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Zwei Seelen

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Maxim Harezki (1893-1938) erzählt von dem Gutsbesitzersohn Ihnat Abdsiralowitsch, der in den Wirren der Revolution zwischen alle Fronten gerät. Soll er sich für sein geliebtes weißrussisches Volk oder für seine soziale Herkunft starkmachen? Oder nicht doch lieber einer unüberhörbaren Stimme in seinem Inneren folgen, die eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse fordert? "Zwei Seelen" zeigt die Widersprüche der revolutionären Bewegungen und entwirft das fesselnde Portrait eines zweifelnden, in sich zerrissen Helden.

223 pages, Hardcover

First published January 1, 1919

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Maxim Harezki

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Profile Image for Gerhard.
382 reviews34 followers
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July 19, 2024
Die Geschichte des belarussischen Autors spielt sich in den Jahren 1917/1918 in Belarus, im Roman Weißruthenien genannt, ab. Ihnat Abdsiralowitsch, Gutsbesitzersohn wurde nach dem Tod seiner Mutter von der Amme aufgezogen, gleichzeitig mit ihrem eigenen gleichaltrigen Sohn. Nach seiner Offizierszeit gerät er in die Zeit der Kämpfe um die Unabhängigkeit des Volkes. Mit seinem Vater zerstritten, lehnt er dessen Leben ab. Durch die Erziehung der Amme kennt er auch das Leben und Denken des Volkes, der Bauern. Soll er sich sich für die Unabhängigkeit des Volkes an den Kämpfen, der Revolution beteiligen. Er kann sich nicht entscheiden bleibt Beobachter.
Profile Image for Julian.
54 reviews4 followers
December 27, 2021
Spielt zur Zeit der Oktoberrevolution; Protagonist ist ein Belarusse, dessen Vater Gutsbesitzer ist. Der Protagonist, Ihnat, zerstreitet sich jedoch mit diesem und beschreibt sich selbst daher als genauso mittellos wie ein Proletarier. Nach dem Krieg und zur Zeit der revolutionären Umbrüche ist Ihnat hin und her gerissen zwischen belarussischem Nationalismus und der progressiven sozialistischen Revolution. Verbildlicht wird das durch seinen "Bruder" Wassil, der Bolschewik ist, und auf der anderen Seite seinem ehemaligen Lehrer und einer Jugendliebe, die beide belarussische Nationalisten sind. Das Nachwort versucht aus dem Roman etwas antikommunistischeres zu machen, als es meiner Meinung nach ist. Harezki war, das weiß man, zwar belarussischer Nationalist und Seperatist, seine Beschreibung der Bolschewiki ist jedoch keine verteufelnde, ganz im Gegenteil. Was gerne als "bolschwestischer Terror" diffamiert wird, wird hier u.a. als Strategie der Weißen enttarnt in Person eines ehemaligen Hauptmanns Ihnats, der für die Reaktionären kämpft und sich in die Tscheka eingeschlichen hat, um dort mit menschenverachtendem Terror den Bolschewismus zu diskreditieren.

Alles in allem ist der Roman sehr gut geschrieben, der Versuch so eine Art Hufeisen zwischen "rechts" (Belarussischer Nationalismus) und "links" (Bolschewismus") aufzubauen, kann jedoch etwas nerven. Zumal es mehr oder weniger auf ein "weder noch" bzw. "ein bisschen von beidem" hinausläuft. Der Versuch, ein gewisses Mitleid mit Ihnat zu entwickeln, da in im "2 Seelen" seien, scheiterte bei mir zwar etwas; dennoch fängt man an, mit Ihnat zu sympathisieren. Man nimmt es ihm auch nicht unbedingt übel, sich nicht zwischen Reaktion und Fortschritt entscheiden zu können. Die Erzählung Ihnats dürfte stellvertretend stehen für viele bürgerliche oder kleinbürgerliche Menschen aus den verschiedenen, unterdrückten Nationalitäten des Zarenreichs zum Zeitpunkt des Umbruchs.
Profile Image for Denise.
27 reviews15 followers
October 27, 2014
Mein erstes Buch aus einem unabhängigen Verlag und mein erstes eines weißrussischen Schriftsteller. Tolstoi, Dostojewski, Puschkin. Russische Schriftsteller und die Geschichte Russlands kennen wir, aber wer kennt sich schon mit der belarussischen Geschichte aus oder kann einen bekannten Literaten dieses Landes nennen? Ich wollte meinen Horizont erweitern und griff daher zu "Zwei Seelen". Es hat eine Weile gedauert bis ich mich an den Schreibstil und die belarussichen Namen gewöhnt hatte. Dann war es zwar schon interessant etwas über die belarussische Revolution zu lesen und die Zerrissenheit des Protagonisten zwischen den Bolschewiken und seiner Herkunft als Gutsbesitzersohnes war sehr gut dargestellt, trotzdem konnte mich daa Buch nicht hunderprozentig catchen. Das liegt aber nicht unbedingt an dem Buch, denn es ist ein wichtiges Buch, das nicht zu Unrecht nach so vielen Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. Es ist nur einfach nicht mein Thema gewesen. Der Krieg (und es tut mir leid das sagen zu müssen) interessiert mich nicht so sehr. Natürlich ist es berührend was in der Zeit der Revolution passiert ist, aber mir fehlen zwei Dinge: mehr Drama und die Liebe. Die vergangene Liebe des Protagonisten wird nur kurz angerissen und spielt sonst keine Rolle und auch, wenn der Protagonist Schicksalschläge zu erleiden hat, was in Zeiten von Krieg und Revolution kaum vermeidbar ist, so war es mir einfach zu wenig dramatisch dargestellt. Viele Dinge, wie der Tod der Amme, bei der er nach dem frühen Tod seiner Mutter aufgewachsen ist, haben den Protagonisten kaum bewegt, obwohl sie ihm am Sterbebett ein für ihn lebensveränderndes Geheimnis anvertraut hat. Das fand ich sehr schade, weil es mir daher schwerfiel mit dem Protagonisten mitzufühlen und mich in ihn hineinversetzen zu können. Da schafft es Tolstoi, der ja auch viel über Krieg und Revolution geschrieben hat eher mich mitzunehmen, indem er mehr auf das persönliche Schicksal seiner Hauptfiguren eingeht. Dennoch ist "Zwei Seelen" kein schlechtes Buch und ich würde es all jenen empfehlen, die nichts oder nur wenig über die Geschichte Weißrusslands wissen. Es ist aber ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss und das nicht so nebenbei in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen werden kann.
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