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Mythos Motivation

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Der Unternehmensberater Reinhard Sprenger hat sich durch Bücher Das Prinzip Selbstverantwortung oder Die Entscheidung liegt bei Dir! einen Namen gemacht. Seine provokativen Thesen haben seine Leser in zwei Lager gespalten. Auch mit dem in 14. Auflage neu erschienenen Buch zum Mythos Motivation sprengt Sprenger gängige Muster der Unternehmensführung. Motivationsspritzen durch Prämien, Urlaube, Geschenke haben sich in den Köpfen vieler Unternehmer als notwendige Methode festgesetzt. Sie gehen davon aus, daß Mitarbeiter dadurch zu Höchstleistungen gebracht werden können. Sprenger argumentiert sehr raffiniert dagegen. Seiner Ansicht nach verliert durch diese versprochene Belohnung die Arbeit ihren eigentlichen Zweck. Die Kreativität bleibt auf der Strecke, weil nicht mehr um der Tätigkeit willen, sondern nur noch wegen des Köders gearbeitet wird. Einleuchtend ist seine These, daß diese Haltung ein grundsätzliches Mißtrauen dem Mitarbeiter gegenüber innewohnt. "Eigentlich -- so die implizierte Annahme -- sind tendenziell alle Mitarbeiter Betrüger. Sie betrügen den Arbeitgeber um einen Teil der Arbeitskraft, die er bezahlt." Sprenger räumt ein, daß ein versprochenes Geschenk durchaus kurzfristig seine Wirkung durch einen erhöhten Einsatz erzielt. Aber nur für eine kurze Zeit. Die Prämien werden immer mehr nach oben geschraubt und hohe Kosten entstehen. Eine weitere Folge tritt Die Begeisterung für die Bestechung verliert an Wert. Der Mitarbeiter verliert seine Begeisterung für die Idee, er wird sich so niemals mit dem Unternehmen identifizieren. Er wird sogar quengelig, anspruchsvoll und von aggressiver Langeweile gepackt. Es ist also kontraproduktiv. Aber was schlägt der Autor als Alternative vor? Bis Sprenger diese Katze aus dem Sack läßt, hat der Leser vielleicht schon fast aufgegeben. Fast zum Schluß des Buches erst listet der Unternehmensberater auf, was sinnvoll ist. Die Arbeit sollte gestalterisch sein, produktiv, im Dienste der Gemeinschaft stehen, Planung und Ausführung beinhalten und interaktiv sein, mit vielfältigen sozialen Kontakten. Sprenger hat erneut bewiesen, wie geschickt er Klischees sprengen kann. --Corinna S. Heyn

Paperback

First published January 1, 1997

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Reinhard K. Sprenger

54 books19 followers

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Daniel.
14 reviews1 follower
December 6, 2015
Das Buch geht der Frage nach, was für Auswirkungen die Motivierung der Mitarbeiter in Unternehmen hat. Ich dachte immer Motivierung wäre was Gutes, bis ich dieses Buch gelesen habe. Das Buch ist unterhaltsam und zugleich praxisnah geschrieben, es macht Spass es zu lesen.

Die These ist, dass gerade die Motivierung der Auslöser für die Demotiviertheit und die innere Kündigung von Mitarbeitern ist. Unternehmen gehen von der falschen Annahme aus, dass der Mensch von sich aus eine Abneigung gegen Arbeit hat und daher motiviert werden muss um seinen Beitrag zu leisten. Ein Satz der dieses Misstrauen gut zusammen fasst ist: “Ursprung aller Motivierung ist eine behauptete oder beobachtete Lücke zwischen tatsächlicher und möglicher Arbeitsleistung.”

Im 2. Teil Entlarvungen wird der Sisyphos-Charakter von Bonussystemen analysiert. Die Bonussysteme sollen genau diese erwähnte Lücke schliessen. Nur der Effekt ist meist kurzfristig und zerstört zudem noch den inneren Antrieb der Mitarbeiter.

Im 3. Teil werden mögliche Lösungen angesprochen. Anstatt zu fragen, was den Mitarbeiter motiviert und mit welchem Bonus man die Leistung erhöhen könnte, sollte man besser fragen was denn den Mitarbeiter de-motiviert. Ein guter Weg ist, im Konsens die Ziele zu definieren und dann aber Freiheit zum Handeln lassen. Wichtig sind Lerngelegenheiten, herausfordernde Aufgaben, sinnvoller Beitrag und ein respektvolles Umfeld.
Profile Image for Viir.
135 reviews12 followers
July 4, 2018
Jeder redet immer davon, dass Motivation essentiell ist, um sein Unternehmen weiterzubringen. Aber dieses Buch zeigt, dass dies auch negative Auswirkungen haben kann. Motivation und Geld sollten beispielsweise nicht vermischt werden. Die Karikaturen, die ab und zu auftauchen, fand ich besonders lustig.

Ich bin aber der Meinung, dass das Buch auch hätte kürzer ausfallen können. Das ist oftmals ausschweifendes Palaver.
613 reviews11 followers
December 17, 2017
Ein sehr gutes und wichtiges Buch über die Schattenseite von externer Motivation. Zu oft wird das angestrebte Ziel nicht erreicht und durch falsch gesetzte Anreize gar das Gegenteil provoziert. Als gutes Beispiel werden die Irrwege so mancher Firmen beim betrieblichen Innovationsmanagement ausgeleuchtet. Mit Geld wird versucht Innovation zu fördern. Was gut tönt endet sehr bald in einem kompletten Leerlauf. Grund dafür sind die vielen Innovationen, die die betroffenen Mitarbeiter haben, was ja viel zu teuer würde, gäbe es für jede dieser Innovationen Geld. Damit dies nicht passiert gibt es kein Geld für Innovationen im eigenen Arbeitsbereich. Falls andere Abteilungen zum Austausch der Anträge fehlen führt diese «Motivation» schnell zum Gegenteil: Die Mittarbeiter ignorieren aktiv jegliche Verbesserungsmöglichkeit – es gibt ja nichts dafür.

Auch wenn das Buch stellenweise sehr langsam voran kommt ist es lesenswert. Die abzuleitenden Massnahmen hätten aber deutlich expliziter beschrieben werden können, damit auch die Führungskräfte mit weniger Realitätssinn eine Chance zur Verbesserung hätten.
Profile Image for Esther.
Author 3 books50 followers
June 18, 2014
(referring to an older version, but should be the same content)

i had to read this book for a paper but would actually recommend it to everybody who feels stuck in their job (and who doesn't, at least every once in a while).

it gave me a lot of "aha-effects" and insights on what went wrong in my last jobs. plus, it gave me some good hints on what possibilities i have myself to improve future situations.

all of this written in an easy to follow and easy to understand down to earth way, not overcharged with scientific or statistical facts but always very close to everyday situations and with very true and realistic examples :-)
Profile Image for Vadim.
124 reviews2 followers
May 11, 2012
This book has some right ideas (not too many, but...), though most of them are pretty obvious. The style isn't really fascinating (well, it can be the fault of Russian edition). Frankly, I didn't have much fun reading it.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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