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Barbara: Viel Sonne, noch mehr Sex und das Meer rauscht dazu (Olympia Press)

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Eine Gruppe von Jugendlichen verbringt in Kalifornien einen Sommer am Strand und macht dabei eine Vielzahl sexueller Erfahrungen. Die jungen Leute probieren von Gruppensex über schwule und lesbische Liebe bis hin zu sadomasochistischen Praktiken einfach alles aus. Sie streben nach sozialer Befreiung und leben ihr Lust als ein elementares Menschenrecht.

224 pages, Kindle Edition

First published May 30, 2012

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Frank Newman

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Profile Image for Klaus Mattes.
722 reviews10 followers
December 22, 2024
Es wäre dann immer auch ganz schön, wenn man erfahren könnte, wer damals diese Autoren von mittlerweile angegammelter Hippie-Pornografie gewesen waren, die das Programm des deutschen Ablegers der für „Kennerliteratur“ berühmt-berüchtigten Olympia Press gebildet haben. Der ehemalige Kiepenheuer-&-Witsch-Werbeleiter Jörg Schröder hatte die Leitung des maroden Darmstädter Melzer Verlag übernommen, dessen abgehobenes Programm durch Erotica ergänzt und mit „Geschichte der O“ den Riesenhit gelandet. Als er die New Yorker Olympia-Titel des Verlegers Maurice Girodias auch herüberholen wollte, stellten die Melzer-Eigner sich quer und Schröder gründete eine neue Firma, März, deren nächster Hit Günter Amendts „Sexfront“ werden sollte. Und die dann noch etliche Jahre als Quasi-Ableger von Zweitausendeins ihr libertär legendäres Bürgerschreck-Image pflegen sollte.

Viele dieser recht hübsch aufgemachten und schön gebundenen Bücher aus den Jahren um 1970 (1973 ging Schröder pleite und 2001 übernahm) sind erst einmal gründlich vergessen worden, aber im 21. Jahrhundert als Taschenbücher der Ost-Berliner Eulenspiegel Verlagsgruppe und als e-Books wieder zu uns zurückgekehrt. Wobei man sie vielleicht nicht gelesen hat. Auf der Rückseite von diesem und in den Vertriebstexten im Internet steht, es würde von einer Gruppe Teenager in Kalifornien im Sommer erzählen, während man im Buche selbst nicht weit zu lesen hat, bevor da steht, dass man sich in Provincetown im Staate Massachusetts befindet, wo es viele schwule Badegäste gibt, und dass der Sommer vorbeigeht und noch ein längerer Nachsaison-Teil, also Herbst, kommt. Außerdem treffen sich zwar mehrere Teenager, aber zusammengeführt und zusammengehalten, um nicht zu sagen: ausgebeutet, werden sie, um nicht zu sagen: ihre Körper, vor allem von einem intellektuellen Dropout in seinen Dreißigern, von Max.

Bei solchen Büchern konnte man sich fragen, ob sie überhaupt von Amerikanern stammen, vor allem, wenn sie nicht ganz schlecht übersetzt waren. So ist in derselben Reihe Hans-Georg Behrs „Gary“ als Buch eines gewissen Jean George Lurse erschienen und Joschka Fischer übersetzte Jerry Roths „Lotos“ unter dem Namen Petrus Joshua. Nicht zuletzt wegen der Anspielungen auf vergessene Präsidentschaftskandidaten wie Eugene McCarthy und von der Nationalgarde erschossene demonstrierende Studenten tippe ich darauf, dass dieser Frank Newman Amerikaner war, wenn er vielleicht auch nicht wirklich so hieß. Jedenfalls lässt sich für diesen (!) Frank Newman im Internet kein weiteres Buch finden. Dieses hier allerdings ließe sich in Goodreads mit unterschiedlichen Designs und Bewertungen auftreiben: mal als „Barbara“ in Englisch, mal als „B“ in Englisch, mal als deutsche Ausgabe „Barbara“ von Olympia Press oder von Eulenspiegel. Dann noch mal als bunt designtes Kindle unter dem Titel „Sonne, Sex und Meer“.

Es geht übrigens nicht um das zu Beginn noch jungfräuliche, aber äußerst experimentierfreudige Teenagergirl Barbara, sondern es geht um die ewig sexlüsternen jungen Menschen, die Weltenbummler Max in seiner Strandhütte um sich sammelt und in die hohen Künste des Perversen einführt. Zwischendurch fährt man auch mal nach Woodstock, zieht einen durch, fängt dicke Fische und brät sie in Alufolie, kocht Muscheln, gesalzen vom Meerwasser, trägt nicht mehr ganz jungen Frauen ihre Tüten auf dem Parkplatz des Supermarkts und wird nach Hause eingeladen. Kurz und unscharf zusammengefasst lautet die Grundannahme des Buchs, dass man genauso gut ohne Geld leben und mehr Zeit für jede Art von Sex haben könnte.

Hierbei gefiel sich der Autor als „absolut offen, flexibel und tabulos“. Das Wort ficken kommt so oft wie die Wörter Arsch und Fotze, auch die Scheiße im Arsch kommt vor und das Fisten, Bruder fickt Schwester, Schwester schaut zu, wenn er von Erwachsenen gefickt wird. Ein älteres, bürgerliches Ehepaar wird aufgetan und ebenfalls – parallel – durchgefickt, nur der Mann hat Angst davor, jetzt gleich schwul zu werden, weil es so toll war. Letztlich ist das Buch darum so langweilig, weil Newman keine erotische Stimmung erzeugen kann. Dagegen ist es ihm jedes Mal sehr wichtig, dass nicht nur zwei von verschiedenen Geschlechtern es tun, sondern dass es mindestens drei sind und etwas Gleichgeschlechtlichkeit dabei ist. Auch wird erstaunlich viel und blutig gebissen im Buch. Überhaupt muss es am geilsten sein, wenn Gliedmaßen wie die von Schlangenmenschen und Korkenziehern um einander verdreht werden.

Was bei einer der oben angesprochenen, hier von mir nicht angewählten Ausgabe (weil ich es deutsch gelesen habe und bei besagter Ausgabe ebenfalls noch keine längeren Text-Reviews kamen) dazu geführt haben könnte, dass es zwei junge Frauen mit nur einem Stern versorgt haben, dürfte sein, dass Frank oder Max sich, ungeachtet des vor sich her getragenen Stolzes, ein Kind des Wassermann-Zeitalters der allumfassenden Friedfertigkeit zu sein, am zuverlässigsten berauschen kann, wenn er das Gefühl kriegt, er habe „eine endlich geknackt“, ihr „mal gezeigt, wo der Hammer hängt“, sie „ins Weinen gefickt“.
Und das ist auch übel.
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