Insgesamt ein gelungenes Werk, dass Talleyrand als Außenminister zur Zeit Napoleons beleuchtet. Sowohl das Vor- als auch Schlusswort sind äußerst treffend gewählt worden, indem die Anekdote zur Veröffentlichung der Memoiren aufgegriffen wurde und indem Rosenthal mit ausführlichen Zitaten Talleyrands sein Werk abschließt. Die Erwähnung der spanischen Intrige ist durchaus spannend, da sie in anderen Büchern über Talleyrand wenig/kaum Erwähnung finden. Auch die ausschweifende Abwertung der spanischen Bourbonen, ist mehr als nur berechtigt und an sich auch ganz lustig.
Ich finds gut dass der Autor sich sehr viel Zeit für einzelne Stationen in Talleyrands Karriere nimmt, anstatt sich an einer kompletten Biographie zu versuchen. Auch wenn er darin nur eine minimale Rolle spielt, hat mir das Kapitel über sie spanische Intrige am besten gefallen, weil ich das Thema vorher noch nie irgendwo behandelt gesehen habe und der Autor wundervolles und berechtigtes Mobbing der spanischen Bourbonen betreibt. Herrlich. Talleyrand selbst durch Zitieren seiner Memoiren das Schlusswort sprechen zu lassen war auch ein schöner Touch.