Psychothriller mit allem was (m)ein Herz begehrt
Nach einem schweren Autounfall findet sich Jessie, zugedröhnt mit Medikamenten, in einer alten, von Wäldern umgebenen und der Außenwelt angeschnittenen, Villa wieder. Bei ihr, ihr Verlobter David. Doch warum kann sie sich weder an ihn, noch an ihr restliches, vorausgegangenes Leben erinnern? Warum ist da stets dieses ungute Gefühl, welches durch das seltsame Verhalten von Haushälterin Stella und Gärtner Harry noch zunehmend verstärkt wirkt? Immer mehr Rätsel tun sich in Jessies Kopf auf. Trotz Gedächtnisverlust tauchen immer wieder grausame und von Gewalt geprägte Erinnerungsfetzen auf, die ihr nicht nur panische Angst bereiten, sondern Jessie auch mehr und mehr an sich selbst zweifeln lassen. Doch sind es tatsächlich Erinnerungen oder leidet Jessie gar unter Wahnvorstellungen?
Selten haben sich mir beim Lesen so viele Fragen in meinem Kopf aufgetan, habe ich so viele wilde Theorien entwickelt, wie bei dem Psychothriller „Die Villa am See“ von Rose Hard. Los geht es damit, dass man gleich zu Anfang, ohne Vorwarnung, direkt in die Geschichte hineingeschleudert wird, wo einen dann auch schon der mitreißende Schreibstil der Autorin packt und dafür sorgt, dass man sich problemlos ein- und zurechtfindet. Sofort hatte mich sowohl die Spannung, als auch die Neugierde gepackt, habe ich mitgefiebert und eigentlich pausenlos mitgerätselt. Als Konsequenz daraus, hab ich das Buch jedenfalls fast in einem Rutsch weggelesen, konnte es nur unter Protest aus der Hand legen, wollte einfach nur noch schnellstmöglich meine Theorien und Fragen beantwortet wissen. Dabei hat die Spannung, wie ich finde, nicht eine Sekunde nachgelassen, gab es keine Passagen die mir langweilig erschienen und jetzt das Beste - sogar das Ende war grandios! Die letzten Thriller die ich gelesen habe, haben mich, insbesondere was das Ende angeht, komplett enttäuscht, ernüchtert und mir irgendwie komplett die bisher immer dagewesene Freude am lesen dieses Genres genommen. Also auf jeden Fall schonmal ein großes Dankeschön an Rose Hard, denn die Freude ist wieder zurück und „Das Kind auf dem Spielplatz“ schon gesichert!
Fazit: Ich hatte beim Lesen wirklich wahnsinnig viel Spaß. „Die Villa am See“ ist ein gut durchdachter und absolut lesenswerter Psychothriller, mit allem was das Herz begehrt: Spannung, wilden Theorien, die sich in einem selbst formen, unerwarteten Wendungen und einem, zwar annähernd erahnbarem doch letztendlich doch unvorhersehbarem Ende!