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Karat

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Warum sie nach einem Vulkan benannt wurde, weiß Etna nicht. Explosiv ist
sie eigentlich nur, wenn sie Ungerechtigkeiten aushalten muss – als
Goldschmiedin geht ihr besonders das schmutzige Goldgeschäft gegen den
Strich. Nur jetzt, mit Blick auf den Schwangerschaftstest, ist da ein
ganz anderer Strich, der sie aufwühlt ...
Svenja hingegen erstellt mit Vorliebe Listen, und noch lieber arbeitet sie ihre Listen Punkt für Punkt ab. Heute steht das Abholen der Trauringe an, denn in drei Wochen ist ihre Hochzeit geplant. Was nicht auf ihrer Liste steht? – Dass sie  mit einer Goldschmiedin namens Etna einfach mal zu einem Roadtrip
aufbricht.
Zwei Frauen zusammen im Auto, ihre Jugendsongs mitträllernd, unterwegs zum ersten Vaterkandidaten – denn das mit dem Kind kann Etna unmöglich allein schaffen, wo sie doch versprochen hat,  all ihre Energie in faires Gold zu stecken. Bald stellen die beiden  fest, dass sie weit mehr als das Geburtsjahr verbindet.
Mit viel  Witz und Drive erzählt Karin Rey vom Ausbruch aus dem Unbehagen in der Welt, wie sie ist. Etwas muss sich ändern, das ist klar – und so
beginnen die beiden nach einem guten Vater zu schürfen, reißen
Neophyten aus und wüssten schon, wie das geht, eine faire Produktionslinie aufzuziehen. Ein engagiertes und zugleich schwereloses
Debüt!

204 pages, Kindle Edition

Published August 21, 2025

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About the author

Karin Rey

4 books

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Dunja Brala.
606 reviews46 followers
December 11, 2025
Ich hatte vor Jahren mal Einblick in die Arbeit einer Goldschmiedin. Ein interessanter Beruf und ein faszinierendes Handwerk, arbeitet man doch mit Materialien, die in unserer Gesellschaft sehr wertvoll sind. In diesem kleinen Kosmos bewegen wir uns in dem Debut von Karin Rey - doch nicht lange, denn es geht auf einen Roadtrip.

Etna ist schwanger. Als Svenja die Trauringe bei „Schmuckes“ abholen möchte, ist sie just in dem Moment gegenwärtig, wo die Goldschmiedin das Testergebnis erfährt. Sie fragt, ob sie behilflich sein kann, und steigt dann mit Etna in deren Wagen. Diese möchte sich nämlich postwendend auf die Suche nach einem Vater für ihr Kind begeben-nicht dem Richtigen wohlgemerkt, denn der hat es einfach nicht drauf.

Was sich vielleicht noch so anhört, als hätte man es schon ein paarmal gelesen, entpuppt sich dann als eine Geschichte mit vielen Unwägbarkeiten in der erst mal ein Van „geborgt“ wird, mehrere Männer vor den Kopf gestoßen werden und ein Goldbarren mehr Klotz am Bein als Wertanlage ist.
Vielleicht ist es auch nur die Episode einer Gewöhnung, an eine Schwangerschaft(Etna), an den Gedanken in drei Wochen zu heiraten(Svenja) und an die Tatsache, dass die Kindheit vorbei ist und man Verantwortung übernehmen muss(Beide). Doch beide sind noch sehr in der Vergangenheit verhaftet - ich hatte nicht den Eindruck, dass sie Abstand zwischen sich und ihre Jugend gebracht hatten.

Svenja und Etna haben beide ein Päckchen zu tragen, das nicht besonders groß ist, aber für sie jeweils schwer wiegt. Die Autorin hat so ganz nebenbei auch noch Fakten über den Goldhandel eingeworben, was bisweilen etwas Zusammenhang los eingefügt wurde und besonders zum Ende hin etwas zu kurz kam. Interessiert hat mich das trotzdem sehr.

Die Begegnungen, insbesondere mit den Männern, die so am Wegesrand stehen – oder gezielt aufgesucht werden- waren interessant in der Entwicklung. Zu Etna fehlte mir manchmal der Zugang. Sie ist patent und kann vieles klar und deutlich sehen, aber was so in ihrem Kopf vorgeht, weiß man nie ganz genau. Ihre besondere Gabe hat mir richtig gut gefallen, denn sie hat den Ruf einer Seherin, die im wahrsten Sinne des Wortes erschnuppern kann ob ein Paar zusammen bleiben wird. Das macht sie nicht gerade beliebt. Aber sie ist ehrlich. Was sie sagt, macht sie. Im Gegensatz zu Svenja, die irgendwie spürt, dass sie was ändern, muss es aber nicht hinbekommt.

Der Roman lavrierte mir bis zum Schluss zu sehr an der Oberfläche.
Ich komm nicht umhin zu erkennen, wie leicht sich dieses Buch lesen lässt. Für mich steht total im Gegensatz, dass ich immer noch unschlüssig bin, was mir die Protagonistinnen sagen wollten, und wie gerne ich gleichzeitig an die Lektüre zurückdenken. Wir haben es hier auf keinen Fall mit Mainstream zu tun, sondern einer Collection, die ihren Reiz vielleicht erst auf den zweiten Blick offenbart.

Ich empfehle das Buch allen die neue Talente entdeckt wollen und die bereit sind, die Verlockung durch Gold zu hinterfragen .
Profile Image for Conny.
627 reviews87 followers
October 7, 2025
Etna ist Goldschmiedin – aber das schmutzige Goldgeschäft geht ihr gegen den Strich. Sie will sich für faire Arbeitsbedingungen und nachvollziehbare Handelswege einsetzen. Doch plötzlich ist da noch etwas ganz anderes, das sie aufwühlt.

Wir sind in der Schweiz, wir sind im Aargau, wir sind in Brugg: Im Fachgeschäft «Schmuckes» will Svenja vor der Hochzeit ihre Eheringe abholen. An der Tür zur Werkstatt hängt ein Veranstaltungsplakat zum Thema sauberes Gold; dahinter hört sie ein Schluchzen: Etna. Die Lage ist ernst und auch ein wenig bizarr. Grund genug für Svenja, Etna nach Basel zu begleiten, um dort ein Problem zu klären.

So beginnt der Roadtrip durch die Schweiz, auf den uns Karin Rey mit ihrem Romandebüt «Karat» schickt. Sie lässt die beiden Frauen zuerst in einem Kleinwagen, dann in einem halbgeklauten Camper durch die Nordwest- und Westschweiz rumpeln und diverse Bekanntschaften Etnas abklappern. Und obwohl wir uns hier keineswegs in einem Heimatkrimi befinden, wird doch mit einer grossen Portion Lokalkolorit hantiert (Brugg, Basel, Hallwilersee, der Fressbalken Pratteln, das Hirscheneck Basel, Bözberg, die Band Hecht, der Chasseral, Saint-Imier, das Kantonsspital Baden). Brauchen tun das Geschichten eigentlich nie. Auch diese nicht.

Spannend, wenn auch etwas unbeholfen in lange Monologe verpackt, sind dafür die gut recherchierten Fakten zur Schürfung und dem Handel von Gold. Denn während wir die Goldbarren in den Bunkern unserer Banken und die Chips in unseren Smartphones vielleicht mit schmutzigen Geschäften in Verbindung bringen, tun wir das mit unseren Schmuckstücken in der Regel nicht. In dieser Hinsicht liefert der Roman gute Denkanstösse.

Die beiden Hauptfiguren, Svenja wie auch Etna, machen zudem durch die gemeinsame Erfahrung jeweils einen eigenen inneren Wandel durch; Svenja reflektiert ihre Beziehung, Etna ihre Haltung zum Thema Mutter- beziehungsweise Elternschaft. Insgesamt ist «Karat» eine kurzweilige und auch unterhaltsame Lektüre, aus der man einiges mitnehmen kann.

Review für Phosphor Kultur.
Profile Image for Monika Caparelli-Hippert.
284 reviews4 followers
September 30, 2025
Die Autorin sagte mit bislang nichts, und auf den Verlag bin ich eher durch Zufall gestoßen und habe deren Newsletter abonniert – und bin so auf diese Neuerscheinung aufmerksam geworden. Atlantis Literatur ist übrigens ein recht alteingesessenes Zürcher Verlagshaus, sehr schade, dass sie hier in DE relativ unbekannt sind.

Aber zurück zum Buch; der Inhalt wird schon recht gut vom Klappentext wiedergegeben, und mit den Schlagwörtern zwei Frauen auf einem spontanem Roadtrip auf der Suche nach einem Vater für Etnas ungeborenem Baby hatten sie mich eigentlich schon gecatched; das klang gut! Und soviel vorab, es ist auch gut :-) Sehr coole und interessante Story mit Witz und Drive.

Wir sind hier bei der etwa 30 jährigen Etna, die nach dem Vulkan benannt wurde (ihre Brüder heißen übrigens Pompeji und Cäsar...!), die nicht nur Goldschmiedin, sondern auch Aktivistin ist. Sie protestiert gegen die üblen Bedingungen beim Goldgeschäft, legt den Finger in die Wunde, und hat das Gefühl, hier gegen Windmühlen zu kämpfen. Wir als Leser lernen im Laufe des Buches auch so einiges an Hintergründen beim Goldschürfen und -gewinnen, das mal so nebenbei, fand ich recht interessant. Kriegt man normalerweise nicht mit; und die Autorin geht am Ende des Buches in einer kurzen Nachbemerkung auch noch einmal auf diese Problematik ein – ich denke, Frau Rey liegt das Thema genauso am Herzen wie ihrer Protagonistin.
Etna nun ist schwanger, und sie beschließt: das Kind braucht einen Vater. Der biologische kommt für sie nicht in Frage, aber ein sozialer Papa sollte schon da sein. Etna hat durchaus einige Kandidaten hierfür im Visier, die von ihrem Glück aber noch nichts wissen.

Svenja, ebenfalls um die 30, steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Leo. An dem Tag, als sie die Ringe bei Etna abholt, kommen sich die beiden Frauen näher, und Svenja entscheidet sich spontan, Etna auf ihrem Roadtrip zu den potentiellen Vätern zu begleiten....

Ja. Und nun wird’s chaotisch. Zwei völlig konträre Frauen, beide aber auf einem entscheidendem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen, gemeinsam unterwegs. Coole Ausgangssituation, und die Autorin entwickelt hier auch eine coole Story draus, die teils bizarr-urkomisch ist (auf die Idee muss man erst mal kommen, seinen Ex von vor Jahren aufzusuchen und zu fragen, ob er Vater werden will....!), aber teils auch sehr nachdenkliche Hintertöne hat. Das Büchlein hat nur rund 200 Seiten, mehr zur Story mag ich gar nicht verraten, aber soviel sei gesagt: es hat mich gefesselt. Ein mit viel Leichtigkeit, Charme und Humor geschriebenes Buch, aber wie gesagt, wir haben auch Tiefgang.

Während Svenja und Etna im hier und jetzt durch die Schweiz touren, gibt es immer auch wieder Rückblicke in Etnas Kindheit und Jugend. Zu Svenjas Leben natürlich auch, aber Etna steht im Vordergrund. An einer Stelle im Buch (S. 135) erzählt Etna, dass sie schreibt – Momente aus ihrem Leben, um Dinge zu verstehen und loszulassen. Und dass dabei ein Buch entstanden ist. Svenja: „ Dein Buch ist also autobiographisch?“
Etna stieß sich vom Geländer ab. „In der Ich-Form ist es nicht geschrieben.“
Irgendwie hatte ich ab hier das Gefühl, das Etna zumindest im sehr weitem Sinne das literarische Alter-Ego der Autorin ist …. hm, das wäre interessant zu wissen :-)

Aber sei es drum; mich hat das Buch bestens unterhalten und durchaus auch zum Nachdenken angeregt. Und das war echt mal wieder was, wo ich Kopfkino hatte, das könnte ich mir gut verfilmt vorstellen. Situationskomik meets social activism mit zwei weiblichen Hauptfiguren, die viel Identifikationspotential für ihre Leserinnen haben.
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