Ganz Deutschland ist vom Hexenwahn ergriffen. Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Er glaubt nicht an Hexerei und die Schuld derer, die bereits den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt Löher nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ...
Schier studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen und arbeitet seit 2003 als freie Lektorin und Autorin. Neben Kurzgeschichten und Einzelromanen veröffentlichte sie Hörbücher für Kinder sowie zwei historische Reihen; jedes Jahr veröffentlicht Schier zudem einen Weihnachtsroman, in dem jeweils ein anderer Hund involviert ist. Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin zum Teil verlagsunabhängig verschiedene Buchserien. Sie lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in der Eifel.
Der Hexenwahn tobt durch Europa! Unglaublich wie das alles zu und her ging... Eine falsche Haarfarbe, ein falscher Blick = ein Gerücht und der Scheiterhaufen wartete nicht lange
1636 - Ganz Deutschland ist vom Hexenwahn ergriffen. Bereits einige Jahre zuvor wurde das beschauliche Rheinbach von diesem Wahn heimgesucht - eine Zeit, an die sich niemand gerne erinnert. Nun hat der Kurfürst den Hexenkommissar erneut in die Stadt beordert... Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kind - seine Frau Kunigunde gehört zur 'versengten Art', da Angehörige ihrer Familie bereits den Flammentod gestorben sind. Der Schöffe glaubt nicht an Zauberei und die Schuld derer, die den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt Hermann Löher nicht länger - und schon bald beginnt für ihn und seine Familie ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind, als das, was man den Hexen vorwirft...
Es ist erschreckend, welche Beweggründe die Menschen angetrieben hat, Unschuldige einer grausamen Folter zu verurteilen, der man so oder so nicht entkommen konnte. Entweder man gestand alle Vorwürfe, die gegen einen erhoben wurde und wurde somit zum Tode verurteilt. Oder man blieb standhaft und man wurde ebenfalls Opfer der Flammen, da es so ausgelegt wurde, dass der Teufel selbst dafür gesorgt hat, dass man nichts zugab. Wenn man dieses Buch liest, wird einem deutlich vor Augen geführt, dass besonders die Hexenkommissare nur auf zwei Dinge auswahren: Geld und Macht! Ihnen ging es nicht um die eigentliche Sache, die sie den Bürgern vermittelten. Sie glaubten nicht an Hexen und Zauberei (oder nur bedingt). In dem sie Missgunst säten, sorgten sie für immer neue Opfer des Hexenwahns und immer mehr Geld floss in ihre Taschen und ihr Ansehen wurde immer grösser.
Petra Schier hat einen unheimlich tollen Schreibstil, der mich von Anfang an berührt hat. Ich habe mit jedem Wort mitgefiebert, habe mich gefühlt, als wäre ich selbst in Rheinbach zu der Zeit des Wahns. Mehr als einmal hatte ich Gänsehaut, besonders wenn sie die Folter an die Reihe kam. Auch die Verbrennung, die sie beschrieben hat, hat mich leer schlucken lassen. Dieses Buch hat mich tief berührt - vor allem, da Hermann Löher tatsächlich existiert hat und dies seine Geschichte ist (so gut wie möglich nachempfunden, mit ein klein wenig Hilfe der Autorin). Und ich finde, es ist ihr unheimlich gut gelungen, das Leben des Schöffen in dieser Zeit zum Ausdruck zu bringen - und auch, wie viel Leid dieser Hexenwahn damals verursacht hat.
Ich habe selten ein so atmosphärisches Buch gelesen, dass mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat - und auch jetzt noch dafür sorgt, dass ich über das gelesene nachdenke und es mich beschäftigt.
Charaktere
Meiner Meinung nach hat Petra Schier die Charaktere hervorragend getroffen. Dort, wo sie keine genauen Angaben gefunden hat, hat sie der Geschichte dennoch eine wundervolle Note verpasst. Ich mochte jeden der Charaktere, selbst den Kommissar und zwar weil sie so echt und tiefgründig geschrieben wurden. Auch wenn ich nicht alle Entscheidungen nachvollziehen konnte und ich dem Kommissar am liebsten an den Hals gesprungen wäre, konnte ich mich in jede Person hineinversetzen. Und ich war manchmal sogar erstaunt, dass ich den ein oder anderen Charakter in seinen Handlungen durchaus verstehen konnte, auch wenn die Konsequenzen ziemlich grausam waren.
Cover
Das Cover ist eher nicht so mein Fall - aber das ist oft so bei historischen Romanen. Daher ist das nicht weiter schlimm.
Fazit
Ein absolutes Muss für jeden, der sich für dieses Thema interessiert - und für jeden, der einen grandiosen historischen Roman lesen möchte! 5 Sterne von mir!
Mein lieblingsbuch von Petra schier, weil es Top recherchiert darstellt, wie die hexenverfolgung im Mittelalter zugegangen ist. Eindrücklich bekommt man verschiedene Blickwinkel aufgezeigt und fiebert wie immer mit den Figuren mit. Gern gelesen und oft verliehen.. Klare Empfehlung!
Inhalt: Rheinbach, 1636: Der Hexenwahn greift um sich und dringt nun erneut in das kleine Städtchen, in dem bereits vor einigen Jahren Verbrennungen stattfanden. Hermann Löher fürchtet eine erneute Eskalation der Dinge, als wieder Unschuldige zu Unrecht beschuldigt werden. Doch als er eingreifen will, gerät er selbst ins Visier des Hexenjägers Buirmann …
Meine Meinung: Die Hexenverfolgungen sind ein dunkles Thema in der Geschichte unseres Landes, dennoch eines, das uns weiterhin fasziniert.
Die Zeiten waren fürchterlich, jeder musste befürchten, sich den Unmut eines anderen zuzuziehen und defamiert zu werden - und war man einmal in den Mühlen der "Justiz", gab es kein Entrinnen. Eine fürchterliche Vorstellung, die Petra Schier mit deutlichen Worten untermauert, die Ausweglosigkeit der Opfer und die Hilflosigkeit der Angehörigen. Es war schwer zu ertragen, sich so etwas vorzustellen, aber nötig, um die Dunkelheit jener Zeit vor dem geistigen Auge heraufzubeschwören. Passend dazu gab es recht detaillierte Szenen der Verhöre, die sicher nicht für jedermann geeignet sind.
Alles in allem hat die Autorin das Grauen wunderbar eingefangen, allerdings bin ich einfach mit dem Protagonisten nicht warm geworden, sodass ich nicht wirklich mit ihm und seiner Familie mitgefiebert habe, wie es trotz aller Umstände bei einem Roman sein sollte. Denn es geht um die Geschichte, sonst könnte ich auch ein Sachbuch zu dem Thema lesen.
Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen, aber Löher war mir … unsympathisch. Jähzornig, impulsiv, natürlich auch mitfühlend, aber alles in allem konnte ich zu ihm keine Verbindung aufbauen, obwohl er litt und dem Morden ein Ende setzen wollte. Und so ging es mir mit allen Charakteren, entweder waren sie mir zu unpersönlich und unsympathisch oder ihnen wurde zu wenig Spielraum gewährt. Daher hat mich ihr Schicksal nur in Maßen berührt, obwohl die Geschichte spannend war und ein für mich überraschendes Ende bot.
Zusammenfassend kann man also sagen: Hervorragend recherchiert, die Gräuel gekonnt in Worte gefasst und das Hätte-Wäre-Könnte gut geschrieben - nur an der Charakterzeichnung mangelte es mir, wobei es natürlich sehr schwer ist, realen Personen ein mögliches Leben zu verpassen.
Dieses Buch fiel mir direkt wegen seines Titels ins Auge. Ich lese gerne historische Romane und gerade die Zeit der Hexenprozesse ist ein spannendes Thema. Dieser Roman wurde aufgrund einer wahren Person geschrieben, nämlich dem Schöffen Hermann Löher, was dieses Buch für mich noch fesselnder gestaltete. Zeitweise zitterte und bangte ich mit Hermann und seiner Familie regelrecht mit. Der Autorin ist hier eine wirklich reale und grausame Darstellung dieser furchtbaren Zeit gelungen. Einige Details machen dem Leser bewusst wie schlimm es für die Verurteilten war und wie stark sie unter der Willkür der Hexenkommissare litten. Eindrucksvoll und sehr bildlich macht Petra Schier dem Leser bewusst, wie einfach man als Hexe oder Hexenpatron verschrien werden konnte. Sie beschreibt die Tortur, die die Opfer durchstehen mussten, sehr deutlich, auch das es immer zur Verbrennung kam egal wie der unschuldig Betroffene sich wehrte oder gegen das Unrecht ankämpfte. Jedoch geht es in diesem Roman nicht nur um die Brutalität der Hexenverfolgung. Das Leben und wirken von Hermann Löher und seiner Familie, der Alltag in dieser Zeit und das freien der Jungen um die Mädchen finden auch ihren Platz.
Für mich war es alles in allem ein informativer, spannender Roman mit einem Fünkchen Liebe. Dieses Buch ist jeden zu empfehlen, der gerne historische Romane liest, die jedoch nicht zu faktenlastig sind. Ich kann für mich sagen, es ist ein historischer Roman wie ich ihn mir wünsche und ich lange keinen mehr gelesen habe.
Deutsches Audiobuch--a new book by Schier based on a factual historical text about the witch trials in Rheinbach in the 1600's. Hermann Löher wrote a Klageschrift about the Hexenprozesse to warn people that such things shouldn't happen again. I think I liked her series about Adelina better, but this was a good book, if disturbing at times when they described what the witch judge did to get people to confess, even though they were innocent.
Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit. Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach – eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert. Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ...
Der Hexenschöffe" von Petra Schier hat mich wirklich beeindruckt. Wie man am Titel schon erahnen kann, geht es um die Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert. Das Buch ist nichts für zarte Gemüter, den einzelne Szenen sind schon sehr drastisch und grausam. Allerdings beruht das Buch auf wahren Begebenheiten und Personen, die der damalige "Hexenschöffe" Herrmann Löher Ende des 17. Jahrhunderts in einer Klageschrift schildert. Petra Schier hat laut eigenen Angaben im Nachwort einige Szenen und Dialoge fast wörtlich (natürlich ins heutige Deutsch übersetzt) aus "Der wehmütigen Klage" übernommen. Es ist erschreckend zu sehen, wie das "System" der Hexenverfolgung funktionierte und es auch Zweiflern unmöglich gemacht wurde dagegen anzugehen.