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Das Nest

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An einem einsamen englischen Küstenort, wo das Marschland auf den Ozean trifft, wo Vögel die bessere Gesellschaft sind, lebt Fran eine ereignislose Routine. Sich um den Campingplatz kümmern, ihren Sohn von der Schule abholen, Abendessen kochen. Freude findet sie nur an
den verschiedenen Vogelarten, die sie am Strand beobachten kann. DochFrans stilles Leben wird plötzlich erschüttert, als die Lehrerin ihres Sohnes verschwindet und Roma in der Nachbarschaft ihr Lager aufschlagen. Zwischen Gerüchten und Anschuldigungen kommen Geheimnisse ans
Licht, denen Fran verzweifelt zu entfliehen versucht. Als die Lehrerin tot aufgefunden wird, droht alles auseinanderzubrechen. Langsam, ruhig und bedrohlich entfaltet sich in diesem Krimi Noir ein Familiendrama vor beeindruckender Kulisse.

292 pages, Kindle Edition

Published July 2, 2025

4 people want to read

About the author

Sophie Morton-Thomas

6 books22 followers
Writer of literary thrillers. Currently studying at Cambridge University, UK.
I live in West Sussex in the UK with my husband; I have three kids too and some cats. I'm an English teacher during the day when I'm not writing. I also love to write short stories and flash fictions and have been shortlisted in international competitions for these, as well as for the beginning of my debut novel, Travel by Night.

GENRES:
Psychological Thrillers

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Community Reviews

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2 (8%)
4 stars
7 (29%)
3 stars
8 (33%)
2 stars
6 (25%)
1 star
1 (4%)
Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,547 reviews69 followers
July 16, 2025
Vogelbeobachterin

Frans liebstes Hobby ist es, die Vögel zu beobachten. Sie hat sogar eine Beobachtungshütte errichten lassen. Nebenbei führt sie einen Wohnwagenpark für Urlauber und kümmert sich um ihren Mann und Sohn. Ihre Schwester Rose und ihre Familie lässt sie umsonst in dem Park wohnen. Die Kinder Bruno und Sadie sind fast gleich alt und gehen gemeinsam zur Schule. Als eine Vertretungslehrerin an die Schule kommt, ändert sich vieles. Zuerst macht die junge Frau einen wirklich guten Eindruck, doch bald sind einige der Kinder und Eltern gegen sie aufgebracht. Auch zwischen den Schwestern Fran und Ros ist die Stimmung manchmal getrübt.

Spannungen zwischen zwei Familien, die durch die Schwestern Fran und Ros verbunden sind. Am Rande des Wohnwagenparks hat zudem noch eine Gruppe Roma ihre Wagen aufgestellt. Die Einheimischen sind misstrauisch gegenüber den Fremden. Nur die Kinder gegen unvoreingenommen auf die Neuen zu. Fran ist viel mit ihren Vogelbeobachtungen beschäftigt. Besonders ein Nest von Seeschwalben hat es ihr angetan. Dabei kommt ihr Sohn Bruno manchmal zu kurz. Ros sollte froh sein, dass sie im Park wohnen kann, doch so recht will ihr das nicht gelingen. Auch ihre Dankbarkeit hält sich in Grenzen, wer will schon gerne Almosen bekommen.

Die gedrückte und melancholische Grundstimmung des Romans erschließt sich den Leserinnen und Lesern schnell. Es ist kein fröhliches Urlaubscamp. Alle schlurfen irgendwie mit hängenden Schultern durch die Gegend. Hintergründig ist die Spannung, die durch die Gedanken von Fran und Tad, einem der Roma, erzeugt wird. Allerdings wird beim Lesen keine der handelnden Personen richtig sympathisch. Irgendwie in sich gekehrt, sprechen sie nichts richtig aus, stellen Vermutungen an und scheinen manchmal kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Selbst die Freundschaft der Kinder wirkt eher undurchdringlich. So vermag der Roman einen in große Anspannung zu versetzen, man spürt das drohende Unheil. Und doch fühlt man sich irgendwann selbst etwas niedergedrückt, wegen dieser depressiven Menschen, die unter ihrem Leben leiden. Ein Spannungsroman wie er im Buche steht.
133 reviews
July 27, 2025
Fran verzweifelt Zusehens. Ihr Mann Dom entgleitet ihr, genauso ihr kleiner Sohn Bruno, nicht zu sprechen von ihrer Schwester Ros, die mit ihrer Tochter Sadie und ihrem Lebensgefährten Ellis nach gescheitertem Leben kostenlose Zuflucht in einem ihrer Mobilheime findet. Ständig wundert und sorgt Fran sich über bzw. um ihre Verwandtschaft und ihr einziger Trost scheint die brütende Mutter eines seltenen Zwergseeschwalbennests zu sein, um dessen Verlust sie immer mehr bangt. Das bessert sich auch nicht, als sich gegenüber ihrer Mobilheimsiedlung eine Familie von reisenden Roma niederlässt. Als schließlich Brunos & Sadies Lehrerin verschwindet und mit ihr auch Ellis, scheint das beschauliche Leben am einsamen, englischen Küstenstreifen ein Ende zu haben...

"Das Nest" besticht gleich durch mehrere Tatsachen: die langsame, eindringliche Beschreibung der Küstenlandschaft; die eingehende Beobachtung von Vögel; die verschiedenen Blickwinkel, aus denen die Geschichte erzählt wird; das große Fragezeichen, dass bis kurz vor Ende über dem Erzählten schwebt; die unterschiedlichen Charaktere, die allesamt suspekt erscheinen, der intensive Blick in die Psyche der Erzählenden. Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich in den außergewöhnlichen, gemächlichen Erzählstil hineingefunden habe, aber als ich den Kipppunkt überschritten hatte, gab es kein Halten mehr: ich musste das Buch in einem Satz zu Ende lesen. Das schaffen nicht viele Bücher, doch Morton-Thomas spinnt ein Netz aus vielschichtigen Strängen, die einen gefangen halten, bis man am Ende - etwas unzufrieden - ausgespuckt wird. Aber von vorne:

Wir lesen die Geschichte aus zwei Perspektiven: aus der Sicht der bereits angeführten Fran und Tad, einem Rom. In Frans Welt werden wir umgehend eingeführt, wohingegen Tads Erzählung vorerst rätselhaft bleibt, man kann nicht so richtig verorten, wie er in die starke Geschichte Frans hinein passt. Diese beiden Stränge zusammenzuführen, gelingt der Autorin kunstvoll und sie schafft dabei einen grandiosen Spannungsbogen. Je weiter man liest, desto mehr Rätseln scheinen sich aufzutun, man weiß bald, es gab einen Mord und irgendwie verdächtigt man gleich einmal alle Charaktere, denn alle sind besonders: schrullig, ein wenig irre, mitunter auch gewalttätig, aber auch tragisch. Kurzum: etwas lost. Die Figuren werden so beschrieben, dass sie einem sympathisch und unsympathisch zugleich sind und alle sind verdächtig. Das trifft nicht nur auf die Erwachsenen zu, sondern auch auf die Kinder. Immer wieder (Achtung: Triggerwarnung!) werden zu Tode gequälte Vögel gefunden und eigentlich könnte sie jeder getötet haben. Grundsätzlich: wir erfahren viel über die Psyche der vorkommenden Personen und irgendwie wird dieses Psychogramm auch anhand der unterschiedlichen Vogelliebe erstellt.

"Das Nest" ist kein Krimi im klassischen Sinn, obwohl sich die Spannung um des Mordes Rätsel zunehmend steigert. Die Polizei scheint aus absoluten Losern zu bestehen, die nicht ordentlich ermitteln, aber der Schein kann trügen, denn beim Lesen sollte man sich vergegenwärtigen, dass wir nur zwei, sehr, sehr subjektive Perspektiven erzählt bekommen. Grundsätzlich lässt sich das Genre dieses Buches nur schwer greifen, was es als perfekte Wahl für den kleinen Verlag "Pendragon" macht, der Jahrs zuvor mit "Das Haus in dem Gudelia stirbt" ein ähnlich undefinierbares Werk herausbrachte. Wobei, wenn Psychogramm ein eigenes Genre ist, trifft es auf beide Bücher zu.

Auch Gesellschaftliches wird in vielen Facetten thematisiert. Armut, Verwahrlosung, Vernachlässigung, Vorurteile, die gekonnt ins Gegenteilige gesetzt werden, verstummende Beziehungen, Beeinträchtigungen, Solidarität, Gerüchte, Natur, Gewalt, und so weiter. Alles nicht zu offensichtlich, sondern fein eingewoben in die Geschichte und deren starke Atmosphäre.

Der Grund, weshalb meine Bewertung einen Stern Abzug erhält, ist das Ende. Auch wenn ich das Buch wirklich jedem, der etwas Außergewöhnliches lesen mag, nur sehr ans Herz legen kann: das Ende war für meinen Geschmack zu konstruiert und zu viele Fragen bleiben offen. Das war aber auch bestimmt so gedacht, denn, wie bereits erwähnt, erfahren wir ja nur aus zwei Erzählperspektiven von dem Geschehen. Nichtsdestotrotz bleibt eine sachte Enttäuschung, dass enorm viel der Spekulation der Leser*innen überlassen bleibt und manche Handlungen zum Schluss auch mit viel Menschenkenntnis nicht nachvollzogen werden können.

Mein Fazit: "Das Nest" ist ein grandios geformtes Psychogramm einer Dorfgemeinschaft, das absolute Spannung bietet, die sich langsam aufbaut und immer mehr zuspitzt. Die geschaffene Atmosphäre ist sehr stark und prägt sich nachhaltig ein, die Rätsel verlangen den Hirngewinden immer mehr Geschwindigkeit ab, um die Lesenden am Ende erschöpft und ein klein wenig enttäuscht zurückzulassen. Eine absolute Leseempfehlung an alle, die kein vorgegebenes Genre brauchen und besonderen Lesestoff suchen, über den noch jahrelang spekuliert werden kann.
Profile Image for MsWatson.
146 reviews2 followers
July 3, 2025
So düster, wie das Marschland an der Küste Norfolks, ist auch die ganze Geschichte: ein verschwundener Mensch, eine verschlossene Frau – und ein Ort voller Misstrauen. Sophie Morton-Thomas entfaltet in ihrem Roman „Das Nest“ eine wirklich beklemmende Geschichte, die weniger auf blutige Details oder lautes Drame setzt, sondern mit den Zwischentönen spielt und mit diesen und vielen kleinen Momenten eine ganz unangenehme Grundatmosphäre schafft, die manchmal auch fast schon schwer zu ertragen ist. Einfach weil es so gut erzählt ist, dass es irgendwo da draußen in einer der vorhandenen Wohnwagensiedlungen durchaus stattfinden kann. Ich glaube, das macht das Buch auch so krass.

Aber mal zur Handlung: In deren Zentrum steht Fran mit ihrem Sohn Bruno und einem eher anwesenden Ehemann, mit denen sie in einem recht abgelegenen Mobilheim-Park lebt, den sie selbst betreibt. Ihr Alltag ist von Routine, Zurückgezogenheit und einer tiefen Bindung zur Natur geprägt – insbesondere zu den Vögeln der Region, die sie akribisch beobachtet. Schon zu Beginn des Romans wird deutlich: Fran ist nicht nur vorsichtig, sondern zutiefst geprägt von innerer Unsicherheit. Hinzu kommt noch ihre Schwester mit zerrütteter Familie, die vorübergehend in einem der Mobilheime untergekommen ist. Allein schon diese Konstellation hätte für einen eigenen Roman genügend Stoff geboten.

Als Brunos Vertretungslehrerin verschwindet und kurz darauf tot aufgefunden wird, gerät die fragile Ordnung in der Gemeinde ins Wanken. Plötzlich sind alle verdächtig – auch Fran selbst. Alte Konflikte brechen auf, insbesondere im Verhältnis zu ihrer Schwester, mit der sie ein angespanntes Verhältnis pflegt, und zur Roma-Gemeinschaft, die in der Gegend lebt. Immer stärker gerät Fran zwischen ihre eigenen Erinnerungen, die Angst um ihren Sohn und das Gefühl, dass die Wahrheit näher sein könnte, als ihr lieb ist.

Sophie Morton-Thomas gelingt es, eine dichte und beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Das raue Marschland, das ständig unter dem Einfluss von Wind, Regen und salziger Luft steht, wird fast zu einem eigenen Charakter im Roman. Die Naturbeobachtungen, die Fran so viel bedeuten, fungieren als Spiegel ihrer inneren Welt – schön, aber auch unheimlich. Die Autorin schreibt in einem ruhigen, fast poetischen Stil, der durchaus auch Spannung trägt. Sie beobachtet ihre Figuren präzise, lässt ihnen Raum für Ambivalenz und ganz besonders bricht sie mit einfachen Gut-Böse-Konstruktionen. Ich glaube, das ist genau der Punkt, der einige Stellen eben so unerträglich macht, weil das für Lesende schwer auszuhalten ist. Man wird auch immer selbst gefordert, sich eine Meinung zu bilden.

Ein besonderes Stilmittel ist die wechselnde Perspektive: Neben Fran kommen auch andere Figuren zu Wort – etwa Tad, ein alter Mann aus der Roma-Community, der mit klarem Blick, aber auch innerer Distanz das Geschehen beobachtet. Diese multiperspektivische Erzählweise verleiht dem Roman Tiefe und eröffnet immer wieder neue Blickwinkel auf das Geschehen. Allerdings hätten auch einige Teile weggelassen werden können - zumindest meiner ganz persönlichen Meinung - ohne der Geschichte selbst zu schaden. Also hier schon mal vorab: Lesende, die schnelle Geschichten mit rasantem Plot bevorzugen, werden hier nicht ihr Glück finden. Dieses Buch muss wirklich langsam gelesen werden. Für zwischendurch ist es zu tief.

„Das Nest“ ist fast schon ein psychologisches Kammerspiel. Zwar gibt es eine Leiche, eine Ermittlung und am Ende auch eine Auflösung, doch das eigentliche Thema ist das, was in den Menschen gärt: Vorurteile, Schuldgefühle, Sprachlosigkeit, Unsicherheit, Entfremdung und das ganz tief ständig schwingende Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Morton-Thomas nimmt sich Zeit, diese Themen in all ihrer Komplexität auszuleuchten. Gerade die Darstellung von sozialen Spannungen – etwa im Umgang mit den Roma oder in der Frage, wie schnell wir Menschen verurteilen – ist eindrücklich und aktuell und deshalb auch so erdrückend.

Die Spannung entsteht dabei nicht aus Action oder Tempo, sondern aus der ständigen Unsicherheit: Wer sagt die Wahrheit? Was wird verschwiegen? Die Auflösung am Ende überrascht, wirkt aber nicht konstruiert, sondern als konsequente Zuspitzung dessen, was sich über die Seiten hinweg angebahnt hat.

„Das Nest“ ist ein atmosphärischer, psychologisch feinsinniger Thriller, der weniger durch Blut, sondern durch seine stille Wucht überzeugt. Ein Buch über Schweigen, Misstrauen und das fragile Band zwischen Menschen – und darüber, was passiert, wenn dieses Band reißt. Ein fesselnder Küsten-Noir mit poetischem Sprachgefühl, eindrücklicher Figurenzeichnung und gesellschaftlicher Relevanz. Empfehlenswert für alle, die Psychospannung mit Tiefgang suchen. Einzelne Passagen werden ungeduldigen Leser:innen zu langsam sein. Dieses Buch sollten sich diejenigen vornehmen, die sich auf die leisen Töne einlassen wollen und ein intensives, tiefgründiges Leseerlebnis suchen.
Profile Image for G.
328 reviews
August 1, 2025
Ach du Schreck, was war das denn.
Hier wurde mal wieder schnarchiges Erzähltempo mit "Tiefe" verwechselt. Man könnte gut und gern ein Drittel, wenn nicht mehr des Geschriebenen weglassen, es würde keinen Unterschied machen (jedenfalls nicht zum Schlechten), aber das ist gar nicht mal das Hauptproblem. Das liegt ganz klar auf der erzählerischen Ebene.
Das Buch liest sich wie nicht ganz zu Ende editiert. Dinge werden immer nochmal wiederholt, dafür fehlt an anderer Stelle die Herleitung, weshalb eine Figur auf einmal etwas weiß, das sie nach Stand der Handlung eigentlich nicht wissen könnte... Astrotelefon? Zeitungshoroskop? Lektorat von Aliens entführt? Es bleibt rätselhaft. Das einzige, was noch ausufernder ist als die Plot Holes, sind die Verbalticks der Autorin, die bestimmte Worthülsen wieder und wieder anbringt. Sprachlich ist das alles maximal Durchschnittsniveau.

Die Figuren fand ich durch die Bank leer und unfertig. Das sind keine dreidimensionalen Charaktere, eher Umrisse, die auf endgültige Ausgestaltung warten, etwa in Form einer Pilcher-mäßigen deutschen ZDF-Schmonzetten-Umsetzung (bitte nicht, aber das ist der Style, in dem diese sogenannten Handlungsträger angelegt sind: ein großes Nichts). Außerdem sind alle ganz furchtbar depri und auf Sinnsuche, kommen aber nicht auf die Idee, mal konstruktiv oder gar proaktiv zu werden. Reicht doch, sich im Selbstmitleid und einer als situationsbedingt unentrinnbar dargestellten Passivität zu wälzen.
Teilweise ergaben die Charaktere für mich nicht mal Sinn, etwa Bruno, der Sohn von Hauptfigur Fran. Der soll wohl irgendwas um zehn, elf sein, benimmt sich aber permanent wie ein Kind, das allerhöchstens halb so alt ist. Da geht sie mit ihm an der Hand (!!) spazieren, und "Bruno hopst auf und ab; ob er die Kälte vertreiben oder seiner Freude über den gemeinsamen Spaziergang Ausdruck verleihen möchte, weiß ich nicht." Ich auch nicht. Ich finde es nur seltsam, dass ein Junge im zweistelligen Altersbereich vor Glück darüber, von Mami am kleinen Patschehändchen durch die Pampa geführt zu werden, herum"hopst" wie ein Vierjähriger.

Der Aufbau hat mich ebenfalls nicht überzeugt, die Hälfte des Buches ist rum, bevor die im Klappentext behauptete "Krimi"handlung einsetzt. Bis dahin geht es nur um die diversen Arten von Unzufriedenheit, mit denen die Figuren ringen, bzw. denen sie sich widerstandslos hingeben, weil Gründe. Dann verschwinden also auf einmal Leute, nicht, dass man es ihnen verdenken könnte, und es entspinnt sich ein recht mühseliges Konstrukt aus Verdächtigungen und Ahnungen und Befürchtungen und dergleichen (aber nicht viel an tatsächlicher Handlung), bevor dann auf den letzten Drücker (= zehn, fünfzehn Seiten vor Schluss) auf einmal richtig die Post abgeht. Logik? Herleitung? Ach, egal. Dafür lernen wir, dass Randgruppen doch die besseren Menschen sind. Weise, reflektiert, bereit, das zu tun, was getan werden muss, das hat, wenn man böse sein möchte, schon ein bisschen was von Magical Negro.

Aber immer noch besser Mottenkistenklischee als eine Hauptfigur wie Fran... Die Alte ist nicht nachzuvollziehen; da finanziert sie einem Verwandten den Alkoholentzug, und auf seine Mitteilung, übrigens seitdem erfolgreich trocken zu sein, gratuliert sie ihm da? Macht sie ihm Mut für die Zukunft? Nope. Frans erste Handlung: erstmal einen schönen "schweren Wein" aufmachen und dem Betroffenen ein ordentliches Glas in die Hand drücken (das der dann auch erfolgreich trinkt). WTF?!?!?!?
Und dieses menschliche, ethische wie kognitive Komplettversagen wird nicht mal kommentiert... und zwar, möchte ich wetten, weil es der Autorin nicht mal aufgefallen ist. Ein Schriftsteller, der keine Ahnung hat, was seine Figuren machen? Saubere Leistung.

Und wenn wir schon von schriftstellerischer Leistungsverweigerung bzw. Unvermögen sprechen: Die finale Auflösung des, soll ich es wirklich "Rätsel" nennen, Das ist so billig, da kann jeder Discounter einpacken.

Dieses Buch als Kriminalroman zu vermarkten, ist nach meinem Empfinden falsch. Das ist ein als Möchtegern-Studie menschlicher Kommunikationsunfähigkeit/gepflegter Langeweile getarnter Frauenschmöker eher unterer Schublade, in dem irgendwann mal jemand Belangloses irgendwie einem Mord zum Opfer fällt. Der letzten Endes genaugenommen , in Sachen Gewichtung aber irgendwie sowieso nicht so wirklich eine Rolle spielt.
Anspruchsvoll ist hier wirklich gar nichts, schon gar nicht die brav-betuliche Prosa. Da kann der Verlag sich in Sachen Covergestaltung noch so ins Zeug legen -- aus einem Plastikpantoffel wird kein Designerstiefel, auch wenn man ein schönes Ölbild auf den Karton klebt.


Meinen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar. Dieses Buch war definitiv nicht für mich.
713 reviews1 follower
November 10, 2025

«Der Anfang: Der Basstölpel geht in den Sturzflug und durchschlägt die Wasseroberfläche wie ein Pfeil. Das Farbenspiel auf den Wellen zieht meinen Blick auf sich und mich selbst aus meinen Gedanken. Nach ein paar Sekunden taucht der Vogel wieder auf. Für die silbrig schillernde Beute im Schnabel hat es sich gelohnt, den eisigen Wogen zu trotzen. Ich sinke tiefer in die Allwetterjacke, deren viel zu lange Ärmel ich umständlich hochgekrempelt habe. Dom hat bestimmt nichts dagegen, dass ich sie ausgeliehen habe.»

Ein Küstenort in Großbritannien, wo das Marschland auf den Ozean trifft, wo Vögel die bessere Gesellschaft sind, lebt Fran eine ereignislose Routine. Sich um den Campingplatz kümmern, der mit Mobilheimen ausgestattet ist, ihren Sohn von der Schule abholen, Abendessen kochen. Mit Dom, ihrem Mann, läuft es nicht mehr so, ihre Schwester lebt mit ihrer Familie in einem Wagen, zahlt keine Miete, dem Schwager hatte sie den Entzug finanziert und jetzt trinkt er wieder, hat keine Arbeit. Freude findet Fran nur an den verschiedenen Vogelarten, die sie am Strand beobachten kann; sie hat auch ein Häuschen zur Beobachtung finanziert. Und nun entdeckt sie ein Nest mit einer seltenen Vogelart, hofft, dass die Jungen ausschlüpfen werden..

«Wir sind seit einer Stunde hier, und selbst der lauteste Teil der Traurigkeit wird übertönt von meinen klappernden Zähnen und dem eisigen Wind, dem ich nicht entkommen kann. Ich rufe nach Bruno, der noch immer mit hängendem Kopf am Strand entlangläuft. Er schaut auf und geht langsam, Schritt für Schritt, auf mich zu. Ich glaube, et bar aufgehört zu weinen. Sein Gesicht sieht aus, als wäre es il lang der Meeresbrise ausgesetzt gewesen. Die Augen sind nicht verschwollen, aber die Haut ist gerötet und trocken.»

Irgendwas liegt in der Luft … Die neue Lehrerin kommt nicht mit der Nichte von Fran klar. Eine Gruppe von Roma schlägt in der Nachbarschaft des Campingplatzes ihr Lager auf, sie werden von der Bevölkerung mit Argusaugen beobachtet. Eines Tages (weit in der Mitte es Romans) verschwindet die Lehrerin. Und auch der Schwager von Fran ist kurz danach verschollen. Zwei Perspektiven, die von Fran und die von dem Roma Tad. Immer wieder liegen Vögel mit abgeschnittenen Köpfen herum. Im Prinzip ist der Roman ein Thriller, denn die düstere Atmosphäre, das Bedrohliche, läuft die ganze Zeit unterschwellig mit. Eine Frau verschwindet, ihre Leiche wird gefunden, ein Mann verschwindet – das alles irgendwie nebenbei. In dieser Familie läuft es nicht rund: Die Ehen funktionieren nicht, die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern von erwachsenen Geschwistern stimmt nicht. Das Ganze ist eingebettet in atmosphärisch geschilderte Landschaft und Vogelbeobachtung.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wohin die Reise geht? Geht es um Fran, die nicht glücklich ist, oder um die Kinder, Cousin und Cousine, die mit der Lehrerin Stress haben. Geht es um die Verwahrlosung der Familie der Schwester, die nicht um Hilfe bitten mag? Oder geht es um das Thema Ausgrenzung und Vorurteil von Romas? Ach ja, nicht zu vergessen, die ermordete Lehrerin – aber die Geschichte wird nebenbei erwähnt, kommt irgendwann wieder zum Tragen. Nicht Fisch, nicht Fleisch, ein Ende, das für mich überhaupt nicht passt, völlig unlogisch. Das alles plätscherte an mir vorbei. Zu den Figuren fand ich keinen Zugang. Pendragon Verlag, Ausschnitt eines Interviews: «Während ich an der ersten Hälfte saß, wusste ich noch nicht einmal, wer genau der oder die Schuldige sein sollte.» Genauso erschien mir der Plot. Mein Buch war es nicht. Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, aber es ist ein laues Lüftchen, das sich für mich nie verdichtet hat. Ein Familiendrama, in dem für mich der Ritt auf dem Vulkan fehlte; was nicht unbedingt Action bedeutet, es kann auch die Tiefe der Figur sein. Hier ist alles oberflächlich, die Charaktere, das Geschehen. Gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen, die wirklich gut gelungen sind, ein literarischer Thriller, bei dem mir zum Ende allerdings die Luft ausging. Eins dieser Bücher, bei der sich die Leserschaft teilt: Man mag es oder eben nicht. In diesem Fall wusste ich das Ende selbst nicht, bis ich es geschrieben hatte.


Sophie Morton-Thomas wuchs in West-Sussex auf und war schon immer vom Schreiben begeistert. Bereits früh schrieb sie Kurzgeschichten, mit denen sie für mehrere Preise nominiert war. Mit »Travel by Night« hat sie bereits einen erfolgreichen Roman veröffentlicht.
Profile Image for Caroline | dogtailsandcrimetales.
279 reviews11 followers
July 30, 2025
★★.5

»Man sollte immer auf die Vögel hören…«

Fran ist eine leidenschaftliche Vogelbeobachterin. Sie liebt ausgedehnte Spaziergänge durch die Sümpfe im Norden Norfolks. Dort kann sie in Ruhe ihren Gedanken nachhängen, fernab von ihrer Familie und ihren Sorgen. Gemeinsam mit ihrem Mann Dom und ihrem Sohn Bruno betreibt sie einen kleinen Wohnwagenpark, auf dem sie auch lebt. Obwohl ihr Alltag einem festen Rhythmus zu folgen scheint, wirkt Fran als Mutter oft abwesend. Ihre Gedanken kreisen unablässig um Vögel, den Wechsel der Jahreszeiten und die Brutzeiten.

Trotz dieser gedanklichen Abwesenheit plagen sie viele Sorgen. Doch sie verdrängt sie. Sie spricht nicht darüber und unternimmt auch nichts, um etwas zu ändern. Während ihr Sohn zunehmend besorgniserregendes Verhalten zeigt und sich ihr Mann emotional immer weiter von ihr entfernt, zerbröckelt auch die Beziehung zu ihrer Schwester und ihrer Nichte. Statt sich diesen Entwicklungen zu stellen, flüchtet Fran in die Marschlandschaft. Sie zieht sich mehr und mehr aus dem Familienleben zurück.

Als sich eine Familie Roma auf einem angrenzenden Feld niederlässt, entstehen Spannungen zwischen den beiden Gruppen. Tad, ein älteres Mitglied der Roma, beobachtet neugierig das Geschehen auf dem Wohnwagenpark. Er bringt eine neue, unerwartete Perspektive in die Geschichte. Dann verschwindet Brunos Lehrerin. Ausgerechnet zur gleichen Zeit wie Frans nichtsnutzigem Schwager. Die kleine Gemeinde ist erschüttert, und schon bald machen wilde Gerüchte die Runde.

Der Roman entwickelt sich als sehr langsamer „slow burn“. So sehr, dass ich mich zeitweise fragte, ob es sich tatsächlich um einen Krimi Noir handelt, wie angekündigt, oder eher um ein Familiendrama. Die düstere, melancholische Kulisse Norfolks hat mir jedoch sehr gut gefallen. Sie passt hervorragend zu den Figuren und zur allgemeinen Stimmung.

Auch wenn lange Zeit wenig passiert, ist Frans Perspektive (die das Geschehen für einen großen Teil des Romans prägt) zutiefst verstörend. Es scheint, als könne nichts sie dazu bewegen, sich für ihr Umfeld zu interessieren. Diese Gleichgültigkeit überträgt sich mit der Zeit auch auf den Leser. Ich begann mich zu fragen, warum ich mich überhaupt für ihre Geschichte interessieren sollte. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu Fran oder zur Handlung aufzubauen.

Die große Auflösung war wenig überraschend. Wer, wie angekündigt, auf die Vögel hört, erkennt früh, worauf alles hinausläuft. Auch die finale Enthüllung war nicht wirklich schockierend, denn es gab zahlreiche Indizien, die klar in diese Richtung wiesen. Die Heuchelei und die anhaltende Gleichgültigkeit waren am Ende kaum auszuhalten.

Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar im Rahmen der NetGalley Summer Academy 2025 erhalten. Vielen Dank an NetGalley, den Pendragon Verlag und Charlotte McGregor für das Buch von Sophie Morton-Thomas. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst.
Profile Image for Detlef.
327 reviews4 followers
July 4, 2025
Dies ist ein Kriminalroman der sehr leisen Töne, den der bielefelder Pendragon-Verlag gerade hat übersetzen lassen und herausgebracht hat.

Fran lebt mit ihrer kleinen Familie im Marschland Englands. Sie betreibt dort einen Campingplatz. Die nächste Stadt ist ein ödes Provinznest. Das tägliche Jahraus und Jahrein – Essen kochen, Kinder umsorgen, Haushalt machen, Campinggäste betreuen etc. – hat Fran mittlerweile zermürbt. Sie ist dieses Lebens so überdrüssig. Hinzu kommen Probleme der Kinder in der Schule. Fran hat sich schon lange zurückgezogemn in ihre Welt der Vögel. Sie beobachtet die Vögel im Marschland.

Dann lassen sich nahe des Camplingplatzes ein ganzer Tross Reisender oder Roma nieder. Diese beobachten die Gäste auf dem Campingplatz, aber auch Fran und ihr Mann behalten die neuen „Nachbarn“ im Auge.

Doch dann fällt die trostlose Welt, in der Fran sich zu leben wähnte, plötzlich auseinander. Die Lehrerin von Bruno, Frans Sohn, ist plötzlich verschwunden. Ab jetzt werden Gerüchte und Anschludigungen verbreitet, als würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Und zwischen alldem werden Geheimnisse enthüllt, die eigentlich tief verborgen waren und besser dort hätten bleiben sollen. Fran würde ihnen am liebsten entfliehen.

Die Dramarturgie dieses Kriminalromans »Das Nest«, der sich ganz langsam zu einem Familiendrama entwickelt. ist unspektakulär. Mir war er teils zu langsam, zu langatmig. Leser, die gerne einen Pageturner wälzen, werden diesen Roman schnell aus der Hand legen, denn bis man aus der Geschichte heraus weiß, worum es geht, sind schon etliche Seiten umgeschlagen.

Die Geschichte von »Das Nest« wird von Beginn an aus zwei Perspektiven erzählt. Abwechseln aus der Sicht der Roma und aus der Sicht von Fran. Als Leser erfährt man also von dem stetigen Belauern der Campingplatzbetreiber und der neuen „Nachbarn“. Doch erst, als die Lehrerin verschwindet, wird dieses Belauern für die Leser enorm wichtig. Denn nun möchte man wissen wie es weiter fegt und was hinter dem Verschwinden der Lehrerin steckt.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass »Das Nest« ein Roman ist, der in einer ruhigen Atmosphäre und in einer beeindruckenden Landschaft, die einer Einöde gleicht, auf ein Familiendrama zusteuert, dessen Geheimniss man so nicht erwartet hätte.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025
Profile Image for Barbara.
84 reviews1 follower
August 1, 2025
Zerstörte Nester

Das Leben von Fran an einem kleinen Küstenort verläuft ziemlich monoton; jeder Tag gleicht dem anderen. Die täglichen Pflichten als Ehefrau und Mutter scheinen sie immer mehr zu belasten. Auch die Aufgaben rund um den Campingplatz, den Fran dort seit zwei Jahren betreibt, rauben ihr die Kraft und ihre wertvolle Zeit. Die Zeit, die sie lieber mit der Beobachtung der an der Küste lebenden Vögel verbringt. Denn Fran ist eine leidenschaftliche Vogelbeobachterin, die stundenlang dem Treiben der unzähligen Vögel zusehen kann. Fran hofft sehnlichst eine Zwergseeschwalbe entdecken zu können:
„Eine Zwergseeschwalbe zu sehen, würde diese Woche – nein, würde dieses ganze Jahr aufwerten.“ (39)

Bis dahin verläuft die Geschichte monoton; sehr ruhig erzählt die Autorin über Frans Alltag und ihre Liebe für Vögel. Obwohl hier und da Anmerkungen fallen, die ich zu dem Zeitpunkt nicht zuordnen konnte, empfand ich das Buch zuerst als nicht besonders interessant, fast langweilig.

Vieles ändert sich, als im Dorf, direkt am Frans Campingplatz, die reisenden Roma ihre Wohnmobile aufstellen. Die Roma bringen eine gewisse Unruhe mit sich, für viel Aufregung sorgt auch neue Lehrerin, die von den meisten Eltern sehr kritisch beäugt wurde.

Die Geschichte bekommt dramatische Züge, als plötzlich die unbeliebte Lehrerin verschwindet und später tot aufgefunden wurde. Gleichzeitig entdeckt man an verschiedenen Orten kleine Vögel mit abgetrennten Köpfen und auch die Kinder verhalten sich äußerst merkwürdig.

Ab diesem Moment konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl weiterhin ruhig erzählt, bekommt die Geschichte dramatische Risse, die Atmosphäre wirkt viel geheimnisvoller und bedrohlicher, und die Handlung wirft immer mehr Fragen auf.

Zum Schluss weckt die Geschichte viele Emotionen: überraschende Wendungen enthüllen zum Teil schockierende Geheimnisse. Der Mordfall wurde zwar aufgeklärt, die Auflösung wirkte jedoch ziemlich konstruiert. Auch Frans abschließende Entscheidung war für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen zugeklappt.

FAZIT: ein ruhiger, atmosphärisch dichter Roman über dysfunktionale Familien, über gefährliche Gerüchte, Vorurteile und Geheimnisse, über Nester, die man selbst zerstört.
443 reviews1 follower
July 16, 2025
Fran und Dom besitzen einen Platz, auf dem sie Wohnwagen vermieten. In einem leben ihre Schwester Ros und ihr Lebensgefährte Ellis mit deren Tochter Sadie. Sadie und der Sohn von Fran Bruno gehen in die gleiche Klasse. Fran ist gerne draußen am Wasser und beobachtet Vögel und deren Gelege. Dort fühlt sie sich am wohlsten. Am Rande des Campingplatzes leben Tad und seine Familie. Sie sind Roma und ein umherziehendes Volk, dass über den Winter hier am See leben. Als die Kinder eine neue Lehrerin in der Schule bekommen, ändert sich das Verhalten von Sadie und Bruno. Außerdem werden in der Umgebung immer wieder tote Vögel gefunden. Dann eines Tages verschwinden auch die neue Lehrerin und Ellis, Frans Schwager.
Der Roman „Das Netz“ von Sophie Morton-Thomas kommt mit einem sehr mystischen Cover daher. Handelt es sich um Fran oder um Sadie oder um die neue Lehrerin, es bleibt etwas im Dunkeln. Genau wie die Story, auch sie bleibt für mich etwas undurchsichtig. Es handelt sich um einen Roman Noir und ja das kommt mir auch so vor. Denn die Hauptcharaktere, denen die Kapitel gewidmet sind, bewegen sich gleitend aufeinander zu und voneinander weg. Es mag auch daran liegen, dass die Familie von Tad Roma sind, ein fahrendes Volk und das hier leichte Vorurteile tief im Innern verarbeitet werden. Für Fran sind die Vögel, die sie beobachtet ein Ankerpunkt in ihrem Leben. Ihr Mann, der außerhalb des Platzes arbeitet, ist keine richtige Stütze für sie und auch Bruno zieht es mehr zu seiner Cousine Sadie. Diese lebt mit ihren Eltern Ros und Ellis auch auf dem Campingplatz. Sadie ist in der beginnenden Pubertät und hat mit sich selber einige Probleme. In diesem Fall ist Tad ein guter Gesprächspartner für sie. Hier begegnen sich die beiden Welten am intensivsten. Als der Mord geschieht, nimmt der Krimi Fahrt auf. Doch die Spannung ist nur am Rande spürbar.
Für mich ist dieser Vertreter des Roman Noir sehr schwer verständlich und ich bin nicht wirklich mit ihm warm geworden. Interessant war es für mich kennenzulernen, wie sich dieses Genre darstellt. Ich denke der Roman ist etwas für Leser, die sich in diesem Genre mehr zu Hause fühlen als ich.
1,397 reviews7 followers
August 6, 2025
Familiendrama

Klappentext:
An einem einsamen englischen Küstenort, wo das Marschland auf den Ozean trifft, wo Vögel die bessere Gesellschaft sind, lebt Fran eine ereignislose Routine. Sich um den Campingplatz kümmern, ihren Sohn von der Schule abholen, Abendessen kochen. Freude findet sie nur an den verschiedenen Vogelarten, die sie am Strand beobachten kann. Doch Frans stilles Leben wird plötzlich erschüttert, als die Lehrerin ihres Sohnes verschwindet und Roma in der Nachbarschaft ihr Lager aufschlagen. Zwischen Gerüchten und Anschuldigungen kommen Geheimnisse ans Licht, denen Fran verzweifelt zu entfliehen versucht. Als die Lehrerin tot aufgefunden wird, droht alles auseinanderzubrechen.

„Das Nest“ von Sophie Morton-Thomas ist ein Thriller mit einer düsteren Atmosphäre.

Im Mittelpunkt steht Fran, sie lebt mit ihrem Mann Dom und ihrem Sohn Bruno an der englischen Küste. Dort betreibt Fran einen Wohnwagenpark. Fran hält die Anlage in Ordnung und betreut die Gäste. Jetzt im Winter kommen keine Gäste und sie hat Zeit sich ihrer Leidenschaft, der Vogelbeobachtung hinzugeben.
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Brunos Lehrerin verschwindet und eine Gemeinschaft von Roma schlägt ihr Lager auf.

Sophie Morton-Thomas erzählt die Geschichte in einem ruhigen Stil. Doch die Spannung ist ständig greifbar.

Sophie Morton-Thomas beschreibt die schöne Landschaft so, dass man sich alles gut vorstellen kann.

Die Charaktere werden genau beschrieben und man erlebt beim Lesen eine Veränderung, die in ihnen vorgeht. Besonders bei Fran. Ist das zu spüren. Eigentlich habe ich sie als sympathische Frau gesehen, die ihre Familie umsorgt und den Wohnwagenpark verwaltet. Doch sie entpuppt sich als eine Frau, die ihre Familie gar nicht so liebt.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal erzählt Fran und einmal Tad, einer der Roma, die sich in der Nähe niedergelassen haben.

„Das Nest“ ist ein ruhiger, aber doch Spannender Thriller, der mit der Psyche der Leser*innen spielt.
Profile Image for j.and.the.boys .
99 reviews1 follower
July 17, 2025
. Hast du Lust auf einen Kriminalroman, der dich in eine fragile graue Welt voller Tristesse, Lügen und Abgründe entführt? Dann solltest du „Das Nest“ lesen! Diese Geschichte trift dich einfach anders! Unblutig, aber trotzdem brutal. 4/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Ein Küstenörtchen…
eine Wohnwagensiedlung…
Roma, die sich kurzeitig niederlassen und
eine Alltagstristesse, die durch das Verschwinden einer Lehrerin und dem Fund ihrer Leiche durcheinander gebracht wird.

. In „Das Nest“ begleiten wir zwei Ich- Erzähler, die insichgekehrte Wohnwagensiedlungsbesitzerin Fran und den liebevollen Roma Tad durch diesen Küsten- Noir. Es herrscht eine graue düstere Stimmung während der gesamten Geschichte, die einige wenige Male durch einen kleinen Funken Hoffnung erhellt wird.
Frans Alltagstristesse hat mich als Leser sehr getroffen, den ihr komplettes Wesen wird durch diese bestimmt, sodass sie sich in sich zieht, obwohl sie eigentlich mehr für ihren Sohn da sein müsste. Tad hingegen versucht seinen Alltag in meinen Augen friedvoll zu gestalten, was ihm jedoch nicht immer gelingt. Die Zufallsbekanntschaft der Zwei zeigt sehr auf, wie unterschiedlich sie mit ihren persönlichen Unglück umgehen.
In einem Kriminalroman sollte eigentlich der Mord im Vordergrund stehen, jedoch steht er hier eher im Hintergrund. Diese Geschichte behandelt so viel mehr… die tiefen Abgründe unserer Psyche, Auswegslosigkeit, Alkoholmissbrauch, Geldprobleme, Eheprobleme und allen voran stehen die unausgesprochenen Wahrheiten einer jeden Person, die in dieser Geschichte involviert ist. Traurig hat mich vor allem die Rolle der Kinder gemacht…
Das Ende hat mich dann doch etwas schockiert und kam unerwartet. Was aber im Hinblick auf die Storyline wirklich gut war!
Mir war dieser Kriminalroman jedoch an einigen Stellen zu langatmig und ich hätte mir persönlich ein paar mehr Perspektiven gewünscht.
Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle diejenigen, die es zu den fesselnden tiefgründigen Kriminalromanen zieht.
Profile Image for Elke.
1,896 reviews42 followers
July 7, 2025
"Das Nest" erzählt zugleich einen Krimi und eine dramatische Familiengeschichte vor der überwältigenden Kulisse der englischen Küstenlandschaft. Fran ist Besitzerin eines Campingparks, Hausfrau und Mutter - aber am glücklichsten ist sie, wenn sie Vögel beobachten und den Alltag vergessen kann. Dass ihre Familie langsam aber sicher auseinanderbricht, nimmt Fran daher nur am Rande wahr. Dann wird die neue Lehrerin ermordet und nichts ist mehr wie es war. Zur selben Zeit haben Roma, unter ihnen der alternde Tad, in der Nähe ihr Lager aufgeschlagen, das Frans Sohn und ihre Nichte magisch anzieht. Geschickt wird die Geschichte in wechselnden Kapiteln aus der Sicht von Fran und Tad erzählt, und nach und nach weitet sich ihr jeweiliger Mikrokosmos aus, überschneidet sich und ergibt schlussendlich ein dramatisches Gesamtbild, das ich so nicht erwartet hatte. Obwohl oder gerade weil der Schreibstil oft seltsam teilnahms- oder emotionslos wirkt, vor allem wenn Fran erzählt, ergab sich ein düsteres, nahezu hoffnungsloses Bild vom Leben der Menschen, die es an diesen Ort verschlagen hat. Und obwohl ich mit keiner der Personen wirklich mitfühlen konnte, hat mich ihr Schicksal doch auch berührt. Ein zwiespältiges Buch, das mich sowohl beeindruckt als aber auch oft kalt gelassen hat.
Profile Image for Charlystante.
168 reviews
October 3, 2025
Die Geschichte, für mich kein Krimi, setzt sich zusammen aus den Sichtweisen zweier Personen. Einer Mutter, die sehr oft für ihren Sohn nicht die nötige Zuneigung und Zeit aufbringt und einem Seniorroma, der dem Jungen zuhört und der sein Anlaufziel nach der Schule wird. Tad besetzt mit seiner großen Familie das freie Feld neben dem Campingplatz, den Fran, die Mutter betreibt.
Aus der Beobachterperspektive lernt er nach und nach Bruno, seine Eltern, sowie Cousine Sadie und Eltern kennen.
Es ist Januar als Buch beginnt. Die Kälte und Düsternis ziehen sich durch die ganze Geschichte, obwohl der Frühling beginnt.
Immer gibt es ein unerklärliches Unbehagen.
Zwei Personen verschwinden, ein Mord geschieht, ein Feuer bricht aus, Vögel werden verletzt.
Wer ist dafür verantwortlich. Was ist das Motiv.
Eine hysterische umherirrende Mutter, ein weinender Vater, vernachlässigte Kinder. Ein Nest mit besonderen Vögeln.
Es passiert für mich soviel auf diesen Seiten, ohne dass ich die Zusammenhänge erkennen kann und dann am Schluss mit einem Ende konfrontiert werde, das mir gar nicht gefällt und das so nur in einem Buch mit viel Fantasie durchgehen kann.
Profile Image for Jürgen.
Author 2 books61 followers
July 8, 2025
Der Kriminalroman "Das Nest" von Sophie Morton-Thomas spielt an einem abgelegenen englischen Küstenort, wo das Marschland auf den Ozean trifft und Vögel eine besondere Rolle spielen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fran, die ein ereignisloses Leben führt, sich um ihren Sohn Bruno und einen Campingplatz kümmert und ihre Leidenschaft für die Vogelbeobachtung pflegt.
Die langweilig-ruhige Routine wird jäh gestört, als die Lehrerin ihres Sohnes verschwindet und eine Gruppe Roma in der Nachbarschaft ihr Lager aufschlägt. Gerüchte und Anschuldigungen machen die Runde, und alte familiäre Spannungen in Frans eigener Familie brechen auf. Das Verhalten der agierenden Personen möchte man als bleiern bezeichnen und gewinnt auch dann nicht wesentlich an Geschwindigkeit, als die verschwundene Lehrerin tot aufgefunden wird.
Das Buch hat mich nicht überzeugen, nicht catchen können. Die Personen blieben fahl, der Plot selbst bot nichts wirklich Neues. Es ist und bleibt bis zum Schluss eine trostlose Aneinanderreihung von Skizzen, ohne Geschwindigkeit, ohne Roten Faden. Schade um die Zeit.
189 reviews
July 15, 2025
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Rezension zu "Das Nest" von Sophie Marten-Thomas

Spannend, gemütlich und erholsam

Fran lebt gemeinsam mit ihrem Sohn an einem englischen Küstenort. In einer ruhigen Gegend. Aber die Idylle trügt dabei auch etwas. Denn - mitten im Winter wird auf einmal eine Lehrerin leblos aufgefunden. Alle Anwesenden werden dazu befragt und es wird gemütlich ermittelt.

Wer im Ort ist es gewesen, der mysteriöse Unbekannte?

Auf mich wirkt es wie ein gemütlicher, erholsamer und dabei auch zugleich spannender Krimi. Es ist ein Krimi Noir für Menschen mit starken Nerven. Im Küstenort habe ich mich dabei auch sehr wohl gefühlt. Einfach eine herrliche Atmosphäre dort. Kann ich euch in der Richtung wirklich mitteilen. Und im Winter sollte auch jeder von uns draussen vorsichtig sein.

Ihr seid nun alle herzlichst und liebevoll eingeladen, den Krimi zu lesen. Kommt bitte mit ins Nest.

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