Sie ist vor einiger Zeit zurückgekehrt, zurück an den Ort ihrer Kindheit, ganz im Osten von Österreich, wenige Kilometer vor der ungarischen Grenze. Hier ist sie aufgewachsen, zwischen Marillenbäumen und Reben, hier ist die Sprache rau und kantig, das hat ihr als Kind nie behagt. Die Landschaft hier heißt Puszta, was Einöde, Wüste, unfruchtbares, brachliegendes Land bedeutet. Bevor sie zurückkam, hat sie in Berlin gelebt, gemeinsam mit ihrem Partner A. Als A. schwer an ME/CFS erkrankte, war er mehr und mehr auf ihre Fürsorge angewiesen, sie pflegte ihn rund um die Uhr. Als es nicht mehr ging, zogen sie zusammen zurück ins Dorf ihrer Kindheit. Als Zurückgekehrte lernt sie die Großeltern noch einmal neu kennen, entdeckt liebevolle Zugewandtheit zwischen den Rebzeilen und die Artenvielfalt in der vermeintlichen Einöde. Sie beobachtet, sammelt, pflanzt an, setzt aus, kultiviert und verbindet sich. Sie pflanzt einen Wald in die Brache, hofft auf die Würmer und Jetzt ist eine gute Zeit für Lyrik. Clara Heinrich schreibt in Pusztagold über eine Liebe in Krankheit, über Familienbäume, darüber, was es bedeutet, sich zu sorgen – um Menschen, Saatgut, die Natur. Immer im Wissen um die gegenseitige Interdependenz. In ihrer Poetik des Sammelns und Kultivierens verwebt sie die Stimmen von Donna Haraway, Anna Lowenhaupt Tsing, Joan Tronto und vielen anderen mit ihrer eigenen Erfahrung. Pusztagold ist ein Buch über das widerständische, politische und künstlerische Potenzial von Care, übers Wachsen und die Frage, ob sich eine Landschaft wie ein Gedicht lesen ließe.
Es ist lange her, dass ich ein so berührendes und wunderschönes Buch gelesen habe. Pusztagold ist ein Buch über ganz unterschiedliche Themen: Es geht um Care, Verantwortung und Krankheit. Es geht um Natur, Nachhaltigkeit und Klimawandel. Es geht auch um die Rückkehr in die Heimat, in die Kulissen eines alten Lebens, zu den Menschen, die einen noch von früher kannten. Erzählt wird all das auf eine sehr poetische Art und Weise, Clara Heinrich sammelt Zitate von Autor*innen wie Donna Haraway und Anna Lowenhaupt Tsing und verwebt sie zu einem Textteppich, der sich wie eine Suchbewegung liest. Pusztagold ist auch ein Buch über die Erkrankung ME/CFS. Ich habe durch das Buch viel über die verheerenden Auswirkungen dieser Erkrankung gelernt, es ist auf allen Ebenen schrecklich und erschreckend - ich denke dabei auch an das Medical Gaslighting, das viele Betroffene erleben müssen.
Wenn ich könnte, dann würde ich gerne mehr als 5 Sterne vergeben. Bitte lest dieses wunderschöne, kluge, vielstimmige, berührende, traurige Buch!
Pasażami paraliżująco wspaniała, pasażami frapująca, pasażami chwytająca za serce, pasażami gęsta od cytatów i męcząca. Zawsze mam problem z takimi tekstami. Ich autorzy bezkompromisowo wciągają nas w swoje życie i każą się przyglądać, przeżywać, oceniać. A jak tu oceniać czyjeś cierpienie, czyjeś doświadczenia, refleksje? Przeżywam więc z nimi, doświadczam z nimi, śledzę tok myśli, domyślam się wrażeń z filmów, muzyki, lektur. Clara Heinrich ma coś, co ze sobą dzielimy: wrażliwość na naturę, świadomość ogromu zależności i powiązań ekologicznych świata, doświadczenie rzadkiej, wykluczającej choroby i tego, co nazywa „medical gaslighting“. O wszystkim tu jest, bardzo dużo o nasionach (super!), o opiece - w znaczeniu „care“, co trochę wymyka się tłumaczeniom. Jest tu też ogrom cytatów, nie zawsze dla mnie istotnych czy zrozumiałych, są oczywiście nawiązania do Annie Ernaux, Didiera Eribona, miejscami tekst Heinrich przypominał mi „Sztukę przetrwania“ Anki Wandzel, a miejscami bardzo „Znikanie“ Izabeli Morskiej. Na pewno książka zapraszająca do powrotów do niej.
ca. S.95 erstmal on-hold, wurde mir zu viel mit den beschreibungen als chronisch kranke mit gesundheitsangst bin ich da gerade sehr dünnhäutig und muss das zur seite lesen, gefällt mir sonst bis jetzt gut, ich mag die einbettung von anderen textausschnitten, aber like i said, geht mir gerade zu nah und will mich nicht zwingen
Lest dieses Buch! Es ist unfassbar klug und bewegend und sobald man einmal drin ist, kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Clara Heinrich beschreibt die Welt und das Leben so, dass man komplett eintaucht und das Gefühl hat, mit ihr in den Landschaften, im Haus zu sein, mit ihr zu ernten, so säen, zu pflegen, zu lesen, zu weinen, zu fühlen. Eine große, große Leseempfehlung!