Seit dem Theaterstück hat sich Jazemins Welt gedreht, sie hat nun Freunde und einen Jungen der auf sie steht. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das eine deutliche Verbesserung, aber so ganz recht kann sie sich noch nicht einfühlen in ihr neues Leben. Vor allem da sie sich von Liam gedrängt fühlt. Natürlich gefällt ihr die Vorstellung, dass da jemand ist der sie bewundert, aber sie hat immer das Gefühl seinen Erwartungen noch nicht gerecht zu werden zu können und zieht sich wieder in sich selbst zurück. Das ändert sich als sie den Kontakt zu ihrer Großmutter aufnimmt, die sie seit dem Freitod ihres Vaters nicht mehr besucht hat und ein Wanderausflug ihr so einiges abverlangt. Jazmine wächst über sich hinaus und lernt, dass nur sie Grenzen setzen kann und dass Ehrlichkeit manchmal auch weh tut. Nur man selbst kann wissen, was einem gut tut und wann man den nächsten Schritt wagt.
Ein weiteres Mal durfte ich Jazmine auf ihrem Weg zu einem verantwortungsvollen Erwachsenen beobachten. Ich hatte mich so gefreut, als sie endlich mit Liam zusammenkam, daher hat mich sein bedrängendes Verhalten zunächst etwas irritiert. Hatte ich ihn doch in Band eins als süßen aufmerksamen Jungen kennengelernt. Die Wandlung erschließt sich dem Leser, nach dem er das Abschlusswort gelesen hat. Die Autorin wollte mit dieser Geschichte, jungen Mädchen zeigen, dass nur sie selbst wissen wie weit sie gehen wollen und das wenn in ihrem Inneren sich Widerstand regt, sie sich auf diese Stimme verlassen sollen. Herzergreifend ist auch die Annäherung von Jazmine und ihrer Großmutter, von der sie lernt über sich hinauszuwachsen und für andere da zu sein. Aber auch im Leben ihrer Mutter ändert sich so manches. Sie hat einen neuen Lebenspartner und kreist nicht mehr um ihre Tochter wie eine Glucke. An manchen Stellen mag das Buch für erwachsene Leser etwas zu kitschig und konstruiert sein, aber es ist eine süße Geschichte für alle Teenager die noch nicht so recht wissen wohin mit all diesen neuen Gefühlen.
Ich war auf alle Fälle mal wieder begeistert von Jazmine. Ich hatte sie schon in „Invisible“ in mein Herz geschlossen. Sie ist ein Kämpfertyp, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht glauben mag. Von daher freue ich mich, das Cecily Paterson ein weiteres Buch angekündigt hat, dass sich mit Jazmine beschäftigt.