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Nur zehn Tage

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Es sollte der Höhepunkt ihrer Kollegstufenfahrt auf die Kanarischen Inseln werden - ein Flug zu einer neu entstanden Vulkaninsel. Doch das Flugzeug stürzt über dem Meer ab und nur einige Mädchen schaffen es, sich auf eine unbewohnte Insel zu retten. Sie rechnen damit, dass sie bald gefunden werden, doch die Hilfe lässt auf sich warten. Es beginnt ein Kampf ums Überleben - gegen die Natur und gegeneinander ...

250 pages, Paperback

First published October 4, 2014

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About the author

M.P. Anderfeldt

20 books5 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
April 22, 2015
** Vorsicht, dieser Text enthält Spoiler, auf die in der Rezension jedoch noch einmal hingewiesen wird!**


Inhalt

Eigentlich wollten Midori und ihre Klassenkollegen nur die Kollegstufenfahrt genießen, doch dann stürzt auf dem Weg zu einer Vulkaninsel plötzlich ihr Flugzeug ab. Nur wenige Mädchen aus Midoris Klasse schaffen es, sich auf eine unbewohnte Insel zu retten. Doch der Kampf ums Überleben fängt dort erst richtig an...


Meine Meinung

Wer mich kennt, weiß um meine Faszination für Geschichten um Menschengruppen in Extremsituationen. Es ist für mich unheimlich interessant, was sich da psychologisch und zwischenmenschlich abspielt und gerade deshalb hörte sich der Klappentext so spannend an.

Der Einstieg hat mir gut gefallen und fiel äußerst leicht. Ich fand es äußerst interessant, was Midori, die Protagonistin, im Moment des Absturzes gedacht hat. Man hört ja immer wieder, dass Menschen in Extremsituationen an die unwahrscheinlichsten Dinge denken, und das fand ich hier sehr glaubwürdig beschrieben. Ihre Gedanken sind teilweise schon fast poetisch, wirklich schön. Generell ist der Schreibstil zwar einfach gehalten, aber enthält dennoch wunderschöne intensive Bilder, so dass die Insel mühelos und eindrucksvoll im Kopf Gestalt annimmt. Egal, ob es galt Spannung zu erzeugen, Gefühle auszulösen oder die Umgebung faszinierend zu beschreiben, mit diesem Sprachstil gelang dem Autor alles auf einmal.

Die Personen sind allesamt komplex und authentisch, Klischees wurden umgangen, Erwartungen gebrochen. Wir folgen in diesem Roman Midori, einem sehr intelligenten, aber auch unverwechselbar sarkastischen Mädchen. Im Laufe der Seiten habe ich immer wieder mit mir selbst gekämpft, ob ich Midori mag oder nicht. Teilweise fand ich sie extrem kalt und durch ihre sarkastische Denkweise habe ich mich oft gefragt: Ist solch ein Verhalten überhaupt noch realistisch? Diese Frage konnte ich mir leider selber nicht beantworten, ständig habe ich gerätselt, warum sie wohl so wurde, wie sie nun ist. Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass es da noch mehr geben muss. Dass sie uns mit Absicht einen Teil von ihr vorenthält. Und ich hatte recht. Es überwogen jene Momente, in denen ich sie einfach toll fand. Es hat mir gefallen, wie verrückt sie manchmal denkt und wie sie es schafft in den unwahrscheinlichsten Dingen Schönheit zu erkennen.

Eine Person hat extrem intensive Gefühle der Abneigung in mir hervorgerufen. Diese Person leistet sich Unglaubliches. Midoris Reaktion darauf ist (für mich) überhaupt nicht nachvollziehbar. Auch sonst gab es einige Dinge, die ich nicht für sehr realistisch halte. Dafür ziehe ich auch den halben Stern ab.



** !!Achtung, Spoiler!! **



Warum verzeiht Midori Katharina so schnell und sagt ihr die ganze Zeit, dass es nicht ihre Schuld ist?

Meiner Meinung nach IST es ihre Schuld. Immerhin hat Katharina die Mädchen bedroht und es hätte genauso gut sein können, dass sie sie am Ende auch erschossen hätte, so größenwahnsinnig wie sie war. Da gibt es ja so ein Zitat: "Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht". Man sieht, was für ein Mensch Katharina ist. Es wäre für mich etwas anderes gewesen, wenn Katharina wieder von alleine normal geworden wäre, aber so weiß man genau, dass sie weiterhin alle unterdrückt hätte, wenn diese Situation nicht passiert wäre und die Waffe nicht auf einmal nutzlos gewesen wäre. Ich verstehe ja, dass sie es schwer hat, aber jeder hat sein Päckchen zu tragen und nur weil ich etwas Schlimmes erlebt habe, gibt mir das noch lange nicht das recht, alle anderen zu demütigen, zu bedrohen und zu unterdrücken! Wenn das jeder machen würde, auf welcher Welt würden wir leben? Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass Midori mit ihr auf einmal "Best Friends" sein will. Hundert Fragezeichen in meinem Kopf!

Außerdem verstehe ich nicht, warum niemand versucht, Katharina die Waffe wegzunehmen. Man könnte sie doch leicht überwältigen, denn irgendwann muss schließlich auch sie schlafen. Dann einfach die Pistole wegnehmen und dieser erschreckende Größenwahn hätte sich erledigt.



** Spoiler Ende!! **



Besonders an diesem Roman ist die hohe Dichte an Midoris kursiv geschriebenen Gedanken. Es handelt sich hier nicht wie üblich um einzelne eingewebte Sätze, sondern um ganze Passagen. Doch wer nun denkt, dass das vielleicht langweilig sein könnte, der irrt. Im Gegenteil: Midoris Geist ist lebendig, sarkastisch und außerdem an den richtigen Stellen unverwechselbar komisch. Ich denke, ihre Gedanken sind wichtig, um sie verstehen zu können, auch wenn viele dennoch ihre Probleme mit ihr haben werden. Die schönsten / besten Stellen habe ich mir (wie in fast jedem Buch) markiert, und dabei handelt es sich fast ausschließlich um ihre Gedanken.

Die Spannung wird konstant hoch gehalten, man will wissen wie es weitergeht. Zusätzlich zur Geschichte auf der Insel gibt es Rückblenden ins Leben vor dem Crash. Dadurch lernt man nicht nur Midori besser kennen - und vor allem verstehen - sondern entdeckt auch die klasseninternen Probleme, Freundschaften und Feindschaften, die auf der Insel natürlich alles beeinflussen. Dies verleiht der Geschichte sehr viel Tiefe. Obwohl ich mich normalerweise schnell bei solchen Zeitsprüngen langweile, war hier genau das Gegenteil der Fall. Ich habe mich darauf gefreut, diese interessiert und aufmerksam gelesen und war teilweise wirklich berührt und schockiert von so mancher Passage. Auch Themen wie Mobbing, Untreue und Loyalität werden angesprochen und sehr überzeugend in die Geschichte eingewebt.


Mein Fazit

Eine spannende Geschichte mit einer ungewöhnlichen Heldin, die mich im Laufe des Buches für sich gewinnen konnte. Der klare, einfache und dennoch intensive Schreibstil schafft es eine eindrucksvolle Atmosphäre aufzubauen. Zahlreiche Rückblenden und tolle Personen geben dem Buch sehr viel Tiefe. Es waren "Nur zehn Tage", von mir aus hätten es ruhig noch mehr sein dürfen!

Ich empfehle dieses Buch allen, die wieder einmal einen spannenden Thriller mit Tiefe über zwischenmenschliche Beziehungen, Mobbing und darüber lesen möchte, wozu ein Mensch in einer Extremsituation fähig ist.


Übersicht

positiv:

* einfacher, aber starker, intensiver Schreibstil
* Stimmung und Landschaften wurden eindrucksvoll eingefangen
* ernste Themen werden angesprochen
* Protagonistin ist sehr außergewöhnlich, sarkastisch und lustig
* komplexe Personen
* Rückblenden verleihen der Geschichte Tiefe
* wirklich interessant und spannend

negativ:

* Protagonistin wirkt anfangs teilweise kalt und zu sarkastisch
* Verhalten einzelner Personen manchmal nicht nachvollziehbar


Bewertung:

Idee und Inhalt: 10 /10 ♥
Ausführung: 9 /10
Sprache: 9 /10
Personen: 10 /10
Protagonisten: 9 /10

Zusatzkriterien bei diesem Buch:
regt zum Nachdenken an: 2 / 3
Spannung: 2 / 3

Insgesamt:

❀❀❀❀,5

Ich vergebe viereinhalb Lilien für eine mitreißende Geschichte! Diese runde ich in diesem Fall auf!


Ist dieses Buch Teil einer Reihe? – Der Autor denkt über eine Fortsetzung nach.
Würde ich diese lesen? - Ja.
Profile Image for Elisa.
161 reviews3 followers
May 7, 2021
Ein wirklich gelungener Thriller für alle, die sich für Extremsituationen begeistern können. Die Figuren durchlaufen eine schöne Entwicklung und bergen am Ende mehr Tiefe, als man anfangs vermutet. Besonders gut gefallen mir die verwobenen Erzählstränge, die Diversität der Charaktere und die Gedankengänge der Protagonistin – stellenweise konnte ich mich sehr gut mit ihnen identifizieren, musste schmunzeln oder war wirklich gespannt, wie die Umsetzung gewisser Situationen wohl aussehen wird. Einziges Manko: Ich finde, dass der Werktitel zu viel spoilert. Dies ist aber lediglich eine persönliche Ansicht, die meine Empfehlung des Romans nicht beeinträchtigt.
Profile Image for Peters Bookcorner.
14 reviews2 followers
February 10, 2016
Wieder ein spannender Roman von M.p. Anderfeldt. Spannung bis zum Schluss, auf eine Fortsetzung wartend. Wie beim Messias Casting könnte ich kaum aufhören zu lesen, aber immer mit einem Grinsen im Gesicht. Der Autor versteht amüsant zu schreiben wie Andy Weir mit The Martian
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