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Urlaub vom Patriarchat

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Ein mitreißender Reisebericht aus einem der letzten Matriarchate der Welt

Ermüdet und genervt vom Alltag im Patriarchat bricht Friederike Oertel zu einer Reise nach Mexiko auf – in eines der letzten Matriarchate der Welt. Sie möchte Abstand gewinnen, von den Frauen vor Ort lernen, mit neuen Perspektiven nach Hause zurückkehren. Doch auch im Matriarchat ist Frausein komplizierter als erwartet.

In Juchitán läuft vieles anders: Frauen sind die Oberhäupter ihrer Familie, Besitz wird von Müttern an die Töchter vererbt und Muxe, Menschen eines dritten Geschlechts, sind gesellschaftlich normalisiert. Auf dem dicht gedrängten Markt, den Friederike Oertel mit ihrer Gastschwester besucht, betreiben Frauen den Handel, auf Festen geben sie den Ton an. Diese »Stadt der Frauen« gilt in Dokumentarfilmen und Büchern als Matriarchat und damit als gelebter Gegenentwurf zum Patriarchat.

In einer Sprache, die die flirrenden Farben des Ortes lebendig werden lässt, und mit einem einfühlsamen Blick auf eine Stadtgesellschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert, erkundet die Autorin ihr eigenes Frausein, geht Selbstzweifeln und Widersprüchen nach, hinterfragt Rollenerwartungen und lässt sich von Gefühlen überrollen und durchspülen. Die jahrhundertealte Idee des Matriarchats ist gleichzeitig Mythos und Realität, sie stellt Friederike Oertels Leben auf den Kopf und hilft ihr, das Frausein im Patriarchat neu zu betrachten.

334 pages, Paperback

Published May 8, 2025

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About the author

Friederike Oertel

1 book2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Valentina.
16 reviews
October 29, 2025
Das Buch war eine richtige gute Mischung aus ihrem Reisebericht in Juchitán und der wissenschaftlichen Einordnung, Datensätzen, verschiedenen Theorien und dem geschichtlichen Hintergrund. Würde ich empfehlen!
148 reviews
June 12, 2025
Friederike Oertel ist genervt von ihrem Chef, ihrem Leben in der Stadt und ganz allgemein gesagt vom alltäglichen Leben innerhalb des Patriarchats. Als ihr ein Buch über Juchitán, eine Stadt in Mexiko, geprägt von matriarchalen Strukturen, in die Hände fällt, fasst sie einen Entschluss: Sie möchte mehr über diese matriarchalen Strukturen erfahren und reist daher für drei Monate nach Juchitán. Sie mietet ein Zimmer bei einer Familie vor Ort und hat mit ihrer Gastschwester direkt eine local guide, die ihr Wissen bereichert und sie durch den Ort führt.

Der Schreibstil ist flüssig, leicht und locker und die Leser*innen begleiten Friederike Oertel bei ihrer Reise und ihren Eindrücken. Sämtliche Begegnungen, Begebenheiten und Abläufe werden beschrieben und erläutert, sodass wir einiges über das Leben in Juchitán und die Stellung und Aufgaben der Frauen und der Muxen (das anerkannte dritte Geschlecht) erfahren. Allerdings wird auch recht schnell klar, dass sich in Juchitán nicht alle patriarchalen Strukturen, wie wir sie in Deutschland erleben, wiederfinden, allerdings herrschen sie dort ebenfalls, wenn die Erziehung der Kinder beispielsweise auch ausschließlich Aufgabe der Frauen ist.

Ich mochte "Urlaub vom Patriarchat" gern, habe viele Eindrücke gesammelt und schöne Lesestunden gehabt. Allerdings möchte ich betonen, dass es sich hier nicht um ein Sachbuch handelt, sondern um einen Reisebericht mit sehr vielen persönlichen Erlebnissen, unterfüttert mit Wissen über Juchitán und das Leben dort. Es werden viele Fragen und Gedanken geteilt, die zum Nachdenken anregen. Es handelt sich hier nicht um die Darstellung von Matriarchat vs. Patriarchat und ein klares Ergebnis oder eine abschließende allgemeine Auswertung.
Profile Image for Shanoe.
1,949 reviews17 followers
January 11, 2026
Vorab: Das Buch ist gut, ich hab mir nur ein bisschen etwas anderes vorgestellt. Mehr Reisebericht, eventuell detailliertere Interviews mit Personen, vielleicht auch Bilder. Insgesamt gesehen war es doch eine Mischung aus Reisebericht und Exkursen zu verschiedenen Aspekten im Spannungsfeld Matriarchat/Patriachart. Insgesamt gibts von mir drei solide Sterne.
Profile Image for Karina.
235 reviews2 followers
June 30, 2025
Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise nach Mexiko in die Stadt Juchitán. Sie hat die Nase voll vom Patriarchat und dort, in Juchitán, soll das Matriarchat die Vorherrschaft haben.
Die Autorin lernt Land, Leute, Sitten und Gebräuche kennen.
Interessant ist, dass das Matriarchat nicht das Gegenteil vom Patriarchat ist, wie ich eigentlich dachte. Es ist eher eine sozialere gesellschaftliche Form des Zusammenlebens, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung und ohne systematische Gewalt.
Vererbt wird von Mutter zu Tochter und die Frauen haben was die Familienfinanzen etc. angeht, den Hut auf.
Es hat mir gut gefallen, wie Friederike Oertel mit ihrer Recherche umgegangen ist. Sie hat viel bei den Menschen nachgefragt und sich einiges erklären lassen. Allerdings ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Das fand ich schön und sehr respektvoll.
Tatsächlich hätte ich gerne viel mehr über ihre Reise und die damit verbundenen Erlebnisse gelesen.
Die vielen und gut recherchierten Fakten waren hin und wieder etwas langatmig und haben meinen Lesefluss unterbrochen.
Allerdings ist das Buch auch nicht als Roman deklariert und deshalb ist mein Empfinden bitte nicht negativ zu bewerten.
Von meinerseits geht eine Leseempfehlung für dieses informative Buch mit schönem knalligem Cover raus.
22 reviews
November 9, 2025
Matriarchat ist eine Gesellschaft, in der Frauen das Sagen haben

"Urlaub vom Patriarchat" ist ein interessanter Reisebricht über Emanzipation und die Gleichstellung der Geschlechter. Friederike Oertel reist in den mexikanischen Ort Juchitán, in dem eines der wenigen übrig gebliebenen Matriarchate gelebt wird. Wie die Autorin das Leben in der Stadt Juchitán beschreibt, ist so gegensätzlich zu unserer Wirklichkeit. Die Frauen haben das Sagen, sie verdienen das Geld und sind von keinem Mann abhängig. Sie haben die meisten hohen Positionen in der Stadt inne, treffen Entscheidungen. Wenn die Matriarchin stirbt, erben die Töchter. Dieser Gegenentwurf zum Patriarchat zeigt deutlich, wie ungerecht beide Gesellschaftsformen sind, und dass nur Gleichberechtigung zur Zufriedenheit aller führen kann. Der Schreibstil wechselt zwischen lockerem Bericht und fachlicher Lektüre. Ich persönlich finde es toll, dass viele Informationen und Hintergrundwissen aus Fachliteratur eingearbeitet sind, inkl. Quellenverzeichnis und weiterführender Literatur im Anhang. Allerdings ist das Buch an einigen Stellen etwas zu wissenschaftlich/schwer verständlich, oft mehr Sachbuch als Reisebericht, was vermutlich dem großen Wissen der Autorin geschuldet ist.
Insgesamt ein lesenswertes Buch! Es regt zum Nachdenken an, über Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und Identität. Ich kann es allen empfehlen, die etwas über Feminismus und Geschlechterrollen lernen möchten.
Profile Image for Chiara1865.
17 reviews
June 15, 2025
Ich habe mich auf dieses Buch doll gefreut. Das Thema interessiert mich sehr und als Person, die sich viel mit Sexismus und Feminismus beschäftigt, ist der Traum vom Matriarchat bzw. die Befreiung von patriarchalen Strukturen natürlich für mich sehr präsent.
Die Prämisse, in die Welt eines Matriarchats eintauchen zu können, aus der Sicht einer Autorin, die eine Lebenswelt ähnlich zu meiner zu scheinen hat, war dementsprechend verlockend. Das sind auch die Teile, die mich tatsächlich doll interessiert haben. Wie ist deren Kultur, wie leben sie, was beschäftigt die Menschen und was denken sie über viele Entwicklungen in der Welt und in ihrem Land. Leider war das genau der Teil, der mir zu kurz kam.
Die vielen Einordnungen und wissenschaftlichen Erklärungen sowie Gegenüberstellungen zu anderen matriarchalen Strukturen und zu Deutschland erachte ich als sehr wichtig, jedoch fehlte mir an vielen Stellen ein roter Faden und ich hatte das Gefühl, dass wir zu einem Thema zum nächsten springen. Auch fand ich es in einigen Kapitel repetitiv als wäre es in einem anderen Kapiteln bereits erwähnt worden. Das hat mir das Lesen durchaus erschwert.

Alles in allem dient das Buch jedoch als gute Einführung in das Thema und ist insbesondere interessant für Personen, die sich noch nicht so gut in dem Themenbereich auskennen.
Allein aufgrund der Wichtigkeit der Themen kann ich es nur weiterempfehlen. Es ist gut verständlich geschrieben und beschreibt viele wichtige Aspekte und illustriert Problemlagen von Flinta*-Personen, die auch in Deutschland ein Problem bleiben.
Profile Image for Bärbel.
143 reviews1 follower
June 29, 2025
Keine falschen Sicherheiten
Die Autorin ist in einer eigenen Phase der Lebensverunsicherung nach Mexiko geflogen, um in einem Ort am Isthmus das dort gelebte Matriarchat kennenzulernen.
Sie hat bei anderen Autorinnen davon gehört - und ich bilde mir ein, dass ich über diese mexikanische Matriarchats-Insel mal einen Bericht im Fernsehen gesehen habe.
Dabei wird weder für die Autorin noch für die Leserin trennscharf und eindeutig klar, was im Leben an diesem Ort matriarchal zu nennen ist. Die Frauen bewegen sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit, aber bestimmte Traditionen wie ein Jungfräulichkeitstest wirken erschütternd unemanzipatorisch.
Eine Besonderheit ist die Selbstverständlichkeit non-binärer Lebensformen der so genannten Muxes; dass sie Toleranz und Teilhabe erleben, steht dem Machismo eindeutig entgegen.
Der Reise- und Forschungsbericht wird begleitet von zahlreichen theoretischen und essayistischen Einschüben zu feministischen Fragestellungen. Einiges war mir ganz bekannt, aber ich habe auch Neues erfahren.
Die Mischung mochte ich gerne, inklusive der authentischen biografischen Erzählungen.
Das Buch ist erstaunlich unspektakulär, betreibt keinen exotischen Folklorismus und läßt rätselnd viele Fragen offen. Das empfinde ich als sehr angenehm.
54 reviews
June 29, 2025
Gute Mischung aus Sachbuch und Reisebericht

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus einem Reisebericht der Autorin nach Juchitán, Mexiko, in eines der letzten Matriarchate der Welt und allgemeinen Informationen und Zahlen zu den Themen Matriarchat, Feminismus, Mutterschaft und vielem mehr.

Außerdem erzählt sie immer wieder von ihren eigenen Erfahrungen in ihrer Kindheit und Jugend als Mädchen bzw. Frau in unserer Gesellschaft, in denen sich bestimmt Viele wieder erkennen können.

Die Autorin schafft es wirklich gut, ihre Eindrücke von Juchitán bildlich zu beschreiben. So hatte ich das Gefühl, mit ihr mitzureisen und sowohl die Stadt als auch einzelne Bewohner mit ihren Traditionen und Problemen kennenzulernen.

Da ich mich schon mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, wusste ich schon einige Sachen, aber ich konnte auch viel Neues lernen, gerade in Bezug auf Mexiko und den Begriff des „Matriarchats“. Auch die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen über Jahrhunderte fand ich spannend zu lesen. Es ist nicht immer leichte Kost, aber der Autorin gelingt es, einfühlsam damit umzugehen.

Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, weil es durch die persönliche Note einfach etwas Besonderes ist.
Profile Image for Fides.
124 reviews
July 26, 2025
Die Teile an denen von der Reise und den Erlebnissen in Juchitan geschrieben sind gefallen mir sehr gut. Hintergrundinformationen wurden es für mich irgendwann zu viel und ich konnte es gar nicht mehr aufnehmen
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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