Jump to ratings and reviews
Rate this book

Fürstengeld, Fiatgeld, Bitcoin: Wie Geld entsteht, einen Wert bekommt und wieder untergeht

Rate this book
Es gibt drei unterschiedliche Typen von Fürstengeld, Fiatgeld und Knappheitsgeld. Jede der drei Formen wirkt aus einer Sicht wie Betrug und aus einer anderen wie die einzige Form soliden Geldes – und sie werden oft miteinander verwechselt. Alle drei Geldkonstruktionen existieren heutzutage gleichzeitig. Dieses Buch erklärt, was die Unterschiede sind und welches Geld für wen von Vorteil ist. Erfahren Sie zum
- Wer Geld missbrauchen kann, um sich zu bereichern
- Wieso Geld früher oder später immer untergeht
- Wieso unser Geld vermeintlich aus dem Nichts entsteht, aber trotzdem werthaltig ist
- Wieso die MMT (moderne monetäre Theorie) falsch ist
- Und viele weitere unbekannte Aspekte von Geld und Wert

274 pages, Kindle Edition

Published May 16, 2025

4 people are currently reading
19 people want to read

About the author

Christian Rieck

18 books13 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
8 (42%)
4 stars
4 (21%)
3 stars
5 (26%)
2 stars
2 (10%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
75 reviews1 follower
August 26, 2025
6/10

Manches gut erklärt, einiges sehr theoretisch

Besonders Merkenswert:

Eigenschaften von Bitcoin:
-Verifizierbarkeit. Die Blockchain ist so konstruiert, dass die Echtheit einer Transaktion besonders transparent überprüft werden kann. Dies entspricht dem Prägen von Münzen, durch die man sie nicht in jedem Einzelfall zum Beispiel durch Wiegen überprüfen muss.

-Haltbarkeit. Die Blockchain ist so aufgebaut, dass sie potentiell lange betrieben werden kann und durch die verteilte Speicherung auch sehr robust gegenüber unvorhergesehenen Einflüssen ist.

-Kein Verbrauch. Bitcoin ist ein digitales Gut und verbraucht sich durch die Nutzung nicht. Allerdings gibt es immer wieder Fälle, dass Bitcoin- Nutzer Zugriff auf ihre Bestände verlieren, wodurch die effektive Gesamtzahl im Zeitablauf zurückgehen wird (wenn der Schwund größer ist als die durch Mining hinzukommenden Bitcoin).

-Teilbarkeit. Da die Transaktionen nur digitale Einträge sind, können sie potentiell beliebig klein sein. Allerdings gibt es auch hier theoretische Grenzen, bis zu denen der maximal darstellbare Größenunterschied zwischen der größten und der kleinsten Transaktion sein kann. Er ist aber um Größenordnungen größer als bei allen physisch abbildbaren Mengen.

-Mengenbegrenzung. Diese ist beim Bitcoin in seiner Urform fixiert. Inwieweit dies auch praktisch so ist und ob es eine wünschenswerte Eigenschaft ist, wird noch gesondert diskutiert (bei den Tail- Emissions).




Fürstengeld:
-Fürstengeld entsteht, wenn eine übergeordnete Instanz ein Monopolgut„per Charta“ zu Geld erklärt, ohne dass dem Gut ein realer ökonomischer Wert gegenüberstehen muss.

-Fürstengeld ist somit eine spezielle Form von exogenem Chartalgeld. Exogen bedeutet hier, dass das Geld durch den Fürsten von außen in die Wirtschaft eingebracht wird und sich nicht endogen durch das Wirtschaften selbst ergibt.
Es basiert nicht auf Kreditbeziehungen.


Fiatgeld:
-Die Grundidee hinter dieser Geldform ist, dass bei einer bestehenden Schuldbeziehung eine Person eine andere davon überzeugt haben muss, dass sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit besitzt, die Schulden zurückzuzahlen. Ein auf dieser Basis entstandenes Geld hat daher immer diese so geprüfte Leistungsfähigkeit als realen Gegenwert.

-Fiatgeld ist somit von den in diesem Buch behandelten Geldformen die einzige, die eine direkte Koppelung an die reale Wirtschaft vorweisen kann.

-Das umlaufende Fiatgeld ist werthaltig, solange der emittierten Geldmenge ausreichenden Vermögenswerte gegenüberstehen. Dies ist der Fall, solange das Eigenkapital der Zentralbank nicht deutlich negativ ist (das heißt, solange die Zentralbank kapitalisiert ist).

-Es besteht eine Arbeitsteilung zwischen der Zentralbank und den Geschäftsbanken. - Die Zentralbank kümmert sich um die Globalsteuerung und stabilisiert das Verhalten der Geschäftsbanken. - Die Geschäftsbanken sind für den Kontakt mit den Verwendern des Geldes zuständig, also den Privatpersonen, den Unternehmen und dem Staat. Ihre Aufgabe ist es, diese Gruppen zu disziplinieren.

-Fiatgeld benötigt stabile Rahmenbedingungen. Wenn diese wegfallen, geht es unter. Das gilt zum Beispiel dann, wenn ein Staatswesen zusammenbricht oder dessen Einflusssphäre stark schrumpft. Knappheitsgeld steht solche Phasen der Unsicherheit leichter durch, weil es keinen Rechtsrahmen benötigt. Fiatgeld ist von der Natur her kein krisenresistentes System.



Die Zinsklemme:
-Wenn die gesamte Geldmenge von vornherein limitiert ist– wie soll dann zusätzliches Geld für die Zinszahlungen entstehen? Selbst erfahrene Ökonomen geraten ins Grübeln, wenn man ihnen diese Frage stellt. Denn die Antwort ist erschreckend einfach: Es funktioniert nicht. Ein simples Beispiel macht das deutlich: Angenommen, der Fürst verleiht zehn Goldstücke und verlangt nach einem Jahr elf zurück– also zehn plus 10 % Zinsen. Doch es existieren nur die ursprünglichen zehn Goldstücke. Selbst wenn der Schuldner alles richtig macht, kann er das elfte Goldstück nicht beschaffen. Ohne Goldreserven, die man auflösen könnte, und ohne Goldzufluss von außen, ist die Rückzahlung inklusive Zins schlichtweg unmöglich.

-Interessanterweise könnte das Zinsverbot in manchen Religionen auf genau dieses strukturelle Dilemma zurückzuführen sein. Die meisten religiösen Regeln haben ihren Ursprung in einem Problem, das nur auf gesellschaftlicher Ebene beseitigt werden kann. Wenn es also eine Vorschrift gibt, keinen Zinsen zu verlangen, verhindert dies das hier beschriebene systemische Dilemma. Ein Zinsverbot verhindert automatisch die Entstehung einer Zinsklemme.

-Worin genau liegt die Ursache der Zinsklemme? Sie liegt in der exogenen Begrenzung der Geldmenge. In dem hier beschriebenen Knappheitsgeldsystem kann die Geldmenge nicht ausgeweitet werden, und damit auch nie die Geldmittel entstehen, die zur Zahlung der Zinsen nötig wären.



MMT (Modern Monetary Theory):
-Die MMT ist das Gegenteil von modern, weil sie gedanklich auf dem Fürstengeld aufbaut, dies aber tarnt, indem sie einen Geldschaffungsprozess behauptet, bei dem die heutigen Regierungen einen vollen Durchgriff auf die Geldproduktion haben; sie behandelt die Regierung und die Zentralbank als eine Einheit. Dies ist sachlich falsch. Sie ignoriert komplett die heutigen Zusammenhänge der Geldproduktion und weigert sich, die Bedeutung des privaten Sektors anzuerkennen, insbesondere dessen Rolle bei der Produktion werthaltigen Fiatgeldes.

-Die MMT baut auf falschen Voraussetzungen auf, indem sie so tut, als könne der Staat einfach Geld emittieren. In entwickelten Volkswirtschaften wurde bewusst eine rechtliche Trennung von Zentralbank und Regierung herbeigeführt, weil die Folgen einer inflationären Geldpolitik hinreichend bekannt sind. Der immer wieder vorhandene Versuch, diese Regelungen zu unterlaufen, heißt noch lange nicht, dass die Regeln nicht mehr gelten; aber die MMT ist zweifellos auch ein Versuch, diese Regeln abzuschaffen.



Digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, abgekürzt CBDC):
-Damit ist das Geld aber nicht anonym, und es unterliegt nicht mehr der Qualitätssicherung durch die Geschäftsbanken. Ein solches CBDC wäre nicht- anonymes Fürstengeld.

-Programmierbares Geld ist welches, das von außen steuerbar ist, etwa durch Zentralbanken oder sogar durch die Regierung. Diese können Bedingungen festlegen, wofür, wann oder wie es ausgegeben werden darf. Es kann dann sein, dass der Inhaber dieses vermeintlichen Geldes es nur für als gesund deklarierte Lebensmittel ausgeben kann oder nur bis zum Ende eines Monats.

-Während der klassische Fürst nur die Münzen im Allgemeinen verrufen konnte, kann der Emittent von CBDC das Geld einer einzelnen Person individuell verrufen, also ungültig machen. Es ist eine der gefährlichsten Formen des Geldes, weil es noch stärker zur Unterdrückung eingesetzt werden kann

-Demgegenüber kann programmierbares Geld individuell gegen Einzelpersonen gerichtet werden. Es kann so programmiert werden, dass es nur für speziell erlaubte Transaktionen eingesetzt werden kann, oder dass es automatisch seine Kaufkraft verliert, wenn der Halter dieser Token bestimmte Bedingungen nicht erfüllt.

-Wenn die Zentralbanken wirklich ein digitales Bargeld möchten: Die Technologie für anonymes und unverrufbares Digitalgeld existiert. Sie brauchen es nur einzuführen.



Cantillon- Effekt:
-Die Geldentwertung wirkt nicht auf alle Wirtschaftsteilnehmer gleich. Je früher man das neu emittierten Nominalgeld erhält, desto mehr profitiert man von ihm. Denn man kann dann noch zu den alten Preisen kaufen, aber mit neu in Umlauf gebrachten Geld. Später wird der Tauschwert immer weiter verwässert. Cantillon 1755 hat den Effekt allerdings nicht auf Fürstengeld bezogen, sondern auf die Goldfunde im neu entdeckten Amerika.


-Während eine offene Sondersteuer unpopulär ist und in einer Demokratie auch durch Gremien bestätigt werden müsste, ist die Besteuerung durch Inflation fast unsichtbar und umgeht möglicherweise parlamentarische oder juristische Schranken, die anderweitig gesetzt wären.





Merkenswert:
-Ein Gut, das durch eine Obrigkeit zu Geld erklärt wird und nur von ihr geschaffen werden kann, ist Fürstengeld.[

-Noch vor wenigen Jahren begannen Vorlesungen über Wirtschaftstheorie mit der fiktiven Geschichte aus dieser Zeit, die dann damit weiterging, dass unseren frühen Menschen rege untereinander Güter tauschten und im Zuge dieses Handels Geld als Nebenprodukt entstanden ist. Geschichtlich ist das sicherlich falsch. Vielmehr war es wahrscheinlich so, dass sich diese Menschen gegenseitig Gefallen getan haben und dadurch ein Geflecht von Schuldbeziehungen entstanden ist. Man hat sich einfach gemerkt, wer wem noch etwas schuldet, und dann dafür gesorgt, dass diese Schuld im Laufe der Zeit immer wieder abgetragen wird. Das ist wie ein virtuelles Kontobuch, das die Gemeinschaft in ihren Köpfen geführt hat. Da jeder jeden kennt, gibt es auch eine Art gemeinsamen Rechtsrahmen, durch den reines Trittbrettfahren verhindert wird. Wenn einer nur nimmt und nie zurückgibt, bekommt er Ärger mit den anderen, und das wäre teurer für ihn, als einfach seine Schuld abzutragen.

-Dieses Abgelten ist der Ursprung des Wortes Geld. Denn jetzt, wo die Schuldbeziehung einmal auf dem Bierdeckel verbrieft ist– kann man sie auch weitergeben. Wenn der Besitzer des Bierdeckels jemanden braucht, der ihm beim Hüttenbau hilft, kann er ihm den Bierdeckel weitergeben und damit den anderen abgelten. Kurz gesagt, ist dies die Schuldtheorie des Geldes. Sie besagt, dass Geld nicht aus Tauschbeziehungen, sondern aus Schuldbeziehungen hervorgegangen ist.

-Eine Schuldbeziehung ist letztlich nichts anderes als eine Tauschbeziehung, die nicht Zug um Zug erfüllt wird.

-Ein Universaltauschgut vereinfacht die Situation erheblich, weil es eine Überbrückung qualitativer, quantitativer und zeitlicher Unterschiede in den Tauschgegenständen ermöglicht.

-Das Universaltauschgut kann ein nützliches Gut sein wie Vieh, Getreide, Zigaretten oder Dosen eingelegten Fisches (Durden 2017)– all diese Geldformen sind dokumentiert. Man spricht in diesem Fall von Naturalgeld oder Sachgeld.



Unterschied zwischen Preis, Marktpreis und Wert:
-Den Preis haben wir bereits kennengelernt als das Austauschverhältnis zwischen zwei Gütern, wovon eines das Standardgut ist, das wir hier als Referenzgut verwenden. Ein Preis ist somit das Resultat genau eines solchen Tauschs.

-Oft meinen wir jedoch etwas anderes, wenn wir vom Preis sprechen, nämlich denjenigen Preis, den wir üblicherweise für ein Gut zu zahlen haben. Strenggenommen ist dies der Marktpreis.

-Der Wert ist eine objektive Größe, die einem Gut innewohnt. Konzeptionell kann es den Wert geben, aber es ist schwierig bis unmöglich, ihn tatsächlich zu messen.

-Die klassischen Ökonomen wie Adam Smith und später Karl Marx kamen zum Schluss, dass man den Wert eines Gutes dadurch messen kann, wieviel Arbeit in seine Produktion hineingeflossen ist. Dies ist die objektive Wertlehre,



-Im Laufe der bisherigen Diskussion haben wir uns immer weiter vom Primärnutzen des Universalguts entfernt. Während Zigaretten, Schokoriegel und Toilettenpapier konsumiert werden können, haben Edelmetalle und Edelsteine kaum noch einen Nutzen, der über die genannten Geldfunktionen hinausgeht. Aber natürlich haben sie noch einen Primärnutzen, zum Beispiel als Schmuck oder in Produktionsprozessen.

-Fiatgeld ist daher von seiner Natur her immer ein Schuldgeld, aber in einem positiven Sinn. Denn eine Partei ist in Vorleistung getreten und hat einem anderen ein reales Gut gegeben, bevor sie eine Gegenleistung dafür erhalten hat. Ein anderer Ausdruck dafür ist Kredit.

-Sehr oft wird jegliche Form von Monetisierung durch rechtliche Anordnung für Fiatgeld gehalten. Diese Sicht ist aber grundfalsch. Das Es- Werde des Fiat- Gelds bezieht sich nicht auf eine rechtliche Zuweisung des Geldstatus, sondern auf das spontane Erschaffen eines neuen Gutes durch wirtschaftliche Aktivitäten.

-Man könnte auf den ersten Blick denken, die Emission von Fürstengeld sei das gleiche, wie wenn neues Fiatgeld in Umlauf gebracht wird. Aber das ist nicht der Fall. Wenn Kreditgeld auf legitime Weise in Umlauf gebracht wird, entsteht in diesem Vorgang keine Seigniorage auf den eigentlichen Geldbetrag, und zwar aus folgendem Grund: Beim Kreditgeld gibt es zunächst ein Schuldverhältnis aufgrund einer realwirtschaftlichen Tätigkeit. Dieses Schuldverhältnis wird verbrieft, und der Brief ist das neugeschaffene Geld. Durch die Schaffung dieses Briefes erhält niemand eine gegenleistungsfreie Entlohnung, also keine Seigniorage. Am Ende der Kreditlaufzeit wird der Brief wieder vernichtet, und somit verschwindet auch das im Schritt zuvor geschaffene Geld wieder.

-Eine Ausnahme aber bildet der Zins. Wenn es einen positiven Realzins gibt (also einen, der über die reine Geldentwertung hinausgeht), bekommt der Schaffer von Kreditgeld mehr zurück, als das, worauf er primär einen Anspruch aufgrund des realen Tauschgeschäfts hätte.

-Sowohl bei Gold als auch bei Kaurimuscheln ist auffällig, dass sie fast keinen Primärnutzen aufweisen.

-Ganz offensichtlich wird in einer solchen Welt Wertschöpfung verschwendet, indem ein Gut produziert wird, das für niemanden einen Primärnutzen stiftet.

-Eine vermeintliche Erklärung hierfür liefert die Arbeitswertlehre von Karl Marx, die sich selbst als objektive Wertlehre versteht. Diese geht davon aus, dass es einen objektiven Wert gibt, der den Gütern innewohnt und dass dieser Wert von der in die Produktion hineingeflossenen Arbeit abhängt. Deshalb schreibt Marx dem Gold einen inneren Wert zu. Dieser Theorie zufolge misst das Geld den Wert der Waren dadurch, dass es den in ihnen enthaltenen Arbeitsaufwand mit dem in ihm selbst enthaltenen vergleicht. Der Produktionsaufwand für Knappheitsgeld ist dieser Theorie zufolge keine Ressourcenverschwendung, sondern verleiht dem knappen Geld überhaupt erst einen Wert.

-Da diese Passage immer wieder falsch verstanden wurde, sei hier nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Arbeitswertlehre als Begründung für den„inneren Wert“ des Geldes im Allgemeinen und des Bitcoins im Speziellen nicht haltbar ist. Obwohl das Argument auch in der Form„im Bitcoin gespeicherte Energie“ immer wieder verwendet wurde, hat es die gleichen Defizite wie die Arbeitswertlehre generell.

-Dies ist die eigentliche Wirkung eines„Edel“- Metalls. Es enthält keine stofflichen Eigenschaften, die es wertvoll werden lassen. Es enthält keine in ihm geronnene Arbeitskraft. Es ist auch nicht an irgendwelche anderen realen Werte gekoppelt. Sondern teures Metall (oder analog dazu der Bitcoin) ist ein wirksamer Schutzmechanismus gegen ungezügelte Geldvermehrung. Es ist ein Schutz gegen Moral Hazard des Geldemittenten.

-Die Stock- to- Flow- Ratio (S2F) sagt aus, wie groß der Bestand eines Gutes (= stock) im Verhältnis zu der jährlichen Neuproduktion (= flow) ist. Je höher der Wert, desto länger dauert es, bis sich der Bestand ändert. Wenn zum Beispiel der Bestand an Gold 210.000 Tonnen ist und jährlich 3.000 Tonnen gefördert werden, ist die Stock- to- Flow- Ratio 70.

-Gold ist im Gegensatz dazu ein Gut mit einer sehr hohen S2F, die zudem wenig schwankt. Es zeigt sich hier, dass die Verwendung von Gold als Geld keineswegs rein zufällig ist, sondern zu einem großen Teil an seinen physikalischen Eigenschaften liegt. Bei Silber beispielsweise schwankt die S2F stärker.

-Bei oberflächlicher Betrachtung wirkt es so, als würde das umlaufende Geld mehr wert, je höher die Produktionskosten für das Geld sind. Gedanklich kann das leicht in die Marx’sche Arbeitswertlehre abgleiten. Tatsächlich ist der Mechanismus aber andersherum: Es wird mehr Geld produziert, je höher dessen Kaufkraft ist.

-Das ist auch intuitiv einleuchtend: Gold wird nicht dadurch teurer, dass unlukrative Goldminen in Betrieb genommen werden. Stattdessen wird in diesen Minen Gold abgebaut, sobald die Goldpreise am Markt gestiegen sind.

-In einer Welt des Fürstengeldes ohne Kreditgeschäft wäre eine moderate Deflation allerdings nicht weiter problematisch. Sie würde zwar sicherlich die wirtschaftliche Entwicklung verlangsamen, weil die Wirtschaftsteilnehmer dazu tendieren, Käufe zu verzögern– schließlich sinken die Preise tendenziell, sodass es sich lohnt, Käufe hinauszuzögern.

-Deflation ist aber in einer Wirtschaft ein Problem, in der es ein ausgeprägtes Kreditgeschäft gibt. Denn bei Krediten bleibt die Nominalschuld konstant, muss aber in höherwertigem Geld zurückgezahlt werden. Dies ist bei sehr moderater Deflation möglich, weil dann die Kaufkraftsteigerung des Geldes als Zins angesehen werden kann. Der Nominalzins kann aber nicht negativ werden, weil dann kein Kreditgeber mehr Geld verleihen würde (er würde sich bei negativen Zinssätzen besserstellen, wenn er das Geld hortet und nicht verleiht). Deshalb kommt das Kreditgeschäft zum Erliegen, wenn die Deflationsrate größer wird als der erforderliche Realzins.

-Es ist wichtig zu erkennen, dass der Schuldschein seinen Nutzen nicht aus dem Vertrauen erhält, das Stück Papier veräußern zu können (so, wie es bei Gold oder Bitcoin der Fall wäre); sondern aus dem Vertrauen darin, dass der Aussteller des Schuldscheins die darin verbriefte Leistung erbringen wird.

-Damit derartige Schuldscheine auch von Dritten als Universalgut akzeptiert werden können, ist es notwendig, dass diese Bonitätsprüfung von einer kompetenten und vertrauenswürdigen Instanz vorgenommen wird und diese Instanz für möglicherweise entstehende Schäden haftet.

-Falls der Schuldner schließlich ausfallen sollte, muss diese Instanz für den entstandenen Schaden eintreten. Genau dies ist die Aufgabe der frühen Emissionsbanken (Zettelbanken), die später zu den Geschäftsbanken wurden.

-Wichtig ist auch, dass der größte Teil des Zinses (bzw. des Disagios) eine Entschädigung für die Risikoübernahme und für die Zeitüberbrückung ist.

-Nicht eine moderate konstante Inflation ist ein Problem, sondern eine Inflation, die stark schwankt.

-Wird eine Deflation hervorgerufen, macht dies die Kreditgeber reicher und die Kreditnehmer ärmer; bei einer Inflation ist es andersherum.

-Bargeld ist die einzige Form von Zentralbankgeld, mit der wir direkt in Berührung kommen. Es ist allerdings kein Fürstengeld, sondern es kommt genauso in Umlauf wie alles andere Fiatgeld auch: über die Geschäftsbanken. Nur dass diese es nicht selbst herstellen können, sondern es sich von der Zentralbank beschaffen müssen.

-In einer Welt ohne Bargeld, in der Sie verpflichtet sind, ihr Geld auf irgendeinem Konto zu halten, können Sie immer mit Gebühren belegt werden, die über die Inflation hinausgehen. Das geht bei Bargeld nicht ohne Weiteres, weil man bei Gebühren oder negativen Zinsen das Geld einfach abheben und zu Hause aufbewahren kann. Dadurch wird eine Zinsuntergrenze von Null garantiert. Viele Bestrebungen, Bargeld abzuschaffen oder seine Verwendung einzuschränken, zielen in Wahrheit darauf ab, diese Form der finanziellen Repression zu ermöglichen.

-Resilienz ist der Fachausdruck für Abwehrbereitschaft gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen. Wir leben seit einigen Jahrzehnten in derartig sicheren Verhältnissen, dass wir uns Ausnahmezustände kaum noch vorstellen können. Dazu gehören ein flächendeckender Stromausfall (Blackout) ebenso wie eine anhaltende Störung des Internets, zum Beispiel als Folge eines Cyberangriffs oder eines Kriegs. In einer solchen Situation muss es weiterhin möglich sein, Einkäufe zu tätigen und die Arbeitsteilung aufrechtzuerhalten. Das gelingt nur mit Bargeld.

-
2 reviews
January 22, 2026
Das Buch informiert einen, sehr gut aber trotzdem leicht verständlich, darüber was für Arten von Geld es gibt und wie sie entstehen und sind.

Es wurde auch meiner Meinung nach sehr gut erklärt wieso Geschäftsbanken so wichtig sind. Einer der wichtigen Aspekte des Buches sind, dass es zeigt was für Gefahren es für Demokratie und Wohlstand gibt wenn Staaten großen Einfluss auf Geld nehmen.

Als negativen Punkt könnte man aufbringen, dass es nicht so sehr in die Tiefe geht. Aber als für jeden verständliches informatives Buch hat es sein Ziel erreicht.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.