Du hast Post, kleine Silbermöwe
Die Hamburger Autorin Ellen flieht vor dem Liebeskummer und der Schreibblockade in den verschneiten Norden – genauer gesagt nach St. Peter-Ording. Dort will sie zur Ruhe kommen und ihren ersten Liebesroman schreiben, obwohl ihr Herz noch schwer ist. Doch zwischen Salzwiesen, Teetassen und Leuchtturmlicht findet sie nicht nur neue Inspiration, sondern auch ein Stückchen Heimat – und vielleicht sogar die Liebe...
Diese Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen: die vereisten Salzwiesen, den langen Strandspaziergang, den gemütlichen Teeladen (ich konnte es quasi riechen und schmecken) – und natürlich den alten Briefkasten neben dem Leuchtturm. Genau dort beginnt die Magie, denn Ellen schreibt dort ihre Gedanken nieder – und bekommt tatsächlich eine Antwort.
Dass sich zwei Menschen auf diese Weise begegnen, sich Briefe schreiben und dabei ineinander verlieben, ohne zu wissen, wer der andere ist, erinnerte mich – ganz bewusst – an den Filmklassiker E-Mail für Dich. Die Parallele war liebevoll eingewoben und hat der Geschichte eine besonders romantische Note verliehen.
Ein interessanter Charakter war etwa Tim, der sich nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen hat und nur langsam wieder auftaut, oder seine herzliche Schwester Martina, die den Teeladen führt, tragen viel zur Wohlfühlatmosphäre bei. Natürlich auch der tolle Buchladen (ich wäre wohl Stammgast). Besonders berührend war für mich die Beziehung zwischen Ellen und Tims Tochter, die sich schnell mit ihr anfreundet und sich nichts sehnlicher wünscht als eine neue Frau an Papas Seite.
Natürlich darf auch ein bisschen märchenhafter Zauber nicht fehlen – Ellens Liebesroman wird zum Bestseller, und zum Ende fügt sich alles wunderbar zusammen. Ja, vielleicht ist das im wahren Leben nicht immer so einfach... aber genau das macht den Zauber solcher Bücher aus.
Ein schöner Abschluss: Am Ende gibt es sogar noch ein Rezept aus dem Teeladen – das werde ich bestimmt einmal ausprobieren.
Ich empfehle diesen warmherzigen Winterroman sehr gern weiter. Und wer weiß – vielleicht macht ihr euch selbst bald auf die Reise nach St. Peter-Ording, haltet Ausschau nach dem Briefkasten beim Leuchtturm... und findet im Teeladen ein bisschen Gemütlichkeit.
4* – für eine Geschichte voller Gefühl, Hoffnung und nordischem Charme