Unweit des ostpreußischen Rastenburg, des heutigen Kętrzyn in Polen, befand sich ein zentraler Ort des Zweiten Weltkriegs: das »Führerhauptquartier Wolfsschanze«. Dort verbrachte Adolf Hitler nach dem Angriff auf die Sowjetunion den Großteil seiner Zeit. Dort wurde über die systematische Ermordung der europäischen Juden entschieden. Dort ereignete sich am 20. Juli 1944 das Stauffenberg-Attentat, das der Diktator nur leicht verletzt überlebte. Doch während der Name vielen ein Begriff ist, haben die wenigsten eine genaue Vorstellung von der Anlage selbst und dem, was sich dort über knapp dreieinhalb Jahre abspielte.
Auf der Basis von Zeitzeugnissen und bislang unveröffentlichten Dokumenten rekonstruiert Felix Bohr den Alltag in der »Wolfsschanze«. Seine Schilderungen verknüpft er mit grundlegenden Fragen: Was erfährt man aus den Berichten von Offizieren, Köchinnen und Kammerdienern über Hitlers Persönlichkeit? Wie beeinflussten die zunehmend chaotischen Verhältnisse und die paranoide Atmosphäre in dem abgelegenen Komplex die dort getroffenen Entscheidungen? Aus Bohrs dichten Beschreibungen ergibt sich eine präzise Analyse der obersten Ebene des NS-Regimes, die zwischen Teestunden und Waldspaziergängen das deutsche Menschheitsverbrechen plante.
Die Wolfsschanze/Wolfschanze war eine Bunkeranlage in Ostpreußen, die von Adolf Hitler und seinen Führungskader genutzt wurde um von dort aus den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu planen und durchzuführen. Hier fand das Attentat am 20. Juli 1944 statt und sie wurde vor der Eroberung der Roten Armee zerstört. Sie lag im heutigen Polen, Kętrzyn (Rastenburg) im Wald bei Gierłoż (Görlitz). Felix Bohr zeigt in 7 Kapitel mit zahlreichen Quellen und Augenzeugenberichten, von Mitarbeitenden (Sekretärinnen, Bewacher etc.), den Alltag mit Hitler sowie seinen psychischen sowie körperlichen Verfall bis zum Rückzug nach Berlin und dem Selbstmord. Gut und schnell lesbar.