Frauen und alle anderen nicht-Männer müssen der Sprache jedes Wort und ihre Anwesenheit darin abringen, indem sie sie mühsam umformen. Die Männer haben kein Problem mit der Sprache. Sie steht ihnen zur Verfügung, sie spricht von ihnen, sie kommen in ihr vor. Sie schreiben ›man‹ und ›einer‹ und ›jemand‹ und ›wer‹ und merken gar nicht, dass sie darin heimisch sind und wir ›Anderen‹ nicht.
“Können sich Männer das vorstellen, wie sich das anfühlt, im Bewusstsein der eigenen Sprachlosigkeit aufzuwachsen?” Ich kanns wohl nur ahnen. Toller Text der zum Denken anregt. Literatur über Männerliteratur.
»[…]egal in welchem Bereich menschlicher Äußerungen dominieren die männlichen Stimmen, deshalb gilt es in jedem Bereich, die nicht-männlichen Stimmen aufzuspüren und weiterzutragen.«
„Mann, Mann, Mann“, wollte ich grade schreiben, um dann zu merken, das an der Stelle nichts unpassender wäre. Und genau diesen Nerv trifft das Buch, indem es den Finger auf eine Problematik legt, die mir, einem Mann, völlig unbekannt war. Und mir wird wieder einmal bewusst, wie wenig ich über das Leben außerhalb meiner männlichen Perspektive weiß - Zeit, das zu ändern! Man merkt dem Text die Literaturwissenschaftlerin an, die durch ihre Expertise einen fundiert kritischen Blickwinkel einnimmt. Werde ich auf jeden Fall nochmal lesen.
Julia verflechtet Autor*innen und feministische Theoretiker*innen mit Popkultur und eigenen Leseerfahrungen. Sie macht dabei mega wichtige, gute, reflektierte und politische Punkte. Es ist vor allem zu Anfang von seeehr langen Zitaten durchzogen und ziemlich akademisch geschrieben. Auch wenn dies im Verlauf aufgebrochen und teilweise poetisch wird, hätte ich mir im Sukultur Format eine durchgehend zugänglichere Sprache gewünscht. Gefallen hat es mir trotzdem.