Im abgelegenen Örtchen Ruhe geht man zufrieden seinem Alltag nach. Die Bewohner*innen schätzen ihr geruhsames Leben und die Sicherheit in der Dorfgemeinschaft. Jeden Dienstag kommt die Postbotin mit der Seilbahn über den Berg, der das Tal von der Außenwelt trennt. Sie mag ihre Arbeit und ist ein willkommener Besuch. Bis sich eines Tages plötzlich mitten auf dem Marktplatz ein tiefes Loch auftut.
Die schöne Ruhe ist dahin. Mit dem Loch, das sich nicht schließt und laut der wissenschaftlichen Experten rein zufällig entstanden ist, droht das harmonische Miteinander aus den Fugen zu geraten. Angst, Misstrauen und Spekulationen greifen um sich, während die Menschen versuchen, mit der neuen Unsicherheit umzugehen, auf ganz unterschiedliche Weise.
Auf der Suche nach Erklärungen rückt die Frage der Schuld immer mehr in den Fokus. Begann nicht alles Ungemach bereits mit dem Bau der Seilbahn? Die Postbotin beobachtet diese Veränderungen mit Sorge. Jemand scheint die Angst der Dorfbewohner*innen absichtlich zu befeuern und so macht sie es sich zur Aufgabe, diesen Brandstifter zu entlarven.
Sarah Hübner, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein, lebt jetzt in Wismar an der Ostsee.
Seit 2004 beste Kundin der Comic-Abteilung in der Fahrbücherei.
Von 2017-2024 studierte sie Kommunikationsdesign und Medien mit Schwerpunkten Illustration und Kommunikationswissenschaften an der Hochschule Wismar.
2021 war sie Praktikantin beim Jaja-Verlag.
Sarah zeichnet gern belebte Ecken und Menschen, die sich unbeobachtet fühlen, befasst sich mit Demokratiefeindlichkeit, digitaler Desinformation und ihrer Verbreitung.
A beautifully drawn German graphic novel that explores how quickly insiders can become outsiders and superstitions and hostility can take hold following a tragedy. You can tell this was written in the wake of the pandemic, but reading it now also made me realize how the same forces are at work, day after day, in so many contexts. Highly recommend.
So ein toller Zufallsfund! Sarah Hübner zeichnet mit Bleistift wunderschöne Landschaften und Charaktere, die mit wenigen Strichen ganz viel Ausdruck haben. Im Dörfchen Ruh taucht auf einmal ein riesiges Loch im Boden auf und obwohl es von Experten als unbedenklich eingeschätzt wurde, ranken sich schnell diverse Verschwörungserzählungen darum. Eine mutige Postbotin versucht dem auf den Grund zu gehen und die Wogen im Dorf wieder zu glätten.
Eine fantastische Geschichte in Bild und Wort und somit ein durchweg ein lesenswertes Debüt. Mir gefällt besonders die erzählerische Idee, dass aus einem Nichts, denn ein Loch ist ja im Grunde die Abwesenheit von Etwas, diese Unruhe im Dörfchen Unruhe entsteht und zusehend unkontrollierbarer wird.