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Urlaub vom Patriarchat
Ein mitreißender Reisebericht aus einem der letzten Matriarchate der Welt
Ermüdet und genervt vom Alltag im Patriarchat bricht Friederike Oertel zu einer Reise nach Mexiko auf – in eines der letzten Matriarchate der Welt. Sie möchte Abstand gewinnen, von den Frauen vor Ort lernen, mit neuen Perspektiven nach Hause zurückkehren. Doch auch im Matriarchat ist Frausein komplizierter als erwartet.
In Juchitán läuft vieles anders: Frauen sind die Oberhäupter ihrer Familie, Besitz wird von Müttern an die Töchter vererbt und Muxe, Menschen eines dritten Geschlechts, sind gesellschaftlich normalisiert. Auf dem dicht gedrängten Markt, den Friederike Oertel mit ihrer Gastschwester besucht, betreiben Frauen den Handel, auf Festen geben sie den Ton an. Diese »Stadt der Frauen« gilt in Dokumentarfilmen und Büchern als Matriarchat und damit als gelebter Gegenentwurf zum Patriarchat.
In einer Sprache, die die flirrenden Farben des Ortes lebendig werden lässt, und mit einem einfühlsamen Blick auf eine Stadtgesellschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert, erkundet die Autorin ihr eigenes Frausein, geht Selbstzweifeln und Widersprüchen nach, hinterfragt Rollenerwartungen und lässt sich von Gefühlen überrollen und durchspülen. Die jahrhundertealte Idee des Matriarchats ist gleichzeitig Mythos und Realität, sie stellt Friederike Oertels Leben auf den Kopf und hilft ihr, das Frausein im Patriarchat neu zu betrachten.
Ermüdet und genervt vom Alltag im Patriarchat bricht Friederike Oertel zu einer Reise nach Mexiko auf – in eines der letzten Matriarchate der Welt. Sie möchte Abstand gewinnen, von den Frauen vor Ort lernen, mit neuen Perspektiven nach Hause zurückkehren. Doch auch im Matriarchat ist Frausein komplizierter als erwartet.
In Juchitán läuft vieles anders: Frauen sind die Oberhäupter ihrer Familie, Besitz wird von Müttern an die Töchter vererbt und Muxe, Menschen eines dritten Geschlechts, sind gesellschaftlich normalisiert. Auf dem dicht gedrängten Markt, den Friederike Oertel mit ihrer Gastschwester besucht, betreiben Frauen den Handel, auf Festen geben sie den Ton an. Diese »Stadt der Frauen« gilt in Dokumentarfilmen und Büchern als Matriarchat und damit als gelebter Gegenentwurf zum Patriarchat.
In einer Sprache, die die flirrenden Farben des Ortes lebendig werden lässt, und mit einem einfühlsamen Blick auf eine Stadtgesellschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert, erkundet die Autorin ihr eigenes Frausein, geht Selbstzweifeln und Widersprüchen nach, hinterfragt Rollenerwartungen und lässt sich von Gefühlen überrollen und durchspülen. Die jahrhundertealte Idee des Matriarchats ist gleichzeitig Mythos und Realität, sie stellt Friederike Oertels Leben auf den Kopf und hilft ihr, das Frausein im Patriarchat neu zu betrachten.
- GenresNonfictionFeminism
334 pages, Paperback
Published May 8, 2025
Ratings & Reviews
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Community Reviews
Displaying 1 - 17 of 17 reviews
April 6, 2026
Friederike reist für drei Monate nach Mexiko um in Juchitan zu leben, einer Gegend, in der das Matriachart gelebt wird. Sie schreibt abwechselnd von ihren kulturellen und persönlichen Erfahrungen vor Ort und sachbuchartig über interessante Daten und Fakten unserer westlichen, patriarchalen Welt. Es finden sich im Buch auch viele interessante geschichtliche Fakten, so wusste ich zB nicht, dass es in vielen Kulturen immer schon Trans-Menschen gab und das vollkommen akzeptiert ist.
Viele der Fakten hat man schon mal wo gelesen, aber ich fand es spannend sie so komprimiert in einem Buch vorzufinden. Empfehlenswert für alle Feminist*innen und Menschen, die sich für Gleichberechtigung interessieren.
Viele der Fakten hat man schon mal wo gelesen, aber ich fand es spannend sie so komprimiert in einem Buch vorzufinden. Empfehlenswert für alle Feminist*innen und Menschen, die sich für Gleichberechtigung interessieren.
September 12, 2025
Das Buch war eine richtige gute Mischung aus ihrem Reisebericht in Juchitán und der wissenschaftlichen Einordnung, Datensätzen, verschiedenen Theorien und dem geschichtlichen Hintergrund. Würde ich empfehlen!
June 12, 2025
Friederike Oertel ist genervt von ihrem Chef, ihrem Leben in der Stadt und ganz allgemein gesagt vom alltäglichen Leben innerhalb des Patriarchats. Als ihr ein Buch über Juchitán, eine Stadt in Mexiko, geprägt von matriarchalen Strukturen, in die Hände fällt, fasst sie einen Entschluss: Sie möchte mehr über diese matriarchalen Strukturen erfahren und reist daher für drei Monate nach Juchitán. Sie mietet ein Zimmer bei einer Familie vor Ort und hat mit ihrer Gastschwester direkt eine local guide, die ihr Wissen bereichert und sie durch den Ort führt.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und locker und die Leser*innen begleiten Friederike Oertel bei ihrer Reise und ihren Eindrücken. Sämtliche Begegnungen, Begebenheiten und Abläufe werden beschrieben und erläutert, sodass wir einiges über das Leben in Juchitán und die Stellung und Aufgaben der Frauen und der Muxen (das anerkannte dritte Geschlecht) erfahren. Allerdings wird auch recht schnell klar, dass sich in Juchitán nicht alle patriarchalen Strukturen, wie wir sie in Deutschland erleben, wiederfinden, allerdings herrschen sie dort ebenfalls, wenn die Erziehung der Kinder beispielsweise auch ausschließlich Aufgabe der Frauen ist.
Ich mochte "Urlaub vom Patriarchat" gern, habe viele Eindrücke gesammelt und schöne Lesestunden gehabt. Allerdings möchte ich betonen, dass es sich hier nicht um ein Sachbuch handelt, sondern um einen Reisebericht mit sehr vielen persönlichen Erlebnissen, unterfüttert mit Wissen über Juchitán und das Leben dort. Es werden viele Fragen und Gedanken geteilt, die zum Nachdenken anregen. Es handelt sich hier nicht um die Darstellung von Matriarchat vs. Patriarchat und ein klares Ergebnis oder eine abschließende allgemeine Auswertung.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und locker und die Leser*innen begleiten Friederike Oertel bei ihrer Reise und ihren Eindrücken. Sämtliche Begegnungen, Begebenheiten und Abläufe werden beschrieben und erläutert, sodass wir einiges über das Leben in Juchitán und die Stellung und Aufgaben der Frauen und der Muxen (das anerkannte dritte Geschlecht) erfahren. Allerdings wird auch recht schnell klar, dass sich in Juchitán nicht alle patriarchalen Strukturen, wie wir sie in Deutschland erleben, wiederfinden, allerdings herrschen sie dort ebenfalls, wenn die Erziehung der Kinder beispielsweise auch ausschließlich Aufgabe der Frauen ist.
Ich mochte "Urlaub vom Patriarchat" gern, habe viele Eindrücke gesammelt und schöne Lesestunden gehabt. Allerdings möchte ich betonen, dass es sich hier nicht um ein Sachbuch handelt, sondern um einen Reisebericht mit sehr vielen persönlichen Erlebnissen, unterfüttert mit Wissen über Juchitán und das Leben dort. Es werden viele Fragen und Gedanken geteilt, die zum Nachdenken anregen. Es handelt sich hier nicht um die Darstellung von Matriarchat vs. Patriarchat und ein klares Ergebnis oder eine abschließende allgemeine Auswertung.
January 11, 2026
Vorab: Das Buch ist gut, ich hab mir nur ein bisschen etwas anderes vorgestellt. Mehr Reisebericht, eventuell detailliertere Interviews mit Personen, vielleicht auch Bilder. Insgesamt gesehen war es doch eine Mischung aus Reisebericht und Exkursen zu verschiedenen Aspekten im Spannungsfeld Matriarchat/Patriachart. Insgesamt gibts von mir drei solide Sterne.
March 21, 2026
ultra spannend gsi, wördi sehr empfehle nor am schluss hättis toll gfonde no chli meh reisebricht ond weniger wissenschaftliche text aber schöst en guete mix us beidem gsi.
February 8, 2026
Ich fand die Mischung aus Reisebericht und Informationen gut, von mir aus hätte es noch ein bisschen mehr über die Reise und die Menschen dort gehen können, aber den Einblick den man bekommen hat war sehr schön
June 30, 2025
Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise nach Mexiko in die Stadt Juchitán. Sie hat die Nase voll vom Patriarchat und dort, in Juchitán, soll das Matriarchat die Vorherrschaft haben.
Die Autorin lernt Land, Leute, Sitten und Gebräuche kennen.
Interessant ist, dass das Matriarchat nicht das Gegenteil vom Patriarchat ist, wie ich eigentlich dachte. Es ist eher eine sozialere gesellschaftliche Form des Zusammenlebens, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung und ohne systematische Gewalt.
Vererbt wird von Mutter zu Tochter und die Frauen haben was die Familienfinanzen etc. angeht, den Hut auf.
Es hat mir gut gefallen, wie Friederike Oertel mit ihrer Recherche umgegangen ist. Sie hat viel bei den Menschen nachgefragt und sich einiges erklären lassen. Allerdings ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Das fand ich schön und sehr respektvoll.
Tatsächlich hätte ich gerne viel mehr über ihre Reise und die damit verbundenen Erlebnisse gelesen.
Die vielen und gut recherchierten Fakten waren hin und wieder etwas langatmig und haben meinen Lesefluss unterbrochen.
Allerdings ist das Buch auch nicht als Roman deklariert und deshalb ist mein Empfinden bitte nicht negativ zu bewerten.
Von meinerseits geht eine Leseempfehlung für dieses informative Buch mit schönem knalligem Cover raus.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise nach Mexiko in die Stadt Juchitán. Sie hat die Nase voll vom Patriarchat und dort, in Juchitán, soll das Matriarchat die Vorherrschaft haben.
Die Autorin lernt Land, Leute, Sitten und Gebräuche kennen.
Interessant ist, dass das Matriarchat nicht das Gegenteil vom Patriarchat ist, wie ich eigentlich dachte. Es ist eher eine sozialere gesellschaftliche Form des Zusammenlebens, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung und ohne systematische Gewalt.
Vererbt wird von Mutter zu Tochter und die Frauen haben was die Familienfinanzen etc. angeht, den Hut auf.
Es hat mir gut gefallen, wie Friederike Oertel mit ihrer Recherche umgegangen ist. Sie hat viel bei den Menschen nachgefragt und sich einiges erklären lassen. Allerdings ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Das fand ich schön und sehr respektvoll.
Tatsächlich hätte ich gerne viel mehr über ihre Reise und die damit verbundenen Erlebnisse gelesen.
Die vielen und gut recherchierten Fakten waren hin und wieder etwas langatmig und haben meinen Lesefluss unterbrochen.
Allerdings ist das Buch auch nicht als Roman deklariert und deshalb ist mein Empfinden bitte nicht negativ zu bewerten.
Von meinerseits geht eine Leseempfehlung für dieses informative Buch mit schönem knalligem Cover raus.
July 22, 2025
Matriarchat ist eine Gesellschaft, in der Frauen das Sagen haben
"Urlaub vom Patriarchat" ist ein interessanter Reisebricht über Emanzipation und die Gleichstellung der Geschlechter. Friederike Oertel reist in den mexikanischen Ort Juchitán, in dem eines der wenigen übrig gebliebenen Matriarchate gelebt wird. Wie die Autorin das Leben in der Stadt Juchitán beschreibt, ist so gegensätzlich zu unserer Wirklichkeit. Die Frauen haben das Sagen, sie verdienen das Geld und sind von keinem Mann abhängig. Sie haben die meisten hohen Positionen in der Stadt inne, treffen Entscheidungen. Wenn die Matriarchin stirbt, erben die Töchter. Dieser Gegenentwurf zum Patriarchat zeigt deutlich, wie ungerecht beide Gesellschaftsformen sind, und dass nur Gleichberechtigung zur Zufriedenheit aller führen kann. Der Schreibstil wechselt zwischen lockerem Bericht und fachlicher Lektüre. Ich persönlich finde es toll, dass viele Informationen und Hintergrundwissen aus Fachliteratur eingearbeitet sind, inkl. Quellenverzeichnis und weiterführender Literatur im Anhang. Allerdings ist das Buch an einigen Stellen etwas zu wissenschaftlich/schwer verständlich, oft mehr Sachbuch als Reisebericht, was vermutlich dem großen Wissen der Autorin geschuldet ist.
Insgesamt ein lesenswertes Buch! Es regt zum Nachdenken an, über Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und Identität. Ich kann es allen empfehlen, die etwas über Feminismus und Geschlechterrollen lernen möchten.
"Urlaub vom Patriarchat" ist ein interessanter Reisebricht über Emanzipation und die Gleichstellung der Geschlechter. Friederike Oertel reist in den mexikanischen Ort Juchitán, in dem eines der wenigen übrig gebliebenen Matriarchate gelebt wird. Wie die Autorin das Leben in der Stadt Juchitán beschreibt, ist so gegensätzlich zu unserer Wirklichkeit. Die Frauen haben das Sagen, sie verdienen das Geld und sind von keinem Mann abhängig. Sie haben die meisten hohen Positionen in der Stadt inne, treffen Entscheidungen. Wenn die Matriarchin stirbt, erben die Töchter. Dieser Gegenentwurf zum Patriarchat zeigt deutlich, wie ungerecht beide Gesellschaftsformen sind, und dass nur Gleichberechtigung zur Zufriedenheit aller führen kann. Der Schreibstil wechselt zwischen lockerem Bericht und fachlicher Lektüre. Ich persönlich finde es toll, dass viele Informationen und Hintergrundwissen aus Fachliteratur eingearbeitet sind, inkl. Quellenverzeichnis und weiterführender Literatur im Anhang. Allerdings ist das Buch an einigen Stellen etwas zu wissenschaftlich/schwer verständlich, oft mehr Sachbuch als Reisebericht, was vermutlich dem großen Wissen der Autorin geschuldet ist.
Insgesamt ein lesenswertes Buch! Es regt zum Nachdenken an, über Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und Identität. Ich kann es allen empfehlen, die etwas über Feminismus und Geschlechterrollen lernen möchten.
August 5, 2025
Juchitán, so sagt man, ist eines der letzten Matriarchate der Welt. Für Journalistin Friederike Oertel klingt das traumhaft. Sie hat genug von ihrem sexistischen Chef und will sich eine Auszeit gönnen - an einem Ort, an dem Frauen das sagen haben. Deshalb reist sie in eine 100.000-Einwohner-Stadt nach Mexiko, um zu verstehen, wie eine Gesellschaft funktioniert, die von Frauen geleitet wird. Dabei wird ihr schnell klar: Das Ganze ist komplizierter als gedacht. Handel, Finanzen und Kulturelles werden zwar von Frauen bestimmt, Erwerbsarbeit und Politik sind aber auch hier Männersache.
Oertel verbindet ihren Praxisbericht mit historischen Rückblenden, ordnet wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch ein und vergleicht wertfrei Kulturen aus aller Welt. So spannend die Einblicke in vergangene Epochen und fremde Kulturen sind, so überflüssig waren für meinen Geschmack die Passagen zu vielen gesellschaftlichen Diskussionen in Deutschland. Zum Beispiel über die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Hier arbeitet sich die Autorin an altbekannten Statistiken und Argumenten ab und hat mich an der ein oder anderen Stelle mit ihren ausführlichen Kommentaren verloren. Ich hätte mich über mehr Einblicke in ihren Alltag in Juchitán gefreut.
Ich würde behaupten, dass man auch Einges an Vorwissen mitbringen muss, um alle Themen, die im Buch rund um Feminismus angeschnitten werden zu verstehen.
Für mich also kein "must read". Aber mal ein etwas anderer Blick :)
Oertel verbindet ihren Praxisbericht mit historischen Rückblenden, ordnet wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch ein und vergleicht wertfrei Kulturen aus aller Welt. So spannend die Einblicke in vergangene Epochen und fremde Kulturen sind, so überflüssig waren für meinen Geschmack die Passagen zu vielen gesellschaftlichen Diskussionen in Deutschland. Zum Beispiel über die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Hier arbeitet sich die Autorin an altbekannten Statistiken und Argumenten ab und hat mich an der ein oder anderen Stelle mit ihren ausführlichen Kommentaren verloren. Ich hätte mich über mehr Einblicke in ihren Alltag in Juchitán gefreut.
Ich würde behaupten, dass man auch Einges an Vorwissen mitbringen muss, um alle Themen, die im Buch rund um Feminismus angeschnitten werden zu verstehen.
Für mich also kein "must read". Aber mal ein etwas anderer Blick :)
August 18, 2026
Wer sich auf einen Reisebericht aus Utopia freut, der in allen farbigen Einzelheiten einen Aufenthalt in einem exotischen Matriarchat schildert, wird von Friederike Oertels neuem Buch wohl eher enttäuscht werden. Die Autorin erzählt zwar tatsächlich so etwas wie eine Reisegeschichte – diese liefert der Autorin aber eigentlich nur den Anstoß, über feministische und Genderthemen nachzudenken und sich selbst neu zu verorten.
Dabei ist ihr Reisebericht durchaus farbig, die Zeichnung von Land und Leuten lebendig, der Stil gut verständlich und flüssig zu lesen. Die zehn Kapitel beginnen jeweils mit einem konkreten Erlebnis am Zielort Juchitán. Anhand dieser beleuchtet Oelker wirtschaftliche (Un-)abhängigkeit, öffentliche Sichtbarkeit, politischer Einfluss, Genderfluidität, Jungfräulichkeitsmythos, das Phänomen des Femizids, die systemische Funktion weiblicher Angst, Akzeptanz weiblicher und männlicher Gefühlsäußerungen, weibliche Wut. Es gibt viele Zitate und eine entsprechend lange Lektüre- und Referenzliste am Ende des Buches. Wer sich mit den aktuellen feministischen Themen noch nicht in der Tiefe auseinandergesetzt hat, findet in Oelkers Text einen brauchbaren Überblick. Das hat stellenweise was von einem Referat.
Oertel nimmt am Leben der Juchitáneras teil, führt Gespräche, stellt Fragen und prüft für jedes der genannten Themen die Problemlage im vermeintlich idealen weiblichen Lebensraum. Zwar darf man nicht vergessen, dass es sich um einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt und die Erlebnisse der Autorin kein wissenschaftliches Gewicht haben. Aber dennoch fand ich ihren Ansatz legitim und aufschlussreich.
Parallel geht es Oertel auch um die Geschichte des Matriarchatsbegriffes und dessen Rezeption. Was ist das überhaupt, ein Matriarchat? Wo und wann in der Weltgeschichte hat es Matriarchate gegeben? Gibt es zuverlässige Daten? Sind alle Matriarchate gleich? Sind Matriarchate frei von patriarchalischer Unterdrückung?
Oelker präsentiert Theorien und Interpretationen aus Archäologie und Geschichtsforschung und zeigt, dass diese immer stark von der jeweiligen Ideologie der Forscher:innen geprägt waren. Die Autorin zeigt anhand konkreter Beispiele, wie die Idee des Matriarchats zu allen Zeiten polarisiert hat, bis hin zu völlig gegensätzlichen Deutungen ein und desselben Phänomens. Klar wird: „Das Matriarchat“ gibt es nicht und hat es höchstwahrscheinlich nie gegeben, schon gar nicht als Umkehr des Patriarchats, in dem Frauen „herrschen“ und Männer unterdrückt werden. Insofern habe ich „Urlaub vom Patriarchat“ eher als „Abschied vom Matriarchat“ gelesen.
War Oertels Reise ins Matriarchat nun ein Erfolg? Wie man's nimmt. „Juchitán ist Matriarchat und Patriarchat in einem, alles gleichzeitig und nichts davon allein.“ Aus meiner Sicht ist Desillusionierung ein zwar meist unangenehmer, aber unvermeidbarer Teil persönlichen Wachstums. Insofern mögen Oertels Schlussfolgerungen ernüchternd sein, öffnen aber den Raum für realistischere Zielbilder. Insgesamt eine lohnende Lektüre.
Dabei ist ihr Reisebericht durchaus farbig, die Zeichnung von Land und Leuten lebendig, der Stil gut verständlich und flüssig zu lesen. Die zehn Kapitel beginnen jeweils mit einem konkreten Erlebnis am Zielort Juchitán. Anhand dieser beleuchtet Oelker wirtschaftliche (Un-)abhängigkeit, öffentliche Sichtbarkeit, politischer Einfluss, Genderfluidität, Jungfräulichkeitsmythos, das Phänomen des Femizids, die systemische Funktion weiblicher Angst, Akzeptanz weiblicher und männlicher Gefühlsäußerungen, weibliche Wut. Es gibt viele Zitate und eine entsprechend lange Lektüre- und Referenzliste am Ende des Buches. Wer sich mit den aktuellen feministischen Themen noch nicht in der Tiefe auseinandergesetzt hat, findet in Oelkers Text einen brauchbaren Überblick. Das hat stellenweise was von einem Referat.
Oertel nimmt am Leben der Juchitáneras teil, führt Gespräche, stellt Fragen und prüft für jedes der genannten Themen die Problemlage im vermeintlich idealen weiblichen Lebensraum. Zwar darf man nicht vergessen, dass es sich um einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt und die Erlebnisse der Autorin kein wissenschaftliches Gewicht haben. Aber dennoch fand ich ihren Ansatz legitim und aufschlussreich.
Parallel geht es Oertel auch um die Geschichte des Matriarchatsbegriffes und dessen Rezeption. Was ist das überhaupt, ein Matriarchat? Wo und wann in der Weltgeschichte hat es Matriarchate gegeben? Gibt es zuverlässige Daten? Sind alle Matriarchate gleich? Sind Matriarchate frei von patriarchalischer Unterdrückung?
Oelker präsentiert Theorien und Interpretationen aus Archäologie und Geschichtsforschung und zeigt, dass diese immer stark von der jeweiligen Ideologie der Forscher:innen geprägt waren. Die Autorin zeigt anhand konkreter Beispiele, wie die Idee des Matriarchats zu allen Zeiten polarisiert hat, bis hin zu völlig gegensätzlichen Deutungen ein und desselben Phänomens. Klar wird: „Das Matriarchat“ gibt es nicht und hat es höchstwahrscheinlich nie gegeben, schon gar nicht als Umkehr des Patriarchats, in dem Frauen „herrschen“ und Männer unterdrückt werden. Insofern habe ich „Urlaub vom Patriarchat“ eher als „Abschied vom Matriarchat“ gelesen.
War Oertels Reise ins Matriarchat nun ein Erfolg? Wie man's nimmt. „Juchitán ist Matriarchat und Patriarchat in einem, alles gleichzeitig und nichts davon allein.“ Aus meiner Sicht ist Desillusionierung ein zwar meist unangenehmer, aber unvermeidbarer Teil persönlichen Wachstums. Insofern mögen Oertels Schlussfolgerungen ernüchternd sein, öffnen aber den Raum für realistischere Zielbilder. Insgesamt eine lohnende Lektüre.
June 15, 2025
Ich habe mich auf dieses Buch doll gefreut. Das Thema interessiert mich sehr und als Person, die sich viel mit Sexismus und Feminismus beschäftigt, ist der Traum vom Matriarchat bzw. die Befreiung von patriarchalen Strukturen natürlich für mich sehr präsent.
Die Prämisse, in die Welt eines Matriarchats eintauchen zu können, aus der Sicht einer Autorin, die eine Lebenswelt ähnlich zu meiner zu scheinen hat, war dementsprechend verlockend. Das sind auch die Teile, die mich tatsächlich doll interessiert haben. Wie ist deren Kultur, wie leben sie, was beschäftigt die Menschen und was denken sie über viele Entwicklungen in der Welt und in ihrem Land. Leider war das genau der Teil, der mir zu kurz kam.
Die vielen Einordnungen und wissenschaftlichen Erklärungen sowie Gegenüberstellungen zu anderen matriarchalen Strukturen und zu Deutschland erachte ich als sehr wichtig, jedoch fehlte mir an vielen Stellen ein roter Faden und ich hatte das Gefühl, dass wir zu einem Thema zum nächsten springen. Auch fand ich es in einigen Kapitel repetitiv als wäre es in einem anderen Kapiteln bereits erwähnt worden. Das hat mir das Lesen durchaus erschwert.
Alles in allem dient das Buch jedoch als gute Einführung in das Thema und ist insbesondere interessant für Personen, die sich noch nicht so gut in dem Themenbereich auskennen.
Allein aufgrund der Wichtigkeit der Themen kann ich es nur weiterempfehlen. Es ist gut verständlich geschrieben und beschreibt viele wichtige Aspekte und illustriert Problemlagen von Flinta*-Personen, die auch in Deutschland ein Problem bleiben.
Die Prämisse, in die Welt eines Matriarchats eintauchen zu können, aus der Sicht einer Autorin, die eine Lebenswelt ähnlich zu meiner zu scheinen hat, war dementsprechend verlockend. Das sind auch die Teile, die mich tatsächlich doll interessiert haben. Wie ist deren Kultur, wie leben sie, was beschäftigt die Menschen und was denken sie über viele Entwicklungen in der Welt und in ihrem Land. Leider war das genau der Teil, der mir zu kurz kam.
Die vielen Einordnungen und wissenschaftlichen Erklärungen sowie Gegenüberstellungen zu anderen matriarchalen Strukturen und zu Deutschland erachte ich als sehr wichtig, jedoch fehlte mir an vielen Stellen ein roter Faden und ich hatte das Gefühl, dass wir zu einem Thema zum nächsten springen. Auch fand ich es in einigen Kapitel repetitiv als wäre es in einem anderen Kapiteln bereits erwähnt worden. Das hat mir das Lesen durchaus erschwert.
Alles in allem dient das Buch jedoch als gute Einführung in das Thema und ist insbesondere interessant für Personen, die sich noch nicht so gut in dem Themenbereich auskennen.
Allein aufgrund der Wichtigkeit der Themen kann ich es nur weiterempfehlen. Es ist gut verständlich geschrieben und beschreibt viele wichtige Aspekte und illustriert Problemlagen von Flinta*-Personen, die auch in Deutschland ein Problem bleiben.
June 29, 2025
Keine falschen Sicherheiten
Die Autorin ist in einer eigenen Phase der Lebensverunsicherung nach Mexiko geflogen, um in einem Ort am Isthmus das dort gelebte Matriarchat kennenzulernen.
Sie hat bei anderen Autorinnen davon gehört - und ich bilde mir ein, dass ich über diese mexikanische Matriarchats-Insel mal einen Bericht im Fernsehen gesehen habe.
Dabei wird weder für die Autorin noch für die Leserin trennscharf und eindeutig klar, was im Leben an diesem Ort matriarchal zu nennen ist. Die Frauen bewegen sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit, aber bestimmte Traditionen wie ein Jungfräulichkeitstest wirken erschütternd unemanzipatorisch.
Eine Besonderheit ist die Selbstverständlichkeit non-binärer Lebensformen der so genannten Muxes; dass sie Toleranz und Teilhabe erleben, steht dem Machismo eindeutig entgegen.
Der Reise- und Forschungsbericht wird begleitet von zahlreichen theoretischen und essayistischen Einschüben zu feministischen Fragestellungen. Einiges war mir ganz bekannt, aber ich habe auch Neues erfahren.
Die Mischung mochte ich gerne, inklusive der authentischen biografischen Erzählungen.
Das Buch ist erstaunlich unspektakulär, betreibt keinen exotischen Folklorismus und läßt rätselnd viele Fragen offen. Das empfinde ich als sehr angenehm.
Die Autorin ist in einer eigenen Phase der Lebensverunsicherung nach Mexiko geflogen, um in einem Ort am Isthmus das dort gelebte Matriarchat kennenzulernen.
Sie hat bei anderen Autorinnen davon gehört - und ich bilde mir ein, dass ich über diese mexikanische Matriarchats-Insel mal einen Bericht im Fernsehen gesehen habe.
Dabei wird weder für die Autorin noch für die Leserin trennscharf und eindeutig klar, was im Leben an diesem Ort matriarchal zu nennen ist. Die Frauen bewegen sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit, aber bestimmte Traditionen wie ein Jungfräulichkeitstest wirken erschütternd unemanzipatorisch.
Eine Besonderheit ist die Selbstverständlichkeit non-binärer Lebensformen der so genannten Muxes; dass sie Toleranz und Teilhabe erleben, steht dem Machismo eindeutig entgegen.
Der Reise- und Forschungsbericht wird begleitet von zahlreichen theoretischen und essayistischen Einschüben zu feministischen Fragestellungen. Einiges war mir ganz bekannt, aber ich habe auch Neues erfahren.
Die Mischung mochte ich gerne, inklusive der authentischen biografischen Erzählungen.
Das Buch ist erstaunlich unspektakulär, betreibt keinen exotischen Folklorismus und läßt rätselnd viele Fragen offen. Das empfinde ich als sehr angenehm.
June 29, 2025
Gute Mischung aus Sachbuch und Reisebericht
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus einem Reisebericht der Autorin nach Juchitán, Mexiko, in eines der letzten Matriarchate der Welt und allgemeinen Informationen und Zahlen zu den Themen Matriarchat, Feminismus, Mutterschaft und vielem mehr.
Außerdem erzählt sie immer wieder von ihren eigenen Erfahrungen in ihrer Kindheit und Jugend als Mädchen bzw. Frau in unserer Gesellschaft, in denen sich bestimmt Viele wieder erkennen können.
Die Autorin schafft es wirklich gut, ihre Eindrücke von Juchitán bildlich zu beschreiben. So hatte ich das Gefühl, mit ihr mitzureisen und sowohl die Stadt als auch einzelne Bewohner mit ihren Traditionen und Problemen kennenzulernen.
Da ich mich schon mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, wusste ich schon einige Sachen, aber ich konnte auch viel Neues lernen, gerade in Bezug auf Mexiko und den Begriff des „Matriarchats“. Auch die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen über Jahrhunderte fand ich spannend zu lesen. Es ist nicht immer leichte Kost, aber der Autorin gelingt es, einfühlsam damit umzugehen.
Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, weil es durch die persönliche Note einfach etwas Besonderes ist.
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus einem Reisebericht der Autorin nach Juchitán, Mexiko, in eines der letzten Matriarchate der Welt und allgemeinen Informationen und Zahlen zu den Themen Matriarchat, Feminismus, Mutterschaft und vielem mehr.
Außerdem erzählt sie immer wieder von ihren eigenen Erfahrungen in ihrer Kindheit und Jugend als Mädchen bzw. Frau in unserer Gesellschaft, in denen sich bestimmt Viele wieder erkennen können.
Die Autorin schafft es wirklich gut, ihre Eindrücke von Juchitán bildlich zu beschreiben. So hatte ich das Gefühl, mit ihr mitzureisen und sowohl die Stadt als auch einzelne Bewohner mit ihren Traditionen und Problemen kennenzulernen.
Da ich mich schon mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, wusste ich schon einige Sachen, aber ich konnte auch viel Neues lernen, gerade in Bezug auf Mexiko und den Begriff des „Matriarchats“. Auch die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen über Jahrhunderte fand ich spannend zu lesen. Es ist nicht immer leichte Kost, aber der Autorin gelingt es, einfühlsam damit umzugehen.
Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, weil es durch die persönliche Note einfach etwas Besonderes ist.
July 6, 2026
Alles in allem ein sehr gutes, informierendes Buch. Die Abwechslung zwischen Reisebericht und Blocks mit Informationen und Gesellschaftlicher Einstufung (vor allem des gerade Beschriebenen) lässt einen gut durch das Buch gleiten, auch wenn die Thematik an sich an der ein oder anderen Stelle durchaus wütend machen kann.
An manchen Stellen, war mir Datenlage und auch Einordnung zu einseitig. Ich weiß, dass das Buch vor allem an Frauen gerichtet ist, aber gerade deshalb wäre es schön gewesen argumentativ auch mehr auf die Negativ-Aspekte für Männer einzugehen, um sie ebenfalls nutzen zu können. Dies passier nämlich leider erst im letzten Drittel in meinen Augen.
Schreib-Stil, Aufbau, Informationsgehalt und Haptik kann ich aber nur weiter empfehlen an dem Buch.
An manchen Stellen, war mir Datenlage und auch Einordnung zu einseitig. Ich weiß, dass das Buch vor allem an Frauen gerichtet ist, aber gerade deshalb wäre es schön gewesen argumentativ auch mehr auf die Negativ-Aspekte für Männer einzugehen, um sie ebenfalls nutzen zu können. Dies passier nämlich leider erst im letzten Drittel in meinen Augen.
Schreib-Stil, Aufbau, Informationsgehalt und Haptik kann ich aber nur weiter empfehlen an dem Buch.
September 12, 2026
Wooow ein tolles buch! Ich habe einige neue Perspektiven über die Entstehung des Patriarchats kennengelernt. Das hat mir persönlich am meisten gefallen. Mir hat der Stil als Reisebericht auch sehr gefallen. So lebendig geschrieben, obwohl die Autorin viele viele andere Werke mit einfliessen lassen hat anderer Autor:innen und so viel Wissen/ Forschung mit einherging. Die Autorin hat sich selbst kritisch hinterfragt und die Leser:innen mitgenommen auf ihren eigenen Lernprozess.
July 26, 2025
Die Teile an denen von der Reise und den Erlebnissen in Juchitan geschrieben sind gefallen mir sehr gut. Hintergrundinformationen wurden es für mich irgendwann zu viel und ich konnte es gar nicht mehr aufnehmen
September 1, 2026
Zwischen eigener Recherche durch die Reise und Sachbuch mi allgemeineren Bezügen zu vergleichbaren Themengebieten ein gelungenes Buch. Mich hätten dennoch weitere Details und mehr eigene Meinungen interessiert.
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