leicht fiel mir der Einstieg nicht. Besonders die Vielzahl an Protagonisten und die sich oft ähnelnden Namen machten es mir schwer, den Überblick zu behalten. Gerade im E-Book-Format ist es mühsam, die Verwandtschaftsverhältnisse zurückzuverfolgen. Dazu kommt, dass sich die Handlung für mich trotz der geschichtlichen Wucht erstaunlich zäh entwickelte. Vieles wird ausführlich beschrieben, ohne dass ein wirklicher Drive entsteht, der mich als Leserin vorantreibt.
Fazit: Ein aufwendig recherchierter und detailreicher Roman, der Geschichte lebendig machen will – mich persönlich aber nicht fesseln konnte. Wer Lust auf eine dichte, historische Lektüre hat und Geduld mitbringt, könnte dennoch auf seine Kosten kommen.
Tanja Kinkel ist dafür bekannt, dass sie sich immer wieder eine neue Zeit aussucht, in der sie ihre Romane ansiedelt und nach dem 19. Jahrhundert im letzten Roman, geht es nun noch einmal ein Jahrhundert zurück und alles dreht sich um das junge Königshaus Preußen und Friedrich den Großen. Neben der Familiengeschichte geht es auch um den Siebenjährigen Krieg, wie der Titel schon vermuten lässt. Tanja Kinkel schafft es gut, die historischen Ereignisse mit fiktiven zu ergänzen und Lücken zu füllen. Dieses Mal gibt es sehr viele historische verbuchte Personen. Eine Zeit, in der auf der politischen Ebene viel passierte, es viele Kriege und Kämpfe um Machtinteressen gab. Ich bin völlig eingetaucht in diesen dicken Schmöker und habe neben der Lesefreude auch wieder viel gelernt. Tanja Kinkel gehört für mich einfach zu den besten Autorinnen historischer Romane.