Zum ersten mal in der Geschichte wird der Versuch unternommen, die Literatur der Roma und Sinti zu systematisieren und überhaupt erst der Gesellschaft zugänglich zu machen. Djuric schafft es, wissenschaftliche Forschung in einer zugänglichen und interessanten Form weiterzugeben. Da viele von uns über das Erbe der Roma und Sinti wenig wissen und ihre Literatur auf mündliche und manchmal auch ausschließlich märchenhafte Texte reduzieren, ist Djurics Versuch eine große Beihilfe. Sie liefert nicht nur ein Bild über die Literatur, sondern geht auch auf Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft ein, wodurch viele Vorurteile abwiegelt werden. Die Geschichte der Roma und ihre Marginalisierung hat einen unmittelbaren Einfluss darauf gehabt, dass ihre Literatur immer im Keim erstickt wurde und überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Um Extremitäten zu vermeiden, die in "exotische" Vorstellungen des glücklichen und der Natur nahen Fremden einsickern und Voreingenommenheiten zu unterbinden, die nicht nur mit der genannten Gruppe, sondern auch ihrem Schaffen beigemessen werden, ist es wichtig, die literarischen Persönlichkeiten wahrzunehmen und ihnen einen Raum zu geben.
Die Texte und die Lyrik der Roma zeugen von oft einem Hin- und Hergerissensein. In der Macht der Sprache manifestiert zugleich ihre Ohnmacht, in der Wucht des Ausdrucks zugleich ihre Hilflosigkeit. Weder ein Heim wird ihnen zugebilligt, noch bleibt ihnen ein würdiges Grab. In dieser Ambivalenz bewegen sich viele der Figuren aus den Texten, suchen nach einer verlorenen Heimat und einer zerdachten Einheit, die sie - so schmerzhaft es auch sein mag - nur (!) in der Literatur finden können
Eine große Empfehlung für alle, die sich eine neue Welt eröffnen möchten!