Dieses Buch wird offiziell als Romantasy geführt – doch meiner Meinung nach greift diese Bezeichnung zu kurz. Wäre es von einem Mann geschrieben worden, würde man es wahrscheinlich als klassische High Fantasy mit Romance-Anteil einordnen. Und genau das ist es für mich auch: epische Fantasy mit einer Side-Plot Romance. Umso mehr hoffe ich, dass es die richtige Zielgruppe erreicht, denn es bietet deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vielleicht erwarten würde.
Besonders fasziniert hat mich das moralisch Graue der Figuren. Hier ist kaum jemand vollkommen gut oder böse. Alle haben ihre Beweggründe, manche nachvollziehbarer, manche zwiespältiger. Es ist nicht so, dass die Antagonisten einfach „gut“ werden, aber man versteht nach und nach, warum sie handeln, wie sie handeln.
Auch die Handlung hat mich immer wieder überrascht. Es gibt keine klassischen „Twists“ um des Effekts willen, sondern Entwicklungen, die logisch aus der Geschichte hervorgehen. Oft dachte ich, ich wüsste schon, wohin es geht – und dann kam doch alles anders. Einige Dinge habe ich so geahnt, aber die meisten Wendungen haben mich überrascht und begeistert.
Ein Highlight für mich war zudem der innere Konflikt der Protagonistin (und ehrlich gesagt der fast aller Figuren). Diese Kämpfe mit sich selbst und den äußeren Umständen waren für mich ein großer Teil des Lesevergnügens.
Erst in diesem Band versteht man eine Szene aus dem ersten Band, ohne das man mit dem Kopf drauf gestoßen wird und das fand ich mega (die mit der weißen Schlange)
Der Cliffhanger am Ende (bzw,. die mehreren Cliffhanger): AAAAAHHHHHHHH wie soll ich bis zum nächsten Band weiter existieren?!
Alles in allem: Eine großartige Fantasy-Geschichte mit vielschichtigen Figuren, spannender Handlung und atmosphärischem World-Building.
Ich hatte definitiv mehr Spaß, als ich erwartet hatte, und freue mich riesig auf die Fortsetzung.
Absolute Empfehlung für alle, die High Fantasy Romance mögen (und ich persönlich würde es auch denjenigen empfehlen, die nicht so auf Romance abfahren, denn *für mich* haben die Romance Szenen nicht den erst übertrumpft).